Fußballwettbewerbe in Deutschland und EuropaRatgeber

Weltmeisterschaft und Europameisterschaft: Modus, Sieger und nächste Turniere

Die Fußball-Weltmeisterschaft der FIFA gibt es seit 1930, seit 2026 mit 48 Mannschaften. Die Europameisterschaft der UEFA wird seit 1960 ausgespielt, heute mit 24 Mannschaften. Weltmeister 2026 wurde Spanien mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien, Europameister ist seit 2024 ebenfalls Spanien.

Großes Stadion bei Nacht während eines Finales, goldenes Konfetti fällt über dem Rasen, volle Ränge
Bild: KI-generiert

Für die deutsche Nationalmannschaft der Männer sind Weltmeisterschaft und Europameisterschaft die beiden großen Turniere. Die WM richtet der Weltverband FIFA aus, zum ersten Mal 1930 in Uruguay [1]. Die EM veranstaltet die Europäische Fußball-Union UEFA seit 1960 [6]. Beide finden alle vier Jahre statt, versetzt um zwei Jahre. Die nächste EM ist die EURO 2028 in England, Irland, Schottland und Wales, die nächste WM folgt 2030 [9, 10].

Die Weltmeisterschaft: von 13 auf 48 Mannschaften

Bei der ersten WM 1930 spielten 13 Mannschaften. Ab 1982 waren es 24, ab 1998 32 und seit 2026 48 [1]. Im Finale 1930 in Montevideo schlug Gastgeber Uruguay Argentinien mit 4:2 vor 93.000 Zuschauern [2].

Altes Stadion aus den 1930er Jahren mit Betonturm und offenen Rängen, in Sepiatönen
Bild: KI-generiert

Für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wurden die 48 Mannschaften auf zwölf Gruppen mit je vier Teams verteilt [2, 3]. In der Gruppe spielt jedes Team einmal gegen jedes andere, mit drei Punkten für einen Sieg und einem für ein Unentschieden [3]. Die zwölf Gruppenersten, die zwölf Gruppenzweiten und die acht besten Gruppendritten erreichten die neue Runde der letzten 32 [3]. Danach folgten Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale, das Spiel um Platz drei und das Finale, insgesamt 104 Spiele [3]. Wer Weltmeister werden will, muss damit acht Spiele bestreiten, eins mehr als bei 32 Teilnehmern.

Alle Weltmeister

Acht Länder haben die WM bisher gewonnen [2].

LandTitel
Brasilien5
Deutschland4 (1954, 1974, 1990, 2014)
Italien4
Argentinien3
Frankreich2
Spanien2 (2010, 2026)
Uruguay2
England1

Die Endspiele der letzten Jahrzehnte zeigen, wie eng es oft zugeht: Fünf der acht Finals seit 1998 gingen in die Verlängerung oder wurden erst im Elfmeterschießen entschieden [17].

JahrFinale inWeltmeisterErgebnis
1998Saint-DenisFrankreich3:0 gegen Brasilien
2002YokohamaBrasilien2:0 gegen Deutschland
2006BerlinItalien5:3 i. E. gegen Frankreich
2010JohannesburgSpanien1:0 n. V. gegen die Niederlande
2014Rio de JaneiroDeutschland1:0 n. V. gegen Argentinien
2018MoskauFrankreich4:2 gegen Kroatien
2022LusailArgentinien4:2 i. E. gegen Frankreich
2026East RutherfordSpanien1:0 n. V. gegen Argentinien

Deutschland nahm an 21 der 23 Weltmeisterschaften teil. 1930 meldete der DFB nicht, 1950 war Deutschland ausgeschlossen [16]. Neben den vier Titeln stehen vier verlorene Endspiele: 1966 ein 2:4 nach Verlängerung gegen England, 1982 ein 1:3 gegen Italien, 1986 ein 2:3 gegen Argentinien und 2002 ein 0:2 gegen Brasilien. Dritter wurde die Mannschaft 1934, 1970, 2006 und 2010 [16]. 2018 und 2022 schied sie in der Gruppenphase aus, 2026 in der Runde der letzten 32, was in der Gesamtwertung Platz 18 bedeutete [16].

Die vier deutschen Titel mit allen Finals beschreibt der Ratgeber Deutschlands WM-Titel 1954, 1974, 1990 und 2014.

Die WM 2026: Spaniens zweiter Titel

Das Finale am 19.07.2026 in New York/New Jersey gewann Spanien mit 1:0 nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Argentinien [4]. Nach 90 Minuten stand es 0:0, in der ersten Halbzeit gab es nur drei Torschüsse, laut Sportschau ein Negativrekord bei dieser WM. Argentiniens Enzo Fernández sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot. In der 106. Minute traf Ferran Torres aus fünf Metern nach Vorlage von Nico Williams [4]. Es war Spaniens zweiter WM-Titel nach 2010. Der Weltmeister bekam eine Prämie von 50 Millionen US-Dollar, Argentinien 33 Millionen [4].

Torschützenkönig wurde Kylian Mbappé mit zehn Toren in acht Spielen. Als erster Spieler gewann er den Goldenen Schuh zum zweiten Mal, nach 2022 [5]. Mit insgesamt 22 WM-Toren aus den Turnieren 2018, 2022 und 2026 ist er jetzt Rekordtorschütze der WM-Geschichte, vor Lionel Messi mit 21 und Miroslav Klose mit 16 [5]. Mehr Tore in einem einzigen Turnier erzielten nur Just Fontaine mit 13 im Jahr 1958 und Sándor Kocsis mit 11 im Jahr 1954 [5].

Deutschland schied in der Runde der letzten 32 aus. In Foxborough stand es gegen Paraguay nach Verlängerung 1:1, das Elfmeterschießen gewann Paraguay mit 4:3 [11]. Wie es danach mit der Mannschaft weiterging, steht im Ratgeber Die deutsche Nationalmannschaft.

Die Europameisterschaft

Die erste EM-Endrunde fand vom 06. bis 10.07.1960 in Frankreich mit vier Mannschaften statt. Im Finale in Paris schlug die Sowjetunion Jugoslawien mit 2:1 nach Verlängerung [6, 7]. Gemeldet hatten 17 Verbände. England, Schottland, Wales und Nordirland verzichteten ebenso wie Italien, die Niederlande und Weltmeister BR Deutschland [6]. In der K.-o.-Runde weigerte sich Spanien aus politischen Gründen, gegen die Sowjetunion zu spielen, die damit kampflos weiterkam [6]. Im Finale vor 17.966 Zuschauern im Pariser Prinzenpark brachte Milan Galić Jugoslawien kurz vor der Pause in Führung, Slava Metreveli glich aus, und Viktor Ponedelnik schoss in der Verlängerung das Siegtor. Torhüter Lew Jaschin hielt die Sowjetunion mit seinen Paraden im Spiel [6]. Bis 1966 hieß das Turnier Europapokal der Nationen, dann Europameisterschaft [8]. 1980 spielten erstmals acht Mannschaften in der Endrunde, 1996 wurde auf 16 aufgestockt, 2016 auf 24 [8].

Bei 24 Teilnehmern spielen sechs Gruppen mit je vier Mannschaften. Die beiden Ersten jeder Gruppe und die vier besten Dritten ziehen ins Achtelfinale ein [9]. Ein Europameister bestreitet damit sieben Spiele.

Alle Europameister

Spanien ist mit vier Titeln Rekord-Europameister, Deutschland folgt mit drei [7, 12].

JahrFinale inEuropameisterErgebnis
1960ParisSowjetunion2:1 n. V. gegen Jugoslawien
1964MadridSpanien2:1 gegen die Sowjetunion
1968RomItalien2:0 im Wiederholungsspiel gegen Jugoslawien
1972BrüsselBR Deutschland3:0 gegen die Sowjetunion
1976BelgradTschechoslowakei5:3 i. E. gegen die BR Deutschland
1980RomBR Deutschland2:1 gegen Belgien
1984ParisFrankreich2:0 gegen Spanien
1988MünchenNiederlande2:0 gegen die Sowjetunion
1992GöteborgDänemark2:0 gegen Deutschland
1996LondonDeutschland2:1 n. V. gegen Tschechien
2000RotterdamFrankreich2:1 n. V. gegen Italien
2004LissabonGriechenland1:0 gegen Portugal
2008WienSpanien1:0 gegen Deutschland
2012KiewSpanien4:0 gegen Italien
2016Saint-DenisPortugal1:0 n. V. gegen Frankreich
2020LondonItalien3:2 i. E. gegen England
2024BerlinSpanien2:1 gegen England

Das Finale 1996 entschied ein Golden Goal, das 2000 ebenfalls [7]. Deutschland stand insgesamt sechsmal im EM-Finale und verlor 1976, 1992 und 2008 [7].

Die EM 2024 in Deutschland

Bei der EURO 2024 im eigenen Land schied die deutsche Mannschaft im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien aus [13]. Das Finale am 14.07.2024 im Berliner Olympiastadion gewann Spanien mit 2:1 gegen England. Nico Williams traf in der 47. Minute, Cole Palmer glich in der 73. aus, und der eingewechselte Mikel Oyarzabal schoss in der 86. Minute das Siegtor [7, 12]. Mit 15 Toren im Turnier stellte Spanien einen neuen EM-Rekord auf, Rodri wurde bester Spieler, Lamine Yamal bester junger Spieler [12].

Fans in bunten Trikots gehen an einem Sommerabend auf ein großes Stadion mit Steinsäulen zu
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Die nächsten Turniere

Die EURO 2028 findet vom 09.06. bis 09.07.2028 statt. Das Eröffnungsspiel ist im National Stadium of Wales in Cardiff, das Finale im Londoner Wembley-Stadion. Gespielt werden 51 Partien in neun Stadien und acht Städten [9].

Modernes Stadion mit großem weißem Bogen über dem Dach in der Abenddämmerung, rundherum die Lichter der Stadt
Bild: KI-generiert

Die WM 2030 richten Marokko, Portugal und Spanien gemeinsam aus. Zum 100. Jubiläum der ersten WM gibt es außerdem je ein Spiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay. Beschlossen hat das ein außerordentlicher FIFA-Kongress am 11.12.2024, zu dem die 211 Mitgliedsverbände virtuell zusammenkamen. Er vergab per Akklamation zugleich die WM 2034 an Saudi-Arabien und beendete damit ein Bewerbungsverfahren, das im Oktober 2023 begonnen hatte [10]. Für beide Turniere gab es nur je eine Bewerbung [18]. Der DFB stimmte dieser gemeinsamen Vergabe zu, das Präsidium hatte das am 06.12.2024 einstimmig beschlossen [18].

Die Frauen spielen ihre nächste Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien. Deutschland hat sich am 05.06.2026 mit einem 2:0 gegen Norwegen qualifiziert [14]. Mehr dazu steht im Ratgeber Frauenfußball in Deutschland.

Die Nations League

Zwischen den Turnieren spielt die UEFA seit 2018 die Nations League aus. Gewonnen haben sie bisher Portugal (2019 und 2025), Frankreich (2021) und Spanien (2023). Portugal ist damit der erste zweimalige Sieger: Am 08.06.2025 schlug es Spanien in München nach einem 2:2 mit 5:3 im Elfmeterschießen [15]. Deutschland spielt 2026/27 in der Gruppe 2 der Liga A, der aktuelle Stand steht im Ratgeber zur Nationalmannschaft. Welche Google-Doodles zu Weltmeisterschaften und anderen Sportereignissen erschienen sind, zeigt die Seite Doodles zu Olympia, WM und Sport.

  1. Organisation World Cup format evolution: How the tournament has changed since 1930. FIFA. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. FIFA World Cup. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Regulations for the FIFA World Cup 26, Article 12: Group and knockout stages. FIFA. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
  4. Torres macht Spanien zum Weltmeister, Messis Argentinien entthront. Sportschau (ARD). Stand 20.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Kylian Mbappé ist Torschützenkönig der WM 2026. Euronews. Stand 20.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation EURO 1960: All you need to know. UEFA. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation All the EURO finals: scores, scorers, line-ups and venues. UEFA. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation UEFA EUROs timeline: Pushing the boundaries of European football. UEFA. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation EURO 2028 tournament schedule confirmed: When and where are the fixtures?. UEFA. Stand 17.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Extraordinary FIFA Congress appoints hosts of 2030 and 2034 editions of FIFA World Cup. FIFA. Stand 11.12.2024. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Germany knocked out on penalties by Paraguay. Deutscher Fußball-Bund. Stand 30.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation EURO 2024: All you need to know. UEFA. Stand 2024. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Historie. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation 2:0 gegen Norwegen: Deutschland löst das WM-Ticket. Deutscher Fußball-Bund. Stand 05.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  15. Organisation UEFA Nations League roll of honour. UEFA. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
  16. Germany at the FIFA World Cup. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  17. List of FIFA World Cup finals. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  18. Organisation WM-Vergabe 2030 und 2034: DFB wird bei Blockvergabe einzigen Bewerbern zustimmen. Deutscher Fußball-Bund. Stand 06.12.2024. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.