Fußballwettbewerbe in Deutschland und EuropaRatgeber

Champions League: Ligaphase, K.-o.-Runde und die deutschen Vereine

In der Champions League spielen seit 2024/25 36 Vereine eine gemeinsame Ligaphase mit je acht Spielen. Die ersten acht ziehen direkt ins Achtelfinale ein, die Plätze 9 bis 24 spielen in Playoffs um die übrigen acht Plätze. 2026/27 sind der FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart dabei.

Fußballstadion bei Nacht im Flutlicht, Zuschauer als unscharfe Umrisse, leichter Dunst über dem grünen Rasen
Bild: KI-generiert

Die UEFA Champions League ist der Wettbewerb des europäischen Fußballverbands UEFA für die besten Vereinsmannschaften seiner Mitgliedsländer. Aus Deutschland nehmen in der Saison 2026/27 vier Vereine teil: der FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart [2]. Das Finale findet am 05.06.2027 im Estadio Metropolitano in Madrid statt [2].

Vom Europapokal zur Champions League

Das Exekutivkomitee der UEFA beschloss den neuen Vereinswettbewerb am 21.06.1955, die erste Saison war 1955/56 [6]. Damals hieß er Europapokal der Landesmeister und war ein Turnier mit 16 eingeladenen Mannschaften [6]. Das erste Spiel bestritten Sporting Lissabon und Partizan Belgrad am 04.09.1955 in Oeiras bei Lissabon, es endete 3:3. Erster Sieger wurde Real Madrid [7].

Großer silberner Pokal mit zwei Henkeln auf einem dunklen Holztisch im Licht eines Strahlers
Bild: KI-generiert

Ab 1967/68 nahmen 32 Mannschaften teil. In der Saison 1991/92 gab es zum ersten Mal eine Gruppenphase. Das Format, das ab 1992/93 als Champions League lief, billigten die Delegierten am 19.09.1991 auf einem außerordentlichen UEFA-Kongress in Montreux [6]. Den Namen Champions League trägt der Wettbewerb seit 1992/93. Er sollte die Gruppenphase stärker in den Vordergrund rücken [6]. Seit 1997/98 dürfen auch Vizemeister aus den acht stärksten Verbänden mitspielen, 1999/2000 kam eine Gruppenphase mit 32 Mannschaften. Für Vereine, die nicht Meister geworden sind, gibt es seit 2009/10 einen eigenen Qualifikationsweg [6].

Die Ligaphase seit 2024/25

Seit der Saison 2024/25 ersetzt eine Ligaphase die frühere Gruppenphase mit 32 Mannschaften. Teilnehmer sind jetzt 36 Vereine [1]. Vor der Auslosung kommen sie in vier Töpfe mit je neun Mannschaften. Jeder Verein bekommt aus jedem Topf zwei Gegner zugelost, spielt also achtmal gegen acht verschiedene Mannschaften, viermal zu Hause und viermal auswärts [1, 2].

Vier Glasschalen mit weißen Kunststoffkugeln auf einem langen Tisch in einem leeren Saal
Bild: KI-generiert

Alle 36 Vereine stehen in einer gemeinsamen Tabelle, die Ligaphase umfasst damit 144 Spiele. Ein Sieg bringt drei Punkte, ein Unentschieden einen Punkt [1]. Gespielt wird von September bis Januar, meist dienstags und mittwochs [1]. Weil jeder Verein nur acht der 35 anderen Teilnehmer trifft, spielen viele Mannschaften derselben Tabelle in der Ligaphase gar nicht gegeneinander.

Nach dem achten Spieltag entscheidet der Tabellenplatz über den weiteren Weg [1]:

  • Plätze 1 bis 8: direkt im Achtelfinale.
  • Plätze 9 bis 24: Playoffs mit Hin- und Rückspiel. Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 16 sind gesetzt und treffen auf die Plätze 17 bis 24. Das Rückspiel haben grundsätzlich die gesetzten Teams zu Hause.
  • Plätze 25 bis 36: ausgeschieden. Einen Wechsel in die Europa League gibt es nicht mehr.

Die acht Sieger der Playoffs treffen im Achtelfinale auf die acht besten Mannschaften der Ligaphase. Von da an gilt das bekannte K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel bis zum Halbfinale. Die Paarungen hängen zum Teil von der Platzierung in der Ligaphase ab [1]. Das Finale ist ein einzelnes Spiel an einem Samstag in einem neutralen Stadion, das die UEFA vorher bestimmt [1]. Wie die zweite und dritte Stufe der europäischen Wettbewerbe aufgebaut sind, steht auf der Seite Europa League und Conference League.

Wer sich qualifiziert

Die Startplätze vergibt die UEFA über die nationalen Ligen ihrer Mitgliedsverbände. Wie viele Vereine ein Land schicken darf, hängt vom Platz seines Verbands in der Rangliste der UEFA ab. Mit der Reform kamen vier Plätze dazu [1]. Einen bekommt der Dritte der Liga des Verbands, der in dieser Rangliste auf Platz fünf steht. Ein weiterer geht an einen zusätzlichen Landesmeister über die Qualifikation. Die letzten beiden Plätze heißen European Performance Spots: Die zwei Verbände, deren Vereine in der Vorsaison zusammen am besten abgeschnitten haben, bekommen je einen zusätzlichen Startplatz für den nächstbesten Verein ihrer Liga [1].

Für Deutschland reichten in der Bundesliga 2025/26 die Plätze eins bis vier für die Champions League. Der FC Bayern wurde mit 89 Punkten Meister, dahinter folgten Dortmund, Leipzig und Stuttgart [5]. Einen fünften deutschen Teilnehmer gab es diesmal nicht. Die TSG Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen spielen in der Europa League, der SC Freiburg musste in die Playoffs zur Conference League [5]. Wie die Startplätze aus der Tabelle entstehen, erklärt die Seite Bundesliga 2026/27.

Die deutschen Vereine 2026/27

Bei der Auslosung am 27.08.2026 lag der FC Bayern in Topf 1, Dortmund in Topf 2, Leipzig in Topf 3 und Stuttgart in Topf 4 [2]. Diese Gegner bekamen die vier Mannschaften in der Ligaphase zugelost, H steht für ein Heimspiel, A für ein Auswärtsspiel [2]:

VereinGegner in der Ligaphase
FC Bayern MünchenArsenal (H), Atlético Madrid (A), Real Betis (H), Manchester United (A), Bodø/Glimt (H), Lille (A), Slavia Prag (H), Viking Stavanger (A)
Borussia DortmundInter Mailand (H), Arsenal (A), Real Betis (H), Aston Villa (A), Villarreal (H), Bodø/Glimt (A), AEK Athen (H), Sabah FK (A)
RB LeipzigManchester City (H), Real Madrid (A), PSV Eindhoven (H), Manchester United (A), Schachtar Donezk (H), Feyenoord (A), RC Lens (H), Como (A)
VfB StuttgartAtlético Madrid (H), Inter Mailand (A), Club Brügge (H), PSV Eindhoven (A), Lille (H), Galatasaray (A), Viking Stavanger (H), Slovan Bratislava (A)

Die Ligaphase begann vom 08. bis 10.09.2026. Weitere Spieltage sind am 13./14.10., 20./21.10., 03./04.11., 24./25.11. und 08./09.12.2026 sowie am 19./20.01.2027, der achte und letzte Spieltag folgt am 27.01.2027 [2]. Die Playoffs starten am 16./17.02.2027 [2].

So lief die Saison 2025/26 für die deutschen Vereine

In der Vorsaison spielten vier deutsche Vereine in der Champions League [10]. Der FC Bayern beendete die Ligaphase auf Platz zwei und zog direkt ins Achtelfinale ein. Dort schlug er Atalanta Bergamo in zwei Spielen mit insgesamt 10:2, im Viertelfinale Real Madrid mit 6:4. Im Halbfinale war gegen Paris Saint-Germain Schluss: Nach einem 1:1 im Rückspiel stand es insgesamt 5:6 [10].

Bayer 04 Leverkusen kam über die Playoffs, in denen es Olympiakos Piräus mit 2:0 ausschaltete, ins Achtelfinale und verlor dort mit 1:3 gegen Arsenal. Borussia Dortmund wurde in der Ligaphase 17. und schied in den Playoffs mit 3:4 gegen Atalanta aus. Eintracht Frankfurt kam mit vier Punkten auf Platz 33 und war schon nach der Ligaphase draußen [10]. In den anderen Wettbewerben kam der SC Freiburg am weitesten: Er erreichte das Finale der Europa League und verlor es mit 0:3 gegen Aston Villa [5, 10]. Der VfB Stuttgart schied in der Europa League im Achtelfinale gegen den FC Porto aus, Mainz 05 in der Conference League im Viertelfinale gegen Straßburg [10]. Als 17. war Dortmund in den Playoffs nicht gesetzt und musste das Rückspiel auswärts bestreiten, Platz 16 hätte für das Heimrecht gereicht [1, 10].

Deutsche Sieger und Finals

Drei deutsche Vereine haben den Wettbewerb gewonnen. Der FC Bayern München holte den Titel sechsmal: 1974, 1975, 1976, 2001, 2013 und 2020 [4]. Die ersten drei Titel fielen noch in die Zeit des Europapokals der Landesmeister. 1974 schlugen die Münchner Atlético Madrid im Wiederholungsspiel 4:0, 1975 Leeds United mit 2:0 und 1976 Saint-Étienne mit 1:0. 2001 gewannen sie gegen Valencia im Elfmeterschießen mit 5:4 nach einem 1:1 [8].

Bunte Konfetti fallen nachts im Flutlicht auf einen leeren grünen Fußballrasen, das Stadion unscharf
Bild: KI-generiert

Bayern hat auch fünf Endspiele verloren: 1982 gegen Aston Villa, 1987 gegen den FC Porto, 1999 gegen Manchester United, 2010 gegen Inter Mailand und 2012 gegen Chelsea, damals im Elfmeterschießen nach einem 1:1 [4, 8]. Insgesamt stand der Verein elfmal im Finale [3]. Sechs dieser Endspiele fallen in die Zeit seit der Umbenennung in Champions League, drei davon hat Bayern gewonnen, drei verloren [3].

Zwischen den Titeln lagen lange Pausen. Nach den drei Siegen in Folge von 1974 bis 1976 dauerte es 25 Jahre bis zum vierten Titel 2001, dazwischen verlor Bayern drei Endspiele [4, 8]. Der bislang letzte deutsche Titel ist der Sieg der Münchner im Jahr 2020 [4, 9].

Borussia Dortmund gewann 1997 in München mit 3:1 gegen Juventus Turin. Das dritte Tor schoss der eingewechselte Lars Ricken kurz nach seiner Einwechslung [8]. Zwei weitere Finals verlor der BVB [3]. Eines davon war 2013 in Wembley das erste Endspiel zwischen zwei deutschen Mannschaften, das der FC Bayern unter Trainer Jupp Heynckes gewann [3, 4, 8]. Der Hamburger SV siegte 1983 mit 1:0 gegen Juventus Turin, Trainer war Ernst Happel [3]. Bayer 04 Leverkusen stand einmal im Finale [3]. Mehr über die drei Titelträger steht auf den Seiten über den FC Bayern, Borussia Dortmund und den Hamburger SV.

Rekordsieger und die letzten Endspiele

Rekordsieger ist Real Madrid mit 15 Titeln. Dahinter folgen der AC Mailand mit sieben, der FC Liverpool und der FC Bayern mit je sechs und der FC Barcelona mit fünf Titeln [9].

2024 gewann Real Madrid. Ein Jahr später schlug Paris Saint-Germain am 31.05.2025 Inter Mailand mit 5:0, 2026 verteidigte Paris den Titel mit einem Sieg gegen Arsenal: Nach einem 1:1 entschied Paris das Elfmeterschießen mit 4:3 für sich [3].

Karten für Heimspiele kaufst du am sichersten direkt beim Verein. Woran du gefälschte Tickets erkennst, erklärt der Ratgeber Betrug mit Konzert- und Fußballtickets.

  1. Organisation New format for Champions League post-2024: Everything you need to know. UEFA. Stand 12.06.2024. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Champions League: Auslosung der Ligaphase, die Gegner der deutschen Teams. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 27.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Champions League final records and statistics. UEFA. Stand 30.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Club facts: Bayern. UEFA. Stand 01.08.2022. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Which Bundesliga clubs qualified for Europe for 2026/27?. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Setting the standard for club football. UEFA. Stand 20.04.2021. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Sixty-five years of European club football. UEFA. Stand 03.09.2020. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation German rivals face Wembley showdown. UEFA. Stand 09.05.2013. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Champions League: Siegerliste. UEFA. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation German clubs in 2025/26 UEFA Champions League, Europa League and Conference League: fixtures, results and draws. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 05.05.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.