Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
TSV 1860 München: Meister 1966, heute in der Regionalliga Bayern
Der TSV 1860 München geht auf den 1848 gegründeten Münchner Turnverein zurück und wurde 1966 Deutscher Meister. Für die Saison 2026/27 bekam er trotz sportlicher Qualifikation keine Zulassung zur 3. Liga und spielt in der Regionalliga Bayern. Heimspielstätte ist das Grünwalder Stadion in Giesing mit 15.000 Plätzen.

Der TSV 1860 München gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, war 1966 Deutscher Meister und stand 1965 in einem Europapokalfinale.[1] In der Saison 2026/27 spielt die erste Mannschaft in der Regionalliga Bayern, der vierten Liga. Sportlich hatte sie sich für die 3. Liga qualifiziert, bekam aber keine Zulassung, weil sie eine wirtschaftliche Bedingung des DFB nicht erfüllte.[2, 3, 4]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wurzeln | Münchner Turnverein, gegründet 15.07.1848[1] |
| Gründung als Verein | 17.05.1860[1] |
| Vereinsfarben | Weiß und Blau[4] |
| Stadion | Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße, 15.000 Plätze[6] |
| Liga 2026/27 | Regionalliga Bayern[3, 4, 5] |
| Deutscher Meister | 1966[1] |
| Pokalsieger | 1942 (Tschammer-Pokal), 1964 (DFB-Pokal)[1] |
| Europapokal | Finale im Europapokal der Pokalsieger 1965[1] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Vom Turnverein zum Sportverein
Am 15.07.1848 trafen sich 66 Mitglieder zur ersten Generalversammlung in der Buttler'schen Brauerei "zum bayerischen Löwen" und gründeten den Münchner Turnverein. Bis Ende des Jahres wuchs er auf 120 Mitglieder.[1] Am 06.07.1850 wurde er verboten, wie viele Turnvereine dieser Zeit. Am 17.05.1860 entstand er neu als "Verein zur körperlichen Ausbildung", daher stammt die Jahreszahl im Namen, die der Verein seit 1900 trägt.[1] Welche politischen Hoffnungen sich mit dem Jahr 1848 verbanden, erklärt die Revolution von 1848/49 auf geschichte.domain-root.de.

Fußball trainierten die Sechziger ab Juni 1899 auf dem Schyrenplatz. Das erste Spiel am 07.07.1902 verloren sie 2:4 gegen den 1. Münchner FC von 1896.[1] 1911 ersetzte der Löwe das alte Zeichen der Turnerschaft, im selben Jahr pachtete der Verein das Gelände an der Grünwalder Straße.[1] 1919 hieß er Turn- und Sportverein München von 1860.[1]
Trainer der Fußballer war damals Max Breunig. Die Mannschaft erreichte 1927 und 1933 das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und stand 1931 im Endspiel, das verloren ging.[1] Egon Kling wurde 1927 der erste Nationalspieler des Vereins.[1]
Die NS-Zeit und der erste Pokalsieg
Am 26.09.1933 beschloss der Verein das Führerprinzip. Mit der Einheitssatzung vom 26.02.1935 galt der "Arierparagraph", jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen.[1] Siegmund Oppenheim emigrierte 1935. Martha Hirsch wurde am 03.04.1942 mit ihrer Schwester Irene deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Belzec ermordet.[1] Seit 2020 hat der Verein eine eigene Abteilung, die seine Geschichte erforscht und vermittelt.[1] Den Hintergrund beschreibt die Seite über den Nationalsozialismus auf geschichte.domain-root.de.
1937 kaufte die Stadt München das Stadion an der Grünwalder Straße, um den finanziellen Zusammenbruch des Vereins abzuwenden.[1] Am 15.11.1942 gewann 1860 im Berliner Olympiastadion den Tschammer-Pokal, den Vorläufer des DFB-Pokals, mit 2:0 gegen den FC Schalke 04.[1] 1943 und 1944 trafen Luftangriffe das Stadion und das Vereinsheim.[1]
Bundesliga, Pokal und Meisterschaft
Nach dem Krieg stieg die Mannschaft 1953 und 1956 in die Zweite Liga Süd ab und kehrte Ende der 1950er Jahre in die Oberliga Süd zurück.[1] Zum 100. Geburtstag im Mai 1960 verloren die Fußballer 1:9 gegen den FC Santos mit Pelé.[1]

Unter Trainer Max Merkel gewann 1860 die Oberliga Süd 1962/63 und war damit bei der ersten Bundesliga-Saison dabei. Es folgten die erfolgreichsten Jahre des Vereins:[1]
- 1964: DFB-Pokalsieg mit 2:0 im Finale gegen Eintracht Frankfurt
- 19.05.1965: Finale im Europapokal der Pokalsieger im Londoner Wembley-Stadion, 0:2 gegen West Ham United
- 1966: Deutsche Meisterschaft
- 1966/67: Platz zwei in der Bundesliga
Am 34. Spieltag, dem 28.05.1966, spielte 1860 vor 44.000 Zuschauern 1:1 gegen den Hamburger SV und beendete die Saison mit 50 Punkten auf Platz eins, drei Punkte vor Borussia Dortmund und dem FC Bayern München.[7, 9] Eine Liste aller Titelträger seit 1903 steht unter Deutsche Meister.
Abstiege, Lizenzentzug und der Weg zurück
1970 stieg 1860 in die Regionalliga Süd ab. Erst 1977 gelang die Rückkehr, nach drei Entscheidungsspielen gegen Arminia Bielefeld. Die Bundesliga hielt diesmal nur ein Jahr. 1979 folgte ein weiterer Aufstieg für zwei Spielzeiten.[1] 1982 entzog der DFB dem Verein die Lizenz für den Profifußball, und 1860 musste in der Bayernliga neu anfangen. Der Verkauf der Turnhalle an der Auenstraße an die Stadt konnte das nicht verhindern.[1]
Unter Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Trainer Werner Lorant, der neun Jahre blieb, ging es wieder nach oben. 1991 stieg die Mannschaft in die 2. Bundesliga auf, fiel 1992 in die Bayernliga zurück, kehrte 1993 direkt zurück und schaffte 1994 den Aufstieg in die Bundesliga. Nach Angabe des Vereins war der Durchmarsch von der dritten in die erste Liga vorher noch keinem Verein gelungen.[1]
Zehn Jahre spielte 1860 danach ohne Unterbrechung erstklassig. 1999/2000 wurde die Mannschaft Vierter und gewann beide Derbys gegen den FC Bayern München. In der Qualifikation zur Champions League scheiterte sie an Leeds United.[1] Im März 2004 trat Wildmoser im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen gegen seinen Sohn zurück, wenige Wochen später stieg 1860 aus der Bundesliga ab.[1]
Allianz Arena, Investor und Regionalliga
Ab 1972 spielte die Mannschaft überwiegend im Olympiastadion. Den Zuschauerrekord dort gab es am 15.08.1973 gegen den FC Augsburg, das Stadion war offiziell für 80.000 Menschen ausgelegt.[1] Später kehrte 1860 an die Grünwalder Straße zurück und zog 1995 erneut ins Olympiastadion.[1]
Anfang der 2000er Jahre war der Verein Mitgründer der Allianz Arena und zur Hälfte an der Stadiongesellschaft beteiligt, der Grundstein wurde am 21.10.2002 gelegt.[1] Am 18.02.2002 wurden die Profis, die zweite Mannschaft und die A-Jugend in die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ausgegliedert.[1] Die erste Zweitligasaison nach dem Abstieg 2004 spielte 1860 im Grünwalder Stadion und verpasste den direkten Wiederaufstieg knapp, danach ging es in die Arena in Fröttmaning.[1] Die Beteiligung an der Arena brachte den Verein in finanzielle Schieflage, er verkaufte seine Anteile. 2011 nahm er Hasan Ismaik als Mitgesellschafter in die KGaA auf.[1]
2017 stieg 1860 in die 3. Liga ab und wurde mangels Lizenz in die Regionalliga Bayern zurückgestuft. Die Mannschaft zog zurück ins Grünwalder Stadion und stieg 2017/18 wieder in die 3. Liga auf.[1] 2020/21 verpasste sie den Aufstieg in die 2. Bundesliga knapp.[1]
Keine Zulassung für 2026/27
Nach der Saison 2025/26 war 1860 sportlich für die 3. Liga qualifiziert. Die Zulassung war an eine wirtschaftliche Bedingung geknüpft: Sicherheiten und Nachweise mussten bis zu einer Frist beim DFB eingehen. Das geschah nicht, und die Fachgruppe Spielbetriebe des DFB verweigerte die Zulassung.[2, 3] Die Verwaltungsbeschwerde des Vereins wies das DFB-Bundesgericht im schriftlichen Verfahren als unbegründet zurück, auf Ebene des DFB ist das die letzte Instanz.[3]
Den frei gewordenen Platz bekam nach § 55a der DFB-Spielordnung der TSV Havelse als bestplatzierter sportlicher Absteiger.[2] 1860 spielt 2026/27 in der Regionalliga Bayern, die erste Mannschaft trifft dort auf Gegner wie den TSV Buchbach und den VfB Eichstätt.[4, 5] Wie die Ligen unterhalb der 3. Liga aufgebaut sind, zeigt die Seite Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.
Das Grünwalder Stadion in Giesing
Das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße liegt in Giesing nahe dem Wettersteinplatz. Eröffnet wurde es 1911 als Vereinsstadion des TSV 1860, seit 1937 gehört es der Stadt, die es an die Vereine vermietet.[6] Der Verein kaufte das Gelände 1922 und baute es 1925/26 zum größten Stadion Münchens aus. 1929 bekam es den Namen von Heinrich Zisch, im Volksmund hieß es "Sechzger-Stadion".[1]

Am 14.03.1948 kamen über 58.000 Zuschauer zum Spiel der Oberliga Süd gegen den 1. FC Nürnberg, das ist bis heute Rekord.[1, 6] Der FC Bayern spielte von 1925 bis 1972 ebenfalls hier, bis 1972 das Olympiastadion eröffnet wurde, war das Grünwalder das größte Stadion der Stadt.[6] Nach Umbauten 2012/13 für die 3. Liga und einer Erweiterung 2018 fasst das Stadion 15.000 Zuschauer. Seit dem Sommer 2017 spielt 1860 wieder dauerhaft in Giesing.[6]
Aus dem Nachwuchs kamen unter anderem die Bender-Zwillinge, Kevin Volland und Florian Neuhaus. Die B-Junioren wurden 2006 Deutscher Meister.[1] Die zweite Mannschaft verpasste 2013 den Aufstieg in die 3. Liga um wenige Minuten, in den Aufstiegsspielen setzte sich damals die SV Elversberg durch.[1, 8]
- Organisation Historie. TSV München von 1860 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. DFB. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bundesgericht bestätigt Zulassungsverweigerung für 1860 München. DFB. Stand 08.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation TSV München von 1860 e. V.: Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation News und Spielberichte. TSV 1860 München. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Das Grünwalder in Giesing: Ein Stück Sportgeschichte. Landeshauptstadt München (muenchen.de). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bundesliga 1965/66: Tabelle nach dem 34. Spieltag. DFB-Datencenter. Stand 1966. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Historie. SV 07 Elversberg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation TSV 1860 München gegen Hamburger SV, Bundesliga 1965/66, 34. Spieltag. DFB-Datencenter. Stand 1966. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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