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Alemannia Aachen: Geschichte, Tivoli und der Weg zurück

Alemannia Aachen wurde im Dezember 1900 von 18 Schülern gegründet. Der Verein wurde 1969 Deutscher Vizemeister, stand dreimal im DFB-Pokalfinale und spielte 2004/05 im UEFA-Pokal. Nach zwei Insolvenzen kehrte er 2024 in die 3. Liga zurück und spielt dort auch 2026/27.

Modernes Fußballstadion mit gelben Sitzen am Rand einer historischen Stadt in der Abenddämmerung mit eingeschaltetem Flutlicht
Bild: KI-generiert

Alemannia Aachen hat schon in der Bundesliga, im Europapokal und in der Regionalliga gespielt. Seit 2024 ist der Verein wieder in der 3. Liga, auch in der Saison 2026/27.[3, 4] Diese Seite fasst die Geschichte vom ersten Spiel 1900 bis zum neuen Tivoli zusammen. Liga und Trainer haben wir am 29.10.2026 geprüft.

Alemannia Aachen auf einen Blick

MerkmalAngabe
GegründetDezember 1900 in Aachen
VereinsfarbenSchwarz und Gelb
StadionTivoli, 32.960 Plätze, eröffnet 2009
Größter ErfolgDeutscher Vizemeister 1969
DFB-PokalFinalist 1953, 1965, 2004
EuropapokalUEFA-Pokal 2004/05, dritte Runde
Bundesliga1967 bis 1970, 2006/07
Liga 2026/273. Liga
Trainer 2026/27Mersad Selimbegović

Die Angaben stammen aus der Vereinschronik, vom Stadion und aus dem DFB-Datencenter.[1, 2, 4, 5]

Gründung durch 18 Schüler

Anfang Dezember 1900 gründeten 18 Schüler den "Fußballclub Alemannia". Am 16.12.1900 bestritt die Mannschaft ihr erstes Spiel und gewann 6:0 gegen den FC Dolhain. Genau fünf Jahre später, am 16.12.1905, trug das Amtsgericht den "Fußballclub Alemannia Aachen" ins Vereinsregister ein.[1] Um 1905 legte der Vorstand auch das schwarz-gelb gestreifte Trikot mit schwarzer Hose fest.[1]

Jugendliche Fußballer um 1900 mit Mützen und langen Hosen stehen mit einem Lederball auf einer Wiese am Stadtrand
Bild: KI-generiert

Am 27.09.1919 schloss sich die Alemannia mit dem Aachener Turnverein von 1847 zusammen. Seit 1924 heißt der Verein ATSV Alemannia 1900.[1] Die erste Meisterschaft gewann die Mannschaft 1907/08 als Meister des 1. Bezirks. 1931 wurde sie Rheinbezirksmeister, verlor aber die Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft, die Fortuna Düsseldorf gewann.[1]

Der alte Tivoli

Am 03.06.1928 weihte der Verein das Hauptspielfeld des Tivoli an der Krefelder Straße ein.[1] In der Vereinszeitung hieß es im Mai 1928, in wenigen Tagen werde das zweitgrößte Rasenspielfeld der Stadt eröffnet. Das Feld war 105 mal 70 Meter groß, rund 10.000 Menschen fanden Platz.[2]

Alter Fußballplatz mit Holztribüne und vollen Stehwällen, Zuschauer in Mänteln und Hüten der 1950er Jahre
Bild: KI-generiert

Den Zuschauerrekord stellte das Spiel gegen den 1. FC Köln am 07.04.1958 auf. Offiziell kamen 36.000 Menschen, eine Fachzeitung schätzte damals sogar 42.000.[2] Am 28.08.1957 gab es das erste Flutlichtspiel, Gegner war Español Barcelona.[1] 1960 hatte die Alemannia 3.036 Mitglieder und war damals der größte Verein Westdeutschlands.[1]

Oberliga West und Bundesliga

Nach der Gründung der Oberliga West 1947 spielte die Alemannia dort bis 1963. 1963 wurde sie nicht in die neue Bundesliga aufgenommen, eine Klage dagegen blieb ohne Erfolg.[1] Wie die Bundesliga ihre ersten Vereine auswählte, steht auf der Seite Geschichte der Bundesliga.

In der Regionalliga West wurde Aachen 1963/64 und 1966/67 Meister, 1967 gelang über die Aufstiegsrunde der Sprung in die Bundesliga. Trainer war Michel Pfeiffer, den Präsident Leo Führen 1966 geholt hatte. Zum Kader gehörten der Belgier Roger Claessen, der für 300.000 Mark kam, und der Rumäne Ion Ionescu. Das erste Bundesligaspiel auf dem Tivoli verlor Aachen 0:4 gegen den FC Bayern, am Ende der ersten Saison stand Platz elf.[1]

1968/69 startete die Mannschaft mit 8:2 Punkten, verlor dann fünfmal in Folge und fing sich wieder. Am 07.06.1969 sicherte ein 1:0 in Berlin durch ein Tor von Claessen Platz zwei hinter dem FC Bayern München. Die Deutsche Vizemeisterschaft ist bis heute die beste Platzierung des Vereins. Ein Jahr später stieg Aachen ab.[1] Am 13.05.1990 folgte nach einem 0:3 in Bayreuth sogar der Abstieg aus der 2. Bundesliga in die Oberliga Nordrhein.[1]

Drei Pokalfinals

Dreimal stand Alemannia Aachen im Endspiel um den DFB-Pokal, dreimal verlor sie. Am 01.05.1953 unterlag sie Rot-Weiss Essen mit 1:2, das Aachener Tor schoss Jupp Derwall.[1, 6] Am 22.05.1965 gewann Borussia Dortmund das Finale mit 2:0.[1, 6] Mehr zu diesem Gegner steht bei Borussia Dortmund.

Das dritte Finale erreichte Aachen 2004 als Zweitligist. Im Viertelfinale schlug die Mannschaft den FC Bayern München mit 2:1, im Halbfinale Borussia Mönchengladbach mit 1:0 durch einen Freistoß von Ivica Grlić. Das Endspiel in Berlin verlor sie mit 2:3 gegen Werder Bremen.[1, 6] Weil Bremen in der Champions League spielte, rückte Aachen in den UEFA-Pokal nach. Dort gewann die Mannschaft unter anderem gegen den OSC Lille mit 1:0 und gegen AEK Athen mit 2:0. In der dritten Runde schied sie gegen AZ Alkmaar aus, nach einem 0:0 im Hinspiel und einer 1:2-Niederlage im Rückspiel.[1] Wie der Pokal heute abläuft, steht auf der Seite DFB-Pokal.

Bundesliga 2006/07

1994 qualifizierte sich die Alemannia für die neue Regionalliga West/Südwest, 1998/99 stieg sie in die 2. Bundesliga auf. In der Saison 2005/06 stand der Aufstieg nach 36 Jahren am 30. Spieltag fest.[1]

Die Bundesligasaison begann am 12.08.2006 mit einem 0:3 in Leverkusen. Trainer Dieter Hecking wechselte nach dem dritten Spieltag zu Hannover 96, Nachfolger wurde Michael Frontzeck. Auf dem Tivoli gewann Aachen 1:0 gegen den FC Bayern, das Tor schoss Alexander Klitzpera. Am 12.05.2007 stand nach einem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg, das Aachen nach einer 2:0-Führung noch aus der Hand gab, der Abstieg fest.[1]

Der neue Tivoli

Am 24.05.2009 fand das letzte Ligaspiel im alten Tivoli statt, gegen den FC Augsburg. Insgesamt waren es dort mehr als 1.300 Ligaspiele. Nach rund 18 Monaten Bauzeit wurde im August 2009 der neue Tivoli eröffnet. Das erste Spiel am 17.08.2009 vor 32.960 Zuschauern verlor Aachen mit 0:5 gegen den FC St. Pauli, die höchste Heimniederlage seit 1947.[1, 5] Das Stadion an der Krefelder Straße 205 hat 32.960 Plätze. Dazu gehören 19.345 Sitzplätze, 1.348 Business-Sitze, 376 Logenplätze und 11.681 Stehplätze, außerdem 100 Plätze für Menschen mit Behinderung und 110 Pressesitze. Bei internationalen Spielen sinkt die Kapazität auf 27.250 Plätze. Die 376 Logenplätze verteilen sich auf 28 Logen mit je 12 Plätzen.[5]

Leeres modernes Stadion mit gelben und schwarzen Sitzreihen und großer Stehtribüne hinter dem Tor am Nachmittag
Bild: KI-generiert

In der Saison 2010/11 kam die Mannschaft von Trainer Peter Hyballa im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale. Nach Siegen gegen den FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt verlor sie auf dem Tivoli mit 0:4 gegen den FC Bayern München.[1]

Zwei Insolvenzen und der Neuanfang

2012 stieg die Mannschaft aus der 2. Bundesliga ab. Mit den Fernsehgeldern fehlte Geld für die Schulden des neuen Stadions, im November 2012 stellte die Alemannia Aachen GmbH einen Insolvenzantrag. Das Verfahren wurde im Juni 2013 eröffnet und im Januar 2014 abgeschlossen.[1] Die Saison 2012/13 in der 3. Liga beendete die Mannschaft als Letzter und begann 2013 in der Regionalliga neu.[1] Im März 2017 folgte ein zweiter Insolvenzantrag, das Verfahren wurde am 01.06.2017 eröffnet. Seit dem 01.07.2018 führt die neue TSV Alemannia Aachen GmbH den Spielbetrieb.[1]

Die Zuschauer blieben dem Verein auch in der vierten Liga treu. In der Saison 2014/15 wurden für das Spiel gegen Rot-Weiss Essen 30.313 Karten verkauft, ein Zuschauerrekord für die vierte Liga. In derselben Saison blieb die Mannschaft 20 Spiele in Folge ungeschlagen, ein Vereinsrekord. Die Saison 2019/20 wurde wegen der COVID-19-Pandemie abgebrochen.[1]

Rückkehr in die 3. Liga

2024 kehrte Alemannia Aachen nach elf Jahren in die 3. Liga zurück. Trainer war damals Heiner Backhaus, vor dem ersten Spieltag hatte der Verein fast 17.000 Dauerkarten verkauft. Die Saison begann mit einem Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen, das der DFB als "Westklassiker" ankündigte.[3] Mehr zum alten Rivalen steht bei Rot-Weiss Essen.

Alemannia in der Saison 2026/27

In der Saison 2025/26 übernahm Mersad Selimbegović die Mannschaft während der Saison und führte sie von Platz 15 auf Platz sieben. Lars Gindorf schoss 28 Tore, ein Rekord für eine Saison in der 3. Liga, zusammen mit Mika Schroers (21 Tore) kam er auf 49 Tore und war damit das torgefährlichste Duo der Ligageschichte. Den bisherigen Saisonrekord von 27 Toren hatte Dominik Stroh-Engel 2013/14 aufgestellt. Im Schnitt kamen 23.098 Zuschauer zu den Heimspielen, nur Hansa Rostock hatte mehr.[8]

Auch 2026/27 spielt Aachen in der 3. Liga, Cheftrainer ist weiter Selimbegović.[4, 7] Alle Vereine und den Modus der Liga beschreibt die Seite 3. Liga 2026/27.

  1. Organisation Vereinshistorie. Alemannia Aachen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Tivoli-Historie. Alemannia Aachen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Alemannia-Trainer Heiner Backhaus: "Wir sind Herausforderer". Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.08.2024. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Alemannia Aachen, 3. Liga 2026/27. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Stadion. Alemannia Aachen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation DFB aktuell 1/2008: DFB-Pokalendspiele (Liste aller Endspiele). Deutscher Fußball-Bund. Stand 19.04.2008. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Mannschaft und Trainer. Alemannia Aachen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Rekorde, Talente, Fans: Die Highlightfakten der 3. Liga. Deutscher Fußball-Bund. Stand 27.05.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.