Fußballgeschichte und FankulturRatgeber

Fußballlegenden aus Deutschland und der Welt

Zu den größten deutschen Fußballern zählen Fritz Walter, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Lothar Matthäus und Birgit Prinz. Weltweit gelten Pelé, Diego Maradona und Lionel Messi als Legenden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie große Turniere geprägt und Rekorde aufgestellt haben, von denen einige bis heute stehen.

Alter brauner Lederball mit Schnürung auf abgenutztem Rasen vor einer leeren Holztribüne im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Wer als Legende gilt, entscheiden Fans, Journalisten und die Erinnerung, eine feste Liste gibt es nicht. Einige Namen fallen trotzdem in fast jeder Aufzählung, weil hinter ihnen Titel und Rekorde stehen, die sich nachzählen lassen. Diese Seite stellt deutsche Spielerinnen und Spieler vor, die Weltmeisterschaften gewonnen und Bestmarken gesetzt haben, und drei Spieler aus Südamerika, über die weltweit am meisten gesprochen wird.

Fritz Walter: Kapitän von Bern

Fritz Walter wurde am 31.10.1920 in Kaiserslautern geboren und starb am 17.06.2002 in Enkenbach-Alsenborn. Er spielte von 1938 bis 1959 für den 1. FC Kaiserslautern und gewann mit dem Verein 1951 und 1953 die Deutsche Meisterschaft.[4]

Matschiges, verregnetes Spielfeld mit alten Holztoren unter grauem Himmel und Pfützen auf dem Rasen
Bild: KI-generiert

Als Kapitän führte er die Mannschaft der Bundesrepublik 1954 zum ersten WM-Titel. Im Finale von Bern schlug Deutschland Ungarn mit 3:2. Walter bestritt 61 Länderspiele und schoss 33 Tore, 30 Spiele davon als Kapitän.[4, 13] Seinem Heimatverein blieb er rund drei Jahrzehnte treu, nur im Krieg lief er 1943 als Gastspieler für zwei andere Vereine auf. Im November 1985 machte ihn Kaiserslautern zum Ehrenbürger.[4] Das Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern trägt heute seinen Namen.[16] Wie die Titel von 1954 bis 2014 zustande kamen, erzählt unsere Seite über Deutschlands WM-Titel.

Franz Beckenbauer: Weltmeister als Spieler und Teamchef

Franz Beckenbauer spielte als Libero, also als freier Mann hinter der Abwehr, der sich in den Angriff einschalten durfte. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1972 Europameister und 1974 als Kapitän Weltmeister im eigenen Land. Er bestritt 103 Länderspiele und nahm auch an den Weltmeisterschaften 1966 und 1970 teil.[5, 12]

Von 1984 bis 1990 war er Teamchef der Nationalmannschaft und gewann 1990 in Italien den WM-Titel. Damit gehört er zu den wenigen, die Weltmeister als Spieler und als Trainer wurden.[5] France Football zeichnete ihn 1972 und 1976 mit dem Ballon d'Or als besten Spieler Europas aus.[10]

Für den FC Bayern spielte er von 1964 bis 1977, danach für New York Cosmos und den Hamburger SV.[5] Nach der Karriere war er von 1994 bis 2009 Präsident des FC Bayern München, leitete das Organisationskomitee der WM 2006 und saß von 2007 bis 2011 im Exekutivkomitee der FIFA. 2015 berichtete der Spiegel über Vorwürfe rund um die Vergabe dieser WM.[5] Er starb am 07.01.2024 in Salzburg.[5] Die Hintergründe der Affäre stehen auf unserer Seite über Skandale im deutschen Fußball.

Gerd Müller: der Torjäger

Gerd Müller wurde am 03.11.1945 in Nördlingen geboren. Für den FC Bayern, seinen einzigen Bundesligaverein, schoss er 365 Bundesligatore in 427 Spielen, das ist bis heute der Rekord der Liga. Siebenmal wurde er Torschützenkönig der Bundesliga.[3, 14] In der Saison 1971/72 traf er 40-mal. Diese Marke hielt fast fünfzig Jahre, bis Robert Lewandowski in der Saison 2020/21 auf 41 Tore kam.[3]

Ball zappelt im Tornetz, Nahaufnahme im Flutlicht mit bewegtem Netz
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In der Nationalmannschaft erzielte Müller 68 Tore in 62 Länderspielen.[2, 13] Bei der EM 1972 wurde er mit vier Toren bester Torschütze des Turniers, im WM-Finale 1974 gegen die Niederlande schoss er in der 43. Minute das 2:1, den Siegtreffer.[3] Den Ballon d'Or bekam er 1970.[10] Müller starb am 15.08.2021 im Alter von 75 Jahren.[2, 3]

Lothar Matthäus: Rekordnationalspieler

Lothar Matthäus kam am 21.03.1961 zur Welt. Er bestritt 150 Länderspiele, mehr als jeder andere deutsche Spieler, und ist seit 1993 Rekordnationalspieler. Sein erstes Länderspiel machte er 1980 bei der EM in Italien, das letzte am 20.06.2000 in Rotterdam.[1]

Als Kapitän gewann er am 08.07.1990 in Rom das WM-Finale gegen Argentinien. Im selben Jahr wurde er als bester Fußballer Deutschlands, Europas und der Welt ausgezeichnet. Matthäus spielte bei allen Weltmeisterschaften von 1982 bis 1998 und kam auf 25 WM-Einsätze, ein Rekord, den erst Lionel Messi 2022 übertraf.[1] Seine Vereine waren Borussia Mönchengladbach, zweimal der FC Bayern München, Inter Mailand und die New York Metro Stars. Insgesamt gewann er 19 Titel mit seinen Vereinen, darunter sieben deutsche Meisterschaften und zweimal den UEFA-Pokal. 1991 wurde er erneut als bester Spieler ausgezeichnet. In der Nationalmannschaft trug er 75-mal die Kapitänsbinde und schoss 23 Tore.[1]

Birgit Prinz: Weltmeisterin und dreimal Weltfußballerin

Birgit Prinz wurde am 25.10.1977 in Frankfurt am Main geboren. Mit der Nationalmannschaft wurde sie 2003 und 2007 Weltmeisterin und fünfmal Europameisterin, nämlich 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009. In 214 Länderspielen schoss sie 128 Tore.[6, 15]

Abgenutzte Fußballschuhe auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide im Licht eines Fensters
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Die FIFA wählte sie 2003, 2004 und 2005 zur Weltfußballerin. Neben dem 1. FFC Frankfurt spielte sie für den FSV Frankfurt, die Carolina Courage in den USA und die TSG 1899 Hoffenheim. Mit dem 1. FFC Frankfurt, ihrem wichtigsten Verein, gewann sie dreimal den UEFA Women's Cup, den Vorläufer der Champions League der Frauen.[6] Wie sich der Frauenfußball in Deutschland entwickelt hat, steht auf der Seite Frauenfußball in Deutschland.

Pelé: dreimal Weltmeister

Pelé hieß mit bürgerlichem Namen Edson Arantes do Nascimento und wurde am 23.10.1940 in Três Corações in Brasilien geboren. Bei der WM 1958 war er 17 Jahre alt und wurde mit Brasilien Weltmeister. 1962 und 1970 folgten zwei weitere Titel.[7]

Fußball im Sand an einem sonnigen Strand neben improvisierten Toren aus Holzstöcken
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Seine Vereine waren der FC Santos von 1956 bis 1974 und danach bis 1977 New York Cosmos. Für Brasilien erzielte er 77 Tore in 92 Länderspielen. Er starb am 29.12.2022 in São Paulo.[7]

Diego Maradona: das Spiel gegen England

Diego Maradona lebte vom 30.10.1960 bis zum 25.11.2020. Er begann 1976 mit etwa 15 Jahren bei Argentinos Juniors und wurde mit den Boca Juniors 1981 argentinischer Meister. Von 1982 bis 1984 spielte er beim FC Barcelona und gewann 1983 den spanischen Pokal. Beim SSC Neapel wurde er zum Idol: Mit ihm gewann der Verein 1987 und 1990 die ersten italienischen Meisterschaften seiner Geschichte und 1989 den UEFA-Pokal.[8]

Als Kapitän führte er Argentinien 1986 zum WM-Titel. Im Viertelfinale gegen England erzielte er zwei Tore, die bis heute erzählt werden: eines mit der Hand, bekannt als "Hand Gottes", und eines, das als "Tor des Jahrhunderts" gilt. Insgesamt spielte er bei vier Weltmeisterschaften, 1982, 1986, 1990 und 1994, und erzielte 34 Tore in 91 Länderspielen. Seine Karriere hatte auch Brüche. Er kämpfte mit Drogenproblemen, und die FIFA sperrte ihn zweimal für jeweils 15 Monate. Von 2008 bis 2010 trainierte er die Nationalmannschaft Argentiniens.[8]

Lionel Messi: acht Ballons d'Or

Lionel Messi wurde am 24.06.1987 in Rosario geboren. Er kam als Jugendlicher zum FC Barcelona, spielte dort von 2004 bis 2021 bei den Profis und erzielte in 520 Ligaspielen 474 Tore. Mit Barcelona gewann er viermal die Champions League. Danach ging er zu Paris Saint-Germain und 2023 zu Inter Miami.[9] Achtmal bekam er den Ballon d'Or, zuletzt 2023, so oft wie kein anderer Spieler.[10] 2022 wurde er mit Argentinien Weltmeister.[9]

Weitere Namen

Den Ballon d'Or vergibt die französische Fachzeitschrift France Football seit 1956, von 2010 bis 2015 gemeinsam mit der FIFA. Seit 2018 gibt es die Auszeichnung auch für Frauen.[10] Viele andere hätten hier ebenso Platz. Johan Cruyff aus den Niederlanden gewann dreimal den Ballon d'Or, Cristiano Ronaldo aus Portugal fünfmal. Aus Deutschland erhielten außerdem Karl-Heinz Rummenigge 1980 und 1981 und Matthias Sammer 1996 diese Auszeichnung.[10]

NameLandWM-Titel als SpielerBesonderheit
Fritz WalterDeutschland1954Kapitän im Finale von Bern
Franz BeckenbauerDeutschland1974Weltmeister 1990 als Teamchef
Gerd MüllerDeutschland1974365 Bundesligatore
Lothar MatthäusDeutschland1990150 Länderspiele
Birgit PrinzDeutschland2003, 2007dreimal Weltfußballerin
PeléBrasilien1958, 1962, 1970Weltmeister mit 17 Jahren
Diego MaradonaArgentinien1986Meister mit Neapel 1987 und 1990
Lionel MessiArgentinien2022acht Ballons d'Or

Mehr zur Mannschaft, in der Walter, Beckenbauer, Müller und Matthäus spielten, findest du unter Die deutsche Nationalmannschaft. Die Vereinsgeschichte, in der Beckenbauer und Müller ihre größten Erfolge feierten, steht auf der Seite des FC Bayern München.

  1. Organisation WM-Held und Rekordnationalspieler: Lothar Matthäus wird 65. Deutscher Fußball-Bund. Stand 21.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Gerd Müller: Fußball-Welt trauert um den Bomber der Nation. Sport1. Stand 16.08.2021. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gerd Müller. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Fritz Walter. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Franz Beckenbauer. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Birgit Prinz. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Pelé. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Diego Maradona. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Lionel Messi. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Ballon d'Or. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Liste der größten Fußballstadien in Deutschland. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Rekord-Spieler von Deutschland. DFB Datencenter. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Rekord-Torjäger von Deutschland. DFB Datencenter. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation Gerd Müller, Spielerprofil. DFB Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  15. Organisation Rekord-Spielerinnen von Deutschland. DFB Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  16. Organisation Fritz-Walter-Stadion. 1. FC Kaiserslautern. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.