Fußballwettbewerbe in Deutschland und EuropaRatgeber
DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale in Berlin
Am DFB-Pokal nehmen 64 Mannschaften teil, gespielt wird im K.-o.-System mit nur einem Spiel je Runde, bei Gleichstand mit Verlängerung und Elfmeterschießen. Das Finale findet seit 1985 im Berliner Olympiastadion statt. Rekordsieger ist der FC Bayern München mit 21 Titeln, zuletzt am 23.05.2026 mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart.

Der DFB-Pokal ist der K.-o.-Wettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes für die Vereinsmannschaften der Männer. 64 Mannschaften starten in die erste Hauptrunde, wer verliert, scheidet aus, und am Ende steht ein einziges Endspiel im Berliner Olympiastadion [1, 5]. Titelverteidiger in der Saison 2026/27 ist der FC Bayern München. Er gewann das Finale am 23.05.2026 mit 3:0 gegen den VfB Stuttgart und ist mit 21 Titeln Rekordpokalsieger [3].
Wer am DFB-Pokal teilnimmt
Startberechtigt sind die 36 Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga aus dem abgelaufenen Spieljahr, dazu Meister, Zweiter, Dritter und Vierter der 3. Liga [1]. 21 Plätze gehen an die Sieger der Landespokale. In diesen Wettbewerben der 21 Landesverbände spielen Amateurvereine um den Einzug in die erste Hauptrunde. Die übrigen drei Plätze bekommen die Landesverbände mit den meisten Herrenmannschaften, jeder höchstens einen zusätzlichen. Darüber entscheidet der Spielausschuss des DFB anhand der Mitgliederstatistik, und jeder Landesverband muss mit mindestens einer Amateurmannschaft vertreten sein [1].
Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen dürfen nicht mitspielen, jeder Verein tritt nur mit einer Mannschaft an, und Spielgemeinschaften sind ausgeschlossen. Fällt eine Mannschaft deshalb weg, rückt die nächstplatzierte berechtigte nach [1]. Wie die Ligen unterhalb der 3. Liga aufgebaut sind, aus denen die Landespokalsieger kommen, zeigt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.
Modus: ein Spiel, ein Sieger
Jede Runde besteht aus nur einem Spiel, Hin- und Rückspiele gibt es nicht. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, folgt eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten, danach ein Elfmeterschießen [1]. Wie ein Elfmeterschießen abläuft, erklärt der Ratgeber Elfmeter und Strafraum.

Für die erste und die zweite Hauptrunde lost der DFB aus zwei Töpfen. In einem liegen die Profimannschaften aus Bundesliga und 2. Bundesliga, im anderen die Amateure. Zuerst wird ein Los aus dem Amateurtopf gezogen, dann der Gegner aus dem Profitopf, und die zuerst gezogene Mannschaft hat Heimrecht [1]. Deshalb spielen die kleinen Vereine in den ersten Runden zu Hause. Ist ein Topf in der zweiten Runde leer, werden die übrigen Mannschaften gegeneinander gelost [1].
Ab dem Achtelfinale gibt es nur noch einen Topf. Auch dann hat die zuerst gezogene Mannschaft Heimrecht, mit einer Ausnahme: Trifft ein Amateurverein auf einen Profiverein, spielen die Amateure zu Hause [1]. Die Auslosungen von der zweiten Runde bis zum Halbfinale finden in der Regel am Sonntag nach der jeweiligen Spielrunde statt [1].
Termine der Saison 2026/27
Die erste Hauptrunde loste Deniz Aytekin am 06.06.2026 im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund aus. 30 Spiele fanden vom 21. bis 24.08.2026 statt. Der FC Bayern und Borussia Dortmund spielten wegen des Franz-Beckenbauer-Supercups erst am 01. und 02.09.2026 [6]. Der Titelverteidiger gewann beim VfL Osnabrück mit 4:1 [7]. Neun Teilnehmer der ersten Runde kamen aus der vierten Liga, sieben aus der fünften. Der Oberligist HEBC Hamburg empfing Borussia Dortmund, und drei Pokalneulinge bekamen gleich einen Erstligisten: Der SC St. Tönis spielte gegen Eintracht Frankfurt, der VfB Krieschow gegen den 1. FSV Mainz 05. Westfalia Rhynern traf auf Dynamo Dresden [6]. In der zweiten Runde Ende Oktober 2026 empfing Borussia Dortmund am 27.10.2026 Werder Bremen, einen Tag später spielte der FC Bayern gegen den 1. FC Magdeburg [7]. Das Finale ist für den 29.05.2027 im Olympiastadion angesetzt [6].
Das Finale in Berlin
Seit 1985 findet das Endspiel jedes Jahr im Berliner Olympiastadion statt. Im Februar 2026 einigten sich der DFB und das Land Berlin darauf, dass es bis 2030 dort bleibt [5].
Das 83. Endspiel am 23.05.2026 sahen 74.036 Zuschauer im ausverkauften Stadion. Die erste Chance hatte Stuttgart, Maximilian Mittelstädt traf in der 9. Minute das Außennetz. Kane vergab vor der Pause zweimal [3]. Nach torloser erster Halbzeit traf Harry Kane in der 55. Minute per Kopf nach einer Flanke von Michael Olise. In der 80. Minute erhöhte er auf 2:0, in der Nachspielzeit verwandelte er einen Handelfmeter zum 3:0 [3]. Für die Münchner war es der erste Pokalsieg seit 2020 und mit der Meisterschaft das Double. Im Tor stand Jonas Urbig, weil Manuel Neuer verletzt fehlte [3].
Stuttgart hatte den Pokal ein Jahr zuvor gewonnen, am 24.05.2025 mit 4:2 gegen Arminia Bielefeld. Die Arminia trat als Meister der 3. Liga an, und Julian Kania erzielte in der 82. Minute das erste Tor eines Drittligisten in einem DFB-Pokalfinale [8]. Für den VfB war es nach 1954, 1958 und 1997 der vierte Pokalsieg [8].
Rekordsieger des DFB-Pokals
Kein Verein hat den Pokal so oft gewonnen wie der FC Bayern München. Die Statistik des DFB führt die Münchner mit 21 Siegen bei 25 Endspielen [2].
| Verein | Pokalsiege | Endspiele |
|---|---|---|
| FC Bayern München | 21 | 25 |
| Werder Bremen | 6 | 10 |
| FC Schalke 04 | 5 | 12 |
| Borussia Dortmund | 5 | 10 |
| Eintracht Frankfurt | 5 | 9 |
| 1. FC Köln | 4 | 10 |
| VfB Stuttgart | 4 | 8 |
| 1. FC Nürnberg | 4 | 6 |
| Hamburger SV | 3 | 6 |
| Borussia Mönchengladbach | 3 | 5 |
Schalke 04 stand zwölfmal im Endspiel und gewann fünf davon, der 1. FC Köln verlor sechs seiner zehn Finals [2]. Mehr zum Rekordsieger steht auf der Vereinsseite FC Bayern München, die Meistertitel aller Vereine listet der Ratgeber Deutsche Meister: alle Titelträger seit 1903.
Vom Tschammer-Pokal zum DFB-Pokal
Das erste Endspiel fand am 08.12.1935 im Düsseldorfer Rheinstadion statt. Der 1. FC Nürnberg gewann 2:0 gegen den damaligen deutschen Meister Schalke 04, offiziell vor 56.000 Zuschauern. Als das Spiel begann, standen noch Tausende im Schneesturm vor dem Stadion. Das 1:0 fiel in der 46. Minute; die Vereinschronik schreibt es Max Eiberger zu, der kicker Georg Friedel. Friedel erzielte in der 85. Minute auch das 2:0 [4]. Ausgespielt wurde damals offiziell die "DFB-Vereinspokalmeisterschaft". Im Volksmund hieß der Wettbewerb "Tschammer-Pokal" nach dem Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, und so wurde er bis zur letzten Austragung in der NS-Zeit 1943 genannt [4].

Zwischen 1943 und 1953 gab es kein Endspiel. Das erste Finale nach dem Krieg gewann 1953 Rot-Weiss Essen mit 2:1 gegen Alemannia Aachen, wieder im Rheinstadion in Düsseldorf [9].
Pokalsensationen und Außenseiter
Weil Amateure in den ersten Runden zu Hause gegen Profis spielen, gibt es immer wieder Überraschungen. Als "Mutter aller Pokalsensationen" gilt das Spiel des VfB Eppingen gegen den Hamburger SV [7]. In der 2. Hauptrunde 1974/75 gewann Eppingen mit 2:1 [10]. Der DFB nennt zehn weitere Beispiele aus der ersten Runde, darunter das 1:0 des badischen Oberligisten FV Weinheim gegen den FC Bayern 1990, das 1:0 des TSV Vestenbergsgreuth gegen die Münchner 1994 und das 4:0 des Berliner AK 07 gegen die TSG Hoffenheim 2012 [10]. Besonders lang dauerte 1995 das Elfmeterschießen in Sandhausen: Nach 2:2 gewann der SV Sandhausen mit 15:14 gegen den VfB Stuttgart [10].

Hannover 96 gewann den Pokal 1992 als Zweitligist. Die Mannschaft schlug am 23.05.1992 in Berlin Borussia Mönchengladbach vor 76.200 Zuschauern nach 120 torlosen Minuten mit 4:3 im Elfmeterschießen [9, 11]. Für Hannover verwandelten Đelmaš, Wójcicki, Kretzschmar und Schjønberg, nur Freund vergab. Bei Gladbach scheiterten Pflipsen und Fach, das Spiel leitete Bernd Heynemann [11]. Aus der dritthöchsten Spielklasse erreichten nur wenige das Endspiel: 1993 die Amateure von Hertha BSC, die 0:1 gegen Bayer Leverkusen verloren, 1997 Energie Cottbus mit einem 0:2 gegen den VfB Stuttgart und 2001 der 1. FC Union Berlin mit einem 0:2 gegen Schalke 04 [9]. Der vierte Drittligist im Finale war 2025 Arminia Bielefeld [8].
Was der Pokalsieg einbringt
Der Pokalsieger startet in der folgenden Saison direkt in der Ligaphase der Europa League [12]. Hat er sich über die Bundesliga schon für einen Europapokal qualifiziert, wandert der Platz in der Tabelle nach unten: Der Sechste geht in die Europa League, der Siebte in die Play-offs der Conference League. Der unterlegene Finalist rückt in diesem Fall nicht mehr nach [12]. So kam es 2026. Weil Bayern und Stuttgart über die Liga in der Champions League standen, spielt Bayer Leverkusen als Sechster in der Europa League, und der SC Freiburg ging als Siebter in die Play-offs der Conference League [13]. Wie diese beiden Wettbewerbe ablaufen, erklärt der Ratgeber Europa League und Conference League.
Die Frauen spielen seit der Saison 1980/81 einen eigenen DFB-Pokal. Das erste Finale gewann die SSG 09 Bergisch Gladbach am 02.05.1981 mit 5:0 gegen den TuS Wörrstadt [14]. Heute findet das Endspiel der Frauen in Köln statt [1]. Mehr dazu steht im Ratgeber Frauenfußball in Deutschland.
- Organisation DFB-Pokal: Modus. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Pokal: Rekordsieger. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation VfB entthront: FC Bayern gewinnt zum 21. Mal den DFB-Pokal. Deutscher Fußball-Bund. Stand 23.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Heute vor 90 Jahren: Nürnberg gewinnt das erste Pokalfinale. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Pokalfinale der Männer bleibt bis 2030 in Berlin. Deutscher Fußball-Bund. Stand 05.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Pokal first round ties drawn. Deutscher Fußball-Bund. Stand 06.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Pokal der Männer: Übersicht und Meldungen. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 4:2 gegen Bielefeld: Stuttgart feiert vierten Pokalsieg. Deutscher Fußball-Bund. Stand 24.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
- List of DFB-Pokal finals. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Von Beckum bis Vestenbergsgreuth: zehn Sensationen der ersten Pokalrunde. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach, DFB-Pokal 1991/92, Finale. DFB-Datencenter. Stand 23.05.1992. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation How does European qualification work in the Bundesliga?. DFL / bundesliga.com. Stand 13.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Which Bundesliga clubs qualified for Europe for 2026/27?. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Pokal der Frauen: bisherige Pokalsiegerinnen. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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