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Hertha BSC: Meister 1930 und 1931, heute in der 2. Bundesliga

Hertha BSC wurde am 25.07.1892 in Berlin gegründet und war 1930 und 1931 Deutscher Meister. Der Verein gehörte 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga und spielt im Olympiastadion. In der Saison 2026/27 tritt Hertha in der 2. Bundesliga an.

Großes ovales Stadion mit historischer Steinfassade, modernem Dach und blauer Laufbahn um das grüne Spielfeld
Bild: KI-generiert

Hertha BSC ist der Berliner Verein mit den meisten Jahren in der Bundesliga: 40 Spielzeiten zählt die Liga bis zum Abstieg 2023.[3] Zweimal wurde der Club Deutscher Meister, beide Male lange vor Gründung der Bundesliga.[1] Seit 2023/24 spielt Hertha in der 2. Bundesliga und gehört auch 2026/27 zu ihren 18 Vereinen.[2, 4]

Steckbrief

MerkmalAngabe
Gründung25.07.1892 als BFC Hertha 92[1]
Name seit 1923Hertha BSC, nach der Fusion mit dem Berliner Sport-Club[1]
VereinsfarbenBlau und Weiß[1, 2]
StadionOlympiastadion Berlin, 73.779 Sitzplätze[5]
Deutscher Meister1930 und 1931[1]
Bundesliga40 Spielzeiten, zuletzt 2022/23[2, 3]
Liga 2026/272. Bundesliga[4]
Stand der Angaben29.10.2026

Gründung mit dem Namen eines Dampfers

Die Gründer waren zwei Brüderpaare, Fritz und Max Lindner sowie Otto und Will Lorenz. Die Idee zum Verein hatten sie nach Darstellung des Berliner Bezirksamts Mitte vermutlich auf einer Bank am Arkonaplatz. Am 25.07.1892 entstand der BFC Hertha 92.[1] Den Namen gab ein blau-weißer Dampfer, der "Hertha" hieß. Seine Farben sind bis heute die Farben des Vereins.[1] Die Anhänger nennen Hertha "Die Alte Dame".[3]

1923 schloss sich der BFC Hertha 92 mit dem finanzstarken Berliner Sport-Club zusammen. Seitdem heißt der Verein Hertha BSC.[1] Im selben Jahr begann im Wedding der Bau eines eigenen Stadions am Bahnhof Gesundbrunnen, das in Berlin bald nur "Plumpe" hieß.[1]

Sechs Endspiele und zwei Meistertitel

Nach der Fusion stand Hertha sechsmal im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Zweimal reichte es zum Titel, 1930 und 1931.[1] Das Finale 1930 fand im Düsseldorfer Rheinstadion statt, Hertha gewann es mit 5:4 gegen Holstein Kiel.[6] Zur Meistermannschaft von 1931 gehörte "Hanne" Sobek, den die Gedenktafel des Bezirks als ersten der berühmten Hertha-Spieler nennt.[1] Mehr zu den Titelträgern vor und nach 1963 steht auf der Seite Deutsche Meister: alle Titelträger seit 1903. Die Zeit dieser Erfolge beschreibt die Weimarer Republik auf geschichte.domain-root.de.

Die "Plumpe" am Gesundbrunnen

Das Stadion am Gesundbrunnen wurde 1923 und 1924 gebaut. Es lag direkt an der Swinemünder Brücke, im Norden begrenzt von der Behmstraße, im Westen von der Bellermannstraße, im Osten und Süden von den Gleisen des Bahnhofs.[1] Zu Beginn hatte es Platz für 35.239 Zuschauer, davon 2.642 auf Sitzplätzen und 32.597 auf Stehplätzen.[1]

Alter Fußballplatz der 1950er Jahre mit steilen Holzrängen, dahinter Bahngleise und Mietshäuser aus Backstein
Bild: KI-generiert

Knapp vier Jahrzehnte trug Hertha dort seine Heimspiele aus. Zur ersten Bundesliga-Saison 1963/64 zog der Verein ins Olympiastadion, weil die Plumpe die Mindestanforderungen der neuen Liga nicht erfüllte. In den Regionalliga-Jahren 1965 bis 1968 kehrte Hertha noch einmal an den Gesundbrunnen zurück.[1] 1974 musste der Verein das Gelände aus Geldnot verkaufen. Das Stadion wurde abgerissen, an seiner Stelle entstanden 440 Wohnungen. Vier Skulpturen von Fußballspielern, geschaffen von Michael Schoenholz, erinnern in der Wohnanlage an den alten Platz.[1]

Zwangsabstieg 1965 und Bundesliga-Skandal 1971

Hertha gehörte 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga.[1, 3] Schon nach zwei Spielzeiten war die erste Zeit in der Liga vorbei. 1965 musste Hertha trotz Platz 14 absteigen, weil der Verein finanzielle Unregelmäßigkeiten begangen hatte. In der Folge wurde die Bundesliga von 16 auf 18 Mannschaften erweitert.[3] Hertha spielte drei Jahre in der Regionalliga und kehrte 1968 zurück.[1, 2]

Wenige Jahre später folgte der nächste Einschnitt. Beim Bundesliga-Skandal 1971 waren auch Spieler von Hertha beteiligt, dem Verein drohte danach das finanzielle Aus.[1] Die Hintergründe dieser Affäre erklärt die Seite Skandale im deutschen Fußball. Sportlich ging es trotzdem aufwärts: In der Saison 1974/75 wurde Hertha Vizemeister der Bundesliga.[1]

Zwischen Bundesliga und 2. Liga

Nach zwölf Spielzeiten am Stück endete die erste lange Bundesliga-Phase 1980. In den folgenden Jahren pendelte Hertha zwischen den Ligen: 1982/83 und 1990/91 spielte der Verein jeweils nur eine Saison erstklassig.[2] Insgesamt zählt die Bundesliga sieben Abstiege und sechs Aufstiege.[3]

Die Zweitliga-Jahre lassen sich im DFB-Datencenter genau ablesen. Hertha spielte 1980/81 und 1981/82, von 1983/84 bis 1985/86, 1988/89 und 1989/90 sowie von 1991/92 bis 1996/97 in der 2. Bundesliga.[2] Für die Spielzeiten 1986/87 und 1987/88 führt das Datencenter den Verein in keiner der beiden Bundesligen.[2] Nach dem Abstieg 1991 dauerte es sechs Zweitliga-Spielzeiten, bis Hertha 1997 in die Bundesliga zurückkehrte.[2]

Nach dem Aufstieg 1997 blieb Hertha 13 Spielzeiten am Stück in der Bundesliga, bis 2009/10.[2] In der Saison 1999/2000 spielte der Verein in der Champions League.[1] Nach den Abstiegen 2010 und 2012 kam Hertha jeweils nach einem Jahr zurück. Von 2013/14 bis 2022/23 folgten zehn Bundesliga-Spielzeiten in Folge, dann stieg der Verein zum siebten Mal ab.[2, 3]

Mitglieder, Werte und Rekorde

Im Juni 2017 zählte der Club fast 35.000 Mitglieder, das DFB-Datencenter nennt 35.800 zum 01.01.2018.[1, 2] Als Ziel nennt der Verein, ein ganzheitlich nachhaltiger Bundesligist für Berlin zu werden, ein von seinen Mitgliedern geprägter Club zu bleiben und Spieler vom ersten Training bis zur Bundesliga zu entwickeln.[10] Als Vereinsemblem dient die wehende Hertha-Fahne.[1]

Der Spieler mit den meisten Bundesliga-Einsätzen für Hertha ist Pál Dárdai mit 286 Spielen. Die meisten Tore schoss Michael Preetz mit 84 Treffern.[3] Preetz blieb dem Verein nach seiner Karriere erhalten und leitete 2017 als Geschäftsführer Sport die Lizenzspielerabteilung.[1]

Ein Rekord gehört der ganzen Liga. Am 26.09.1969 sahen 88.075 Menschen im Olympiastadion das Spiel gegen den 1. FC Köln, die höchste Zuschauerzahl, die je bei einem Bundesliga-Spiel gezählt wurde.[3] Zu den bekannten Spielern zählen außerdem Willy Kirsel, Helmut Faeder, Erich Beer, Lorenz Horr und Arne Friedrich.[1] Der jüngste Bundesliga-Spieler des Vereins ist Lennart Hartmann, er war bei seinem ersten Einsatz 17 Jahre, 4 Monate und 14 Tage alt.[3]

Das Olympiastadion

Hertha trägt seine Heimspiele seit 1963 im Olympiastadion im Westend aus, mit Unterbrechung in den Regionalliga-Jahren 1965 bis 1968.[1] Die Anlage steht unter Denkmalschutz.[5] Heute bietet sie 73.779 Sitzplätze.[5] Gebaut wurde das Stadion 1934 und 1935, 1936 fanden hier die Olympischen Spiele statt. Nach einer Renovierung wurde es 2004 wieder eröffnet, zwei Jahre später war es Spielort der Weltmeisterschaft 2006.[8] 2015 kam das Finale der Champions League nach Berlin, im selben Jahr stufte die UEFA das Olympiastadion als Elite-Stadion ein. 2024 war es Spielort der Europameisterschaft. Außerdem wird hier das Endspiel um den DFB-Pokal ausgetragen.[8] Auch das Endspiel der Weltmeisterschaft 2006 und das Endspiel der Europameisterschaft 2024 wurden hier gespielt.[3] Geschäftsstelle, Nachwuchsakademie und Trainingsplätze liegen im Olympiapark nicht weit vom Stadion.[1] Welche anderen großen Spielstätten es in Deutschland gibt, zeigt die Seite Die Fußballstadien in Deutschland.

Ein eigenes, reines Fußballstadion für Hertha fordert die Fan-Initiative Blau-Weißes Stadion, die nach eigenen Angaben unabhängig von Verein und Parteien arbeitet. Sie bevorzugt einen Standort auf dem Olympiagelände. Einen Beschluss gibt es noch nicht, über den Standort berät nach Angaben der Initiative ein runder Tisch aus Politik, Wirtschaft und Sport (Stand 15.04.2026).[9]

Das Berliner Derby

Seit dem Aufstieg des 1. FC Union Berlin 2019 gibt es in der Bundesliga ein Berliner Stadtduell. Von 2019 bis 2023 trafen beide Vereine achtmal in der Bundesliga aufeinander. Hertha gewann zwei dieser Spiele, darunter das 4:0 am 22.05.2020, spielte einmal unentschieden und verlor fünfmal. Das bisher letzte Ligaspiel am 28.01.2023 endete 0:2.[7] Rechnet man 2. Bundesliga und DFB-Pokal dazu, zählt das DFB-Datencenter 13 Pflichtspiele mit 3 Siegen, 3 Unentschieden und 7 Niederlagen für Hertha.[7] Mit Herthas Abstieg 2023 endeten die Derbys in der Liga vorerst.[2]

Fans von hinten auf einer Stadiontribüne in der Dämmerung, mit einfarbigen blauen und roten Schals unter Flutlicht
Bild: KI-generiert

Die Saison 2026/27

Hertha geht in die vierte Zweitliga-Saison nach dem Abstieg.[2] Trainer ist laut DFB-Datencenter Stefan Leitl.[11] Unter den Gegnern sind die Absteiger aus der Bundesliga, der VfL Wolfsburg, der 1. FC Heidenheim und der FC St. Pauli, sowie die Aufsteiger VfL Osnabrück und Energie Cottbus.[4] Alle Vereine und den Modus findest du unter 2. Bundesliga 2026/27.

  1. Behörde 125 Jahre Hertha BSC und Die "Plumpe" (Texte einer Gedenktafel). Bezirksamt Mitte von Berlin, Gedenktafel-Datenbank. Stand 30.07.2017. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Hertha BSC e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Hertha Berlin: Bundesliga club-by-club historical guide. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 10.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Das Stadion. Olympiastadion Berlin GmbH. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Highlights der Vereinsgeschichte. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Mannschaftsvergleich Hertha BSC gegen 1. FC Union Berlin. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Geschichte des Olympiastadions. Olympiastadion Berlin GmbH. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Blau-Weißes Stadion. Fan-Initiative Blau-Weißes Stadion. Stand 15.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Unsere Identität. Hertha BSC. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Hertha BSC: Kader und Spielplan 2. Bundesliga 2026/27. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.