Fußballgeschichte und FankulturRatgeber

Die Fußballstadien in Deutschland: Größe, Geschichte, Besonderheiten

Das größte Fußballstadion Deutschlands ist der Signal Iduna Park in Dortmund mit 81.365 Plätzen, gefolgt von der Allianz Arena in München mit 75.024 Plätzen. Auf Platz drei liegt das Berliner Olympiastadion, in dem seit 1985 jedes Jahr das DFB-Pokal-Finale stattfindet.

Leeres großes Fußballstadion vom Oberrang bei Sonnenuntergang, gemähter Rasen mit Streifen und eingeschaltetem Flutlicht
Bild: KI-generiert

Sieben Stadien in Deutschland haben mehr als 60.000 Plätze, und zehn Stadien waren 2024 Spielorte der Europameisterschaft. Die Zahlen auf dieser Seite sind Gesamtkapazitäten bei Bundesligaspielen. Bei internationalen Spielen werden Stehplätze durch Sitze ersetzt, dann passen weniger Menschen hinein, in Dortmund etwa 66.099 statt 81.365.[1, 3]

Die größten Stadien nach Kapazität

StadionOrtPlätzeVereinEröffnet
Signal Iduna ParkDortmund81.365Borussia Dortmund1974
Allianz ArenaMünchen75.024FC Bayern München2005
OlympiastadionBerlin73.779Hertha BSC1936
Veltins-ArenaGelsenkirchen62.278FC Schalke 042001
Deutsche Bank ParkFrankfurt am Main60.100Eintracht Frankfurt1925
MHPArenaStuttgart60.058VfB Stuttgart1933
VolksparkstadionHamburg57.000Hamburger SV1953
ista-Borussia-ParkMönchengladbachrund 54.000Borussia Mönchengladbach2004
Merkur Spiel-ArenaDüsseldorf52.000Fortuna Düsseldorf2005
Max-Morlock-StadionNürnberg50.0001. FC Nürnberg1928
RheinenergiestadionKöln50.0001. FC Köln2004
Fritz-Walter-StadionKaiserslautern49.3271. FC Kaiserslautern1920

Die Zahlen für Berlin, Dortmund, München, Frankfurt, Stuttgart, Mönchengladbach, Gelsenkirchen und Hamburg nennen die Betreiber und Vereine, die übrigen stammen aus einer Übersicht der größten Stadien.[1, 2, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17] Das Münchner Olympiastadion von 1972 hat ebenfalls fast 70.000 Plätze, dort spielt aber kein Verein mehr regelmäßig.[1] Bei älteren Stadien steht in der Tabelle das Jahr der ersten Eröffnung, auch wenn das heutige Gebäude später neu errichtet oder stark umgebaut wurde.

Signal Iduna Park: das größte Stadion

Das Stadion von Borussia Dortmund entstand von 1971 bis 1974 für die Weltmeisterschaft 1974 und wurde am 02.04.1974 eröffnet. Bis Dezember 2005 hieß es Westfalenstadion, und viele nennen es bis heute so. Seit dem 01.12.2005 trägt es den Namen eines Versicherers, der Vertrag läuft bis zum 30.06.2031.[3]

Riesige steile Stehtribüne in einem leeren Stadion mit vielen Wellenbrechern im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Bei Bundesligaspielen passen 81.365 Menschen hinein, bei internationalen Spielen mit reinen Sitzplätzen 66.099. Die Südtribüne ist eine reine Stehplatztribüne für 24.454 Zuschauer.[3, 11] Mehr über Choreografien und Gesänge steht auf der Seite Ultras und Fankultur, mehr über den Verein bei Borussia Dortmund.

Allianz Arena: die leuchtende Hülle

Die Allianz Arena in München wurde von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfen. Das Eröffnungsspiel fand am 30.05.2005 statt, der TSV 1860 München schlug den 1. FC Nürnberg mit 3:2. Bei nationalen Spielen fasst die Arena 75.024 Menschen, bei internationalen laut Betreiber 70.000.[4, 15]

Moderne Stadionfassade aus großen leuchtenden Folienkissen bei Nacht, von weitem gesehen
Bild: KI-generiert

Die Hülle besteht aus 2.784 Kissen aus der Kunststofffolie ETFE. 1.056 davon sitzen an der beleuchteten Außenfassade. Seit 2015 leuchten dort mehr als 300.000 LEDs, die Farbverläufe in 16 Millionen Farben erlauben. Bei Heimspielen des FC Bayern leuchtet die Arena rot, bei Länderspielen meist weiß. Solange der TSV 1860 München dort spielte, bis 2017, war sie bei dessen Heimspielen blau.[4]

Olympiastadion Berlin: Ort der Endspiele

Das Berliner Olympiastadion wurde von 1934 bis 1936 für die Olympischen Sommerspiele gebaut und am 01.08.1936 eröffnet. Damals bot es etwa 100.000 Zuschauern Platz.[5] Heute hat es 73.779 Sitzplätze und steht unter Denkmalschutz. Auf dem Dach liegt eine Solaranlage mit rund 1.614 Modulen, die nach Angaben des Betreibers etwa 615.000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. Im August 2026 wurde das Stadion zum fünften Mal mit dem Umweltsiegel Green Globe ausgezeichnet.[2] Den historischen Hintergrund der Spiele von 1936 erklärt die Seite über den Nationalsozialismus auf unserem Geschichtsportal.

Historisches Steinstadion mit ovalem Rund und blauer Laufbahn um das Spielfeld unter blauem Himmel
Bild: KI-generiert

Seit 1985 findet hier jedes Jahr das Finale des DFB-Pokals der Männer statt.[18] Das Stadion war Schauplatz des WM-Endspiels 2006 und des EM-Endspiels 2024.[5] Für das Pokalfinale wird über dem Marathontor eine zusätzliche Tribüne aufgebaut, dann sind es knapp 76.000 Plätze.[5] Hertha BSC spielt seit 1963 im Olympiastadion, mit einer Pause von 1986 bis 1988. Beim Umbau von 2000 bis 2004 ließ der Verein die Laufbahn blau streichen, in seiner Vereinsfarbe.[5] Wie der Pokal funktioniert, steht auf der Seite DFB-Pokal.

Veltins-Arena: Dach und Rasen zum Verschieben

Die Arena von Schalke 04 in Gelsenkirchen wurde am 13.08.2001 eröffnet. Das erste Bundesligaspiel dort endete am 18.08.2001 mit 3:3 gegen Bayer Leverkusen. Sie fasst 62.278 Menschen bei Fußballspielen, bei Konzerten mit zusätzlichen Plätzen im Innenraum bis zu 70.000.[6]

Stadion mit halb geöffnetem Dach, der Rasen wird auf einer großen Wanne aus dem Innenraum gefahren
Bild: KI-generiert

Das Stadion ist überdacht, der Teil über dem Spielfeld lässt sich öffnen. Während eines Spiels darf das Dach nicht bewegt werden. Der Rasen liegt in einer Wanne, die zwischen den Veranstaltungen hydraulisch aus dem Stadion geschoben wird, das dauert dreieinhalb bis vier Stunden. Ursprünglich hieß das Stadion Arena AufSchalke, seit 2005 trägt es den Namen einer Brauerei. Bei Wettbewerben der UEFA und bei der EM 2024 wurde wieder der alte Name verwendet.[6]

Deutsche Bank Park: das Waldstadion

Das Frankfurter Stadion heißt bei vielen Fans weiter Waldstadion. Von 2005 bis 2020 hieß es Commerzbank-Arena, seit dem 01.07.2020 Deutsche Bank Park. Das erste Stadion an dieser Stelle wurde am 21.05.1925 eröffnet.[9] Für die WM 2006 entstand von 2002 bis 2005 ein reines Fußballstadion, das Tribüne für Tribüne neu gebaut wurde, während der Spielbetrieb weiterlief.[9]

Das Zeltdach erinnert an ein Fahrradrad. Das Innendach über dem Spielfeld lässt sich in etwa 15 bis 20 Minuten schließen und wird dabei im Videowürfel in der Mitte verstaut, bei Bundesligaspielen bleibt es meist offen. Nach dem Umbau fasste das Stadion 51.500 Menschen, mit einem neuen Stehplatzblock und weiteren Änderungen sind es zur Saison 2026/27 60.100.[12] Hier fand 2011 das Finale der Frauen-WM statt. Gespielt wurde in Frankfurt auch bei den Weltmeisterschaften 1974 und 2006 und bei den Europameisterschaften 1988 und 2024.[9]

Volksparkstadion: Heimat des HSV

Das Volksparkstadion in Hamburg-Bahrenfeld wurde von 1951 bis 1953 gebaut und war mit 76.000 Plätzen damals das größte Stadion der Bundesrepublik. Der Hamburger SV spielt dort seit 1963.[10] Beim Umbau von 1998 bis 2000 wurde es zum reinen Fußballstadion: Die Tribünen rückten näher an den Rasen, und das Spielfeld wurde um 90 Grad gedreht.[10]

Heute hat es 57.000 Plätze, davon etwa 10.000 Stehplätze. Bei internationalen Spielen werden unter den Stehplätzen verborgene Klappsitze genutzt, dann sind es 51.500. Bei der WM 1974 fand hier das einzige Länderspiel zwischen der DDR und der Bundesrepublik statt, das die DDR mit 1:0 gewann. Bei der EM 2024 standen vier Gruppenspiele und ein Viertelfinale in Hamburg auf dem Plan.[10] Der Verein plant einen Ausbau auf mehr als 60.000 Plätze.[10] Mehr über das Fußballland DDR steht auf der Seite Fußball in der DDR.

Stadion An der Alten Försterei: von Fans gebaut

Nicht nur die großen Arenen haben eine Geschichte. Das Stadion des 1. FC Union Berlin in Köpenick wurde am 07.08.1920 offiziell eröffnet. Es hat 22.012 Plätze, davon 18.395 Stehplätze und nur 3.617 Sitzplätze.[7]

Beim Umbau ab dem 02.06.2008 arbeiteten rund 2.000 freiwillige Helfer fast 140.000 Stunden ohne Bezahlung. Am 08.07.2009 wurde das Stadion mit einem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC wieder eröffnet. Pläne für einen Ausbau gibt es seit Jahren. 2017 war von 37.000 Plätzen bis 2020 die Rede, daraus wurde wegen fehlender Genehmigungen nichts. Im September 2025 wurde die erste Stufe auf 34.500 Plätze verkleinert, der Baubeginn wird für 2027 erwartet. Während der Bauzeit soll die Mannschaft im Olympiastadion spielen.[7] Mehr zum Verein steht bei 1. FC Union Berlin.

Die Spielorte der EM 2024

Die Europameisterschaft vom 14.06. bis 14.07.2024 fand in zehn deutschen Städten statt: Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart. Weil bei einer EM keine andere Werbung als die der UEFA erlaubt ist, trugen die Stadien neutrale Namen, etwa "BVB Stadion Dortmund" oder "München Fußball Arena". Im Finale in Berlin gewann Spanien mit 2:1 gegen England.[8]

Die Turnierkapazitäten lagen unter den Zahlen der Bundesliga, in Dortmund bei 62.000 Plätzen, in München bei 66.000 und in Berlin bei 71.000.[8] Welche Turniere Deutschland sonst ausgerichtet hat, steht auf der Seite Weltmeisterschaft und Europameisterschaft.

  1. Liste der größten Fußballstadien in Deutschland. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Das Stadion. Olympiastadion Berlin GmbH. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Signal Iduna Park. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Allianz Arena. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Olympiastadion Berlin. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Veltins-Arena. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Stadion An der Alten Försterei. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Fußball-Europameisterschaft 2024. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Deutsche Bank Park. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Volksparkstadion. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Geschichte des SIGNAL IDUNA PARK. Borussia Dortmund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Deutsche Bank Park fasst 60.100 Zuschauer. Eintracht Frankfurt. Stand 09.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Daten und Fakten. MHPArena Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation Stadion und Vereinsgelände. Borussia Mönchengladbach. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  15. Organisation Zahlen, Fakten und Informationen zur Allianz Arena. Allianz Arena München Stadion GmbH. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  16. Organisation Die VELTINS-Arena. FC Schalke 04. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  17. Organisation Das Volksparkstadion in Zahlen. Hamburger SV. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  18. Organisation DFB-Pokalfinale der Männer bleibt bis 2030 in Berlin. Deutscher Fußball-Bund. Stand 05.02.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.