Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
SV Darmstadt 98: die Lilien vom Böllenfalltor
Der SV Darmstadt 98 wurde am 22.05.1898 als FK Olympia 1898 Darmstadt gegründet und spielte 1978/79, 1981/82, 2015 bis 2017 und 2023/24 in der Bundesliga. In der Saison 2026/27 tritt der Verein in der 2. Bundesliga an. Heimspielstätte ist das Merck-Stadion am Böllenfalltor mit 17.810 Plätzen.

Der SV Darmstadt 98 ist viermal in die Bundesliga aufgestiegen und jedes Mal nach spätestens zwei Jahren wieder abgestiegen.[1, 3] Dazwischen liegen Jahre in der Oberliga Hessen und eine Insolvenz im Jahr 2008. Seit dem Abstieg 2024 spielen die Lilien wieder zweitklassig, auch in der Saison 2026/27 gehören sie zu den 18 Vereinen der 2. Bundesliga.[3, 4]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 22.05.1898 als FK Olympia 1898 Darmstadt[1] |
| Heutiger Name | seit dem 11.11.1919 SV Darmstadt 98[1] |
| Vereinsfarben | Blau und Weiß[3] |
| Stadion | Merck-Stadion am Böllenfalltor, 17.810 Plätze[2] |
| Liga 2026/27 | 2. Bundesliga[4] |
| Bundesliga | 1978/79, 1981/82, 2015/16, 2016/17, 2023/24[1, 3] |
| Trainer | Florian Kohfeldt (Stand 29.10.2026)[5] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Gründung als FK Olympia
Der Verein entstand am 22.05.1898 unter dem Namen FK Olympia 1898 Darmstadt. Nach dem Zusammenschluss mit dem SC Darmstadt spielte er vom 11.11.1919 an offiziell als SV Darmstadt 98.[1] Zwei Jahre später bekam er eine eigene Spielstätte: Am 24.07.1921 wurde das Stadion am Böllenfalltor mit einem 4:1 gegen Helvetia Frankfurt eröffnet. In den 1920er Jahren fanden dort etwa 8.000 Menschen Platz.[2]
Die Mannschaft heißt bei Fans und im Verein "die Lilien", so steht es auch in den Meldungen auf der Vereinsseite.[6] Die Vereinsfarben sind Blau und Weiß.[3]
Die ersten Bundesliga-Jahre
1973 gewann Darmstadt die Süddeutsche Meisterschaft, ein Jahr später qualifizierte sich die Mannschaft für die neu geschaffene 2. Bundesliga.[1] Dort spielte sie vier Spielzeiten in der Gruppe Süd, von 1974/75 bis 1977/78.[3]

1978 stieg Darmstadt im 80. Vereinsjahr zum ersten Mal in die Bundesliga auf. Weil die Spieler weiter ihren Berufen nachgingen, bekam die Mannschaft den Beinamen "Feierabendfußballer vom Böllenfalltor". Nach einer Saison ging es zurück in die 2. Bundesliga, wo Darmstadt 1979/80 und 1980/81 spielte.[1, 3]
Unter Trainer Werner Olk gelang 1981 der zweite Aufstieg, auch diesmal folgte der direkte Abstieg.[1] Danach spielte Darmstadt elf Spielzeiten am Stück in der 2. Bundesliga, von 1982/83 bis 1992/93.[3]
Oberliga, Insolvenz und Neuanfang
1993 stieg der Verein in die Oberliga Hessen ab, damals die dritte Spielklasse. In den folgenden Jahren pendelte er zwischen der dritten und der vierten Liga.[1] 2008 musste der SV 98 wegen finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz anmelden. Mit Aktionen und Spenden kam das Geld für die Lizenz der Regionalliga zusammen.[1]
2010/11 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die 3. Liga.[1] Zwei Jahre später stand sie sportlich als Absteiger fest. In die Regionalliga musste sie trotzdem nicht, denn durch die Insolvenz der Offenbacher Kickers blieb Darmstadt in der 3. Liga.[1]
Zwei Aufstiege in Folge
Im Dezember 2012 übernahm Dirk Schuster das Traineramt.[1] 2013/14 wurde Darmstadt in der 3. Liga Dritter und spielte in der Relegation gegen Arminia Bielefeld. Im Rückspiel traf Elton da Costa in der 122. Minute zum 4:2, damit war Darmstadt nach 21 Jahren zurück in der 2. Bundesliga.[1]

Ein Jahr später folgte der direkte Durchmarsch. Am 34. Spieltag der Saison 2014/15 sicherte ein 1:0 gegen den FC St. Pauli den Aufstieg in die Bundesliga.[1] Es war die erste Bundesliga-Saison nach 33 Jahren. 2015/16 hielt die Mannschaft die Klasse am 33. Spieltag mit einem 2:1 bei Hertha BSC im Berliner Olympiastadion.[10] Zum ersten Mal spielte Darmstadt damit zwei Bundesliga-Spielzeiten nacheinander.[1] Die zweite endete 2016/17 mit dem Abstieg, Ende Dezember hatte Torsten Frings die Mannschaft übernommen.[1]
Zurück in der Bundesliga
Von 2017/18 an spielte Darmstadt wieder in der 2. Bundesliga und kam dort drei Spielzeiten nacheinander unter die ersten zehn, auf die Plätze 5, 7 und 4.[1] 2022/23 stieg die Mannschaft unter Trainer Torsten Lieberknecht einen Spieltag vor Saisonende direkt auf.[1] Wie bei den ersten beiden Aufstiegen blieb es bei einer Saison: Nach der Bundesliga-Spielzeit 2023/24 ging es zurück in die 2. Bundesliga, wo Darmstadt seit 2024/25 spielt.[3] Einen Überblick über alle Spielzeiten seit 1963 gibt die Geschichte der Bundesliga.
Das Merck-Stadion am Böllenfalltor
Der Name Böllenfalltor geht auf die Pappeln zurück, die zur Zeit des Großherzogtums an der Straße nach Traisa standen und Böllen genannt wurden, und auf ein Falltor in der Nähe.[2] Eröffnet wurde die Anlage 1921 während einer Sportwoche zum 21. Verbandstag des Süddeutschen Fußballverbands. Um das Spielfeld von 105 mal 65 Metern lief eine 380 Meter lange Aschenbahn. Auf der Westseite stand eine 80 Meter lange, teilweise überdachte Sitztribüne, gegenüber ein Rasenwall.[9]

Nach dem Mai 1945 war das Stadion zunächst nicht nutzbar. Von 1950 bis 1953 wurde es neu aufgebaut: 1952 wurde wieder gespielt, noch ohne Laufbahn und Dach, die 1953 folgten. Die Sitztribüne war nun 90 Meter lang, insgesamt fanden rund 25.000 Zuschauer Platz.[9] Bis zum Sommer 1978 musste die Kapazität auf 30.000 steigen, weil die Statuten des DFB das für die Bundesliga verlangten. Mit dem Aufstieg 1981 kam die Auflage, eine Flutlichtanlage zu bauen, sie kostete 1,8 Millionen Mark.[9] In den 1990er und 2000er Jahren änderte sich baulich wenig, neu waren nur eine Anzeigetafel und Sitze.[9]
Seit 2014 hält das Unternehmen Merck die Namensrechte. In der Saison 2016/17 verzichtete es darauf, das Stadion hieß in dieser Zeit Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor. Seit 2017/18 trägt es wieder den Namen Merck-Stadion am Böllenfalltor.[2] Ende 2017 ging es in den Besitz des Vereins über, betrieben wird es von der Tochtergesellschaft SV Darmstadt 98 Stadion GmbH. Zum Gelände gehören drei Trainingsplätze.[2]
Der Umbau zog sich über mehrere Jahre. Im Oktober 2016 wurden die neue Nord- und Südtribüne eingeweiht. Von Dezember 2018 bis Februar 2020 wurde die Gegengerade abgerissen und neu gebaut, im März 2021 folgte die Grundsteinlegung für die Haupttribüne. Seit dem Frühjahr 2023 ist sie vollständig in Betrieb, damit war der Umbau am alten Standort abgeschlossen. Auf den Dächern von Haupttribüne und Gegengerade sind Photovoltaikanlagen geplant.[2, 9]
| Bereich | Plätze |
|---|---|
| Haupttribüne | 2.982: 1.544 öffentlich, 1.030 im Business-Bereich plus 264 in Logen, 50 für Medien, 94 für Rollstuhlfahrer |
| Nordtribüne | 2.792 Sitzplätze |
| Südtribüne | 3.600 Stehplätze |
| Gegengerade | 6.730, davon 4.670 Stehplätze |
| Gästeblock | 1.706: 862 Stehplätze, 841 Sitzplätze, 3 Plätze für Rollstuhlfahrer |
| Gesamt | 17.810 |
Die Zahlen nennt der Verein als Baukapazität. Für Gästefans gibt es zusätzlich Sitzplätze auf der Haupttribüne.[2] Wie sich andere Spielstätten entwickelt haben, steht auf der Seite über die Fußballstadien in Deutschland.
Duelle mit den Kickers Offenbach
Mit den Kickers Offenbach aus der Nachbarschaft traf Darmstadt in der 2. Bundesliga mehrfach zusammen. Beide Vereine spielten 1976/77 in der Gruppe Süd. Am 2. Spieltag, dem 20.08.1976, kamen 15.000 Zuschauer an den Böllenfalltor. Offenbach führte zur Pause 1:0, Walter Krause erhöhte in der 88. Minute, das Darmstädter Tor von Bernhard Metz eine Minute später reichte nur noch zum 1:2.[7]
Auch nach dem zweiten Bundesliga-Abstieg trafen beide in der eingleisigen 2. Bundesliga aufeinander. Am 13.11.1982 gewann Offenbach vor 13.000 Zuschauern am Böllenfalltor mit 2:0, beide Tore fielen vor der Pause.[8] 2013 hing das Schicksal der beiden Vereine noch einmal zusammen: Wegen der Insolvenz der Offenbacher Kickers behielt Darmstadt als sportlicher Absteiger seinen Platz in der 3. Liga.[1]
Die Saison 2026/27
In der 2. Bundesliga trifft Darmstadt 2026/27 unter anderem auf die drei Absteiger VfL Wolfsburg, 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli.[4, 11] Neu in der Liga sind außerdem die Aufsteiger VfL Osnabrück und FC Energie Cottbus.[4, 11] Trainer ist Florian Kohfeldt.[5] In den nächsten Wochen stehen laut Verein unter anderem ein Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am 31.10., das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg am 07.11. und ein Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am 20.11. an.[6] Alle Vereine der Liga und den Modus erklärt die Seite 2. Bundesliga 2026/27.
Im DFB-Pokal kam Darmstadt am 27.10.2026 eine Runde weiter. In der zweiten Runde gewann die Mannschaft mit 2:0 beim Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg, die Tore schossen Kehl und Smit. Elversberg hatte 74 Prozent Ballbesitz und kam auf 26 Torschüsse, Torwart Marcel Schuhen hielt die Null.[6] Damit steht Darmstadt im Achtelfinale.[6]
- Organisation Historie. SV Darmstadt 98. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadium: Merck-Stadion am Böllenfalltor. SV Darmstadt 98. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SV Darmstadt 1898 e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SV Darmstadt 98: Clubseite. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Startseite mit Bericht zur 2. Runde im DFB-Pokal bei der SV Elversberg. SV Darmstadt 98. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SV Darmstadt 98 gegen Kickers Offenbach, 2. Bundesliga Süd 1976/77, 2. Spieltag. DFB-Datencenter. Stand 1976. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SV Darmstadt 98 gegen Kickers Offenbach, 2. Bundesliga 1982/83, 15. Spieltag. DFB-Datencenter. Stand 1982. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadionhistorie. SV Darmstadt 98. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- 33. Spieltag der Bundesliga: Hertha BSC gegen SV Darmstadt 98. SPORT1. Stand 2016. abgerufen am 29.10.2026
- Die Teilnehmer der 2. Bundesliga 2026/27. Die falsche 9. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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