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TSG 1899 Hoffenheim: vom Dorfverein in die Champions League

Die TSG 1899 Hoffenheim geht auf einen Turnverein vom 01.07.1899 zurück und spielt seit 2008 ohne Unterbrechung in der Bundesliga, auch in der Saison 2026/27. Die beste Platzierung war Rang drei in der Saison 2017/18. Heimspielstätte ist seit 2009 das Stadion in Sinsheim, das seit dem 01.07.2026 SNP Arena heißt.

Großes modernes Stadion mit blauen Sitzen neben einer Autobahn in hügeliger grüner Landschaft im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Die TSG 1899 Hoffenheim stieg 1989 in die Kreisklasse A ab. Knapp 20 Jahre später stieg sie in die Bundesliga auf und hat sie seitdem nicht mehr verlassen.[1, 3] Auch in der Saison 2026/27 gehört Hoffenheim zu den 18 Bundesligisten, die zweite Mannschaft spielt in der 3. Liga.[4, 10]

Steckbrief

MerkmalAngabe
Gründung01.07.1899 als Turnverein Hoffenheim[1]
Heutiger VereinFusion von Turnern und Fußballern am 07.03.1946, Name TSG 1899 Hoffenheim seit 1949[1]
VereinsfarbenBlau und Weiß[3]
Mitglieder11.000 (Stand 01.07.2026)[3]
StadionSNP Arena, Sinsheim, 30.150 Plätze[2]
Liga 2026/27Bundesliga, seit 2008/09 ohne Unterbrechung[3, 4]
Beste PlatzierungRang drei 2017/18[1]
TrainerChristian Ilzer (Stand 29.10.2026)[5]
Zweite MannschaftTSG Hoffenheim II, 3. Liga 2026/27[3, 10]
Stand der Angaben29.10.2026

Turner und Fußballer im Kraichgau

Am 01.07.1899 entstand im Dorf Hoffenheim ein Turnverein mit rund 35 Mitgliedern. Geturnt wurde auf einer gepachteten Wiese, im Winter in einem Pferdestall.[1] Erste Notizen über Fußball im Dorf stammen aus dem Jahr 1913. Am 16.05.1921 entstand der FV Hoffenheim mit Konrad Philipp Schilling als erstem Vorstand, gespielt wurde zunächst auf den Sumpfwiesen "Im Brüchel".[1]

Alter Pferdestall um 1900 mit Turnpferd und Holzringen im warmen Licht kleiner Fenster
Bild: KI-generiert

Am 07.03.1946 schlossen sich Turner und Fußballer zur SG Hoffenheim zusammen. Die erste Saison 1945/46 endete in der Kreisklasse auf Rang fünf. 1949 wurde der Name Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim eingetragen.[1] 1948 kamen rund 1.200 Zuschauer zur Einweihung des Sportplatzes am großen Wald. 1961 wurden alle vier gemeldeten Mannschaften Meister, die erste stieg aus der B-Klasse auf.[1]

Schon 1929 hatte der Verein eine Turn- und Singhalle eröffnet. Im Krieg diente sie als Rüstungsbetrieb und brannte gegen Kriegsende ab.[1] Das Klubhaus bauten viele Mitglieder 1971 selbst, rechtzeitig zum 50. Jubiläum der Fußballabteilung.[1]

Dietmar Hopp und die Aufstiege ab 1990

1989 stand der Abstieg in die Kreisklasse A fest. In der Relegation verlor die TSG in Elsenz mit 2:4 nach Verlängerung gegen den 1. FC Stebbach. Dietmar Hopp sah das Spiel und beschloss danach, den Verein finanziell zu unterstützen.[1] Von da an stieg die Mannschaft Schritt für Schritt auf.[1]

Kleiner Dorfsportplatz mit Vereinsheim und Holzgeländer vor Weinbergen im Kraichgau im Herbstlicht
Bild: KI-generiert
JahrAufstieg
1991ungeschlagen Meister der A-Klasse, Aufstieg in die Bezirksliga
1992Landesliga Rhein-Neckar
1996Verbandsliga Nordbaden
2000Oberliga Baden-Württemberg, punktgleich vor den Amateuren des SV Waldhof
2001Regionalliga Süd, unter Trainer Hansi Flick
20072. Bundesliga, unter Trainer Ralf Rangnick
2008Bundesliga

Im August 1999 eröffnete der Verein zum 100. Geburtstag das Dietmar-Hopp-Stadion mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München. Im Dezember 2003 schlug die TSG im Achtelfinale des DFB-Pokals Bayer Leverkusen mit 3:2 und wurde damit zum ersten Mal überregional bekannt.[1]

Hopps Rolle blieb umstritten. Seit dem 01.07.2015 hatte er eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel und hielt die Stimmenmehrheit an der Spielbetriebsgesellschaft. Am 01.03.2023 kündigte er an, sie ohne Gegenleistung an den Stammverein zurückzugeben. Als Gründe nannte er die Kritik des Bundeskartellamts an den Ausnahmen und Anfeindungen gegen seine Person.[8] Seitdem ist Hoffenheim wieder ein Verein nach der 50+1-Regel.[8]

Herbstmeister als Aufsteiger

Unter Ralf Rangnick, der 2006 mit Bernhard Peters und Jan Schindelmeiser kam, stieg die TSG im Mai 2007 mit einem 4:0 gegen die Sportfreunde Siegen in die 2. Bundesliga auf. Ein Jahr später folgte am letzten Spieltag ein 5:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth, und Hoffenheim war Bundesligist.[1] Das erste Spiel gewann die Mannschaft 3:0 in Cottbus. Bis Dezember 2008 trug sie ihre Heimspiele im Carl-Benz-Stadion in Mannheim aus.[1]

Als Tabellenführer reiste Hoffenheim am 05.12.2008 zum FC Bayern und verlor dort 1:2, Luca Toni traf spät zum Sieg der Münchner. Eine Woche später reichte ein 0:0 gegen Schalke 04 trotzdem zur Herbstmeisterschaft. In der Rückrunde fiel Vedad Ibisevic mit einem Kreuzbandriss aus, am Ende wurde die TSG Siebter.[6]

Die SNP Arena in Sinsheim

Gebaut wurde das Stadion von Mai 2007 bis Januar 2009, der Spatenstich war am 25.05.2007.[1, 2] Am 31.01.2009 gewann Hoffenheim das erste Bundesligaspiel in der neuen Rhein-Neckar-Arena mit 2:0 gegen Energie Cottbus.[1] Seit dem 16.01.2019 hieß das Stadion PreZero Arena, seit dem 01.07.2026 trägt es den Namen SNP Arena.[2]

MerkmalAngabe
LageDietmar-Hopp-Straße 1, Sinsheim, Gewerbegebiet Sinsheim-Süd[11]
Fertigstellung24.01.2009[2]
Kapazität30.150, davon 23.400 Sitz- und 6.750 Stehplätze[2]
Business-Bereich1.364 Business-Seats und 40 Logen[2]
Spielfeld105 mal 68 Meter

Dazu kommt eine Fankneipe mit 450 Plätzen. Die Planung des Stadions begann Ende 2006.[2] Mehr über die großen Spielstätten des Landes steht auf der Seite über die Fußballstadien in Deutschland.

Das Wunder von Dortmund und die Champions League

2013 rettete sich Hoffenheim am letzten Spieltag mit einem 2:1 in Dortmund auf den Relegationsplatz, Sejad Salihović traf zweimal per Elfmeter. In der Relegation gewann die TSG gegen den 1. FC Kaiserslautern 3:1 und 2:1.[1, 7]

Flutlichtstadion bei einem Abendspiel von hoch oben, kleine Spieler auf hellem Rasen und leichter Nebel
Bild: KI-generiert

2016 übernahm Julian Nagelsmann die Mannschaft auf Platz 17 und führte sie noch auf Rang 15. Er war damit der jüngste Cheftrainer der Bundesliga.[1] 2016/17 holte Hoffenheim 62 Punkte, so viele wie nie zuvor, und blieb zu Hause ungeschlagen. In den Playoffs zur Champions League verlor die TSG gegen den FC Liverpool mit 1:2 und 2:4.[1]

2017/18 wurde Hoffenheim Dritter, die bis heute beste Platzierung. Den Einzug in die Champions League sicherte ein 3:1 gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag.[1, 7] Am 19.09.2018 spielte die TSG zum ersten Mal in der Gruppenphase und holte ein 2:2 bei Schachtar Donezk, das Spiel fand in Charkiw statt. In der Gruppe mit Manchester City und Olympique Lyon blieb Hoffenheim ohne Sieg.[1] Wie der Wettbewerb funktioniert, erklärt die Seite UEFA Champions League.

Die Duelle mit Dortmund haben auch eine Schattenseite. 2011 wurden beim 1:0 gegen den BVB hochfrequente Töne eingespielt, um Gesänge gegen Dietmar Hopp zu übertönen. Verantwortlich war ein Mitarbeiter des Stadions.[7] Sportlich hatten die Duelle oft späte Wendungen: 2019 holte Hoffenheim nach einem 0:3 noch ein 3:3, 2020 schoss Andrej Kramarić beim 4:0 in Dortmund alle vier Tore, und im April 2026 traf er beim 2:1 zweimal per Elfmeter.[7]

In der Saison 2023/24 schlug Hoffenheim den FC Bayern mit 4:2, wurde Siebter und qualifizierte sich für die Europa League.[1]

Rekorde, Frauen und schwierige Jahre

2012 war ein schweres Jahr. Im September verunglückte Boris Vukčević so schwer, dass er seine Karriere beenden musste. Im DFB-Pokal verlor die TSG 0:4 beim Berliner AK, und zweimal wechselte der Trainer.[1] 2013/14 wurde die Mannschaft Neunter, ihre 72 Saisontore sind bis heute Vereinsrekord.[1] Im April 2023 löste Torwart Oliver Baumann mit seinem 289. Einsatz Sebastian Rudy als Rekordspieler der TSG in der Bundesliga ab.[1]

Die Frauen spielen seit 2013 in der Bundesliga.[3] 2021 qualifizierten sie sich zum ersten Mal für die UEFA Women's Champions League und schieden in der Gruppe mit dem FC Barcelona, Arsenal und HB Køge nur wegen der schlechteren Tordifferenz aus.[1] Mehr über die Liga steht auf der Seite Frauenfußball in Deutschland.

TSG Hoffenheim II in der 3. Liga

Die zweite Mannschaft gewann 2025 die Regionalliga Südwest. Es war der Abschluss von drei Spielzeiten unter Trainer Vincent Wagner, der danach zur SV Elversberg wechselte. Mit dem Aufstieg spielte die U23 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in der 3. Liga.[9] Neuer Trainer wurde der 37 Jahre alte Stefan Kleineheismann, für den es die erste Station als Cheftrainer ist. Als Spieler hatte er 222 Spiele in der 3. Liga bestritten, unter anderem für die Kickers Offenbach.[9]

In der Saison 2026/27 gehört Hoffenheim II wieder zu den 20 Mannschaften der 3. Liga, neben der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart.[10] Alle Vereine und den Modus findest du unter 3. Liga 2026/27.

Auch der Nachwuchs ist erfolgreich. 2008 wurden die B-Junioren Deutscher Meister, 2014 gewannen die A-Junioren unter Nagelsmann die Meisterschaft mit einem 5:0 gegen Hannover 96. 2024 holte die U19 innerhalb weniger Tage den DFB-Pokal der Junioren und die Deutsche Meisterschaft.[1]

  1. Organisation Vereinsgeschichte. TSG 1899 Hoffenheim. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation SNP Arena: Daten und Fakten. TSG 1899 Hoffenheim. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation TSG 1899 Hoffenheim e. V.: Vereinsdaten und Mannschaften. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Clubübersicht Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation TSG Hoffenheim: Clubseite. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Von flotten Sprüchen und flottem Fußball: Als Spitzenreiter Hoffenheim beim FC Bayern antrat. Sportschau (SWR). Stand 05.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Von Wunder bis wildem Wahnsinn: Hoffenheimer Duelle gegen Borussia Dortmund. Sportschau (SWR). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Hopp verzichtet auf Stimmrechtsmehrheit in Hoffenheim (dpa). Schwäbische Zeitung. Stand 01.03.2023. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Zwei Rückkehrer und zwei Neulinge: Das sind die Aufsteiger. DFB. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. DFB. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation SNP Arena: Services und Anfahrt. TSG 1899 Hoffenheim. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.