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Trainerlizenzen im Fußball: C, B, A und Pro

Die DFB-Trainerlizenzen bauen aufeinander auf: C-Lizenz (120 Lerneinheiten) für Kreis- und Bezirksebene, B-Lizenz bis zur 5. Spielklasse, A-Lizenz bis zur Regionalliga und Pro-Lizenz für 3. Liga und Bundesliga. Jede Lizenz gilt drei Jahre und wird mit 20 Lerneinheiten Fortbildung verlängert.

Trainer im Regenjacke kniet mit Taktiktafel auf dem Rasen, im Hintergrund dehnen sich erwachsene Spieler
Bild: KI-generiert

Welche Mannschaften du mit welcher Trainerlizenz betreuen darfst und wie du sie erwirbst, regelt die Ausbildungsordnung des DFB. Sie ordnet die Stufen den UEFA-Diplomen zu und legt Umfang, Zulassung und Gültigkeit fest. Die C- und B-Lizenz bilden die Landesverbände aus, alle höheren Stufen der DFB.[1]

Die Lizenzstufen im Überblick

Das System ist eine Treppe: Jede Stufe setzt die vorherige voraus und erweitert, welche Mannschaften du trainieren darfst. Neben den Lizenzen C, B, A und Pro gibt es Speziallizenzen für Torwarttraining und Futsal sowie die B+- und A+-Lizenz mit Schwerpunkt Nachwuchs.[1]

LizenzUmfangBerechtigt unter anderem für
C-Lizenz120 LerneinheitenAmateurmannschaften auf Kreis- und Bezirksebene
B-Lizenz120 LerneinheitenMänner bis zur 5. Spielklasse, Frauen unterhalb der 2. Bundesliga, die meisten Junioren- und alle Juniorinnenteams
B+-Lizenz160 Lerneinheitenzusätzlich Junioren-Regionalligen, Stützpunkte, Eliteschulen
A-Lizenz360 LerneinheitenMänner bis zur Regionalliga, Frauen bis zur 2. Bundesliga
Pro-LizenzJahreslehrgang3. Liga, 2. Bundesliga, Bundesliga, DFB-Trainer

Eine Lerneinheit (LE) dauert 45 Minuten. Die Ausbildung zu einer Stufe muss grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein, sonst verfallen die bis dahin erbrachten Leistungen. Lizenzen und Fortbildungen gelten bundesweit, egal in welchem Landesverband du sie erworben hast.[1]

C-Lizenz: der Einstieg

Für den Lehrgang musst du mindestens 15 Jahre alt sein, die Lizenz selbst gibt es ab 16. Dazu kommt ein Erste-Hilfe-Kurs, der beim Erteilen der Lizenz höchstens zwei Jahre zurückliegen darf. Die Ausbildung umfasst 120 Lerneinheiten. Die ersten 40 bilden der DFB-Basis-Coach oder DFB-Junior-Coach, danach folgen 80 Lerneinheiten in einem Profil: Kinder, Jugend oder Erwachsene. Wer schon das Kindertrainer-Zertifikat hat, bekommt dessen 20 Lerneinheiten auf das Profil Kinder angerechnet.[1]

Lehrgangsteilnehmer in Trainingsanzügen stehen im Halbkreis um einen Ausbilder auf dem Trainingsplatz
Bild: KI-generiert

Für Spieler aus dem Amateurleistungsbereich gibt es das Profil Leistung. Es besteht aus 20 Lerneinheiten Vereinsaufgaben und dem Modul Leistung I mit 60 Lerneinheiten. Zugelassen wirst du hier nur mit mindestens sechs Monaten Trainertätigkeit ab der U 12 und einem bestandenen Eignungstest, also einer fußballpraktischen Prüfung beim Landesverband. Der bestandene Test gilt zwei Jahre.[1]

Mit der C-Lizenz darfst du alle Amateurmannschaften trainieren, die nicht zum Amateurleistungsfußball zählen, vor allem Teams auf Kreis- und Bezirksebene.[1] Wie diese Ebenen aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

B-Lizenz und B+-Lizenz

Zur B-Lizenz wirst du ab 17 Jahren zugelassen, erteilt wird sie ab 18. Du brauchst eine gültige C-Lizenz, mindestens sechs Monate Trainererfahrung ab der U 12 und einen Bezug zum Amateurleistungsfußball als aktiver Trainer; alternativ genügt die C-Lizenz mit Profil Leistung. Die Ausbildung hat 120 Lerneinheiten in den Modulen Leistung I und Leistung II, wobei das zweite Modul als Profil Jugend oder Erwachsene läuft. Das Modul Leistung I aus der C-Lizenz mit Profil Leistung wird voll angerechnet.[1]

Ehemalige Profis mit mindestens sieben Jahren in Bundesliga, 2. Bundesliga oder 3. Liga der Männer oder in der Frauen-Bundesliga dürfen die C-Lizenz überspringen und direkt in die B-Lizenz einsteigen.[1]

Die B-Lizenz berechtigt für Männermannschaften bis einschließlich der 5. Spielklasse, für alle Frauenteams außer Bundesliga und 2. Bundesliga, für alle Juniorinnen und für die meisten Juniorenteams. Ausgenommen sind die DFB-Nachwuchsligen, die Junioren-Regionalligen und die Arbeit im Leistungszentrum.[1]

Wer im Nachwuchs höher hinaus will, macht die B+-Lizenz mit 160 Lerneinheiten. Voraussetzung sind zwei volle Jahre als Jugendtrainer auf gehobenem Niveau, etwa als Cheftrainer ab der U 12 in der zweithöchsten Landesspielklasse. Die Plätze werden über ein Aufnahmeprüfverfahren vergeben.[1]

A-Lizenz

Für die A-Lizenz brauchst du die B- oder B+-Lizenz und mindestens zwei Jahre Trainerpraxis seit Beginn der B-Ausbildung. Das kann etwa die Arbeit als Cheftrainer einer Männermannschaft ab der 6. Spielklassenebene, einer Mannschaft in der Frauen-Regionalliga oder einer U 19 in der höchsten Klasse unterhalb der DFB-Nachwuchsliga sein. Auch Co-Trainer in der Regionalliga der Männer oder in der 1. und 2. Frauen-Bundesliga kommen in Frage. Für die Dauer der Ausbildung musst du eine Mannschaft auf passendem Niveau haben.[1]

Trainerin mit Pfeife leitet am Abend unter Flutlicht eine Passübung mit erwachsenen Spielern
Bild: KI-generiert

Die Ausbildung umfasst 360 Lerneinheiten mit Schwerpunkt Erwachsenenfußball. Danach darfst du Männerteams bis zur Regionalliga und Frauenteams bis zur 2. Frauen-Bundesliga als Cheftrainer betreuen, als Verbandssportlehrer arbeiten und DFB-Ausbilder werden. Die A+-Lizenz kombiniert das UEFA-A-Diplom mit dem UEFA Elite Youth A und richtet sich an Trainer im Leistungsnachwuchs.[1]

Pro-Lizenz: Fußball-Lehrer

Die höchste Stufe heißt Pro-Lizenz und schließt mit der Prüfung zum staatlich anerkannten Fußball-Lehrer ab.[1] Zugelassen wird, wer die A- oder A+-Lizenz hat und seit Beginn der A-Lizenz-Ausbildung mindestens drei Jahre als Trainer auf hohem Niveau gearbeitet hat, etwa als Cheftrainer in der Regionalliga der Männer, in der 1. oder 2. Frauen-Bundesliga oder in der A-Junioren-Bundesliga. Für ehemalige Profis mit sieben Jahren in den oberen Ligen oder mindestens zehn A-Länderspielen sinkt die Frist auf zwei Jahre.[1]

Weil die Plätze knapp sind, sortiert ein Punkteverfahren die Bewerber nach Trainererfahrung, Spielererfahrung und Bildung. Die 32 besten Bewerber kommen ins Assessment, die besten davon in den Lehrgang.[1] Am 72. Lehrgang, der im Januar 2026 begann, nehmen 17 Trainerinnen und Trainer teil. Er dauert zwölf Monate am DFB-Campus in Frankfurt am Main und umfasst Hospitationen im In- und Ausland sowie Vereinspraktika.[2] Mit der Pro-Lizenz darfst du Mannschaften der 3. Liga und der Lizenzligen trainieren und als DFB-Trainer arbeiten.[1]

Zulassung: Was du für jeden Lehrgang brauchst

Für jede Ausbildung gelten dieselben Grundvoraussetzungen. Du musst Mitglied in einem Verein sein, der einem DFB-Landesverband angehört. Dazu kommen ein ärztliches Zeugnis über deine Sporttauglichkeit, das höchstens zwölf Monate alt ist, und ein erweitertes Führungszeugnis im Original, höchstens drei Monate alt. Außerdem erklärst du, dass du dich den Ordnungen des DFB und deines Landesverbands unterwirfst.[1]

Die Ausbildungsordnung erwartet zudem, dass du während des Lehrgangs eine Mannschaft oder Trainingsgruppe passend zur Stufe betreust, damit du Aufgaben praktisch umsetzen kannst.[1] Die Anmeldung läuft für C- und B-Lizenz über deinen Landesverband, für alle höheren Stufen über den DFB.

Kosten und Gebühren

Feste Preise gibt es nicht. Die Teilnehmerbeiträge legen die Landesverbände für ihre Lehrgänge selbst fest, der DFB für die höheren Stufen. Für alle Teilnehmer eines Lehrgangs gilt derselbe Beitrag. Unterkunft, Verpflegung und Material sind meist nicht enthalten, und für das Ausstellen und Verlängern der Lizenz fallen eigene Gebühren an.[1] Frag vor der Anmeldung beim Jugendleiter oder Vorstand nach, ob dein Verein einen Teil der Kosten trägt.

Wer nebenberuflich als Übungsleiter für einen gemeinnützigen Verein arbeitet, kann dafür bis zu 3.300 Euro im Jahr steuerfrei bekommen.[3] Wie Vereine das Ehrenamt organisieren und anerkennen, steht im Ratgeber Vereinsorganisation und Ehrenamt.

Gültigkeit und Verlängerung

Alle Trainerlizenzen gelten ab dem Erwerb drei Jahre lang, jeweils bis zum 31. Dezember des dritten Jahres. Zur Verlängerung weist du 20 Lerneinheiten Fortbildung nach. Für jede Speziallizenz wie Torwart oder Futsal kommen zehn Lerneinheiten dazu. Die Fortbildung soll auf deiner höchsten Lizenzstufe stattfinden. Verlängerst du die höhere Lizenz, gilt die niedrigere automatisch mit, umgekehrt nicht.[1]

Seminarraum einer Sportschule mit leeren Stühlen, Whiteboard mit Pfeilen und einem Ballnetz in der Ecke
Bild: KI-generiert

Läuft die Frist ab, wird die Lizenz formal ungültig. Du kannst sie dann einmal innerhalb des folgenden Dreijahreszeitraums verlängern, zahlst aber die doppelte Gebühr. Wer länger pausiert, holt die versäumten Fortbildungen nach, höchstens aber 80 Lerneinheiten. Trittst du aus deinem Verein aus und bist nirgends mehr Mitglied, endet deine Berechtigung, als Trainer mit DFB-Lizenz zu arbeiten.[1]

Welche Lizenz für welchen Einstieg

Für die meisten Eltern, die eine Kindermannschaft übernehmen, ist die C-Lizenz mit Profil Kinder der richtige Weg. Wer im Erwachsenenbereich auf Kreisebene trainiert, wählt das Profil Erwachsene. Aktive Spieler aus dem Amateurleistungsfußball sparen mit dem Profil Leistung Zeit, weil das Modul Leistung I später auf die B-Lizenz angerechnet wird.[1] Inhaltlich geht es in den ersten Stufen viel um Techniktraining, Kondition und Athletik und altersgerechte Spielformen im Jugendfußball.

  1. Organisation Ausbildungsordnung (Heft 09), §§ 13 bis 28. Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.07.2024. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation 17 Teilnehmer*innen beim DFB Pro Lizenz-Lehrgang 2026. Deutscher Fußball-Bund. Stand 20.01.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Gesetz Einkommensteuergesetz, § 3 Nr. 26. Bundesministerium der Justiz. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.