Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

FC Augsburg: vom BC Augsburg in die Bundesliga

Der FC Augsburg geht auf einen 1907 gegründeten Verein zurück und heißt seit der Fusion mit dem TSV Schwaben 1969 so. Seit dem ersten Aufstieg 2011 spielt er ohne Unterbrechung in der Bundesliga, auch 2026/27. Heimspielstätte ist die WWK Arena mit 30.660 Plätzen.

Kompaktes modernes Fußballstadion mit steilen Tribünen in der Abendsonne, davor ein leerer Parkplatz
Bild: KI-generiert

Der FC Augsburg ist nach dem FC Bayern der zweite bayerische Verein in der Bundesliga 2026/27.[2] Der DFB führt als Gründungsdatum den 08.08.1907 und als Vereinsfarben Rot, Grün und Weiß.[1] Seit 2011 spielt die Mannschaft ohne Unterbrechung in der höchsten Liga, die Saison 2026/27 ist ihre 16. dort.[1, 2] Trainer ist Manuel Baum.[8]

Vom FC Allemania zum BC Augsburg

Gegründet wurde der Verein am 08.08.1907, dem Tag des Augsburger Friedensfestes, unter dem Namen FC Allemania. Zwei Jahre später wurde er Spielabteilung des TV 1871 Oberhausen und zog an die Gersthofer Straße.[3] 1911 nahm die Mannschaft erstmals an Punktspielen teil, in der B-Klasse des Donaugaus. 1918 verlor sie die Spiele um die Ostkreismeisterschaft gegen den FC Bayern München.[3]

1921 trennten sich die Fußballer vom TSV 1871 Augsburg und machten als BC Augsburg allein weiter. Sechs Jahre später stellte der Klub mit Hans Semmler seinen ersten hauptamtlichen Trainer ein. 1951 gewann der BCA den bayerischen Pokal.[3] Im selben Jahr, am 16.09.1951, wurde das Rosenaustadion eröffnet. 1952 sahen dort mehr als 60.000 Zuschauer das Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz.[7]

Helmut Haller und die Fusion von 1969

Der bekannteste Spieler aus Augsburg ist Helmut Haller. Er wurde am 21.07.1939 in Augsburg-Oberhausen geboren und kam mit neun Jahren zum BC Augsburg. 1958 bestritt er sein erstes Länderspiel.[9] 1962 wechselte er für 300.000 D-Mark zum FC Bologna, als erster deutscher Fußballer nach Italien.[3, 9] Mit Bologna wurde er 1963/64 italienischer Meister, 1968 ging er zu Juventus Turin und holte auch dort den Meistertitel.[5, 9]

Alter Lederball und abgetragene Fußballschuhe auf einer Holzbank in einer Umkleide im Stil der 1960er Jahre
Bild: KI-generiert

Haller spielte für Deutschland bei drei Weltmeisterschaften.[5] Im WM-Finale am 30.07.1966 in Wembley schoss er in der 12. Minute das 1:0, Deutschland verlor nach Verlängerung 2:4. Mit sechs Toren wurde er bei diesem Turnier Zweiter der Torschützenliste hinter Eusébio. Insgesamt kam er auf 33 Länderspiele und 13 Tore.[9] Wie die Nationalmannschaft ihre Titel gewann, steht auf der Seite Die deutsche Nationalmannschaft.

Bei der Gründung der Bundesliga 1963 kam keiner der beiden Augsburger Traditionsvereine zum Zug. Der BCA spielte ab 1963 zweitklassig in der Regionalliga Süd und stieg 1964 zum ersten Mal in die dritte Liga ab.[3, 4] Ab 1964 sprachen der BCA und der TSV Schwaben über einen Zusammenschluss. Lange wollte keiner seine Eigenständigkeit aufgeben.[4] 1968/69 stieg der TSV Schwaben aus der Regionalliga ab, der BCA verpasste den Aufstieg knapp. Am 15.07.1969 beschloss eine Mitgliederversammlung, die Fußballabteilung des TSV Schwaben aufzulösen. Der BC Augsburg änderte seinen Namen, die Fußballer beider Vereine spielten fortan als FC Augsburg.[4]

1973 kehrte Haller von Juventus Turin zurück. Der FCA wurde als Aufsteiger Meister der Regionalliga Süd und verpasste in der Aufstiegsrunde die Bundesliga um einen Punkt hinter Tennis Borussia Berlin. Im Schnitt kamen mehr als 23.000 Zuschauer zu den Heimspielen.[3] Als Haller zurückkam, sahen laut bundesliga.com geschätzt 90.000 Menschen im Münchner Olympiastadion das Spiel gegen den TSV 1860 München. Das gilt als höchste Zuschauerzahl bei einem Zweitligaspiel in Deutschland.[5] Über die ganze Saison 1973/74 zählte der Verein 472.000 Besucher.[9]

Haller hat nie in der Bundesliga gespielt. Sein letztes Ligaspiel für den FCA bestritt er im April 1979, ein 1:2 gegen den TSV 1860 München. Später war er Vizepräsident des Vereins. Er starb am 11.10.2012. In Oberhausen trägt ein Platz seinen Namen, vor der WWK Arena steht eine Bronzestatue von ihm.[9]

Zweite Liga, Lizenzentzug und Neuanfang

In der 2. Bundesliga spielte der FC Augsburg laut DFB-Ligahistorie von 1974 bis 1978 sowie in den Jahren 1980 und 1982.[1] Danach war der Verein für lange Zeit im Amateurfußball. Wie die Spielklassen unterhalb der Profiligen aufgebaut sind, erklärt die Seite Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

Die Jugend sorgte in dieser Zeit für die Titel. Die A-Jugend gewann 1991, 1992, 1994 und 1995 den Deutschen Pokal und wurde 1993 Deutscher Meister. Beim 3:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern kamen über 12.000 Zuschauer ins Rosenaustadion.[3] Wie Altersklassen und Spielbetrieb im Nachwuchs geregelt sind, steht auf der Seite Jugendfußball.

Im Jahr 2000 verweigerte der DFB dem Verein die Lizenz für die Regionalliga, obwohl er sich sportlich qualifiziert hatte. Der FCA musste in die Bayernliga.[3] Bundesliga.com nennt finanzielle Probleme Ende der 1990er Jahre als Ursache für den Absturz in die vierte Liga.[5] 2001 stieg eine Investorengruppe ein, laut Verein war der FCA danach schuldenfrei.[3]

2006 kehrte er in die 2. Bundesliga zurück, nach 23 Jahren ohne Profifußball.[3, 5] 2010 erreichte die Mannschaft das Halbfinale im DFB-Pokal und schied gegen Werder Bremen aus. In der Relegation zur Bundesliga verlor sie im selben Jahr beide Spiele gegen den 1. FC Nürnberg.[3]

Aufstieg 2011 und Europa League

Ein Jahr später klappte es. Am 08.05.2011 stand der erste Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte fest.[4] Stephan Hain schoss gegen den FSV Frankfurt in der 85. Minute das entscheidende Tor.[5] Seitdem ist der FC Augsburg nicht mehr abgestiegen, laut DFB-Datencenter spielt er seit 2011 ununterbrochen in der Bundesliga.[1]

Grüne und rote Papierschlangen auf einem nassen Rasen nach dem Spiel, im Hintergrund Flutlicht und leere Ränge
Bild: KI-generiert

Die beste Platzierung erreichte der Verein 2014/15. Am letzten Spieltag gewann er 3:1 bei Borussia Mönchengladbach, wurde Fünfter und qualifizierte sich für die Gruppenphase der Europa League.[3, 5] In der Gruppe traf er auf Athletic Bilbao, Partizan Belgrad und AZ Alkmaar.[12] In der Zwischenrunde, dem Sechzehntelfinale, schied er gegen den FC Liverpool mit 0:1 nach Hin- und Rückspiel aus.[3, 5] Wie die europäischen Wettbewerbe heute ausgespielt werden, steht auf der Seite Europa League und Conference League.

In der Bundesliga hält Daniel Baier mit 274 Spielen den Vereinsrekord, die meisten Tore schoss Alfred Finnbogason mit 37. Jüngster Bundesligaspieler des FCA ist Simon Asta mit 17 Jahren, 3 Monaten und 17 Tagen (Stand 2023/24).[5] Julian Nagelsmann spielte ebenfalls für Augsburg. Nach seiner Spielerzeit begann er dort als Scout für Thomas Tuchel und arbeitete mit den Jugendmannschaften, bevor er selbst Trainer wurde.[5]

Die Saison 2025/26

Zu Beginn der Saison 2025/26 trainierte Sandro Wagner die Mannschaft. Nach dem 3:1 zum Auftakt gegen den SC Freiburg gewann sie nur noch zwei der folgenden elf Bundesligaspiele. Nach dem 0:3 gegen Hoffenheim am 12. Spieltag lag der FCA nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz. In der zweiten Runde des DFB-Pokals hatte er zu Hause 0:1 gegen den Zweitligisten VfL Bochum verloren.[10] Am 01.12.2025 trennten sich Verein und Trainer im gegenseitigen Einvernehmen.[10]

Übernommen hat Manuel Baum, zunächst als Interimstrainer. Für ihn war es die zweite Amtszeit beim FCA.[10] Unter ihm kletterte die Mannschaft in der Tabelle nach oben, beendete die Serie des FC Bayern ohne Ligaverlust und schloss die Saison auf Platz 9 ab. Im Mai 2026 bekam Baum einen Vertrag bis zum 30.06.2028.[11] Mehr zum Münchner Gegner steht auf der Seite FC Bayern München.

WWK Arena und Rosenaustadion

Bis 2009 spielten die Profis im Rosenaustadion. Danach zog der FCA in die neue Arena.[7] Sie wurde am 26.07.2009 nach 20 Monaten Bauzeit eröffnet und fasst 30.660 Zuschauer.[6] Bundesliga.com beschreibt sie als erste klimaneutrale Arena der Welt, die Energie kommt aus Geothermie. Die steilen Tribünen liegen nah am Spielfeld.[6] Bei der U-20-Weltmeisterschaft der Frauen 2010 und bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2011 war das Stadion Spielort.[6]

Altes offenes Stadion mit geschwungenen Betonrängen, dahinter Bäume, zwischen den Stufen wächst Gras
Bild: KI-generiert

Das Rosenaustadion steht heute unter Denkmalschutz. Die U23 des FC Augsburg trägt dort ihre Heimspiele aus.[7] 1958 fand dort ein Leichtathletik-Länderkampf zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion statt, an zwei Tagen kamen insgesamt 85.000 Besucher.[7] Weitere Spielstätten vergleicht die Seite Die Fußballstadien in Deutschland.

Daten im Überblick

MerkmalAngabe
Gründung08.08.1907 als FC Allemania
Name FC Augsburgseit der Fusion am 15.07.1969
VereinsfarbenRot, Grün, Weiß
StadionWWK Arena, 30.660 Plätze, eröffnet 26.07.2009
Liga 2026/27Bundesliga, 16. Saison in Folge
Beste Bundesliga-PlatzierungPlatz 5 in der Saison 2014/15
Trainer (Stand 29.10.2026)Manuel Baum

Die Angaben stammen aus dem DFB-Datencenter, von der DFL und vom Verein.[1, 3, 6, 8] Modus, Termine und die anderen 17 Vereine der laufenden Saison stehen auf der Seite Bundesliga 2026/27, die Entwicklung der Liga seit 1963 auf der Seite Geschichte der Bundesliga.

  1. Organisation Vereinsprofil FC Augsburg 1907. DFB-Datencenter, Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Clubübersicht Saison 2026-2027. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Meilensteine der FCA-Historie. FC Augsburg 1907. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Historie: BC Augsburg und TSV Schwaben fusionieren zum FCA. FC Augsburg 1907. Stand 15.07.2020. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Bundesliga club-by-club historical guide: Augsburg. DFL / bundesliga.com. Stand 10.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation The 2025/26 Bundesliga stadiums. DFL / bundesliga.com. Stand 18.06.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation 75 Jahre Rosenaustadion: Ein Stück Augsburger Fußballgeschichte. FC Augsburg 1907. Stand 16.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Clubinfos FC Augsburg. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Zum zehnten Todestag: Die Karriere des Helmut Haller. FC Augsburg 1907. Stand 11.10.2022. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Augsburg part ways with head coach Sandro Wagner. DFL / bundesliga.com. Stand 01.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Augsburg appoint Manuel Baum as permanent head coach. DFL / bundesliga.com. Stand 21.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. The UEFA Europa League 2015/16 - FC Augsburg (GER). RSSSF. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.