Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

1. FC Schweinfurt 05: Geschichte, Sachs-Stadion und Rivalen

Der 1. FC Schweinfurt 05 spielt in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Bayern, der vierten Liga. Nach dem Aufstieg 2025 stieg der Verein 2025/26 als Tabellenletzter der 3. Liga wieder ab. Der Klub aus Unterfranken wurde am 05.05.1905 gegründet und spielt im Sachs-Stadion mit rund 15.000 Plätzen.

Traditionelles Fußballstadion mit langer überdachter Haupttribüne aus Stein und offenen Stehrängen im Abendlicht
Bild: KI-generiert

Der 1. FC Schweinfurt 05 spielt in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Bayern, der vierthöchsten Liga in Deutschland.[4, 19] Ein Jahr zuvor war er nach 23 Jahren in den Profifußball zurückgekehrt, stieg aber nach einer Saison in der 3. Liga als Tabellenletzter wieder ab.[5, 11] Damit gehört Schweinfurt zu den Vereinen mit eigener Seite, die 2026/27 nicht in einer der drei Profiligen spielen. In der Bundesliga war der Verein nie, 1963 verpasste er die Qualifikation. In der 2. Bundesliga spielte er vier Spielzeiten lang.[16, 17, 18] Die Ligazugehörigkeit haben wir am 29.10.2026 geprüft.

Gründung und Aufstieg vor dem Krieg

Der Verein wurde am 05.05.1905 gegründet. Seine Mitglieder kamen nach Angaben des Vereins vor allem aus der bürgerlichen Mittelschicht. Als Sportplatz überließ die Stadt ihnen eine Wiese am Hutrasen. Vor dem Ersten Weltkrieg stieg die Mannschaft von der C-Klasse über die B-Klasse in die A-Klasse auf.[1, 3] In Bayern kennen viele den Verein unter seinem Spitznamen "Schnüdel".[10] Die Vereinsseite nennt den Klub außerdem die "Grünweißen".[1]

Von 1933 bis 1945 spielte Schweinfurt in der Gauliga Bayern, die in den ersten Jahren der 1. FC Nürnberg beherrschte.[1] Zweimal, 1938/39 und 1941/42, gewann Schweinfurt die Gauliga und spielte danach in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. 1938/39 scheiterte die Mannschaft dort nur knapp am punktgleichen Dresdner SC, 1941/42 schied sie im ersten Spiel aus.[14] Wichtige Spieler waren Andreas Kupfer und Albin Kitzinger. Beide kamen aus der eigenen Jugend und spielten in der Nationalmannschaft.[1] Jeder von ihnen bestritt 44 Länderspiele.[13]

Oberliga Süd und zweite Liga

Nach dem Krieg gehörte Schweinfurt von 1945 bis 1963 zur Oberliga Süd, damals die höchste Spielklasse. Der Verein kam aus der kleinsten Stadt der Liga und hatte oft die wenigsten Zuschauer, im Schnitt 5.000 bis 6.000. Die besten Spielzeiten waren 1952/53 mit 9.200 und 1951/52 mit 8.400 Zuschauern im Schnitt.[1] Sportlich war Platz drei in der Saison 1954/55 das beste Ergebnis. Schweinfurt war einer von nur sechs Vereinen, die in allen 18 Spielzeiten der Oberliga Süd dabei waren, und liegt in deren ewiger Tabelle auf Platz 8.[15]

Alter Lederball und ein Paar alte schwarze Fußballschuhe auf einer Holzbank in einer einfachen Kabine
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Als 1963 die Bundesliga begann, war Schweinfurt nicht dabei. Der Verein spielte in der Regionalliga Süd und ab 1974 in der neuen 2. Bundesliga Süd. 1966 gewann er unter Trainer Gunther Baumann zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder eine Meisterschaft.[1] Nach den Spielzeiten 1974/75 und 1975/76 in der 2. Bundesliga folgte 1976 der Abstieg. 1974/75 war Schweinfurt Dritter, punktgleich hinter dem FK Pirmasens, danach stieg der Verein nach 55 Jahren erstmals ab.[16]

Bayernliga, Insolvenz und Neuanfang

Von 1976 bis 1991 spielte Schweinfurt zwischen der Bayernliga, damals die dritte Liga, und der Landesliga. 1982 wurde die Mannschaft unter Otto Baum Zweiter hinter dem FC Augsburg.[1] 1990 stieg sie mit Trainer Werner Lorant in die 2. Bundesliga auf und nach der Saison 1990/91 wieder ab. In dieser Zweitligasaison wurde Schweinfurt mit nur 13 Punkten Letzter, einer der wenigen Höhepunkte war das knappe 0:1 gegen den FC Schalke 04 vor 11.000 Zuschauern.[1, 17]

Nach diesem Ausflug in den Profifußball trat der langjährige Vorsitzende Peter Galm zurück. Er übergab einen Verein, dessen Finanzen nach Angaben des Vereins in Ordnung waren. Es folgten drei Jahre mit wechselnden Vorständen und Trainern in der Bayernliga. In der Saison 1993/94 verpasste Schweinfurt die Qualifikation für die neue Regionalliga und war damit nur noch viertklassig.[1]

2001 gelang unter Djuradj Vasic noch einmal der Aufstieg in die 2. Bundesliga: Ein 1:1 bei Wacker Burghausen reichte am letzten Spieltag als Dritter hinter dem Karlsruher SC und dem nicht aufstiegsberechtigten VfB Stuttgart II. Nach der Saison 2001/02 ging es als Vorletzter mit 24 Punkten zurück.[18] Die Jahre danach waren schwierig. Zu Beginn der Bayernliga-Saison 2004/05 meldete Präsident Hertlein, selbst größter Gläubiger des Vereins, die Zahlungsunfähigkeit an. Im Oktober 2004 setzte das Insolvenzgericht einen Notvorstand ein, die Mannschaft wurde aus der Wertung der Bayernliga genommen.[1]

Am 27.10.2016 stimmten die Mitglieder dafür, die erste Mannschaft in eine GmbH auszugliedern. 2017 gewann Schweinfurt unter Trainer Gerd Klaus zum ersten Mal den bayerischen Landespokal, mit 1:0 im Finale gegen den SV Wacker Burghausen.[1] Wie die Ligen unterhalb der 3. Liga aufgebaut sind, erklärt die Seite Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

Schweinfurt im Pokal

Im Pokal hat Schweinfurt eine lange Geschichte mit dem FC Schalke 04. In der Saison 1935/36, als der Wettbewerb noch Tschammerpokal hieß, kam Schweinfurt bis ins Halbfinale und verlor dort 2:3 gegen Schalke. 1954/55 schied die Mannschaft im Achtelfinale nach einem 1:1 im Wiederholungsspiel mit 0:1 gegen Schalke aus.[13] Auch in jüngerer Zeit hieß der Gegner oft Schalke: 2018/19 verlor Schweinfurt 0:2, 2020/21 1:4, wegen der Pandemie ohne Zuschauer in Gelsenkirchen. 2017/18 schlug die Mannschaft in der ersten Runde den Zweitligisten SV Sandhausen mit 2:1 und schied danach mit 0:4 gegen Eintracht Frankfurt aus.[13] Wie der Wettbewerb heute aufgebaut ist, erklärt die Seite DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.

Aufstieg 2025 und ein Jahr 3. Liga

2021 wurde Schweinfurt Meister der Regionalliga Bayern, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen am TSV Havelse.[5] Vier Jahre später klappte es. Am 02.05.2025 gewann die Mannschaft von Trainer Viktor Kleinhenz das Derby gegen die Würzburger Kickers mit 2:1, vor 11.968 Zuschauern, so vielen wie in keinem anderen Spiel der Saison. Damit standen zwei Spieltage vor Schluss Meisterschaft und direkter Aufstieg in die 3. Liga fest, der erste Profifußball in Schweinfurt seit der Zweitligasaison 2001/02.[5, 18] Als bayerischer Amateurmeister spielte Schweinfurt außerdem in der ersten Runde des DFB-Pokals und verlor dort 2:4 gegen Fortuna Düsseldorf.[5, 21]

Volle offene Stehtribüne an einem warmen Maiabend, Fans mit schwarz-rot-grün gestreiften Schals jubeln mit erhobenen Armen
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In der 3. Liga lief es schlecht. Im Februar 2026 übernahm der frühere Nationalspieler Jermaine Jones das Traineramt. Mit einer 1:3-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen stand Schweinfurt sechs Spieltage vor Saisonende als erster Absteiger fest.[7] Am Ende stiegen Schweinfurt, Erzgebirge Aue, der TSV Havelse und der SSV Ulm ab.[8] Havelse durfte trotzdem in der 3. Liga bleiben, weil der TSV 1860 München keine Zulassung bekam.[6] Schweinfurt beendete die Saison am 16.05.2026 mit einem 2:4 zu Hause gegen Erzgebirge Aue, mit 21 Punkten auf Platz 20, zwölf Punkte hinter dem SSV Ulm.[11]

Das Sachs-Stadion

Das Stadion wurde am 23.07.1936 als Willy-Sachs-Stadion eröffnet, benannt nach dem Industriellen Willy Sachs, der es der Stadt geschenkt hatte. Entworfen hat es der Architekt Paul Bonatz.[12] Es ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikbahn, 2006 trainierte dort die tunesische Nationalmannschaft.[2] Die Eröffnung nutzten die Nationalsozialisten für Propaganda, Heinrich Himmler und Hermann Göring waren dabei.[2] Im Juni 2021 beschloss der Stadtrat, das Stadion in Sachs-Stadion umzubenennen. Offiziell soll der neue Name an die Firma Fichtel & Sachs erinnern, Hintergrund war die Rolle von Willy Sachs in der NS-Zeit.[2, 12] Am Stadion wird außerdem eine Tafel mit Erklärungen zur Biografie von Willy Sachs angebracht.[2] Den historischen Hintergrund erklärt die Seite Der Nationalsozialismus auf unserem Geschichtsportal.

Leere breite Stehränge aus Beton mit Wellenbrechern in einem kleinen Stadion an einem bewölkten Herbsttag
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Das Stadion hat rund 15.000 Plätze, davon knapp 900 Sitzplätze auf der überdachten Haupttribüne, der Rest sind Stehplätze. Für die 2. Bundesliga wurde es im Sommer 2001 saniert und bekam Flutlicht und einen abgetrennten Gästeblock mit eigenem Eingang. Im September 2014 kamen Wellenbrecher auf die Stehränge, seitdem kann das Stadion voll ausgelastet werden.[2] Für die Saison 2025/26 in der 3. Liga wurde die Zahl der Sitzplätze vorübergehend auf 2.000 erhöht.[12] Nach dem Aufstieg 2025 sagte der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands, die Stadt habe die Pläne für das Stadion genehmigt.[5] Einen Vergleich mit den großen Arenen findest du auf der Seite Die Fußballstadien in Deutschland.

Rivalen in Unterfranken

Das wichtigste Derby ist das gegen die Würzburger Kickers, der Bayerische Fußball-Verband nennt es das Unterfranken-Derby.[5] 2026/27 spielen beide in verschiedenen Ligen: Würzburg ist in die 3. Liga aufgestiegen, Schweinfurt in die Regionalliga abgestiegen.[4, 6] In der Stadt selbst ist der VfR 07 Schweinfurt der Lokalrivale. 1929 gewann der FC 05 gegen ihn das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Kreisliga Unterfranken auf neutralem Platz in Bamberg mit 4:1.[20]

Schweinfurt in der Saison 2026/27

In der Regionalliga Bayern 2026/27 spielt Schweinfurt seine Heimspiele weiter im Sachs-Stadion. Am 09.10.2026 kamen zum Spiel gegen den SC Eltersdorf 1.293 Zuschauer, es endete 1:1.[4] Trainer ist laut Vereinsseite Jan Gernlein, Stand 29.10.2026.[22] Den Kader nennen wir hier nicht, weil er sich mit jeder Wechselperiode ändert. Alle Vereine der drei Profiligen stehen unter Fußballvereine der 1. bis 3. Liga, Modus und Teilnehmer der dritten Liga unter 3. Liga 2026/27: Vereine und Modus.

  1. Organisation Geschichte. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Stadion. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation 1. FC Schweinfurt 05 e. V., Vereinsprofil. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation 1. FC Schweinfurt 05 gegen SC Eltersdorf, Regionalliga Bayern 2026/27, 13. Spieltag. DFB-Datencenter. Stand 09.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Grenzenloser Jubel in Unterfranken: Schweinfurt wird Drittligist!. Bayerischer Fußball-Verband. Stand 02.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Jermaine Jones steht mit Schweinfurt als erster Absteiger fest. Flashscore (SID). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. TSV Havelse abgestiegen: 3. Liga hat dritten Absteiger. Sport1. Stand 02.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. 1. FC Schweinfurt 05. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation 1. FC Schweinfurt 05: Auch Joshua Endres bleibt "Schnüdel". Bayerischer Fußball-Verband. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation 3. Liga 2025/26, 38. Spieltag und Abschlusstabelle. DFB-Datencenter. Stand 16.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Sachs-Stadion. Wikipedia (englisch). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. 1. FC Schweinfurt 05. Wikipedia (englisch). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation 1933 bis 1945: Gauliga Bayern. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  15. Organisation 1945 bis 1963: Oberliga Süd. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  16. Organisation 1963 bis 1976: Regionalliga Süd, 2. Liga Süd. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  17. Organisation 1976 bis 1991: Zwischen Bayern- und Landesliga, mit Werner Lorant in die 2. Liga. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  18. Organisation 1991 bis 2004: Die Ära Hertlein, Vasic, Bayernliga, Regionalliga, 2. Liga, Lizenzentzug. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  19. Organisation Seit 2004: Insolvenz, Auf und Ab, Rückkehr in die Regionalliga. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  20. Organisation 1905 bis 1933: Von der C-Klasse bis in die Gauliga Bayern. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  21. Organisation Fortuna dreht Partie in Schweinfurt. Deutscher Fußball-Bund. Stand 18.08.2025. abgerufen am 29.10.2026
  22. Organisation Mannschaft, Saison 2026/27, Regionalliga Bayern. 1. FC Schweinfurt 05. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.