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VfL Bochum 1848: Geschichte, Ruhrstadion und Saison 2026/27
Der VfL Bochum entstand am 14.04.1938 aus mehreren Bochumer Vereinen und beruft sich auf einen Turnverein von 1848. Er spielte von 1971 bis 1993 ohne Unterbrechung in der Bundesliga und stand zweimal im DFB-Pokalfinale. Nach dem Abstieg 2025 spielt der VfL auch 2026/27 in der 2. Bundesliga.

Der VfL Bochum trägt die Jahreszahl 1848 im Namen und spielt seit mehr als 100 Jahren an der Castroper Straße.[1, 3] Hier stehen die Wurzeln im Turnverein, die 22 Jahre in der Bundesliga ab 1971, die beiden Pokalfinals, die Spiele im UEFA-Pokal, das Ruhrstadion und die Lage in der Saison 2026/27. Liga und Trainer haben wir am 29.10.2026 geprüft.
VfL Bochum auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gegründet | 14.04.1938 als VfL Bochum 1848 |
| Vereinsfarben | Blau und Weiß |
| Stadion | Vonovia Ruhrstadion, 26.000 Plätze (2026/27 voraussichtlich rund 21.500) |
| Bundesliga | ab 1971, zuletzt 2021/22 bis 2024/25 |
| DFB-Pokal | Finale 1968 und 1988 |
| Europapokal | UEFA-Pokal 1997/98 und 2004/05 |
| Liga 2026/27 | 2. Bundesliga |
| Trainer 2026/27 | Uwe Rösler |
Die Angaben stammen vom Verein, aus dem Datencenter des DFB und von der Deutschen Fußball Liga.[1, 2, 4, 5]
Die Wurzeln im Turnverein von 1848
Am 26.07.1848 erschien im "Märkischen Sprecher" ein Aufruf, in Bochum einen Turnverein zu gründen. Am 18.02.1849 entstand der Bochumer Turnverein, einer der ersten in Westfalen. Die preußische Provinzialverwaltung löste ihn am 28.12.1851 zwangsweise auf, am 19.06.1860 wurde er als Turnverein Bochum neu gegründet.[1] Was im Revolutionsjahr in Deutschland geschah, erklärt unsere Seite über die Revolution von 1848/49.

Der Fußball kam über einen anderen Verein. 1908 wurde Spiel und Sport Bochum gegründet, am 08.10.1911 fand an der Castroper Straße das erste offizielle Fußballspiel statt, SuS Bochum gegen den VfB Hamm. Am 14.04.1938 schlossen sich der Turnverein Bochum 48, Germania 06 und der TuS Bochum zum VfL Bochum 1848 zusammen. Die Fußballer gründeten am 29.07.1949 einen eigenen Verein unter diesem Namen.[1]
Oberliga, Münzwurf und Aufstieg 1971
1953 stieg der VfL in die Oberliga West auf, damals die höchste Spielklasse, und musste 1961 zum letzten Mal aus ihr absteigen. Den Aufstieg in die Regionalliga West entschied 1965 ein Münzwurf. Gegen die SpVgg Erkenschwick hatte es nach drei Spielen keinen Sieger gegeben (2:3, 4:1 und 1:1 nach Verlängerung).[1]
Am 09.06.1968 stand der Regionalligist im Endspiel um den DFB-Pokal und verlor in Ludwigshafen 1:4 gegen den 1. FC Köln. Hans Walitza wurde 1968/69 mit 31 Toren Torschützenkönig der Regionalliga West. 1970 gewann Bochum die Liga, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde an den Offenbacher Kickers.[1]
Ein Jahr später gelang es. Am 20.06.1971 machte ein 4:2 bei Tasmania Berlin den Aufstieg in die Bundesliga perfekt. Das erste Bundesligaspiel an der Castroper Straße gewann der VfL am 14.08.1971 mit 1:0 gegen Eintracht Braunschweig, das Tor schoss Hans-Werner Hartl.[1]
22 Jahre Bundesliga
Bis 1993 blieb Bochum ohne Unterbrechung in der Bundesliga.[1, 4] Stefan Kuntz wurde 1985/86 mit 22 Toren der erste Torschützenkönig des Vereins in der Bundesliga. Am 28.05.1988 stand der VfL in Berlin zum zweiten Mal im Pokalfinale und verlor 0:1 gegen Eintracht Frankfurt.[1] Wie sich der Wettbewerb entwickelt hat, steht unter DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.

Im Mai 1990 musste Bochum zum ersten Mal in die Relegation. Gegen den 1. FC Saarbrücken reichten ein 1:0 und ein 1:1, den späten Ausgleich im Rückspiel erzielte Uwe Leifeld. Am 05.06.1993 stand dann nach 22 Jahren der erste Abstieg aus der Bundesliga fest.[1]
Wechseljahre und der UEFA-Pokal
Die Mannschaft kam sofort zurück. Am 28.05.1994 sicherte ein 1:0 beim VfL Wolfsburg den Wiederaufstieg, Uwe Wegmann wurde mit 22 Toren Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Auch 1996, 2000, 2002 und 2006 schaffte Bochum jeweils direkt den Wiederaufstieg.[1]
Am 16.09.1997 spielte der VfL zum ersten Mal im UEFA-Pokal, auswärts in Trabzon. Bochum setzte sich gegen Trabzonspor (1:2 und 5:3) und den FC Brügge (0:1 und 4:1) durch, im Achtelfinale war gegen Ajax Amsterdam Schluss (2:4 und 2:2).[1] Für diese Spiele wurde die Westtribüne zur Sitzplatztribüne umgebaut.[2] 2003 eröffnete am Stadion das VfL-Stadioncenter mit Fanshop und Geschäftsstelle.[2] Im September 2004 kehrte Bochum in den UEFA-Pokal zurück und schied in der ersten Runde gegen Standard Lüttich aus (0:0 und 1:1).[1]
Am 10.08.2002 stand der VfL zum ersten Mal an der Tabellenspitze der Bundesliga, für drei Spieltage. Thomas Christiansen wurde 2002/03 mit 21 Toren Torschützenkönig der Liga, Theofanis Gekas 2006/07 mit 20 Toren. Am 09.09.2007 gab sich der VfL als erster deutscher Profiverein ein Leitbild.[1]
Zwei Spiele aus dieser Zeit tauchen in den Chroniken anderer Vereine auf. Im Viertelfinale des DFB-Pokals 2000/01 verlor Bochum an der Alten Försterei 0:1 gegen den Drittligisten 1. FC Union Berlin, der später bis ins Endspiel kam.[6] Im Mai 2007 gewann der VfB Stuttgart in Bochum 3:2, nachdem er zweimal zurückgelegen hatte, und wurde eine Woche später Meister.[7] Mehr dazu steht bei 1. FC Union Berlin und VfB Stuttgart.
Jugendtitel und lange Amtszeiten
Auch der Nachwuchs holte Titel. Die A-Jugend wurde am 13.07.1969 mit einem 5:3 gegen den 1. FC Saarbrücken Deutscher Meister, die B-Jugend am 14.07.1985 mit einem 3:0 gegen die Offenbacher Kickers. Am 07.07.1989 gewannen die A-Junioren in Bochum mit 4:1 gegen den Karlsruher SC den DFB-Juniorenpokal.[1]
Geprägt haben den Verein zwei Präsidenten. Ottokar Wüst führte ihn von 1966 bis 1993 und starb am 18.06.2011 im Alter von 85 Jahren als Ehrenpräsident. Sein Nachfolger Werner Altegoer war ab 1993 Präsident und von 2002 bis 2010 Vorsitzender des Aufsichtsrats, er starb am 09.01.2013 mit 77 Jahren.[1]
Elf Jahre zweite Liga und die Rückkehr 2021
Von 2010/11 bis 2020/21 spielte Bochum in der 2. Bundesliga.[4] Simon Terodde wurde 2015/16 mit 25 Toren Torschützenkönig. Am 07.10.2017 stimmten 80,19 Prozent der Mitglieder dafür, die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Im selben Jahr hatte der Verein erstmals mehr als 10.000 Mitglieder.[1]
2021 gelang mit einem 3:1 gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag der Aufstieg. Im ersten Bundesliga-Heimspiel nach mehr als elf Jahren erzielte Gerrit Holtmann am 21.08.2021 nach einem Solo ein Tor, das später zum "Tor des Jahres 2021" gewählt wurde.[1]
2024 stand der VfL wieder in der Relegation, diesmal gegen Fortuna Düsseldorf. Das Hinspiel ging mit 0:3 verloren. Im Rückspiel am 27.05.2024 in Düsseldorf trafen Philipp Hofmann zweimal und Kevin Stöger per Elfmeter, nach der Verlängerung gewann Bochum das Elfmeterschießen mit 6:5.[9] Im Mai 2025 folgte nach vier Spielzeiten in der Bundesliga dann doch der Abstieg. Er stand nach dem Heimspiel gegen Mainz fest, dem letzten Spiel von Kapitän Anthony Losilla.[1]
Das Ruhrstadion an der Castroper Straße
1911 pachtete Spiel und Sport Bochum von Landwirt Dieckmann eine Wiese an der Castroper Straße. Zum ersten Spiel am 08.10.1911 kamen rund 500 Zuschauer.[3] 1921 entstand das erste Stadion mit Platz für 30.000 Menschen.[2] Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs die Anlage auf rund 50.000 Plätze, bezahlt von Mitgliedern über Anteilscheine. Am 02.07.1922 spielte die deutsche Nationalmannschaft hier vor mehr als 40.000 Zuschauern 0:0 gegen Ungarn. Das nächste A-Länderspiel in Bochum gab es erst Ende 1981.[3]

In den 1970er Jahren war das alte Stadion ein Nachteil. 1974 hatte es nur 2.700 Sitzplätze, 1.400 davon ohne Dach. Der VfL nahm nach eigenen Angaben rund 5 DM je Karte ein, die Nachbarvereine mehr als das Doppelte.[3]
Der Name "Ruhrstadion" wurde 1972 für den geplanten Neubau gesichert. Am 07.10.1972 brannte das Flutlicht zum ersten Mal, Bochum gewann 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach.[2] Von 1976 an wurde das Stadion umgebaut. Im Frühjahr 1976 war der Platz wegen der Arbeiten an der Südtribüne unbespielbar, der VfL wich ins Stadion am Schloss Strünkede in Herne aus, gewann dort fünf von sechs Spielen und hielt mit einem 4:2 gegen den Karlsruher SC die Klasse.[3] Am 21.07.1979 wurde das fertige Ruhrstadion mit einem 3:0 gegen Wattenscheid 09 eröffnet.[1]
Von 2006 bis 2016 hieß das Stadion rewirpowerSTADION, seit 2016 Vonovia Ruhrstadion. 2004 fand hier das Endspiel der U21-Europameisterschaft statt, 2010 und 2011 Spiele der U20-Frauen-WM und der Frauen-Weltmeisterschaft. Seit der Saison 2022/23 fasst das Stadion 26.000 Menschen, 14.400 auf Sitzplätzen und 11.600 auf Stehplätzen.[2] Jetzt wird es bei laufendem Spielbetrieb saniert und modernisiert. Die Bauphase dauert voraussichtlich drei Jahre, die Fertigstellung ist für den Sommer 2029 vorgesehen. In der Saison 2026/27 rechnet der Verein mit etwa 21.500 Plätzen, nach dem Umbau mit rund 28.000.[8] Stadionführungen bietet der VfL wegen der Umbauarbeiten bis auf Weiteres nicht an.[10] Andere Spielstätten im Vergleich zeigt die Seite Die Fußballstadien in Deutschland.
Der VfL Bochum in der Saison 2026/27
Bochum spielt 2026/27 in der 2. Bundesliga, Trainer ist Uwe Rösler.[5] Am 23.10.2026 trennten sich der VfL und der Absteiger VfL Wolfsburg 1:1.[5] Mehr über den Gegner steht bei VfL Wolfsburg, die Liga im Überblick unter 2. Bundesliga 2026/27.
- Organisation Tradition: Chronik des VfL Bochum 1848. VfL Bochum 1848. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Vonovia Ruhrstadion: Zahlen und Fakten. VfL Bochum 1848. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Geschichte des Ruhrstadions. VfL Bochum 1848. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation VfL Bochum 1848, Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation VfL Bochum 1848, Clubseite 2. Bundesliga 2026/27. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Union Berlin in the DFB-Pokal: moments, finals, upsets. 1. FC Union Berlin. Stand 17.08.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Chronik: 19.05.2007. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadionsanierung. VfL Bochum 1848. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Düsseldorf gegen Bochum, Relegation 2023/24, Rückspiel. DFL / bundesliga.com. Stand 27.05.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadionführungen. VfL Bochum 1848. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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