Fußballregeln einfach erklärtRatgeber

Handspiel im Fußball: wann es strafbar ist

Strafbar ist ein Handspiel, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit Hand oder Arm berührt oder wenn seine Armhaltung den Körper unnatürlich vergrößert. Ein Tor, das direkt mit Hand oder Arm oder unmittelbar danach erzielt wird, zählt nie, auch wenn die Berührung versehentlich war. Die Grenze zwischen Schulter und Arm liegt unten an der Achselhöhle.

Verteidiger in blauem Trikot springt mit angelegtem Arm in einen Schuss, der Ball fliegt knapp vor ihm
Bild: KI-generiert

Beim Handspiel hat der Schiedsrichter Raum für eine Einschätzung. Die Grundsätze stehen in Regel 12 "Fouls und sonstiges Fehlverhalten", und die erste lautet: Nicht jede Berührung des Balls mit Hand oder Arm ist ein Vergehen [1].

Alle 17 Regeln im Überblick findest du auf der Seite Fußballregeln einfach erklärt.

Wo der Arm beginnt

Für das Handspiel gilt eine feste Grenze: Der Arm beginnt unten an der Achselhöhle, gemessen bei angelegtem Arm [1]. Die Schulter gehört also nicht dazu. Ein Tor, das ein Spieler mit der Schulter erzielt, zählt [2]. Dieselbe Grenze nutzt die Abseitsregel, bei der Hände und Arme ebenfalls nicht mitzählen. Mehr dazu im Ratgeber Die Abseitsregel einfach erklärt.

Seitliche Nahaufnahme eines Spielers, der Ball berührt beim Kopfballduell die Schulter im weißen Trikot
Bild: KI-generiert

Die drei Arten von Handspiel

Regel 12 nennt drei Fälle, in denen eine Berührung mit Hand oder Arm strafbar ist [1]:

  • Der Spieler berührt den Ball absichtlich mit Hand oder Arm, zum Beispiel indem er die Hand zum Ball bewegt.
  • Der Spieler berührt den Ball mit Hand oder Arm und hat seinen Körper durch die Armhaltung unnatürlich vergrößert.
  • Der Spieler erzielt ein Tor direkt mit Hand oder Arm oder unmittelbar nachdem der Ball seine Hand oder seinen Arm berührt hat. Das gilt auch, wenn die Berührung versehentlich war, und auch für den Torhüter.

Der zweite Fall ist der, über den am meisten gestritten wird. Unnatürlich vergrößert ist der Körper, wenn die Haltung von Hand oder Arm weder aus der Körperbewegung in dieser Situation folgt noch mit ihr zu rechtfertigen ist. Wer den Arm so hält, geht nach dem Wortlaut der Regel das Risiko ein, dass der Ball daran springt und er dafür bestraft wird [1].

Was kein Handspiel ist

Trifft der Ball einen Arm, den der Spieler eng am Körper hält, und vergrößert dieser Arm den Körper nicht, liegt kein Vergehen vor. Das Spiel läuft weiter [2]. Auch der Torhüter, der außerhalb seines Strafraums von einem angelegten Arm getroffen wird, begeht kein Vergehen [2].

Seit dem 01.07.2021 ist ein versehentliches Handspiel kein Vergehen mehr, wenn danach ein Mitspieler ein Tor erzielt oder eine Torchance bekommt, sofern die Armhaltung den Körper nicht unnatürlich vergrößert hat. Strafbar bleibt außerdem der Torerfolg des Spielers selbst, direkt mit Hand oder Arm oder unmittelbar danach [2, 3]. Das Verbot, mit der Hand ein Tor zu erzielen, gilt für Treffer ins gegnerische Tor [1].

Wie Schiedsrichter die Armhaltung beurteilen

Ob eine Armhaltung natürlich war, ist eine Ermessensfrage. Die Regeln geben dem Schiedsrichter dafür den Maßstab der Körperbewegung in der konkreten Situation vor, aber keine feste Höhe des Arms [1]. Deshalb können zwei ähnlich aussehende Szenen unterschiedlich bewertet werden, je nachdem, wie sich der Spieler gerade bewegte.

Schiedsrichter steht von hinten gesehen am Monitor am Spielfeldrand und hält die Hand ans Ohr
Bild: KI-generiert

Für den Video-Assistenten gibt das Regelheft eine klare Vorgabe. Zeitlupen soll er nur für sachliche Fragen nutzen, etwa wo genau der Ball den Arm getroffen hat. Ob überhaupt ein Handspielvergehen vorliegt, soll in normaler Geschwindigkeit beurteilt werden. Weil es eine subjektive Entscheidung ist, schaut sich der Schiedsrichter solche Szenen meist selbst am Monitor an [1]. Geprüft wird bei einem Tor auch die Angriffsphase davor. Ein Handspiel der angreifenden Mannschaft beim Herausspielen des Treffers kann das Tor deshalb noch nachträglich kosten [1]. Wann der VAR eingreift, erklärt der Ratgeber Videoschiedsrichter (VAR).

Drei typische Szenen

Arm vom Körper weg, Angriff gestoppt

Ein Verteidiger hält den Arm weit vom Körper ab, ohne dass seine Bewegung das erklärt. Der Ball springt ihm im Strafraum an den Arm und ein aussichtsreicher Angriff ist damit beendet. Das ist ein Handspielvergehen wegen der unnatürlichen Armhaltung: Es gibt Elfmeter. Eine Verwarnung für das Unterbinden des Angriffs gibt es in diesem Fall nicht [2].

Arm vom Körper weg, Tor verhindert

Dieselbe Armhaltung, nur fliegt der Ball diesmal aufs Tor und würde ohne den Arm hineingehen. Der Verteidiger hat ein Tor verhindert, aber nicht absichtlich. Deshalb gibt es Elfmeter und Gelb, keinen Platzverweis [2].

Versehentlich mit dem Arm ins Tor

Ein Angreifer bekommt den Ball aus kurzer Entfernung an den Arm, und von dort springt er direkt ins Tor. Ob der Arm am Körper anlag, spielt hier keine Rolle: Das Tor zählt nicht, die verteidigende Mannschaft bekommt einen direkten Freistoß. Eine Karte gibt es für den Angreifer nicht [2].

Welche Strafe auf ein Handspiel folgt

Ein Handspielvergehen wird mit einem direkten Freistoß bestraft, im eigenen Strafraum mit einem Elfmeter [1]. Wie der Elfmeter abläuft, steht im Ratgeber Elfmeter und Strafraum. Ob dazu eine Karte kommt, hängt vom Zweck und von der Absicht ab [1]:

SituationKarte
Handspiel ohne besondere Folgenkeine
Handspiel unterbindet einen aussichtsreichen AngriffGelb, außer es gibt Strafstoß für ein unabsichtliches Handspiel
Versuch, mit der Hand ein Tor zu erzielenGelb
erfolgloser Versuch, mit der Hand ein Tor zu verhindernkeine Karte, wenn der Schiedsrichter Vorteil gibt und das Tor fällt (seit 2026/27)
unabsichtliches Handspiel verhindert ein Tor oder eine klare Torchance, StrafstoßGelb
unabsichtliches Handspiel verhindert ein Tor oder eine klare Torchance außerhalb des eigenen StrafraumsRot
absichtliches Handspiel verhindert ein Tor oder eine klare TorchanceRot, außer beim Torhüter im eigenen Strafraum

Ein Beispiel: Ein Spieler greift im Mittelfeld mit der Hand nach dem Ball, um einen schnellen Gegenangriff zu stoppen. Das gibt einen direkten Freistoß und Gelb wegen unsportlichen Verhaltens [2]. Mit den Regeln 2026/27 entfällt die Verwarnung, wenn ein Spieler erfolglos versucht, ein Tor mit der Hand zu verhindern, der Schiedsrichter Vorteil gibt und der Ball trotzdem ins Tor geht [4]. Welche Sperren nach Rot folgen, steht im Ratgeber Fouls, Gelbe und Rote Karte.

Sonderfall Torhüter

Außerhalb seines Strafraums gelten für den Torhüter dieselben Handspielregeln wie für alle anderen Spieler. Im eigenen Strafraum darf er den Ball in die Hand nehmen, aber nicht in jeder Lage. Berührt er ihn dort unerlaubt mit der Hand, gibt es einen indirekten Freistoß und keine Karte [1]. Das ist der Fall, wenn er [1]:

Torhüter in grünem Trikot hält den Ball im Strafraum fest an die Brust, im Regen unter Flutlicht
Bild: KI-generiert
  • den Ball nach dem Freigeben noch einmal mit der Hand berührt, bevor ein anderer Spieler ihn gespielt hat,
  • einen Ball aufnimmt, den ihm ein Mitspieler absichtlich mit dem Fuß zugespielt hat,
  • einen Ball aufnimmt, den ein Mitspieler ihm direkt per Einwurf zugeworfen hat.

Der DFB legt die Rückpassregel weit aus. Spielt ein Mitspieler den Ball absichtlich so, dass der Torhüter ihn aufnehmen kann, etwa neben das Tor, gilt das als Zuspiel. Dasselbe gilt, wenn ein Mitspieler den Ball mit dem Fuß absichtlich stoppt und der Torhüter ihn dann aufnimmt [1]. Hat der Torhüter den Ball bei einem Klärungsversuch eindeutig mit dem Fuß gespielt oder zu spielen versucht, darf er ihn danach mit der Hand berühren, auch wenn der Versuch misslingt [1, 2].

Seit 2025/26 darf der Torhüter den Ball höchstens acht Sekunden in den Händen halten. Die letzten fünf Sekunden zeigt der Schiedsrichter mit erhobener Hand an. Hält er den Ball länger, bekommt der Gegner einen Eckstoß [1].

Handspiel bei Freistoß, Einwurf und Abstoß

Wer einen Freistoß, Einwurf, Abstoß oder Eckstoß ausführt, darf den Ball erst wieder berühren, wenn ein anderer Spieler ihn gespielt hat. Sonst gibt es einen indirekten Freistoß. Berührt er ihn dabei mit der Hand, wird daraus ein direkter Freistoß, im eigenen Strafraum ein Strafstoß. War der ausführende Spieler der Torhüter, bleibt es im eigenen Strafraum beim indirekten Freistoß [1]. Wie die Standards ablaufen, erklärt der Ratgeber Ecke, Freistoß, Einwurf.

Handspiel und Abseits

Das Handspiel eines Verteidigers kann eine Abseitsstellung aufheben. Spielt ein Verteidiger den Ball absichtlich, auch mit einem absichtlichen Handspiel, und kommt der Ball dann zu einem Angreifer, der beim letzten Pass im Abseits stand, wird kein Abseits gepfiffen. Anders ist es, wenn der Verteidiger einen Torschuss mit einem anderen Körperteil als Hand oder Arm abwehrt: Das gilt nach Regel 11 als Abwehraktion, und das Abseits bleibt strafbar [1, 2].

Wie sich die Handspielregel verändert hat

Die heutige Fassung geht auf mehrere Änderungen zurück. Bei seiner Jahresversammlung im März 2021 stellte der IFAB klar, dass nicht jede Berührung mit Hand oder Arm ein Vergehen ist. Er strich das versehentliche Handspiel vor dem Tor eines Mitspielers aus der Liste und beschrieb die unnatürliche Vergrößerung über die Körperbewegung in der jeweiligen Situation. Die Änderungen galten ab dem 01.07.2021 [3].

Die Regeln 2026/27 haben am Handspiel selbst nichts geändert, nur an der Verwarnung nach einem Vorteil [4]. Gezählt wird der Arm weiterhin ab der Achselhöhle, und weiterhin entscheidet der Schiedsrichter auf dem Platz, ob eine Armhaltung natürlich war.

  1. Organisation Fußball-Regeln 2025/2026, Regeln 12, 13 bis 17 und VAR-Protokoll. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2025/26. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Laws of the Game, Law 12: Fouls and Misconduct, mit FAQ. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation The IFAB clarifies handball Law and confirms decision on concussion substitute trials. The International Football Association Board (IFAB). Stand 04.03.2021. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Law changes 2026/27. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.