Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

Karlsruher SC: Pokalsieger 1955 und 1956, heute in der 2. Bundesliga

Der Karlsruher SC entstand am 16.10.1952 aus dem KFC Phönix und dem VfB Mühlburg. Er gewann 1955 und 1956 den DFB-Pokal, der Vorgänger Phönix war 1909 Deutscher Meister. 2026/27 spielt der KSC in der 2. Bundesliga, Heimspielstätte ist der BBBank Wildpark.

Modernes Fußballstadion mitten im Wald aus hohen Kiefern und Eichen im Abendlicht eines Spätsommertags
Bild: KI-generiert

Der Karlsruher SC war 1963 bei der ersten Bundesliga-Saison dabei und spielte insgesamt 24 Spielzeiten erstklassig.[3] Seine größten Titel sind die beiden DFB-Pokalsiege der 1950er Jahre, international ist das Halbfinale im UEFA-Pokal 1994 der Höhepunkt.[1] Seit 2019 spielt der KSC in der 2. Bundesliga, auch in der Saison 2026/27.[1, 3, 4]

Steckbrief

MerkmalAngabe
Gründung16.10.1952 durch Fusion von KFC Phönix und VfB Mühlburg[1, 5]
Offizieller NameKarlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix[3, 5]
VereinsfarbenBlau und Weiß[3]
StadionBBBank Wildpark, 33.180 Plätze (Stand 01.08.2025)[7]
Deutscher Meister1909 als Karlsruher FC Phönix[1, 5]
DFB-PokalSieger 1955 und 1956[1]
Liga 2026/272. Bundesliga[4]
Stand der Angaben29.10.2026

Phönix, Mühlburg und die Fusion von 1952

Der ältere der beiden Vorgänger ist der Karlsruher FC Phönix. Ihn gründeten am 06.06.1894 junge Turner der Karlsruher Turngemeinde, nachdem ihr Verein keine Fußballabteilung einrichten wollte.[5] Am 30.05.1909 gewann Phönix in Breslau das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft mit 4:2 gegen Viktoria 89 Berlin.[5] 1912 fusionierte der Verein mit dem KFC Alemannia. Ab 1922 pachtete Phönix das Gelände am Fasanengarten und baute dort, großenteils in Eigenarbeit, das erste Wildparkstadion.[5]

Der VfB Mühlburg entstand am 28.07.1933 aus dem FC Mühlburg und dem VfB Karlsruhe. Die Fusion kam auf Druck des DFB zustande, weil die Liga unter den Nationalsozialisten in 16 Gauligen neu geordnet wurde. Dem FC Mühlburg drohte sonst wegen des schlechteren Torverhältnisses der Abstieg.[6] Den Hintergrund dieser Jahre erklärt der Nationalsozialismus auf geschichte.domain-root.de. Bei einem Luftangriff am 03.09.1942 wurden Platz, Vereinsheim und Archiv in Mühlburg zerstört, die Mitglieder bauten die Anlage von 1945 bis 1947 weitgehend selbst wieder auf.[6] 1947 stieg Mühlburg in die Oberliga auf, gespielt wurde am Platz an der Honsellstraße. Dort sahen 1951 rund 35.000 Zuschauer ein B-Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz.[6]

Auf Anregung der Stadt Karlsruhe schlossen sich beide Vereine zusammen. Ein erster Anlauf scheiterte am 25.09.1952 knapp, im zweiten stimmte die Generalversammlung zu. Am 16.10.1952 entstand der Karlsruher Sport-Club Mühlburg Phönix.[6] Phönix brachte das Wildparkstadion ein, die Stadt sagte den Ausbau zu.[5] Erster Präsident war Heinz v. d. Heydt.[1]

Pokalsiege und Süddeutsche Meisterschaften

1955 gewann der KSC den DFB-Pokal mit 3:2 gegen den FC Schalke 04 in Braunschweig. Ein Jahr später verteidigte er den Titel mit einem 3:1 gegen den Hamburger SV, das Endspiel fand im eigenen Wildparkstadion statt.[1, 2] 1956 wurde der KSC außerdem Süddeutscher Oberligameister und Zweiter der Deutschen Meisterschaft. 1958 und 1960 folgten zwei weitere Süddeutsche Meisterschaften, 1960 stand der KSC außerdem erneut im Pokalfinale, verlor es aber.[1, 9] Mehr zum Wettbewerb steht auf der Seite zum DFB-Pokal.

Großes offenes Stadion der 1950er Jahre mit vollen Erdwällen, Zuschauer mit Hüten aus großer Entfernung von hinten
Bild: KI-generiert

In der Bundesliga seit 1963

Das erste Bundesliga-Spiel verlor der KSC 1:4 gegen den Meidericher SV.[1] 1964 gewann die Mannschaft 7:0 bei Eintracht Frankfurt, bis heute der höchste Bundesliga-Sieg des Vereins.[9] Nach fünf Spielzeiten stieg Karlsruhe 1968 zum ersten Mal ab.[3] 1969 wurde der KSC Meister der Regionalliga Süd, in den Jahren 1975 bis 1977 holte er eine weitere Süddeutsche Meisterschaft.[1, 9] Es folgten Jahre als Fahrstuhlmannschaft: 1975 und 1984 kam der KSC als Meister der 2. Bundesliga zurück, blieb aber jeweils nicht lange.[1, 3] Die Amateurmannschaft wurde 1965 Deutscher Amateurmeister und spielte von 1990 bis 1993 in der Oberliga Baden-Württemberg und wurde einmal Meister.[9] Wie sich die Liga in dieser Zeit entwickelte, erzählt die Geschichte der Bundesliga.

Die Ära Winfried Schäfer

1986 übernahm Winfried Schäfer das Traineramt. Er blieb zwölf Jahre, so lange wie kein anderer Trainer in der Vereinsgeschichte.[1] Ab 1987 spielte der KSC elf Spielzeiten am Stück in der Bundesliga.[1, 3] 1993 qualifizierte er sich zum ersten Mal für den UEFA-Pokal und kam gleich ins Halbfinale. Als Höhepunkt gilt das 7:0 gegen den FC Valencia in der zweiten Runde.[1] 1995 gewann der KSC das DFB-Hallenmasters in München. 1996 stand Karlsruhe noch einmal im Pokalfinale und verlor 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Im selben Sommer kam der Verein über den UI-Cup in den UEFA-Pokal, im entscheidenden Rückspiel gegen Standard Lüttich drehte er eine Hinspielniederlage mit einem 3:1. 1997 wurde der KSC Sechster der Bundesliga und qualifizierte sich zum dritten Mal für den UEFA-Pokal.[1]

Flutlichtspielfeld in einer kalten Herbstnacht mit Nebel über dem Rasen und einem Ball auf dem Elfmeterpunkt
Bild: KI-generiert

Unter den 52 Persönlichkeiten, die das Sportarchiv der Stadt für den KSC aufführt, sind Oliver Kahn und Thomas Häßler.[9] Auch Joachim Löw war 1999 und 2000 Trainer beim KSC.[1, 9] 1998 wurde Schäfer beurlaubt, am Saisonende stieg der KSC nach elf Jahren ab.[1]

Abstürze und Neuanfänge

2000 folgte der nächste Abstieg, diesmal in die Regionalliga. Unter Trainer Stefan Kuntz gelang 2001 als Meister der Regionalliga Süd der sofortige Wiederaufstieg.[1] 2002 stand der Verein vor der Insolvenz, Gerhard Seiler übernahm als Notpräsident.[1] 2007 stieg der KSC am 31. Spieltag vorzeitig als Meister der 2. Liga in die Bundesliga auf. 2009 musste er trotz eines 4:0 gegen Hertha BSC am letzten Spieltag wieder hinunter.[1]

2012 verlor Karlsruhe die Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg und stieg in die 3. Liga ab, kam aber 2013 als Meister zurück.[1] 2015 fehlte nach Platz drei wenig zur Bundesliga, die Relegation gegen den Hamburger SV ging mit 1:1 und 1:2 nach Verlängerung verloren.[1] 2017 stieg der KSC zum dritten Mal in die 3. Liga ab. 2019 kehrte er als Zweiter hinter dem VfL Osnabrück zurück.[1] Im Mai 2020 wendete der Verein eine mögliche Planinsolvenz ab, unter anderem mit rund sechs Millionen Euro eines Investorenbündnisses. Im Februar 2020 hatte Christian Eichner das Traineramt übernommen.[1]

Vom Wildparkstadion zum BBBank Wildpark

Das Stadion liegt im Karlsruher Hardtwald.[2] Von 1953 bis 1955 baute die Stadt die alte Phönix-Anlage für 55.000 Zuschauer aus, Stahltribünen brachten die Kapazität auf 70.000.[9] Am 07.08.1955 wurde das Wildparkstadion an den KSC übergeben, das Eröffnungsspiel gegen Rot-Weiss Essen endete 2:2 vor rund 45.000 Zuschauern.[2] Ab 1978 wurde die Gegentribüne erweitert, von 1991 bis 1993 entstand eine neue Haupttribüne. Statt der geplanten 22 Millionen Mark kostete sie 45 Millionen.[2] Sechs Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft fanden im Wildpark statt, alle gewann Deutschland.[2]

Stadionbaustelle mit halb fertigem Stahldach und Kränen neben einem bespielten grünen Rasen an einem bewölkten Tag
Bild: KI-generiert

Im Juli 2016 beschloss der Gemeinderat einen Neubau am selben Ort. Ab Oktober 2018 wurden die Kurvenwälle abgetragen, gebaut wurde bei laufendem Spielbetrieb. Am 03.11.2019 fand das Abschiedsspiel im alten Stadion statt.[1, 2] Seit Juli 2021 heißt die Anlage BBBank Wildpark, eröffnet wurde sie im Juli 2023 mit einem 2:4 gegen den FC Liverpool.[2] Heute bietet der Wildpark 33.180 Plätze, darunter 9.086 Stehplätze für Heimfans und 3.500 Plätze für Gäste.[7]

Mehr als Fußball

Der KSC ist ein Sportverein mit langer Tradition in der Leichtathletik. Heinz Fütterer stellte 1954 in Japan mit 10,2 Sekunden über 100 Meter einen Weltrekord auf. Im selben Jahr wurde er Deutscher Meister und Europameister über 100 und 200 Meter.[9] Bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne gewann die 4-mal-100-Meter-Staffel mit KSC-Beteiligung Bronze, 1960 in Rom holte Carl Kaufmann Silber über 400 Meter.[9] Die Fußballerinnen des KSC spielten von 2004 bis 2007 in der 2. Bundesliga.[9]

2007 übergab der KSC als erster Bundesligist seine Unterlagen dem Stadtarchiv Karlsruhe.[9] Am längsten führte Roland Schmider den Verein, er war von 1974 bis 2000 Präsident, also 26 Jahre.[1] Seit Juli 2020 ist Holger Siegmund-Schultze Präsident.[1]

Duelle mit dem VfB Stuttgart

Gegen den VfB Stuttgart aus dem eigenen Bundesland zählt das DFB-Datencenter 53 Pflichtspiele, von denen der KSC 12 gewann, 9 endeten unentschieden, 32 verlor er. In Stuttgart gelangen dem KSC nur drei Siege.[8] Das bisher letzte Duell gewann Karlsruhe am 14.06.2020 in der 2. Bundesliga mit 2:1.[8]

Die Saison 2026/27

Der KSC spielt die achte Zweitliga-Saison in Folge.[3] Trainer ist laut Vereinschronik Christian Eichner, der das Amt am 03.02.2020 übernahm.[1] In der Liga warten unter anderem die Absteiger VfL Wolfsburg, 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli sowie die Aufsteiger VfL Osnabrück und Energie Cottbus.[4] Alle Vereine findest du auf der Seite 2. Bundesliga 2026/27.

  1. Organisation Chronik. Karlsruher SC. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Stadion: Geschichte. Karlsruher SC. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Karlsruher SC Mühlburg-Phönix e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Sportarchiv: Karlsruher FC Phönix. Stadt Karlsruhe, Stadtarchiv. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Sportarchiv: VfB Mühlburg. Stadt Karlsruhe, Stadtarchiv. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Stadion: Daten und Fakten. Karlsruher SC. Stand 01.08.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Mannschaftsvergleich Karlsruher SC gegen VfB Stuttgart. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Behörde Sportarchiv: Karlsruher SC. Stadt Karlsruhe, Stadtarchiv. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.