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FC Erzgebirge Aue: dreimal DDR-Meister, 2026/27 in der Regionalliga
Der FC Erzgebirge Aue hieß zu DDR-Zeiten Wismut Aue und wurde 1956, 1957 und 1959 DDR-Meister. Nach 23 Jahren in der 2. Bundesliga und der 3. Liga stieg der Verein im April 2026 ab. In der Saison 2026/27 spielt Aue in der Regionalliga Nordost, Heimspielstätte ist das Erzgebirgsstadion.

Der FC Erzgebirge Aue wurde zu DDR-Zeiten unter dem Namen Wismut dreimal Meister.[1] Von 2003 bis 2026 spielte er ohne Unterbrechung im Profifußball, in der 2. Bundesliga oder der 3. Liga. Seit dem Abstieg im April 2026 tritt Aue in der Regionalliga Nordost an und gehört in der Saison 2026/27 damit nicht zu den Vereinen der ersten drei Ligen.[5, 6]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | Vorläufer FC Aue 1908; Gründungsdatum im DFB-Register 24.09.1949[1, 5] |
| Name seit | 01.01.1993 FC Erzgebirge Aue e. V.[1] |
| Vereinsfarben | Lila und Weiß[5, 9] |
| Spitzname | Veilchen[10] |
| Stadion | eins-Erzgebirgsstadion, 15.500 überdachte Plätze[3] |
| Liga 2026/27 | Regionalliga Nordost[5, 6] |
| DDR-Meister | 1956, 1957, 1959[1] |
| FDGB-Pokal | 1955[1] |
| Aufstiege in die 2. Bundesliga | 2003, 2010, 2016[1] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Von 1908 bis zur SG Aue
Die Geschichte des Vereins reicht bis März 1908 zurück, als in Aue der FC Aue 1908 gegründet wurde. Gespielt wurde auf der Schützenwiese am Schlachthof am Zeller Berg. Das erste belegte Spiel fand am 03.05.1908 gegen den Chemnitzer Sportklub statt, im Herbst desselben Jahres hatte der Verein 14 aktive und vier passive Mitglieder.[11] 1910 nannte er sich FC "Jung Deutschland", 1912 FC Alemannia Aue und 1921 SV Alemannia Aue. 1937 schloss sich die Alemannia mit dem VfB Aue zum SV Aue zusammen.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte im August 1945 in der Gaststätte "Reichshalle" eine Fußballsektion wieder auf, Vorsitzender der Sportgruppe Aue wurde Kurt Ungethüm. Am 20.08.1945 spielte sie 2:2 gegen Saxonia Bernsbach, 1945 gab es aber nur Freundschaftsspiele.[8] 1946 wurde erstmals wieder eine Kreismeisterschaft ausgespielt. Aue lag punktgleich mit Bernsbach und verlor das Entscheidungsspiel 4:5, 1947 holte die erste Mannschaft Kreismeisterschaft und Kreispokal.[8] Weil Aue in der Wismut-Region lag, die man nur mit besonderer Genehmigung betreten durfte, war Spielbetrieb über die Region hinaus schwierig.[8]
Der Verein selbst setzt den Beginn seiner Geschichte auf 1946 und feiert 2026 seinen 80. Geburtstag. Das Jubiläum begleitet er mit der Kampagne "SchAchtzig!", mit der er die Menschen, die Geschichte und die Wurzeln des Vereins würdigen will.[9] Lange war im Verein umstritten, ob er auf 1946 oder 1949 zurückgeht. Eine Arbeitsgruppe hat die Frage 2018 untersucht. Das oft genannte Datum 04.03.1946, an dem der sowjetische Stadtkommandant die Gründung der SG Aue genehmigt haben soll, ließ sich nicht belegen, die Arbeitsgruppe nennt es eine Anekdote.[1] Das Datum hängt mit einer Faschingsfeier in der Gaststätte Stadtpark zusammen und wurde gewählt, weil sich kein anderes fand.[8] Formal gegründet wurde die SG Aue am 03.08.1948, nachdem die Besatzungsmacht ab dem 01.08.1948 wieder Vereinsgründungen zuließ. Am 24.09.1949 entstand daraus die SG Pneumatik Aue, dieses Datum führt der DFB als Gründungstag.[1, 5]
Wismut Aue und die drei Meistertitel
Im Sommer 1950 übernahm die SAG Wismut die Trägerschaft. Der Verein hieß nun Zentra Wismut Aue, ab 1951 BSG Wismut Aue.[1] Nach der Saison 1950/51 stieg er in die DDR-Oberliga auf und blieb dort ohne Unterbrechung bis 1990. Mit 1.019 Spielen hält Wismut den Rekord für die meisten Partien in der höchsten Spielklasse der DDR.[1, 10] 1953 stand Aue punktgleich mit Dresden im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft und unterlag dort in Berlin nach Verlängerung 2:3 der SG Dynamo Dresden.[7]

1955 gewann die Mannschaft den FDGB-Pokal. Von 1954 bis 1963 trat sie offiziell als SC Wismut Karl-Marx-Stadt an und wurde unter diesem Namen 1956, 1957 und 1959 DDR-Meister.[1] 1963 kehrte der Name BSG Wismut Aue zurück und blieb bis 1990.[1] Wie die Oberliga aufgebaut war und welche Vereine sie prägten, zeigt die Seite Fußball in der DDR: die Oberliga. Den politischen Rahmen dieser Jahre beschreibt DDR und Bundesrepublik auf geschichte.domain-root.de.
Im Europapokal
Als DDR-Meister spielte Wismut im Europapokal der Landesmeister. Die Gegner waren Ajax Amsterdam, die Young Boys aus Bern und Rapid Wien.[1] In der Saison 1958/59 erreichte Wismut das Viertelfinale. Gegen die Young Boys aus Bern endete das Rückspiel am 18.03.1959 vor 30.000 Zuschauern im Otto-Grotewohl-Stadion in Aue 0:0.[12] Schon am 02.04.1956 hatte der SC Wismut gegen den FC Zürich gespielt, Ostern 1957 reiste er zu Spielen nach Kaiserslautern und Mainz.[4]
Später qualifizierte sich Wismut Aue noch zweimal für den UEFA-Pokal, 1985 und 1988.[1] Am 13.10.1989 weihte der Verein im eigenen Stadion eine Flutlichtanlage ein, 26.000 Zuschauer waren dabei.[3]
Nach der Wende: Ende der Wismut
Am 14.02.1990 wurde der FC Wismut Aue e. V. gegründet.[1] Zwei Jahre später brach die Grundlage weg: Die Wismut AG kündigte als Hauptsponsor alle Verträge zum 30.06.1992, Gespräche mit der Geschäftsführung blieben ohne Ergebnis.[2] Ohne neues Geld drohten Ausverkauf oder Auflösung. Ein Zuschuss des Landratsamts und die Hilfe kleiner und mittlerer Betriebe aus dem Erzgebirge hielten den Spielbetrieb aufrecht.[2]

Der Landkreis Aue knüpfte seine Unterstützung an einen neuen Namen. Ende September 1992 fiel die Entscheidung, seit dem 01.01.1993 heißt der Verein FC Erzgebirge Aue.[2] Zum Präsidenten wählten 72 stimmberechtigte Mitglieder den 33 Jahre alten Unternehmer Uwe Leonhardt.[2] Sportlich war die Saison 1992/93 in der Amateur-Oberliga, Staffel Süd, mühsam. Nach dem Abgang von neun wichtigen Spielern wurde Aue Siebter, im Schnitt kamen nur 1.176 Zuschauer, so wenige wie nie seit dem Oberliga-Aufstieg 1951.[2] Die meisten Zuschauer, etwa 4.000, sahen im März 1993 das Westsachsen-Derby gegen den FSV Zwickau, das Aue 1:0 gewann.[2]
Den höchsten Ligasieg seiner Geschichte feierte der Verein am 06.05.1995 mit einem 10:0 gegen Türkiyemspor Berlin.[4] Wie sich die Spielklassen unterhalb der 3. Liga heute gliedern, erklärt die Seite über die Ligapyramide.
23 Jahre Profifußball
2003 stieg Aue zum ersten Mal in die 2. Bundesliga auf. Zwei weitere Aufstiege folgten 2010 und 2016.[1] Dazwischen spielte der Verein in der 3. Liga, nach dem Abstieg 2026 sprach die Berichterstattung von 23 Jahren Profifußball am Stück.[6]
Am 02.11.2024 bestritt Aue gegen den 1. FC Saarbrücken sein 1.100. Ligaspiel seit der Umbenennung 1993. Mehr als die Hälfte davon, 544 Partien, hatte der Verein bis dahin in der 2. Bundesliga gespielt, 202 in der 3. Liga. Die übrigen fielen in die NOFV-Oberliga Süd und die Regionalliga Nordost.[10] Der Verein selbst nennt seine Mannschaft die Veilchen, passend zu den Vereinsfarben Lila und Weiß.[9, 10]
Die Saison 2025/26 in der 3. Liga lief schlecht. Am 25.04.2026 reichte ein 2:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht mehr, damit stand der Abstieg vorzeitig fest.[6] In der Saison 2026/27 spielt Aue in der Regionalliga Nordost.[5] Welche Vereine stattdessen in der dritten Liga antreten, steht auf der Seite 3. Liga 2026/27.
Das Erzgebirgsstadion
Am 29.05.1928 wurde am Zeller Berg das Städtische Stadion eingeweiht, mehr als 7.000 Zuschauer kamen.[3] Das heutige Stadion wurde am 20.08.1950 als Otto-Grotewohl-Stadion eröffnet. Zur Eröffnung sollen nach Angaben des Vereins bis zu 50.000 Menschen gekommen sein.[3]
Im November 1991 wurde es in Erzgebirgsstadion umbenannt, ab dem 16.03.2011 hieß es Sparkassen-Erzgebirgsstadion, seit Juli 2025 eins-Erzgebirgsstadion.[3] Die Namensrechte hatte ursprünglich die Erzgebirgssparkasse erworben, der Name Sparkassen-Erzgebirgsstadion sollte bis zum Ende der Saison 2019/20 gelten.[3] Ein erster großer Umbau begann am 16.05.1986 und zog sich bis September 1992 hin. Weitere Arbeiten folgten 2004 und 2010, dabei kamen unter anderem ein neuer Rasen, eine überdachte Haupttribüne und eine überdachte Gegengerade dazu.[3] Von 2015 bis 2017 wurde das Stadion dann grundlegend umgebaut, am 26.01.2018 wurde das neue Stadion übergeben. Die offizielle Einweihung folgte am 29.07.2018 mit einem 1:0 gegen Schalke 04.[3] Es hat 15.500 überdachte Plätze: etwa 7.730 Sitzplätze, 6.640 Stehplätze und 990 Plätze im VIP-Bereich, dazu 32 Plätze für Rollstuhlfahrer mit ebenso vielen Plätzen für Begleitpersonen.[3] Der erste Besuch des FC Bayern im August 1998 beim Ligacup, gegen Bayer Leverkusen, lockte 19.000 Zuschauer ins Stadion.[3]
- Organisation Erstmals liegt komplette Chronik vor. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 28.07.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Als sich die Wismut 1992 zurückzog. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 31.10.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation eins-Erzgebirgsstadion. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Geschichte. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FC Erzgebirge Aue e. V.: Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Trotz Überzahl: Erzgebirge Aue steigt vorzeitig ab. Sachsen Fernsehen. Stand 25.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Chronik. SG Dynamo Dresden. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Schwerer Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg: Zur Geschichte unseres Kumpelvereins, Teil 5. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 20.02.2019. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SchAchtzig!. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 12.06.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 1100. Ligaspiel für den FCE. FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 30.10.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mit dem F.C. Aue 1908 fing alles an: Zur Geschichte unseres Kumpelvereins, Teil 1 (Ronny Graßer, Olaf Seifert). FC Erzgebirge Aue e. V.. Stand 24.09.2018. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Europapokal der Landesmeister 1958/59, Viertelfinale: Erzgebirge Aue gegen BSC Young Boys. DFB-Datencenter. Stand 1959. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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