Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
TSV Havelse: der Verein aus Garbsen in der 3. Liga
Der TSV Havelse aus Garbsen bei Hannover wurde am 05.08.1912 als FC "Pelikan" Havelse gegründet und spielte 1990/91 eine Saison in der 2. Bundesliga. In der Saison 2026/27 tritt er in der 3. Liga an, weil er für den TSV 1860 München nachrückte. Heimspiele trägt er in Hannover aus, sein eigenes Stadion fasst rund 3.500 Zuschauer.

Der TSV Havelse kommt aus Garbsen am Stadtrand von Hannover und spielt in der Saison 2026/27 seine dritte Spielzeit in der 3. Liga.[1, 3, 7] Sportlich war die Mannschaft 2025/26 abgestiegen. Weil der TSV 1860 München keine Zulassung bekam, rückte Havelse als bestplatzierter sportlicher Absteiger nach.[7, 8]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 05.08.1912 als FC "Pelikan" Havelse[1, 3] |
| Vollständiger Name | Turn- und Sportverein Havelse 1912 e. V.[1] |
| Sitz | Havelse, Stadtteil von Garbsen[1] |
| Vereinsfarben | Rot und Weiß[1, 3] |
| Eigenes Stadion | Wilhelm-Langrehr-Stadion, rund 3.500 Plätze[2] |
| Liga 2026/27 | 3. Liga[7] |
| 2. Bundesliga | 1990/91[1, 3] |
| 3. Liga | 2021/22, 2025/26, 2026/27[3, 6, 7] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Ein Ball namens Pelikan
Am 05.08.1912 gründeten junge Männer in Havelse den FC "Pelikan" Havelse. Den Namen gab der erste Ball des Vereins, ein Ball der Marke Pelikan.[1] 1923 löste sich der Verein während der Hyperinflation auf.[1] Wie die Geldentwertung jener Jahre das Leben in Deutschland durcheinanderbrachte, steht auf der Seite über die Weimarer Republik auf geschichte.domain-root.de.

1933 entstand der Verein neu, zuerst als TV Havelse und kurz darauf als TSV Havelse. 1947 nannte er sich TSV Havelse-Marienwerder, um weiter gegen stärkere Mannschaften aus Hannover antreten zu können. Fünf Jahre später nahm er den alten Namen wieder an. Heute hat der TSV neben Fußball Abteilungen für Tennis, Tischtennis, Turnen, Dart und E-Sports.[1] 1955 erreichte die Mannschaft die Aufstiegsrunde zur Oberliga und scheiterte dort, 1956 musste sie wegen eines Lizenzverstoßes aus der niedersächsischen Amateurliga absteigen.[1]
Wilhelm Langrehr und der Weg nach oben
1975 holte der Spartenvorsitzende Wilhelm Langrehr den früheren Nationalspieler Hans Siemensmeyer als Trainer nach Havelse. Nach Langrehr ist heute das Stadion benannt.[1] 1979 stieg der TSV aus der Bezirksliga bis in die Oberliga Nord auf, damals die dritte Liga.[1]
1984 spielte Havelse zum ersten Mal im DFB-Pokal. Gegen den VfL Bochum gab es ein 2:2, das Wiederholungsspiel ging 0:4 verloren.[1] In der schwachen Saison 1986/87 übernahm Volker Finke, ein früherer Spieler des Vereins, und rettete die Mannschaft vor dem Abstieg.[1]
Eine Saison in der 2. Bundesliga
1989/90 führte Finke den TSV in die Aufstiegsrunde. Am letzten Spieltag gewann Havelse 3:2 gegen den Wuppertaler SV und stieg in die 2. Bundesliga auf.[1] In der Saison 1990/91 traf die Mannschaft auf den FC Schalke 04 und den MSV Duisburg und spielte zweimal das Derby gegen Hannover 96.[1]
Im Oktober 1990 verließ Finke den Verein nach Differenzen mit dem Vorstand und ging zum SC Freiburg. Sein Nachfolger Karl-Heinz Mrosko konnte den Abstieg nicht verhindern.[1] Es blieb die einzige Saison in der 2. Bundesliga.[3]
1991/92 spielte Havelse wieder in der Oberliga, Trainer war jetzt Jürgen Stoffregen. Im DFB-Pokal schlug die Mannschaft den 1. FC Nürnberg im Elfmeterschießen und schied in der zweiten Runde gegen Bamberg aus. In der Oberliga erreichte sie erneut die Aufstiegsrunde, kam dort aber nicht weiter.[1]
Tiefpunkt und Rückkehr in die Regionalliga
Ende der 1990er Jahre ging es bergab. 2001 stieg der TSV in die Niedersachsenliga ab, die fünfte Spielklasse, Trainer Ronald Worm und die Mannschaft verließen den Verein. Der Neuanfang unter Bernd Krajewski misslang, 2001/02 folgte der Abstieg in die Landesliga, die sechste Spielklasse. Der Verein nennt das den Tiefpunkt seiner jüngeren Geschichte.[1]
2003 kehrte Jürgen Stoffregen zurück und führte den TSV 2005 in die Niedersachsenliga. Nach fünf Jahren dort gelang 2009/10 der Aufstieg in die Regionalliga.[1] In der folgenden Saison lief die Hinrunde schlecht, Stoffregen wurde zur Winterpause entlassen. André Breitenreiter, ein früherer Spieler des Vereins, übernahm und sicherte den Klassenerhalt.[1]
2011/12 wurde Havelse Fünfter und gewann den Niedersachsenpokal im Finale gegen den SV Wilhelmshaven. Im DFB-Pokal schlug die Mannschaft erneut den 1. FC Nürnberg, diesmal 3:2 nach Verlängerung, und verlor in der zweiten Runde 1:3 gegen den VfL Bochum.[1] 2012/13 führte der TSV die Tabelle bis zum vorletzten Spieltag an, aufgestiegen ist am Ende Holstein Kiel.[1] Breitenreiter wechselte 2013 zum SC Paderborn, Nachfolger wurde Christian Benbennek.[1]
In den folgenden Jahren hielt sich Havelse im Mittelfeld der Regionalliga: Platz sieben 2013/14, Platz vier 2014/15 und zweimal Platz sechs in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17.[1] Auf der Trainerbank wechselte es häufiger. Benbennek ging 2015 zu Alemannia Aachen, Stefan Gehrke kehrte nach wenigen Monaten zur U19 zurück, und ab September 2015 trainierte Alexander Kiene die Mannschaft. 2017 kam Benbennek zurück.[1] 2018/19 steckte der TSV im Abstiegskampf, der Verein trennte sich von Benbennek, und Geschäftsführer Stefan Pralle legte zur Winterpause sein Amt nieder.[1]
Zweimal Aufstieg in die 3. Liga
2019 übernahm der frühere Kapitän Jan Zimmermann als Trainer und Sportlicher Leiter. Die Saison 2019/20 wurde wegen Corona abgebrochen, nach der Quotientenregel kam Havelse auf Rang neun. Im Finale des Niedersachsenpokals gewann die Mannschaft 4:1 gegen den BSV Rehden, der zweite Pokalsieg nach 2012. In der ersten Runde des DFB-Pokals verlor sie danach 1:5 gegen den 1. FSV Mainz 05.[1] Als die Saison 2020/21 im Frühjahr 2021 abgebrochen wurde, führte der TSV die Südgruppe der Regionalliga Nord an. Der Norddeutsche Fußball-Verband meldete ihn für die Aufstiegsspiele.[1] Gegen den 1. FC Schweinfurt 05 gewann Havelse beide Spiele 1:0 und stieg in die 3. Liga auf. Im Hinspiel in Schweinfurt traf Kapitän Tobias Fölster in der Nachspielzeit, im Rückspiel Kevin Schumacher.[1, 4] Trainer Jan Zimmermann und sein Co-Trainer Jens Jansen wechselten danach zu Hannover 96.[1] Die Saison 2021/22 endete mit dem Abstieg.[5]

Drei Jahre später kam der zweite Aufstieg. Als Meister der Regionalliga Nord spielte Havelse 2025 gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig, den Meister der Regionalliga Nordost. Das Hinspiel in Leipzig endete am 28.05.2025 1:1.[4, 5] Im Rückspiel am 01.06.2025 vor 2.300 Zuschauern im ausverkauften Wilhelm-Langrehr-Stadion stand es nach 90 Minuten 0:0. In der Verlängerung trafen Kapitän Julius Düker (95.), Marko Ilic (109.) und Lorenzo Paladino (114.) zum 3:0. Paladino sah eine Minute später Gelb-Rot, weil er beim Jubel sein Trikot ausgezogen hatte. Bei Leipzig gab es in diesem Spiel drei Platzverweise.[5] Trainer war Samir Ferchichi.[5, 6] Sechs Spieler aus der ersten Drittliga-Saison standen beim zweiten Aufstieg noch im Kader, darunter Kapitän Düker.[6]
Das Wilhelm-Langrehr-Stadion und die Heimspiele in Hannover
Das eigene Stadion an der Hannoverschen Straße 90 bis 92 in Garbsen hieß früher TSV-Kampfbahn an der Hannoverschen Straße. Es fasst rund 3.500 Zuschauer, davon 500 auf Sitzplätzen der Haupttribüne. Die übrigen Plätze sind Stehplätze auf der überdachten Gegentribüne und der offenen Osttribüne, auf der auch der Gästeblock liegt.[2]

Für die 3. Liga reicht das nicht. Nach dem Aufstieg 2025 kündigte der Verein an, die meisten Heimspiele wie schon 2021/22 im Eilenriedestadion in Hannover auszutragen.[6] Für die Saison 2026/27 bekam der Verein die Zulassung zunächst mit der Heinz von Heiden Arena als Spielstätte. Am 12.10.2026 ließ der DFB das Eilenriedestadion als weitere Heimspielstätte zu. Die vorgeschriebene Mindestkapazität von 5.001 Plätzen erreicht Havelse dort mit mobilen Zusatztribünen.[9] Dort stand am Dienstag, dem 13.10.2026, die Partie gegen die Würzburger Kickers an.[9]
Nachrücker für 2026/27
Am 11.06.2026 stand das Teilnehmerfeld der 3. Liga fest. Der TSV 1860 München hatte sich sportlich qualifiziert, erfüllte aber eine wirtschaftliche Bedingung nicht. Nach § 55a der DFB-Spielordnung bekam Havelse den Platz, weil der Verein der bestplatzierte sportliche Absteiger war und alle wirtschaftlichen und technisch-organisatorischen Kriterien erfüllt hatte.[7] Das DFB-Bundesgericht bestätigte die Entscheidung gegen 1860 im Juli 2026.[8] Mehr dazu steht auf der Seite des TSV 1860 München.
In der 3. Liga 2026/27 trifft Havelse unter anderem auf die Absteiger Fortuna Düsseldorf und SC Preußen Münster und auf die zweiten Mannschaften des VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim.[7] Die Saison begann am 07.08.2026, die Hinrunde endet am 20.12.2026 und die Saison am 22.05.2027.[7] Alle 20 Mannschaften und den Modus erklärt die Seite 3. Liga 2026/27.
- Organisation Der TSV: Historie und Vereinsdaten. TSV Havelse. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Kontakt: Stadion. TSV Havelse. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation TSV Havelse 1912 e. V.: Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Lok Leipzig oder Havelse: Wer schafft es in die 3. Liga?. DFB. Stand 28.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Nach drei Jahren: TSV Havelse zurück in der 3. Liga. DFB. Stand 01.06.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Zwei Rückkehrer und zwei Neulinge: Das sind die Aufsteiger. DFB. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. DFB. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bundesgericht bestätigt Zulassungsverweigerung für 1860 München. DFB. Stand 08.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Eilenriedestadion als weitere Heimspielstätte des TSV Havelse zugelassen. DFB. Stand 12.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
Vereine1. FC Schweinfurt 05Der 1. FC Schweinfurt 05 von 1905 bis zur Regionalliga Bayern 2026/27: Oberliga Süd, drei Jahre 2.
VereineSV MeppenSV Meppen von der Gründung 1912 bis zur 3.
VereineSC Fortuna KölnSC Fortuna Köln von der Gründung 1948 bis zur 3.
TaktikSpielsystemeWas die Zahlen eines Spielsystems bedeuten, wie 4-4-2, 4-3-3, 4-2-3-1 und Dreierketten funktionieren und wie sich die …