Fußballregeln einfach erklärtRatgeber

Elfmeter und Strafraum: die Regeln

Einen Elfmeter gibt es, wenn ein Spieler im eigenen Strafraum bei laufendem Spiel ein Vergehen begeht, das sonst mit einem direkten Freistoß geahndet würde. Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt 11 m vor dem Tor, der Torhüter muss beim Schuss mit mindestens einem Fuß die Torlinie berühren oder sich auf ihrer Höhe befinden. Alle anderen Spieler stehen außerhalb des Strafraums und mindestens 9,15 m hinter dem Punkt.

Ein Fußball liegt auf dem weißen Elfmeterpunkt, dahinter unscharf ein leeres Tor mit weißem Netz
Bild: KI-generiert

Der Elfmeter heißt im Regelwerk Strafstoß und ist Regel 14 der 17 Fußballregeln. Er wird verhängt, wenn ein Spieler bei laufendem Spiel im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das sonst mit einem direkten Freistoß bestraft würde. Aus einem Strafstoß kann ein Tor direkt erzielt werden [1].

Wie die übrigen Regeln zusammenhängen, steht auf der Übersichtsseite Fußballregeln einfach erklärt.

Strafraum und Elfmeterpunkt

Der Strafraum entsteht aus zwei Linien, die 16,5 m neben der Innenseite jedes Torpfostens rechtwinklig von der Torlinie abgehen und 16,5 m ins Feld reichen. Eine Linie parallel zur Torlinie verbindet sie [1]. Mit den 7,32 m zwischen den Pfosten ergibt das eine Breite von 40,32 m. Der Elfmeterpunkt liegt 11 m vom Mittelpunkt der Torlinie entfernt. Gemessen wird von der Mitte des Punkts bis zur hinteren Kante der Torlinie [1].

Luftaufnahme eines Strafraums mit weißen Linien, Torraum und Teilkreis auf gestreiftem Rasen
Bild: KI-generiert

Vor dem Strafraum ist ein Teilkreis mit 9,15 m Radius um den Elfmeterpunkt eingezeichnet. Er zeigt den Abstand, den alle Spieler außer Schütze und Torhüter bei der Ausführung einhalten müssen [1]. Die Linien gehören zu dem Raum, den sie begrenzen. Ein Foul auf der Strafraumlinie ist also ein Foul im Strafraum [1]. Alle Maße des Feldes stehen im Ratgeber Fußballfeld: Maße und Linien.

Wann gibt es Elfmeter?

Strafstoß gibt es für alle Vergehen, die mit einem direkten Freistoß geahndet werden, wenn der Verteidiger sie im eigenen Strafraum begeht. Dazu zählen Treten, Beinstellen, Stoßen, Schlagen, Rempeln, Anspringen und ein Tackling, wenn der Schiedsrichter sie als fahrlässig, rücksichtslos oder übermäßig hart einstuft. Ebenso gehören Halten, Sperren mit Körperkontakt, Beißen, Spucken und ein Handspielvergehen dazu [1]. Was beim Handspiel zählt, erklärt der Ratgeber Handspiel im Fußball.

Maßgebend ist der Ort des Vergehens. Beginnt ein Verteidiger außerhalb des Strafraums, einen Angreifer zu halten, und hält er ihn im Strafraum weiter fest, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß [1]. Auch ein Vergehen außerhalb des Spielfelds kann zum Elfmeter führen: Geschieht es hinter der eigenen Torlinie im Bereich der gedachten Verlängerung der Strafraumlinien, wird das Spiel mit einem Strafstoß fortgesetzt [1].

Der Ball muss im Spiel sein. Stößt ein Verteidiger einen Gegner, nachdem der Ball die Torlinie schon vollständig überquert hat, bekommt er eine Verwarnung, und das Spiel geht mit Abstoß weiter [3].

Gelb oder Rot beim Elfmeter

Verhindert ein Verteidiger im Strafraum mit einem Foul eine offensichtliche Torchance, hängt die Karte davon ab, wie das Foul aussah. Wollte er den Ball spielen oder ging er in einen Zweikampf um den Ball, gibt es Strafstoß und Gelb. Bei Halten, Ziehen, Stoßen oder wenn er gar keine Möglichkeit hatte, den Ball zu spielen, sieht er Rot [1].

Beim Handspiel kommt es auf die Absicht an. Wer ein Tor oder eine offensichtliche Torchance mit einem absichtlichen Handspiel verhindert, wird des Feldes verwiesen, ausgenommen der Torhüter im eigenen Strafraum. Bei einem unabsichtlichen Handspiel mit anschließendem Strafstoß bleibt es bei der Verwarnung [1]. Mehr zu den Karten steht im Ratgeber Fouls, Gelbe und Rote Karte.

Die Ausführung

Für die Ausführung schreibt Regel 14 genau vor, wer wo steht [1]:

Torhüter in grauem Trikot steht mit ausgebreiteten Armen auf der Torlinie, davor unscharf wartende Spieler
Bild: KI-generiert
  • Der Ball liegt ruhig, ein Teil von ihm berührt oder überragt die Mitte des Elfmeterpunkts. Pfosten, Latte und Netz dürfen sich nicht bewegen.
  • Der Schütze muss klar bestimmt sein.
  • Der Torhüter bleibt mit Blick zum Schützen auf der Torlinie zwischen den Pfosten, bis der Ball gespielt wird. Er darf den Schützen nicht unfair ablenken, etwa indem er die Ausführung verzögert oder Pfosten, Latte oder Netz berührt.
  • Alle anderen Spieler stehen mindestens 9,15 m vom Elfmeterpunkt entfernt, hinter dem Punkt, innerhalb des Spielfelds und außerhalb des Strafraums.

Erst wenn alle richtig stehen, gibt der Schiedsrichter das Zeichen. Der Schütze muss den Ball mit dem Fuß nach vorn spielen, ein Schuss mit der Hacke ist erlaubt, wenn der Ball sich nach vorn bewegt. Im Moment des Schusses muss der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie sein. Der Ball ist im Spiel, sobald er gespielt wurde und sich eindeutig bewegt [1].

Ein Strafstoß wird auch dann ausgeführt, wenn die Spielzeit am Ende einer Halbzeit abgelaufen ist. Der Schiedsrichter verlängert dann, bis der Strafstoß abgeschlossen ist. In dieser Verlängerung endet der Strafstoß, wenn der Ball liegen bleibt, ins Aus geht oder ein anderer Spieler als der Torhüter ihn spielt [1].

Anlauf und Finte

Eine Finte während des Anlaufs ist erlaubt. Hat der Schütze seinen Anlauf beendet und täuscht dann einen Schuss an, ist das ein Vergehen: Er wird verwarnt, und das Spiel geht mit einem indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft weiter, auch wenn der Ball im Tor landet [1]. Berührt der Schütze den Ball nach einer solchen Finte gar nicht, war der Ball nie im Spiel. Dann gibt es Gelb und eine Wiederholung [2].

Einen indirekten Freistoß gibt es auch, wenn der Ball nicht nach vorn gespielt wird oder ein Mitspieler anstelle des bestimmten Schützen antritt. Im zweiten Fall wird der Mitspieler verwarnt [1].

Wann wird der Elfmeter wiederholt?

Ob ein Vergehen bei der Ausführung zählt, hängt vom Ausgang des Schusses ab. Die Tabelle fasst die Regel zusammen [1, 2]:

VergehenBall im TorBall nicht im Tor
Torhüter verlässt zu früh die LinieTor zähltWiederholung, wenn er gehalten hat; geht der Ball vorbei oder an Pfosten oder Latte, nur bei eindeutiger Beeinträchtigung des Schützen
Mitspieler des Torhüters läuft zu früh einTor zähltWiederholung, wenn er den Schützen beeinträchtigt oder den Ball spielt
Mitspieler des Schützen läuft zu früh einWiederholung, wenn er den Torhüter beeinträchtigt hatindirekter Freistoß, wenn er eingreift
Spieler beider Teams laufen zu früh einWiederholung bei Beeinträchtigung, sonst TorWiederholung bei Beeinträchtigung, sonst keine

Zu frühes Einlaufen wird nur geahndet, wenn es Folgen hat. Ein Mitspieler des Schützen wird bestraft, wenn er den Torhüter eindeutig beeinträchtigt oder selbst den Ball spielt und dann ein Tor erzielt, es versucht oder eine Torchance schafft. Für die Mitspieler des Torhüters gilt dasselbe umgekehrt [1].

Muss wegen eines Vergehens des Torhüters wiederholt werden, ermahnt ihn der Schiedsrichter beim ersten Mal. Bei jedem weiteren Vergehen dieser Art im selben Spiel bekommt er Gelb [1]. Begehen Schütze und Torhüter gleichzeitig ein Vergehen, wurde der Schütze bis 2025/26 verwarnt, und die verteidigende Mannschaft bekam einen indirekten Freistoß [1]. Im IFAB-Regeltext 2026/27 ist dieser Absatz als gestrichen markiert, begründet wird der Wegfall der automatischen Verwarnung des Schützen [2, 4, 5].

Ins Regelwerk aufgenommen wurde 2026/27 auch die Klarstellung zur versehentlichen doppelten Berührung: Der Schütze trifft den Ball versehentlich mit beiden Füßen gleichzeitig, oder der Ball berührt unmittelbar nach dem Schuss sein Standbein. Geht der Ball ins Tor, wird wiederholt. Geht er nicht hinein, gibt es einen indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft [4].

Nach dem Schuss

Der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, wenn ein anderer Spieler ihn berührt hat. Pariert der Torhüter und der Ball springt zurück, ist diese Bedingung erfüllt: Der Schütze darf nachschießen und ein Tor erzielen. Prallt der Ball dagegen vom Pfosten oder von der Latte zurück, darf der Schütze ihn nicht noch einmal spielen. Tut er es doch, bekommt die verteidigende Mannschaft einen indirekten Freistoß [2]. Spielt er den Ball dabei mit der Hand, wird ein direkter Freistoß verhängt [1].

Das Elfmeterschießen

Steht ein Spiel, das einen Sieger braucht, nach Ablauf der Spielzeit unentschieden, kann der Wettbewerb ein Elfmeterschießen vorsehen. Der Schiedsrichter wirft eine Münze, um das Tor zu bestimmen, und eine zweite Münze für die Frage, wer beginnt [1]. Teilnehmen dürfen nur Spieler, die bei Spielende auf dem Feld standen oder es kurz verlassen hatten. Wer im Spiel Rot gesehen hat, ist ausgeschlossen. Ermahnungen und Verwarnungen aus dem Spiel werden nicht mitgenommen [1].

Fußballer in dunklen Trikots stehen Arm in Arm im Mittelkreis eines Stadions unter Flutlicht
Bild: KI-generiert

Beide Teams schießen abwechselnd je fünf Elfmeter, jedes Mal ein anderer Spieler. Die übrigen Spieler warten im Anstoßkreis, der Torhüter der schießenden Mannschaft steht am Schnittpunkt von Torlinie und Strafraumlinie. Kann ein Team den Rückstand mit den verbleibenden Schüssen nicht mehr aufholen, ist das Elfmeterschießen vorbei. Steht es nach fünf Schüssen unentschieden, geht es einzeln weiter, bis ein Team bei gleicher Anzahl einen Treffer mehr hat [1]. Trifft ein Schütze im Elfmeterschießen den Ball versehentlich doppelt, wird wiederholt, wenn der Ball ins Tor geht. Sonst gilt der Elfmeter als verschossen [4].

Der IFAB nahm das Elfmeterschießen am 27.06.1970 in die Regeln auf. Vorher wurden unentschiedene Spiele oft per Los entschieden. Das erste große Endspiel mit Elfmeterschießen war das EM-Finale 1976 zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland, das Antonín Panenka mit einem gelupften Elfmeter entschied. Bei einer Weltmeisterschaft fiel die erste Entscheidung 1982 im Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich [6].

Wie der Elfmeter entstanden ist

Als Erfinder des Strafstoßes gilt der irische Leinenfabrikant William McCrum, damals Torhüter bei Milford Everton. 1891 schlug der irische Fußballverband vor, ihn allgemein einzuführen; noch im selben Jahr kam er ins Regelwerk, in Deutschland 1893. Anfangs war die Stelle für den Schuss eine Linie quer über das ganze Feld, 12 Yards vor dem Tor. 1902 kamen der Strafraum und der heutige Elfmeterpunkt hinzu [7].

Auch für den Torhüter änderten sich die Vorgaben mehrfach. Seit 1906 darf er die Torlinie vor dem Schuss nicht verlassen. 1929 wurde ihm auch die Bewegung auf der Linie verboten, seit 1997 ist sie wieder erlaubt [7].

Elfmeter und Videobeweis

Ob ein Strafstoß zu geben ist, gehört zu den Situationen, in denen der Video-Assistent eingreifen darf. Er meldet sich bei einer klaren und offensichtlichen Fehlentscheidung oder einem schwerwiegenden übersehenen Vorfall. Die endgültige Entscheidung trifft der Schiedsrichter, nach Hinweis des VAR oder nach eigener Ansicht der Bilder am Spielfeldrand [1]. Seit der Saison 2025/26 erklärt der Schiedsrichter in der Bundesliga nach einer solchen Überprüfung per Durchsage im Stadion, welche Szene er geprüft hat und wie er entschieden hat [8]. Wann der VAR sonst eingreift, steht im Ratgeber Videoschiedsrichter (VAR).

  1. Organisation Fußball-Regeln 2025/2026, Regeln 1, 10, 12 und 14. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2025/26. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Laws of the Game, Law 14: The Penalty Kick. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Laws of the Game, Law 12: Fouls and Misconduct. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Law changes 2026/27. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation IFAB: Zusammenfassung der Regeländerungen 2026/27. Hessischer Fußball-Verband. Stand 01.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Elfmeterschießen. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Strafstoß. Wikipedia. Stand 15.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Schiri-Durchsagen, Abseitstechnologie, Handshake-Dialog: Was 2025/2026 neu ist. Deutscher Fußball-Bund. Stand 30.07.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.