Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
Eintracht Braunschweig: Meister 1967 und Pionier der Trikotwerbung
Eintracht Braunschweig wurde am 15.12.1895 als Fußball- und Cricket-Club gegründet. Der Verein war 1963 bei der ersten Bundesliga-Saison dabei, wurde 1967 deutscher Meister und trug 1973 als erster Bundesligist Trikotwerbung. In der Saison 2026/27 spielt die Eintracht in der 2. Bundesliga.

Eintracht Braunschweig gehört zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga und hat 21 Spielzeiten in der höchsten Klasse verbracht.[3] 1967 wurde der Verein deutscher Meister, sechs Jahre später lief er als erster Bundesligist mit Werbung auf dem Trikot auf.[2, 5, 10] In der Saison 2026/27 spielt die Eintracht in der 2. Bundesliga.[3, 4]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 15.12.1895 als Fußball- und Cricket-Club Eintracht Braunschweig[1] |
| Offizieller Name | Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V. (BTSV)[1, 3] |
| Vereinsfarben | Blau und Gelb[3] |
| Stadion | Eintracht-Stadion, Hamburger Straße 210, bei Fußballspielen 23.325 Plätze[6] |
| Liga 2026/27 | 2. Bundesliga[3, 4] |
| Deutscher Meister | 1967[1, 2] |
| Bundesliga | 21 Spielzeiten, zuletzt 2013/14[3] |
| Mitglieder | 8.592 (Stand 16.10.2026)[1] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Gründung 1895 und die frühen Jahre
Gegründet wurde der Verein am 15.12.1895 als Fußball- und Cricket-Club Eintracht Braunschweig.[1] Gespielt wurde zunächst auf dem Leonhardplatz und dem kleinen Exerzierplatz. Im Sommer 1905 bauten die Mitglieder an der Helmstedter Straße ein erstes eigenes Stadion, mit einer Holztribüne für 250 bis 300 Zuschauer.[1] 1908 zählte der Verein 400 Mitglieder, 1920 bereits 1.000.[1]
Der Name änderte sich mehrfach. Am 12.10.1906 wurde aus dem Fußball- und Cricket-Club der Fußball-Club Eintracht, am 20.02.1920 der Braunschweiger Sportverein Eintracht.[1] 1922 kaufte der Verein das Gelände an der Hamburger Straße, auf dem bis heute gespielt wird.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg ordnete die britische Besatzungsmacht 1945 eine Fusion mit dem TSV Braunschweig an, dadurch kam eine Turnabteilung dazu. Seit dem 01.04.1949 heißt der Verein Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht.[1] Heute hat der Gesamtverein 8.592 Mitglieder (Stand 16.10.2026) und Abteilungen von Basketball, Handball und Hockey über Leichtathletik und Schwimmen bis zu Tennis, Turnen und Volleyball.[1] 2010 kamen eine Steeldart-Abteilung und in der Fußballabteilung eine Mannschaft für Blindenfußball hinzu.[1]
Oberliga Nord und Start der Bundesliga
In den Jahren nach dem Krieg spielte die Eintracht über Jahre in der Oberliga Nord.[1] Als der DFB 1963 die Bundesliga einführte, war Braunschweig von Beginn an dabei.[1, 3] Nach den Daten des DFB spielte die Eintracht bis zur Saison 1972/73 ohne Unterbrechung erstklassig.[3] Wie es überhaupt zur Gründung der Liga kam, beschreibt die Geschichte der Bundesliga.
Deutscher Meister 1967
Die Saison 1966/67 wurde die beste der Vereinsgeschichte. Trainer war Helmuth Johannsen.[2] Am 34. und letzten Spieltag, dem 03.06.1967, schlug Braunschweig zu Hause den 1. FC Nürnberg mit 4:1, zur Halbzeit hatte es bereits 2:0 gestanden. Lothar Ulsaß traf per Elfmeter in der 28. und noch einmal in der 88. Minute, Gerd Saborowski in der 31. und Jürgen Moll in der 90. Minute. Für Nürnberg erzielte Heinz Strehl in der 55. Minute das einzige Tor. Im Stadion waren 38.000 Zuschauer.[2] Am Ende der Saison stand die Eintracht als deutscher Meister fest.[1] Es ist bis heute der einzige Meistertitel des Vereins. In welcher Reihe er steht, zeigt die Liste der deutschen Meister seit 1903.

Der Hirsch auf dem Trikot
Anfang der 1970er Jahre fehlte dem Meister von 1967 Geld. Präsident Ernst Fricke und Günther Mast, der Inhaber der Likörfirma Jägermeister, fanden einen Weg um das Werbeverbot herum.[5] Für 100.000 Mark änderte die Eintracht ihr Vereinswappen: Statt des Löwen zeigte es nun einen Hirsch, das Markenzeichen von Jägermeister. Der DFB war zunächst dagegen.[5]

Am 24.03.1973 lief die Mannschaft im Spiel gegen den FC Schalke 04 zum ersten Mal mit dem Hirsch auf der Brust auf, die Partie endete 1:1.[5] Gerettet hat das Geld den Verein sportlich nicht: Am Ende der Saison stieg Braunschweig ab.[5] Im Oktober 1973 erlaubte der DFB-Bundestag dann offiziell Trikotwerbung und Schriftzüge. Danach stand der Name Jägermeister auf dem Trikot, und die Eintracht bekam weitere 100.000 Mark.[5] Mast soll sich wenig für Fußball interessiert haben, ihm sei es vor allem um die Werbewirkung gegangen.[5]
Ganz glatt lief die Premiere nicht. Die Wappenänderung hatten die Mitglieder im Januar 1973 mit 145 zu 7 Stimmen beschlossen. Ein erster Entwurf für das Heimspiel gegen die Offenbacher Kickers wurde abgelehnt, weil das Logo zu groß war.[8] Vor dem Spiel gegen Schalke prüfte Schiedsrichter Walter Eschweiler mit einem Maßband, ob der Hirsch die erlaubten 14 Zentimeter Durchmesser einhielt.[8] Freigegeben wurde die Trikotwerbung für alle Vereine am 27.10.1973.[8] Der Hirsch blieb bis 1987 auf dem Trikot. Damals war der Verein gerade in die Drittklassigkeit abgestiegen, und der neue Präsident Harald Tenzer wollte den Club nicht mehr von einem einzigen Unternehmen abhängig machen.[8]
Auf und Ab bis heute
Nach dem Abstieg 1973 kehrte die Eintracht schnell zurück und spielte von 1974/75 bis 1979/80 und von 1981/82 bis 1984/85 wieder in der Bundesliga.[3] 1985 folgte der Abstieg in die 2. Liga, 1993 ging es auch dort hinunter.[1] Schon dazwischen hatte die Eintracht eine Saison unterhalb der 2. Bundesliga verbracht: Nach 1985/86 und 1986/87 fehlt sie in der Liste des DFB, ab 1988/89 spielte sie wieder zweitklassig.[3] Es begannen Jahre in der dritten Klasse, nur 2002/03 und dann von 2005/06 bis 2006/07 spielte Braunschweig in der 2. Bundesliga.[3]
Zählt man die Daten des DFB zusammen, musste die Eintracht viermal aus der Bundesliga absteigen: 1973, 1980, 1985 und 2014.[3] Zwischen 1963 und 1985 fehlte sie nur in den Spielzeiten 1973/74 und 1980/81 in der höchsten Klasse.[3]
2008 gehörte die Eintracht zu den Gründungsmitgliedern der 3. Liga.[3] Nach drei Spielzeiten dort ging es 2011 in die 2. Bundesliga und 2013 zurück in die Bundesliga. Die Saison 2013/14 blieb das bisher letzte Jahr in der höchsten Klasse.[3] Danach wechselte der Verein noch mehrmals zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga: Drittklassig spielte er 2018/19, 2019/20 und 2021/22.[3] Seit 2022/23 ist Braunschweig ohne Unterbrechung in der 2. Bundesliga, auch in der Saison 2026/27.[3, 4] Die Gegner und den Modus findest du unter 2. Bundesliga 2026/27.
Das Eintracht-Stadion
Die Eintracht spielt seit rund 100 Jahren an der Hamburger Straße. 1981 verkaufte der Verein sein Stadion an die Stadt Braunschweig, die es Mitte der 1990er Jahre zu einem Mehrzweckstadion umbaute. Im Jahr 2000 fanden dort die Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik statt.[1]
Insgesamt hat das Stadion 24.406 Plätze. Bei Fußballspielen ist die Zahl auf 23.325 Zuschauer begrenzt, davon rund 12.650 überdachte Sitzplätze und rund 10.675 überdachte Stehplätze.[6] Die meisten Stehplätze liegen in der Südkurve, wo 9.530 Fans Platz finden. In der Nordkurve sind 1.600 Steh- und 795 Sitzplätze für Gästefans reserviert.[6] Die Westtribüne hat 3.847 überdachte Sitzplätze, darunter 60 Plätze für Rollstuhlfahrer, die Osttribüne 5.687.[6] Zum 100. Geburtstag des Stadions hat der Betreiber eine virtuelle Chronik seiner Umbauten erstellt.[6] Weitere Spielstätten stellt die Seite über die Fußballstadien in Deutschland vor.
Das Niedersachsen-Derby
Der wichtigste Gegner der Eintracht ist Hannover 96. Am 25.10.2026 stand das 185. Niedersachsen-Derby an. Braunschweig gewann zu Hause 2:0, die Tore schossen Max Marie in der 17. Minute und Yann Sturm in der Nachspielzeit.[7] Für die Eintracht war es der erste Derbysieg seit zwei Jahren, sie kletterte damit ins Mittelfeld der Tabelle.[7] Hannover 96 spielt 2026/27 ebenfalls in der 2. Bundesliga, so dass es in dieser Saison zwei Derbys gibt.[4]
Der Verein im Jahr 2026
Neben den Profis wächst der Frauenfußball. Am 19.02.2026 gründete die Eintracht das Netzwerk LEONIA, das den Frauenleistungssport im Verein fördern soll, Schirmherrin ist Heike Ullrich.[9] Im September 2026 stieg die dritte Frauenmannschaft auf.[9] Seit dem 01.07.2026 stattet adidas den Gesamtverein aus. Die Vereinbarung läuft vier Jahre und wurde gemeinsam mit Sport Böckmann geschlossen.[9] Die nächste Mitgliederversammlung des Gesamtvereins ist für den 15.11.2026 angesetzt.[9] Im DFB-Datencenter sind neben den Männern auch Nachwuchsteams, eine Frauenmannschaft und ein E-Sport-Team der Eintracht gemeldet.[3]
- Organisation BTSV Sportgeschichte. Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bundesliga 1966/67, 34. Spieltag: Eintracht Braunschweig gegen 1. FC Nürnberg. DFB-Datencenter. Stand 1967. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Kurios, lustig, Momente: 50 Jahre Trikotwerbung. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 18.09.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Eintracht-Stadion: Besucherinformationen. Eintracht-Stadion Braunschweig. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Hannover 96 weiter in Not: Braunschweig siegt im Derby (dpa). Volksstimme. Stand 25.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- 50 Jahre Trikotwerbung: Mit Jägermeister fing alles an. W&V. Stand 2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Neuigkeiten des Gesamtvereins. Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Eintracht Braunschweig: Pionier im Trikot-Sponsoring. BASIC thinking. Stand 29.05.2017. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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