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Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide im deutschen Fußball
Die Kreisliga ist eine der unteren Spielklassen im deutschen Fußball, sie wird von den Kreisen eines Landesverbands organisiert. Darüber liegen je nach Verband Bezirksliga, Landesliga oder Verbandsliga, dann Oberliga, Regionalliga, 3. Liga und die beiden Bundesligen. Insgesamt kann die Pyramide bis zu 13 Ebenen tief sein.

Wer sonntags auf einem Dorfplatz Fußball schaut, sieht dieselbe Sportart wie im Bundesligastadion, nur ein paar Stockwerke tiefer. Alle Männerligen in Deutschland hängen über Auf- und Abstieg zusammen. Theoretisch kann ein Verein aus der untersten Kreisklasse bis in die Bundesliga aufsteigen, Saison für Saison eine Stufe nach oben. In der Praxis endet der Weg für die meisten Mannschaften viel früher.
Der Aufbau wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich, weil jeder Landesverband seine Ligen anders nennt. Das Prinzip ist aber überall gleich. Je nach Landesverband reicht das Ligasystem bis auf die 12. oder 13. Ebene. In Bayern ist die C-Klasse die 12. Ebene [11], in einzelnen Kreisen Niedersachsens reichen die Kreisklassen nach einer Übersicht auf Wikipedia bis auf die 13. Ebene [1]. Unter dem Dach des DFB spielen nach der Mitgliederstatistik 2026 rund 23.700 Vereine mit mehr als 144.000 gemeldeten Mannschaften [2].
Die Profiligen an der Spitze
Ganz oben stehen die Bundesliga und die 2. Bundesliga mit je 18 Vereinen. Beide Ligen betreibt die Deutsche Fußball Liga (DFL), die auch die Lizenzen vergibt [1]. Darunter folgt die 3. Liga mit 20 Mannschaften. Sie ist keine DFL-Liga, der DFB organisiert sie selbst [1].
Aus der 3. Liga steigen seit der Saison 2018/19 jedes Jahr vier Mannschaften in die Regionalliga ab, vorher waren es drei [3]. Wer wann in der 3. Liga spielt und welche Vereine 2026/27 dabei sind, steht auf der Seite zur 3. Liga 2026/27.
Regionalliga: die vierte Liga in fünf Staffeln
Ab der vierten Ebene ist Deutschland in Regionen aufgeteilt. Die Regionalliga spielt in fünf Staffeln: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern [3]. Die Staffel West trägt der Westdeutsche Fußballverband [10], die Staffel Bayern der Bayerische Fußball-Verband [14]. Nord und Nordost betreiben die Regionalverbände, Südwest die beteiligten Landesverbände [1].

Seit der Saison 2020/21 steigen jedes Jahr vier Regionalligisten in die 3. Liga auf [3]. Die Meister der Regionalliga West und Südwest steigen immer direkt auf. Von den Meistern aus Nord, Nordost und Bayern darf einer direkt hoch, das wechselt jährlich. Die beiden anderen spielen in Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger aus [3].
Zur Saison 2026/27 stiegen so die SG Sonnenhof Großaspach (Südwest), Fortuna Köln (West) und der SV Meppen (Nord) direkt auf [9]. Die Würzburger Kickers setzten sich in den Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig durch (1:0 und 2:1) [4]. Aus Nord, Nordost und Bayern steigt jedes Jahr ein Meister direkt auf, die Reihenfolge wechselt [3]. Nach dem Bericht von ZDFheute ist 2026/27 der Meister der Regionalliga Nordost an der Reihe [5].
An dieser Regel gibt es seit Jahren Streit, weil ein Meistertitel in der vierten Liga nicht immer zum Aufstieg reicht. Eine Abstimmung über eine Reform endete im Juni 2026 ohne einstimmiges Ergebnis. Die bisherige Regel bleibt deshalb vorerst bestehen [5]. Mehr als 95 Prozent der Vereine wollen zwar eine Änderung, aber nicht dieselbe. Im Westen (60,9 Prozent), Norden (61,5 Prozent) und Nordosten (76,3 Prozent) fand das Kompass-Modell die meiste Zustimmung, im Südwesten stimmten 93,1 Prozent für das Regionen-Modell, und in Bayern sprachen sich 52,4 Prozent dafür aus, neue Modelle zu entwickeln [13]. Eine Reform zur Saison 2028/29 sollte nur kommen, wenn sich die Vereine aller fünf Regionen für dasselbe Modell entscheiden. Das ist nicht eingetreten [13]. Nach Angaben der Aufstiegsreform-Initiative wollen die Vereine am ersten Spieltag den Ball in der ersten Spielminute ruhen lassen [5].
Oberliga: die fünfte Ebene
Die fünfte Spielklasse heißt fast überall Oberliga. Die meisten Oberligen organisiert ein einzelner Landesverband, einige gemeinsame Ligen betreiben mehrere Verbände zusammen: Die Oberliga Nordost liegt beim Nordostdeutschen Fußballverband, die Oberliga Baden-Württemberg bei den Verbänden Baden, Südbaden und Württemberg [1]. Eine Ausnahme ist Bayern: Dort gibt es seit 2012/13 keine eingleisige Oberliga mehr. Die fünfte Ebene heißt Bayernliga und ist in eine Nord- und eine Südstaffel geteilt [1].
Verbandsliga, Landesliga und Bezirksliga
Ab der sechsten Ebene liegt alles in der Hand der Landesverbände. Der DFB hat 21 Landesverbände, die sich zu fünf Regionalverbänden zusammenschließen und selbst in Bezirke oder Kreise gegliedert sind [6]. Alle 21 Landesverbände organisieren die sechste Ebene in eigener Regie [1].
Wie die Ligen dort heißen, hängt vom Verband ab. Je nach Region trägt dieselbe Ebene den Namen Verbandsliga, Landesliga, Bezirksliga oder sogar Kreisliga. Drei Beispiele zeigen das [1, 11, 12]:
| Ebene | Westfalen | Bayern | Niedersachsen |
|---|---|---|---|
| 5 | Oberliga Westfalen | Bayernliga (Nord und Süd) | Oberliga Niedersachsen |
| 6 | Westfalenliga (früher Verbandsliga) | Landesliga | Landesliga |
| 7 | Landesliga | Bezirksliga | Bezirksliga |
Wo es Verbandsliga und Landesliga nebeneinander gibt, ist die Verbandsliga meist die höhere Klasse. Wer wissen will, wo sein Verein steht, schaut am besten in die Spielordnung seines Landesverbands oder auf die Ligaübersicht bei fussball.de.
Kreisliga und Kreisklasse: der Unterbau
Unter den Bezirken kommen die Kreise. Sie organisieren die untersten Ligen, die meist Kreisliga, Kreisklasse oder A-, B- und C-Klasse heißen. In Niedersachsen etwa folgen auf die Bezirksliga die Kreisligen und danach mehrere Kreisklassen. Die 1. Kreisklasse liegt dort auf der neunten Ebene. Als tiefstes Beispiel nennt die Übersicht die 5. Kreisklasse im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst, also die 13. Ebene [1].

Wie viele Kreisklassen es gibt, hängt davon ab, wie viele Mannschaften in einem Kreis gemeldet sind. Deshalb kann dieselbe Klasse im Nachbarkreis eine Ebene höher oder tiefer liegen. In den Kreisligen spielen fast nur Amateure. Viele Vereine melden dort auch ihre zweite oder dritte Mannschaft, damit Spieler aus dem großen Kader Spielpraxis bekommen. Ergebnisse und Tabellen trägt der zuständige Staffelleiter auf fussball.de ein, der Plattform des DFB für den Amateurfußball [7].
Wie Auf- und Abstieg in den unteren Ligen funktionieren
Das Grundprinzip gilt auf allen Ebenen: Die besten Mannschaften einer Staffel steigen auf, die schlechtesten steigen ab. Wie viele es sind, legt jeder Landesverband in seiner Spielordnung und den Durchführungsbestimmungen fest, oft auch erst in der Ausschreibung der jeweiligen Saison. Weil eine Liga mehrere Staffeln darunter hat, gibt es manchmal Aufstiegsspiele zwischen Tabellenzweiten oder Relegationsspiele gegen eine Mannschaft der höheren Klasse.

Abstiege aus den oberen Ligen wirken nach unten weiter. Steigen aus der Regionalliga mehr Vereine in eine Oberliga ab als geplant, kann das in der Oberliga einen zusätzlichen Absteiger auslösen, der wiederum in der Landes- oder Verbandsliga einen Platz belegt. Solche Kettenreaktionen sind in vielen Spielordnungen ausdrücklich geregelt. Ob es sie gibt, entscheidet sich oft erst nach dem letzten Spieltag der höheren Ligen.
Für zweite Mannschaften gilt eine Sonderregel: Zwei Teams eines Vereins dürfen grundsätzlich nicht in derselben Spielklasse spielen. Nur in der untersten Liga eines Kreises darf ein Verein mehrere Mannschaften melden [8]. Steigt die erste Mannschaft in die Liga ihrer Reserve ab, muss die Reserve deshalb tiefer antreten. Ganz oben gilt eine strengere Regel: Steigt ein Zweitligist in die 3. Liga ab, in der schon seine zweite Mannschaft spielt, muss die Reserve bis in die Oberliga zurück, weil zweite Mannschaften von Drittligisten nicht in der Regionalliga spielen dürfen [8].
Schiedsrichter in den unteren Ligen
Jedes Ligaspiel braucht einen Schiedsrichter, auch in der untersten Kreisklasse. In der Saison 2025/26 waren in Deutschland 62.333 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter aktiv, 1.307 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl steigt damit im dritten Jahr in Folge [2].Viele Landesverbände verpflichten die Vereine außerdem, eine bestimmte Zahl an Schiedsrichtern zu stellen. Die Einzelheiten stehen in der Schiedsrichterordnung des jeweiligen Landesverbands.
Was das für Spieler und Vereine bedeutet
Für Spieler in der Kreisliga zählt vor allem, dass sie regelmäßig spielen können. Ein Wechsel zu einem Verein in einer anderen Liga läuft über den Spielerpass und hat Fristen, die du auf der Seite zu Spielerpass und Vereinswechsel findest. Wer selbst eine Mannschaft anmelden will, beginnt fast immer in der untersten Klasse seines Kreises. Wie das mit einem neuen Verein abläuft, beschreibt die Seite Fußballverein gründen.
Trainer in den unteren Ligen brauchen meist keine Lizenz. Ab der Landes- oder Verbandsliga verlangen viele Verbände aber eine bestimmte Stufe. Welche Lizenzen es gibt, steht auf der Seite Trainerlizenzen. Für Spieler ohne Ehrgeiz auf Punkte und Tabellen gibt es außerdem Freizeitrunden außerhalb des Ligabetriebs, mehr dazu unter Hobby- und Freizeitliga.
- Fußball-Ligasystem in Deutschland. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB-Mitgliederstatistik: Positive Signale bei Mädchenteams, Kindern und Schiris. Deutscher Fußball-Bund. Stand 16.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Aufstieg von Regionalliga zur 3. Liga: Fragen und Antworten. Deutscher Fußball-Bund. Stand 05.06.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Nach vier Jahren: Würzburger Kickers zurück in 3. Liga. Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Regionalliga-Aufstiegsreform: Warum es erneut Proteste gibt. ZDFheute. Stand 25.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Verbandsstruktur. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FUSSBALL.DE: Die Heimat des Amateurfußballs. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Wo dürfen zweite Mannschaften spielen? Das ist zu beachten. Deutscher Fußball-Bund. Stand 13.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quartett meldet sich zurück: Das sind die Aufsteiger. Deutscher Fußball-Bund. Stand 28.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Herren-Regionalliga West. Westdeutscher Fußballverband. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Spielordnung (SpO), § 5 Spielklassen. Bayerischer Fußball-Verband. Stand 22.09.2021. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Spielklassen im Herrenfußball. Niedersächsischer Fußballverband. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Regionalliga-Reform: So lief die Abstimmung der Vereine. Bayerischer Fußball-Verband. Stand 29.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Regionalligaordnung (RO), § 1. Bayerischer Fußball-Verband. Stand 01.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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