Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

SC Freiburg: vom Zusammenschluss 1912 bis zum Europa-League-Finale

Der SC Freiburg entstand am 03.03.1912 aus zwei Vereinen, die beide 1904 gegründet wurden. Er spielt seit 2016 ohne Unterbrechung in der Bundesliga, auch 2026/27. Seine größten Erfolge sind das DFB-Pokalfinale 2022 und das Finale der Europa League 2026, das er 0:3 gegen Aston Villa verlor.

Modernes Fußballstadion mit hellgrauem Dach in der Abenddämmerung, dahinter bewaldete Hügel und leuchtendes Flutlicht
Bild: KI-generiert

Der SC Freiburg spielt 2026/27 seine elfte Bundesliga-Saison in Folge, seit er 2016 zuletzt aufgestiegen ist.[1, 2] Im Mai 2026 stand der Verein zum ersten Mal in einem europäischen Endspiel. Das Finale der Europa League in Istanbul verlor er 0:3 gegen Aston Villa.[8] Der Verein selbst nennt diese Saison den größten Erfolg seiner Geschichte.[6] Vier Jahre zuvor hatte er bereits das Endspiel um den DFB-Pokal erreicht.[5]

Steckbrief

MerkmalAngabe
Gründung1904 (zwei Vorläufervereine), Zusammenschluss zum SC Freiburg am 03.03.1912; der DFB nennt den 30.05.1904[1, 3]
VereinsfarbenRot und Weiß[1]
StadionEuropa-Park Stadion, 34.700 Plätze, eröffnet am 07.10.2021[5, 7]
Liga 2026/27Bundesliga[2]
TrainerJulian Schuster (seit der Saison 2024/25)[5, 11]
Größte ErfolgeFinale der Europa League 2026, Finale des DFB-Pokals 2022[5, 6]
Bundesliga1993/94 bis 1996/97, 1998/99 bis 2001/02, 2003/04 bis 2004/05, 2009/10 bis 2014/15, seit 2016/17[1]
Stand der Angaben29.10.2026

Zwei Vereine aus dem Jahr 1904

Im März 1904 wurde der Freiburger Fußballverein 1904 im Vereinsheim des Freiburger Turnerbunds in der Sedanstraße gegründet. Die Spieler kamen aus den höheren Bürgerschulen. Sein erstes überliefertes Spiel trug er am 08.05.1904 auf einem Platz an der Lorettostraße in der Unterwiehre aus.[3] Kurz darauf entstand im Stadtteil Stühlinger der FC Schwalbe. Er nannte sich 1905 in FC Mars und 1908 in FC Union um, während der Fußballverein ab 1910 Sportverein 04 hieß.[3]

Am 03.03.1912 schlossen sich der Sportverein Freiburg 04 und der FC Union zum SC Freiburg zusammen. Erster Vorsitzender wurde der Zahnarzt Dr. Alfred Rohrer, gespielt wurde auf den Eschholzwiesen, und eine Jugendabteilung gab es von Anfang an.[3] Der DFB führt heute den 30.05.1904 als Gründungsdatum. An diesem Tag feierte der Verein 2004 auch sein hundertjähriges Bestehen, unter dem Motto "Hundert Jahre 90 Minuten".[1, 4]

Der Weg in die Bundesliga unter Volker Finke

In der 2. Bundesliga spielte der SC ab 1978/79 ohne Unterbrechung bis 1991/92.[1] Zum 01.07.1991 übernahm Volker Finke das Traineramt, sein Assistent war Achim Sarstedt. Beide blieben 16 Jahre.[4] 1993 gewann Freiburg die Meisterschaft der 2. Bundesliga und stieg zum ersten Mal in die Bundesliga auf. Den Klassenerhalt im ersten Jahr sicherte die Mannschaft erst am letzten Spieltag beim MSV Duisburg.[4] Ein Jahr später wurde sie Dritter und spielte im UEFA-Pokal, wo in der ersten Runde Slavia Prag Endstation war.[4]

Danach wechselten Auf- und Abstiege einander ab. 1997 stieg der SC ab, 1998 kehrte er als Zweiter der 2. Bundesliga zurück. 2001 reichte Platz 6 erneut für den UEFA-Pokal, in dem Freiburg bis in die dritte Runde kam und dort an Feyenoord Rotterdam scheiterte. 2002 folgte der zweite Abstieg, 2003 als Zweitligameister der direkte Wiederaufstieg und 2005 als Tabellenletzter mit 18 Punkten der dritte Abstieg.[4] In der Saison 2006/07 holte die Mannschaft in der Rückrunde 41 Punkte, nach Angaben des Vereins die beste Rückrunde, die je ein Klub in der 2. Bundesliga gespielt hat. Für den Aufstieg reichte es trotzdem nicht, und Finke verließ den Verein im Sommer 2007.[4] Jens Todt wurde 1994 als erster Spieler des SC in die deutsche Nationalmannschaft berufen.[4]

Robin Dutt, Christian Streich und Julian Schuster

Unter Robin Dutt stieg Freiburg 2009 zum vierten Mal in die Bundesliga auf, besiegelt durch ein 5:2 bei der TuS Koblenz am viertletzten Spieltag. Nach Platz 9 im Jahr 2011 wechselte Dutt zu Bayer Leverkusen.[5] Sein Nachfolger Marcus Sorg wurde im Dezember 2011 entlassen, die Mannschaft war nach der Hinrunde Tabellenletzter.[5]

Übernommen hat damals Christian Streich. Er arbeitete seit 1995 für den SC, zunächst als Jugendtrainer, und gewann 2006 mit den A-Junioren erstmals den DFB-Junioren-Vereinspokal.[4, 5] 2012 sicherte der SC am 32. Spieltag bei Hannover 96 den Klassenerhalt, im Jahr darauf wurde Freiburg Fünfter.[5] Trotz des Abstiegs 2015 blieb Streich im Amt und schaffte 2016 den direkten Wiederaufstieg. Insgesamt war er zwölfeinhalb Jahre Cheftrainer. Seinen Abschied zum Ende der Saison 2023/24 gab der Verein am 18.03.2024 bekannt.[5] Nachfolger wurde Julian Schuster, der lange für den SC gespielt hatte, zeitweise als Kapitän, und zuletzt im Trainerteam gearbeitet hatte.[5]

Pokalfinale 2022 und Europa-League-Finale 2026

Am 21.05.2022 spielte der SC zum ersten Mal im Endspiel um den DFB-Pokal. Im Berliner Olympiastadion brachte Maximilian Eggestein Freiburg in der 19. Minute in Führung, Christopher Nkunku glich in der 76. Minute aus. Nach 120 Minuten stand es 1:1, das Elfmeterschießen gewann RB Leipzig.[5, 10] Ein Jahr später warf Freiburg im Viertelfinale den FC Bayern mit einem 2:1 in München aus dem Wettbewerb, verlor im Halbfinale aber 1:5 gegen Leipzig.[5] Wie der Wettbewerb aufgebaut ist, steht auf der Seite zum DFB-Pokal.

Volles Stadion bei Nacht, Fans mit roten und weißen Schals, Konfetti über den Rängen im Flutlicht
Bild: KI-generiert

In der Bundesliga qualifizierte sich der SC 2022 und 2023 für die Europa League. Nach Platz 5 in der Saison 2024/25 erreichte er sie zum sechsten Mal direkt.[5, 6] In der Europa League 2025/26 kam die Mannschaft bis ins Finale. Es fand am 20.05.2026 in Istanbul statt, 42.445 Zuschauer waren im Stadion, davon bis zu 11.000 aus Freiburg. Youri Tielemans in der 41. Minute, Emiliano Buendía kurz vor der Pause und Morgan Rogers in der 58. Minute trafen für Aston Villa zum 3:0.[8] In derselben Saison schied der SC im Halbfinale des DFB-Pokals mit 1:2 gegen den VfB Stuttgart aus und wurde in der Bundesliga Siebter.[6]

Platz 7 bedeutete die Playoffs zur Conference League. Dort gewann Freiburg zuerst 3:1 beim schottischen FC Motherwell und am 27.08.2026 das Rückspiel zu Hause 4:1. Damit spielt der SC 2026/27 in der Ligaphase der Conference League.[9] Wie Europa League und Conference League funktionieren, erklärt die Seite Europa League und Conference League.

Rekordspieler und Rekordtorschütze

Am 09.11.2025 bestritt Christian Günter sein 441. Pflichtspiel für den SC und löste damit Andreas Zeyer ab, der auf 440 Spiele gekommen war.[6] Vincenzo Grifo ist seit dem 19.03.2026 alleiniger Rekordtorschütze. Mit seinem Tor im Europa-League-Spiel gegen den KRC Genk zog er an Nils Petersen vorbei.[6] Am letzten Spieltag 2025/26 verabschiedete der Verein Nicolas Höfler. Er war mit 15 Jahren nach Freiburg gekommen und hatte 383 Pflichtspiele für die Profis bestritten.[6]

Vom Dreisamstadion ins Europa-Park Stadion

Jahrzehntelang spielten die Profis im Dreisamstadion. In den 1990er Jahren wuchs es mit neuen Tribünen auf 22.500 Plätze im Jahr 1995 und auf 24.000 im Jahr 1999.[4] Für ein neues Stadion am Flugplatz stimmten bei einem Bürgerentscheid 2015 insgesamt 45.629 Freiburgerinnen und Freiburger. Den Siegerentwurf stellte der Verein am 31.08.2017 vor, im März 2019 wurde am "Wolfswinkel" der Grundstein gelegt.[5]

Älteres kleines Fußballstadion an einem baumgesäumten Flüsschen mit überdachter Haupttribüne im Spätsommerlicht
Bild: KI-generiert

Eröffnet wurde das Europa-Park Stadion am 07.10.2021 mit einem Testspiel gegen den FC St. Pauli. Das erste Bundesligaspiel dort endete am 16.10.2021 mit 1:1 gegen RB Leipzig.[5] Das Stadion fasst 34.700 Zuschauer.[7] Die Frauen tragen ihre Heimspiele weiter im Dreisamstadion aus.[1] Wie andere Bundesliga-Arenen im Vergleich dastehen, zeigt die Seite über die Fußballstadien in Deutschland.

Frauen, zweite Mannschaft und Fußballschule

Die Frauenabteilung wurde 1991 neu gegründet und stieg 1998 erstmals in die Bundesliga auf.[4] Seit 2011 spielen die Frauen ohne Unterbrechung in der höchsten Klasse.[1] Zweimal standen sie im Pokalfinale in Köln, 2019 und 2023, und verloren beide Male gegen den VfL Wolfsburg, mit 0:1 und 1:4.[5] Melanie Behringer wurde 2007 als Spielerin des SC Weltmeisterin.[4] Mehr zu Liga und Pokal der Frauen steht auf der Seite Frauenfußball in Deutschland.

Erwachsene Fußballerinnen in roten Leibchen beim Passtraining auf einem Trainingsplatz vor bewaldeten Hügeln
Bild: KI-generiert

Die zweite Mannschaft der Männer stieg 2021 als Meister der Regionalliga Süd in die 3. Liga auf und musste 2024 nach drei Spielzeiten wieder absteigen.[5] In der Saison 2026/27 spielt sie in der Regionalliga Südwest.[1] Im Möslestadion eröffnete der Verein im September 2001 seine Fußballschule. 2007 erhielt er im Verbund mit Partnern in der Stadt das DFB-Prädikat "Eliteschule des Fußballs".[4]

Die Saison 2026/27

Der SC Freiburg ist 2026/27 einer von 18 Vereinen der Bundesliga, Trainer ist weiter Julian Schuster.[2, 11] Dazu kommen die Spiele in der Ligaphase der Conference League.[9] Gegner, Modus und Termine der Liga stehen auf der Seite Bundesliga 2026/27. Den aktuellen Kader nennt der Verein auf seiner Website, weil er sich mit jedem Transferfenster ändert. Karten für Heimspiele und Europapokalspiele kaufst du am sichersten direkt beim Verein. Wie Betrüger mit gefälschten Tickets arbeiten, beschreibt der Ratgeber Betrug mit Konzert- und Fußballtickets.

  1. Organisation SC Freiburg: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Clubübersicht Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Der SC Freiburg entsteht aus zwei Vereinen (1904 bis 1912). SC Freiburg. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation SC-Geschichte 1990 bis 2007: Die Ära Finke. SC Freiburg. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation SC-Geschichte 2008 bis 2024. SC Freiburg. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation SC-Geschichte 2025 bis heute. SC Freiburg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Europa-Park Stadion. SC Freiburg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Aston Villa zu stark: Freiburg verliert Europa-League-Finale. ZDFheute. Stand 20.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Nächster Sieg gegen Motherwell: Freiburgs Festtage in Europa gehen weiter. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 27.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation DFB-Pokalfinale 2022: SC Freiburg gegen RB Leipzig. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 21.05.2022. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Sport-Club Freiburg: Clubseite. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.