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FC Energie Cottbus: von der BSG Energie zurück in die 2. Bundesliga
Der FC Energie Cottbus entstand am 31.01.1966 als BSG Energie Cottbus. 1997 stand der Verein als Regionalligist im DFB-Pokalfinale, ab 2000 spielte er sechs Jahre in der Bundesliga. Im Mai 2026 gelang die Rückkehr in die 2. Bundesliga, in der Energie 2026/27 spielt.

Der FC Energie Cottbus aus der Lausitz feierte im Januar 2026 seinen 60. Geburtstag.[1, 2] Im Jubiläumsjahr kehrte er nach zwölf Jahren in die 2. Bundesliga zurück.[3] Bekannt wurde Cottbus durch das DFB-Pokalfinale 1997 und durch sechs Spielzeiten in der Bundesliga zwischen 2000 und 2009.[4]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 31.01.1966 als BSG Energie Cottbus[1] |
| Name seit 1990 | FC Energie Cottbus e. V.[1] |
| Vereinsfarben | Rot und Weiß[1] |
| Stadion | LEAG Energie Stadion (früher Stadion der Freundschaft), 22.528 Plätze[1, 3] |
| Liga 2026/27 | 2. Bundesliga[4, 5] |
| Bundesliga | 2000/01 bis 2002/03 und 2006/07 bis 2008/09[4] |
| DFB-Pokal | Finale 1997, Halbfinale 2011[1] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Gründung 1966
Die Wurzeln reichen nach Brieske-Senftenberg. 1963 zogen viele Fußballer von dort nach Cottbus und bildeten die Fußballabteilung des am 19.04.1963 gegründeten Sportclubs Cottbus. Der SC übernahm den Platz von Aktivist Brieske-Senftenberg in der DDR-Liga.[2] Noch während der Saison 1965/66 wurde am 31.01.1966 die Betriebssportgemeinschaft Energie Cottbus gegründet, und die Fußballer des SC wechselten zu ihr.[1, 2] Der heutige Verein ist Rechtsnachfolger beider.[1]
In der Stadt gab es damals schon eine starke Mannschaft, die Armeesportgemeinschaft Vorwärts Cottbus. Bis 1974 trafen beide Teams in 20 Ligaspielen aufeinander. Energie beziehungsweise der SC gewann neunmal, siebenmal ging es unentschieden aus, Vorwärts siegte viermal. 1974 zog Vorwärts nach Kamenz um, damit endete das Stadtderby.[2]
In der DDR-Oberliga
Im Sommer 1973 stieg die BSG Energie zum ersten Mal in die DDR-Oberliga auf. Das entscheidende 1:1 gegen Stralsund fiel am 07.07.1973, Peter Effenberger wurde mit 17 Treffern zum zweiten Mal Torschützenkönig der DDR-Liga.[6] Mithalten konnte die Mannschaft in der ersten Oberligasaison nicht und stieg sofort ab, 1975 gelang der Wiederaufstieg. In der Aufstiegsrunde kamen am 21.06.1975 14.000 Zuschauer zum Spiel gegen Wismut Gera ins Stadion der Freundschaft.[2] Weitere Aufstiege folgten unter anderem 1981 und 1988. In der Saison 1987/88 schoss Petrik Sander 18 Tore für den Sprung in die Oberliga.[2, 7]

Seit 1971 spielt Energie im Stadion der Freundschaft. Im Sommer 1989 war es Austragungsort des ersten DDR-Supercups zwischen Meister und Pokalsieger: 22.347 Zuschauer sahen ein 4:1 des BFC Dynamo gegen Dynamo Dresden.[2] In der letzten Oberligasaison 1990/91 reichte es nur zu Platz 13, und Cottbus musste im Amateurfußball weitermachen.[2] Wie der DDR-Fußball organisiert war, steht auf der Seite Fußball in der DDR: die Oberliga.
Das Wunderjahr 1997
Als Oberligist spielte Cottbus 1990 und 1991 zweimal im Intertoto-Cup.[1] Beide Male schied die Mannschaft in der Vorrunde aus, gewann aber unter anderem 4:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, 3:1 gegen Hammarby IF aus Stockholm und 2:0 gegen Bohemians Prag.[2] Danach spielte der FC Energie zunächst drittklassig, die Zuschauerzahlen sanken auf wenige hundert.[2] Den politischen Rahmen dieser Jahre erklärt die Wiedervereinigung 1990 auf geschichte.domain-root.de. In der neuen Regionalliga baute Trainer Eduard Geyer, der in der DDR mit Dresden Meister geworden war, ab 1994 eine Mannschaft auf, die Schritt für Schritt besser wurde. Das Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München am 24.07.1996 brachte dem Verein erstmals seit 1989 wieder ein ausverkauftes Stadion.[2]
1996/97 wurde Cottbus Meister der Regionalliga Nordost.[1] Im DFB-Pokal kam der Regionalligist bis ins Halbfinale, das am 15.04.1997 bei Schneefall gegen den Karlsruher SC gewonnen wurde. Zu diesem Spiel weihte der Verein seine neue Flutlichtanlage ein.[2] Am 05.06.1997 machte Energie im Relegationsrückspiel gegen Hannover 96 den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt.[2] Neun Tage später stand die Mannschaft am 14.06.1997 im Pokalfinale im ausverkauften Berliner Olympiastadion. Vor 76.500 Zuschauern gewann der VfB Stuttgart 2:0, beide Tore schoss Giovane Elber.[2] Nach Angaben der DFL war Cottbus erst der zweite Verein von außerhalb der beiden Bundesligen, der das Finale erreichte.[3] Mehr zum Wettbewerb steht auf der Seite zum DFB-Pokal.
Sechs Jahre Bundesliga
Nach drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga stieg Energie im Sommer 2000 in die Bundesliga auf, als dritter Verein aus dem Osten seit der Wiedervereinigung.[2, 3] Am 14.10.2000 schlug Cottbus den FC Bayern München mit 1:0, das Tor erzielte Libero Vilmos Sebök. Über 20.000 Fans waren im Stadion.[2]
Nach 2002/03 ging es zurück in die 2. Bundesliga.[4] Ende 2004 trat Geyer ab, sein früherer Co-Trainer Petrik Sander sicherte erst den Klassenerhalt und führte die Mannschaft 2006 am letzten Spieltag gegen den TSV 1860 München zum zweiten Bundesliga-Aufstieg.[2, 7] Diesmal hielt sich Cottbus bis 2008/09 in der höchsten Klasse.[4] Unter Trainer Claus-Dieter Wollitz erreichte der Verein 2011 das Halbfinale im DFB-Pokal, Nils Petersen wurde 2010/11 Torschützenkönig der 2. Bundesliga.[2] Im Achtelfinale hatte Energie am 22.12.2010 beim VfL Wolfsburg gespielt, was der Verein als eines der besten Auswärtsspiele seiner Geschichte beschreibt.[2]
Absturz und Neuanfang
Nach 17 Jahren in der ersten oder zweiten Bundesliga stieg Energie in der Saison 2013/14 in die 3. Liga ab. Der Verein selbst spricht von einer "Katastrophensaison", danach wurde von der Vereinsführung bis zur Mannschaft alles neu besetzt.[2] Es folgten Jahre in der Regionalliga Nordost, die der Verein 2017/18, 2022/23 und 2023/24 gewann.[1] 2018 und 2024 stieg Cottbus in die 3. Liga auf.[1] Den Landespokal des Fußball-Landesverbands Brandenburg hat der Verein zwölfmal gewonnen, zuletzt 2022, 2023 und 2024. Zwei dieser Siege, 1998 und 2001, holte die zweite Mannschaft.[1]
Zwischendurch stand der Verein vor dem Aus. Nach dem Jahreswechsel 2020/21 war der FC Energie nach eigener Darstellung nahezu insolvent. Ein neues Präsidium unter Sebastian Lemke setzte einen harten Sparkurs durch.[2] Im Juli 2021 kehrte Claus-Dieter Wollitz zum dritten Mal als Trainer zurück.[3] Mit mehr als 400 Pflichtspielen ist er inzwischen der Trainer mit den meisten Spielen in der Vereinsgeschichte.[2] 2023 scheiterte die Mannschaft als Regionalliga-Meister noch in der Aufstiegsrelegation an der SpVgg Unterhaching, ein Jahr später gelang der Sprung in die 3. Liga.[2]
Der Aufstieg 2026
Die Saison 2025/26 beendete Energie als Zweiter der 3. Liga. Am 38. Spieltag, dem 16.05.2026, gewann die Mannschaft 1:0 beim SSV Jahn Regensburg, Jannis Boziaris traf in der 27. Minute.[3, 8] Damit war die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach zwölf Jahren perfekt, nur drei Spielzeiten nach dem Abschied aus der Regionalliga.[3, 8] Erik Engelhardt hatte in dieser Saison 22 Tore in 38 Spielen erzielt, die Mannschaft insgesamt 72.[3]
Für die 2. Bundesliga musste das Stadion nachgerüstet werden. Das Land Brandenburg stellt dafür 1,67 Millionen Euro bereit, unter anderem für eine bessere Flutlichtanlage, mehr Platz für Medien sowie größere Auswechselbänke und Sanitäranlagen. Über das Bundesprogramm STARK wird außerdem eine Studie gefördert, die eine Multifunktionsarena prüfen soll.[8]
In der 2. Bundesliga 2026/27 trifft Cottbus unter anderem auf Dynamo Dresden, den 1. FC Magdeburg und Hertha BSC. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach nach dem Aufstieg ausdrücklich von Derbys gegen diese drei Vereine.[5, 8] Alle Vereine und den Modus der Liga findest du unter 2. Bundesliga 2026/27.
Das LEAG Energie Stadion
Das Stadion wurde Anfang 1930 eröffnet und fasst heute 22.528 Zuschauer.[3] Seinen alten Namen Stadion der Freundschaft erhielt es 1950 durch einen Beschluss der Stadtverordneten.[2] 1983 erreichte es nach dem Ausbau der Stehränge eine Kapazität von 18.000 Plätzen. Ab 1987 entstand die Westtribüne, nach ihrer Einweihung 1988 passten 22.500 Zuschauer hinein, davon 4.000 auf Sitzplätzen.[2]
Später kamen 2003 die Osttribüne mit erstmals 105 Plätzen für Menschen mit Behinderung, 2007 die reine Stehplatztribüne im Norden für 8.000 Fans und ein Jahr später die Südtribüne dazu. Damit ist das Stadion ringsum geschlossen.[2] 1993 übergab das Kraftwerk Jänschwalde die Stadionanlage zurück an die Stadt Cottbus.[2] Seit dem 01.07.2011 gehört es dem Verein.[1] Seit Januar 2024 heißt es LEAG Energie Stadion, eine Verbindung aus dem Namen des Trikotsponsors und dem Wort, das die Fans schon lange benutzten. Der Verein hält weitere Umbauten für nötig, damit das Stadion den Anforderungen des Profifußballs genügt.[2]
- Organisation Der Verein. FC Energie Cottbus e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Energie Echo: Offizielles Stadionmagazin zum 60. Vereinsgeburtstag. FC Energie Cottbus e. V.. Stand Januar 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Energie Cottbus promoted to Bundesliga 2: all you need to know. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 16.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FC Energie Cottbus e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 50 Jahre ist es her. FC Energie Cottbus e. V.. Stand 01.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Zwei runde Jubiläen im Februar. FC Energie Cottbus e. V.. Stand 26.02.2020. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde "Traum in Rot und Weiß wird wahr": Woidke gratuliert Energie Cottbus zum Aufstieg in die 2. Bundesliga. Staatskanzlei des Landes Brandenburg. Stand 16.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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