Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
FC Viktoria Köln: vom Kalker Arbeiterverein zur 3. Liga
Der FC Viktoria Köln wurde am 22.06.2010 gegründet und führt die Tradition des ältesten Stammvereins FC Germania Kalk von 1904 fort. Seit 2019 spielt Viktoria in der 3. Liga, auch in der Saison 2026/27. Heimspielstätte ist der Sportpark Höhenberg im rechtsrheinischen Köln.

Der FC Viktoria Köln ist der Drittligist von der rechten Rheinseite, der "Schäl Sick". Der heutige Verein entstand am 22.06.2010, seine Wurzeln reichen bis 1904 zurück [1, 4]. Seit 2019 spielt Viktoria in der 3. Liga und gehört auch in der Saison 2026/27 zum Teilnehmerfeld [4, 5]. Der Weg dorthin führt über mehrere Fusionen und Umbenennungen, eine Insolvenz und einen Neuanfang in der Kreisliga [1, 9]. Der Verein nennt sich selbst den größten Verein der Schäl Sick und wirbt mit dem Spruch "Vussball in Rheinkultur" [2, 7].
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 22.06.2010 als FC Viktoria Köln 1904 e. V.; ältester Stammverein FC Germania Kalk, gegründet am 01.07.1904 [1, 2, 4] |
| Vereinsfarben | Schwarz, Weiß und Rot [2, 4] |
| Stadion | Sportpark Höhenberg, Günter-Kuxdorf-Weg 1, Köln, 8.343 Plätze an Spieltagen [3] |
| Liga 2026/27 | 3. Liga [5] |
| Größte Erfolge | Westdeutscher Meister 1926 (als VfR Köln), 2. Bundesliga 1978 bis 1981, Aufstieg in die 3. Liga 2019, zehn Siege im Mittelrheinpokal [1, 2, 4] |
| Mitglieder | 3.000 (Stand 01.07.2026) [4] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Von Germania Kalk zum VfR Köln
Am 01.07.1904 gründeten Fußballer im Industrieort Kalk den FC Germania Kalk [2]. Kalk gehörte damals noch nicht zu Köln, die Stadt gemeindete den Ort erst 1910 ein, Mülheim folgte 1914 [1]. 1909 schloss sich Germania mit dem FC Kalk zum SV Kalk 04 zusammen, zwei Jahre später kam der Mülheimer FC dazu. Der Verein hieß nun VfR Mülheim-Kalk 04 und ab 1918 VfR Köln 04 rrh., wobei das Kürzel für "rechtsrheinisch" steht [1].

1926 wurde der VfR westdeutscher Meister und spielte damit um die deutsche Meisterschaft mit [1, 2]. In den 1930er Jahren gewann er die Gauliga Mittelrhein zweimal, 1935 und 1937. In der Endrunde um die deutsche Meisterschaft schied er beide Male in der Vorrunde aus [1]. Im Zweiten Weltkrieg kam der Spielbetrieb weitgehend zum Erliegen, 1943 bildete der VfR eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem Mülheimer SV 06, die 1945 wieder aufgelöst wurde [1].
Rapid, Preußen Dellbrück und die Viktoria von 1957
Am 29.07.1949 beschlossen der VfR Köln 04 und der Mülheimer SV 06 im Kongresssaal der Kölner Messe ihre Fusion zum SC Rapid Köln 04 [1]. Ebenfalls rechtsrheinisch, im Stadtteil Dellbrück, spielte damals der SC Preußen Dellbrück. In den 1950er Jahren war Dellbrück der einzige ernsthafte Rivale des 1. FC Köln in der Stadt und erreichte 1950 das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft [1].
1957 gingen Rapid und Preußen Dellbrück zusammen. Der neue SC Viktoria 04 Köln spielte ab 1957 in der Oberliga West, damals der höchsten Spielklasse im Westen [1, 2]. In der Saison 1962/63 nahm Viktoria am Messepokal teil, einem Vorläufer des UEFA-Pokals [1]. Für die neue Bundesliga qualifizierte sich der Verein 1963 nicht und spielte fortan in der Regionalliga West [1].
Drei Jahre 2. Bundesliga
Mitte der 1970er Jahre sorgte Viktoria im DFB-Pokal für Aufsehen. Der Verein schlug Eintracht Braunschweig, nach eigener Darstellung der erste Sieg eines Amateurvereins über eine Bundesligamannschaft [1]. 1978 stieg Viktoria in die 2. Bundesliga Nord auf und hielt sich dort drei Spielzeiten. Das beste Ergebnis war Platz 4 in der Saison 1979/80 [1, 4]. Als der DFB 1981 die beiden Zweitligastaffeln zu einer eingleisigen Liga zusammenlegte, erfüllte Viktoria die Kriterien nicht und musste die Liga verlassen [1].
Es folgten weitere Zusammenschlüsse. 1994 fusionierte der Verein mit dem SC Brück und hieß zeitweise SCB Preußen Köln. 2002 kehrte er zum alten Namen zurück und nannte sich SCB Viktoria Köln, auch das alte Wappen kam wieder [1].
Neugründung 2010 und Aufstieg in die 3. Liga
Der heutige FC Viktoria Köln 1904 e. V. wurde am 22.06.2010 gegründet [4], um die Jugendarbeit des Vorgängers SCB Viktoria Köln zu retten. Der Vorgänger meldete kurz darauf, am 01.08.2010, Insolvenz an [9]. Der neue Verein übernahm Jugendabteilung, Anlagen und Spielstätte. Zunächst musste er in einer der untersten Kreisligen anfangen [1]. Wie die Ligen unterhalb der Profiklassen aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

Der Weg nach oben ging schnell. Am 24.02.2011 nahm Viktoria die Seniorenabteilung des FC Junkersdorf auf, der 2010/11 Meister der Mittelrheinliga war, und startete 2011/12 in der NRW-Liga [1]. Diese Liga gewann der Verein auf Anhieb mit einem Punkt vor den Sportfreunden Siegen. Seit 2012 spielte Viktoria in der Regionalliga West [1]. 2016/17 wurde die Mannschaft unter Trainer Marco Antwerpen Meister der Regionalliga West, scheiterte in den Aufstiegsspielen aber nach der Auswärtstorregel am FC Carl Zeiss Jena [1]. Auch 2017/18 fehlte nicht viel: Unter Olaf Janßen, der im Dezember 2017 übernommen hatte, wurde Viktoria Zweiter und gewann den Mittelrheinpokal gegen Alemannia Aachen [1].
Zwei Jahre später klappte es. In der Saison 2018/19 stieg Viktoria in die 3. Liga auf, den entscheidenden Elfmeter gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach verwandelte Mike Wunderlich [1]. Seit 2019 ist Viktoria ohne Unterbrechung drittklassig [2, 4].
Jahre in der 3. Liga
Die ersten Drittligajahre endeten jeweils im unteren Mittelfeld, 2019/20 und 2020/21 auf Platz 12 [1]. 2021/22 wurde es eng, nach vielen Verletzungen und dem Abschied des Rekordspielers und Rekordtorschützen sicherte erst ein 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Klassenerhalt [1]. 2022/23 holte Viktoria 55 Punkte und wurde Neunter, zum ersten Mal einstellig [1]. In der Saison darauf kamen zum ersten Mal im Schnitt mehr als 4.000 Zuschauer zu den Heimspielen [1]. Die Saison 2024/25 bezeichnet der Verein als die bisher erfolgreichste: mit den meisten Punkten, der besten Platzierung und mehr als 4.600 Zuschauern im Schnitt [1]. Danach wechselten mehrere Spieler in höhere Ligen, darunter Said El Mala [1].
Viktoria sieht sich als Ausbildungsverein. Nach Angaben des Vereins wurden in den fünf Jahren vor der Saison 2025/26 mehr als 20 Spieler aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum Profis bei Viktoria [2]. Wie die Altersklassen im Nachwuchs eingeteilt sind, steht auf der Seite Jugendfußball: Altersklassen von G bis A. Cheftrainer der Männer ist Marian Wilhelm, der 2026/27 seine zweite Saison bei den Profis bestreitet. Von 2010 bis 2024 hatte er bereits im Nachwuchsleistungszentrum des Vereins gearbeitet [2, 6].
Rekordsieger im Mittelrheinpokal
Im Mittelrheinpokal ist Viktoria der erfolgreichste Verein. Im Mai 2025 gewann der Klub den Wettbewerb zum zehnten Mal seit 1985 [2]. Das Finale gegen Alemannia Aachen endete 3:2 und fand im eigenen Stadion statt [1]. Unter den früheren Titeln ist das Finale von 2015, das Viktoria 4:1 gegen den Bonner SC gewann [1]. Der Landespokalsieg brachte den Verein jeweils in den DFB-Pokal [1].
Dort hat Viktoria einige bekannte Gegner geschlagen. 2015/16 gewann der Verein 2:1 gegen den damaligen Zweitligisten 1. FC Union Berlin, in Runde 2 verlor er vor ausverkauftem Haus 0:6 gegen Bayer 04 Leverkusen [1]. 2022/23 trat Viktoria gegen den FC Bayern München an, gespielt wurde im RheinEnergieSTADION vor 50.000 Zuschauern [1]. Am 12.08.2023 besiegte Viktoria den SV Werder Bremen im Sportpark Höhenberg mit 3:2 [1]. Wie der Pokal funktioniert, erklärt die Seite DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.
Der Sportpark Höhenberg
Die Spielstätte entstand 1921 als Stadion des VfR. 1931 wurde sie als Sportpark Höhenberg neu eröffnet [3]. Zwischendurch diente sie als Leichtathletikanlage und trug auch den Namen Flughafenstadion [3]. In den vergangenen Jahren wurde der Sportpark mehrfach modernisiert [3]. Zum ersten Drittligajahr 2019/20 baute der Verein auf 10.001 Plätze aus, die Fanszene zog damals in den neuen Stehplatzblock 11 [1]. Auf seiner Stadionseite nennt der Verein heute 8.343 Plätze an Spieltagen [3].

Rivalen in der eigenen Stadt
Viktoria teilt sich Köln mit mehreren bekannten Vereinen. Der 1. FC Köln spielt 2026/27 in der Bundesliga [8]. Die Rivalität mit ihm stammt vor allem aus den 1950er Jahren, als Preußen Dellbrück dem FC Konkurrenz machte [1]. In der 3. Liga gibt es in dieser Saison dagegen ein echtes Kölner Stadtderby, denn der SC Fortuna Köln ist aus der Regionalliga aufgestiegen [5]. Für das Heimspiel gegen die Fortuna konnten Mitglieder und Dauerkarteninhaber ab dem 27.10.2026 Karten kaufen, der freie Verkauf war für den 29.10.2026 angekündigt [6]. Wer sonst noch in der Liga spielt, steht auf der Seite 3. Liga 2026/27: Vereine und Modus.
- Organisation Historie. FC Viktoria Köln 1904 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Pressemappe 3. Liga-Saison 2025/26. FC Viktoria Köln 1904 e. V.. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadion. FC Viktoria Köln 1904 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Viktoria Köln: Vereinsdaten und Spielklassen. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Aktuelles (Startseite). FC Viktoria Köln 1904 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Verein. FC Viktoria Köln 1904 e. V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bundesliga Tabelle, Saison 2026/27. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
- FC Viktoria Köln. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
VereineSV Waldhof MannheimSV Waldhof Mannheim 07 von der Gründung 1907 über die Bundesligajahre 1983 bis 1990 und die Insolvenz 2003 bis zur 3.
VereineSV Wehen WiesbadenSV Wehen Wiesbaden vom Dorfverein aus Taunusstein 1926 über den Umzug nach Wiesbaden 2007 und vier Jahre 2.
VereineSSV Ulm 1846Der SSV Ulm 1846 im Überblick: Wurzeln seit 1894, Bundesliga 1999/2000, Insolvenzen, der Durchmarsch in die 2.
TaktikPositionen im FußballTorwart, Innenverteidiger, Sechser, Zehner, Flügelspieler und falsche Neun: welche Aufgaben die Positionen haben und woher …