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FC Schalke 04: sieben Meistertitel, UEFA-Pokal und Revierderby

Der FC Schalke 04 aus Gelsenkirchen wurde am 04.05.1904 gegründet und gewann sieben deutsche Meisterschaften, fünf DFB-Pokale und 1997 den UEFA-Pokal. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga stieg er im Mai 2026 als Zweitligameister auf und spielt 2026/27 wieder in der Bundesliga.

Große überdachte Fußballarena mit teilweise geöffnetem Dach in der Abenddämmerung von oben
Bild: KI-generiert

Der FC Schalke 04 kommt aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Schalke und ist einer der mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands. Nach drei Zweitligajahren gewann er 2025/26 die Meisterschaft der 2. Bundesliga und spielt in der Saison 2026/27 wieder in der Bundesliga.[2, 4] Stand der Angaben auf dieser Seite: 29.10.2026.

Steckbrief

AngabeFC Schalke 04
Gründung04.05.1904[1, 3]
VereinsnameFC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.[2]
VereinsfarbenBlau und Weiß[1]
AnschriftErnst-Kuzorra-Weg 1, 45891 Gelsenkirchen[1]
Mitgliederüber 200.000 (Stand September 2025)[7]
StadionVeltins-Arena, 62.278 Plätze bei Bundesligaspielen, Rudi-Assauer-Platz 1[3, 5, 9]
Liga 2026/27Bundesliga[4]
Trainer (Stand 29.10.2026)Miron Muslić[5]
Deutsche Meisterschaften1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942, 1958[2]
DFB-Pokal1937, 1972, 2001, 2002, 2011[2]
EuropapokalUEFA-Pokal 1997[2]

Gründung 1904 und der Schalker Kreisel

Nach der Überlieferung des Vereins gründeten Jugendliche am 04.05.1904 den Fußballclub Westfalia Schalke. Schriftliche Belege der Gründung wie ein Protokollheft oder ein Foto sind nicht erhalten.[3] Weil Westfalia nicht in den offiziellen Spielbetrieb kam, schloss sie sich 1912 als Fußballabteilung dem Turnverein Schalke 1877 an. Am 21.11.1913 beantragten die Fußballer neue Trikots in Blau und Weiß.[3]

Fördergerüst einer alten Zeche neben Backsteinbauten, davor ein einfacher Bolzplatz in Sepiatönen
Bild: KI-generiert

Nach Trennung und Wiedervereinigung in den Kriegsjahren spielten die Fußballer ab Mai 1919 als TuS Schalke 1877. In dieser Zeit entwickelten die Brüder Ballmann das Kurzpassspiel, das später als "Schalker Kreisel" bekannt wurde.[3] Am 05.01.1924 trennten sich die Fußballer endgültig vom Turnverein und nannten sich FC Schalke 04. 1927 folgte der heutige Name FC Gelsenkirchen-Schalke 04. 1928 eröffnete der Verein die Glückauf-Kampfbahn.[3]

Sechs Titel zwischen 1934 und 1942

Mit Ernst Kuzorra und Fritz Szepan stieg Schalke 1926 in die höchste Spielklasse des Ruhrgebiets auf. 1929 kam der erste westdeutsche Meistertitel.[3] 1930 sperrte der Verband 14 Spieler für ein Jahr, weil sie zu hohe Zahlungen erhalten hatten. Zum ersten Spiel nach der Sperre am 01.06.1931 gegen Fortuna Düsseldorf kamen bis zu 70.000 Zuschauer.[3]

Zwischen 1933 und 1942 stand Schalke neunmal im Endspiel um die deutsche Meisterschaft und gewann sechs davon: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942. 1937 holte der Verein auch den neu eingeführten Pokal und damit das erste Double im deutschen Fußball.[3] Alle Meister seit 1903 listet die Seite Deutsche Meister.

Auf seiner Website beschreibt der Verein auch seine Rolle in der NS-Zeit. Im April 1933 trat das jüdische Vorstandsmitglied Dr. Paul Eichengrün zurück. Kuzorra und Szepan traten am 01.05.1937 in die NSDAP ein. Szepan übernahm durch "Arisierung" ein Textilgeschäft jüdischer Eigentümer. Die früheren Inhaber Sally Meyer und Julie Lichtmann wurden nach Riga deportiert und ermordet.[3] Den historischen Rahmen beschreibt die Seite Der Nationalsozialismus.

Meister 1958 und Bundesliga

Den bisher letzten Meistertitel gewann Schalke 1958 mit einem 3:0 gegen den Hamburger SV in Hannover, Kapitän war Berni Klodt. Im folgenden Europapokal der Landesmeister kam die Mannschaft bis ins Viertelfinale und schied gegen Atlético Madrid aus.[3] Als die Bundesliga 1963 begann, gehörte Schalke zu den Gründungsmitgliedern. Das erste Bundesligator des Vereins schoss Willi Koslowski gegen den VfB Stuttgart. Schon 1965 wäre Schalke als 16. fast abgestiegen, blieb aber in der Liga, weil Hertha BSC die Lizenz verlor und die Bundesliga auf 18 Mannschaften wuchs.[3] Mehr dazu steht in der Geschichte der Bundesliga.

1969 verlor Schalke das Pokalfinale gegen den FC Bayern, kam aber über den Europapokal der Pokalsieger bis ins Halbfinale gegen Manchester City. 1972 gewann Schalke den DFB-Pokal mit 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Im selben Zeitraum war der Verein in den Bundesliga-Skandal der frühen 1970er Jahre verwickelt, Spieler wurden bestraft. 1974 klagte die Staatsanwaltschaft Essen den Verein wegen Meineids an, das Verfahren endete 1977.[3] Hintergründe stehen auf der Seite über Skandale im deutschen Fußball. Am 04.08.1973 eröffnete das Parkstadion, in dem 1974 auch Spiele der WM stattfanden.[3]

Abstiege, UEFA-Pokal und Meister der Herzen

Am 13.06.1981 stieg Schalke nach 55 Jahren in der höchsten Spielklasse erstmals in die 2. Bundesliga ab. Es folgten Aufstiege 1982 und 1984, dazwischen der Abstieg nach der Relegation 1983 gegen Bayer Uerdingen, und 1988 der dritte Abstieg. In jenem Jahr beendete Klaus Fichtel seine Laufbahn nach 477 Spielen, im Alter von 43 Jahren und 184 Tagen. Im Pokal-Halbfinale hatte Olaf Thon beim 6:6 gegen den FC Bayern dreimal getroffen, das Wiederholungsspiel ging verloren.[3] 1991 kehrte der Verein als Zweitligameister zurück und blieb danach 30 Jahre ohne Unterbrechung in der Bundesliga.[1, 2]

Leeres altes Ovalstadion mit Laufbahn und offenen Betonrängen, blau-weiße Papierschlangen auf den Stufen
Bild: KI-generiert

Der größte internationale Erfolg gelang am 21.05.1997: Schalke gewann den UEFA-Pokal gegen Inter Mailand. Das Hinspiel im Parkstadion endete 1:0, das Rückspiel in Mailand entschied das Elfmeterschießen.[3] Mehr zu den Wettbewerben steht auf der Seite Europa League und Conference League.

Am 19.05.2001 spielte Schalke zum letzten Mal im Parkstadion und gewann 5:3 gegen die SpVgg Unterhaching. Kurz nach Abpfiff glaubte das Stadion an die Meisterschaft, bis der FC Bayern in Hamburg in der Nachspielzeit ausglich. Schalke blieb Zweiter und wurde als "Meister der Herzen" bekannt. Eine Woche später gewann der Verein den DFB-Pokal gegen Union Berlin, 2002 folgte ein weiterer Pokalsieg mit 4:2 gegen Bayer Leverkusen.[3]

Arena, Champions League und Pokal 2011

Am 13.08.2001 eröffnete die Arena AufSchalke, seit 2005 heißt sie nach dem Sponsor Veltins-Arena.[3] Sie hat ein Schiebedach, das sich in etwa 30 Minuten schließt. Der Rasen liegt in einer 118 mal 79 Meter großen Wanne von 11.000 Tonnen und kann aus dem Stadion gefahren werden.[8] Seit dem 01.07.2019 trägt die Arena die Anschrift Rudi-Assauer-Platz 1, benannt nach dem früheren Manager. Im selben Jahr war sie vollständig abbezahlt.[3] 2004 fand hier das Finale der Champions League zwischen dem FC Porto und AS Monaco statt.[3] Zur Arena gehört eine eigene Kapelle, die am 12.08.2001 eingeweiht wurde.[8]

Riesige Rasenfläche auf einer Wanne wird auf Schienen aus einem modernen Stadion gefahren
Bild: KI-generiert

2011 schlug Schalke in der Champions League Inter Mailand im San Siro mit 5:2 und erreichte zum ersten Mal das Halbfinale, in dem Manchester United zu stark war. Am 21.05.2011 gewann der Verein gegen den MSV Duisburg seinen fünften DFB-Pokal.[3] Vizemeister wurde Schalke 2001, 2005, 2007, 2010 und zuletzt 2018.[2] 2016 wechselte Leroy Sané für über 50 Millionen Euro zu Manchester City, damals ein Rekord für den Verein.[3] Aus der Nachwuchsabteilung, der Knappenschmiede, kamen vier Spieler des Weltmeisterkaders 2014: Neuer, Höwedes, Özil und Draxler.[7]

Vom Abstieg 2021 zur Rückkehr 2026

2021 stieg Schalke als Tabellenletzter ab. Interimstrainer Mike Büskens führte die Mannschaft 2021/22 zur Zweitligameisterschaft, entschieden mit einem 2:1 in Nürnberg. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine beendete Gazprom 2022 sein Sponsoring, neuer Partner wurde Vivawest. 2022/23 verpasste Schalke den Klassenerhalt knapp.[3] Es folgten drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga.[1]

Am 02.05.2026 machte ein 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf zwei Spieltage vor Saisonende den Aufstieg perfekt, am selben Wochenende stand die Zweitligameisterschaft fest.[6] Es war die vierte Meisterschaft in der zweiten Liga nach 1982, 1991 und 2022.[2] Die Mitspieler der laufenden Saison stellt die Seite Bundesliga 2026/27 vor. Zum Stand 29.10.2026 trainiert Miron Muslić die Mannschaft.[5] Den Kader nennen wir hier nicht, weil er sich mit jeder Transferperiode ändert.

Fans und das Revierderby

Schalke hat nach eigenen Angaben seit September 2025 mehr als 200.000 Mitglieder und ist damit der drittgrößte Sportverein Deutschlands. In der Zweitligasaison 2024/25 waren die Heimspiele in der Arena mit im Schnitt über 61.000 Zuschauern immer ausverkauft, auswärts begleiteten die Mannschaft durchschnittlich mehr als 7.000 Fans.[7]

Der große Rivale ist Borussia Dortmund, das Duell heißt Revierderby. Schon 1947 verlor Schalke das Westfalen-Finale gegen den BVB. In Erinnerung blieb das 4:4 nach Rückstand, bei dem Naldo spät per Kopf traf, und im Frühjahr 2019 sicherte ein 4:2 im Derby unter Huub Stevens den Klassenerhalt.[3] Weil beide Vereine 2026/27 in der Bundesliga spielen, gibt es das Derby wieder.[4] Mehr zum Gegner steht auf der Seite über Borussia Dortmund.

  1. Organisation FC Schalke 04: Vereinsprofil und Ligazugehörigkeit. Deutscher Fußball-Bund, DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Erfolge. FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Epochen. FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.. Stand 06.2024. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Clubübersicht Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga, bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation FC Schalke 04: Clubprofil. DFL Deutsche Fußball Liga, bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation EQS-News: FC Schalke 04 steigt in die Bundesliga auf, Informationen zum Bundesliga-Bonus. FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. über EQS News, Deutsche Börse. Stand 13.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Präsentation Anleihe 2025. FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.. Stand 11.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Zahlen und Fakten. Veltins-Arena. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation The Veltins-Arena: Schalke's high-tech stadium. DFL Deutsche Fußball Liga, bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.