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Holstein Kiel: Meister 1912, Bundesliga 2024/25, heute 2. Liga

Holstein Kiel führt das Gründungsjahr 1900 im Namen und wurde 1912 Deutscher Meister. 2024 stieg der Verein zum ersten Mal in die Bundesliga auf, nach einer Saison ging es wieder hinunter. 2026/27 spielt Kiel in der 2. Bundesliga, Heimspielstätte ist das Holstein-Stadion.

Kompaktes Fußballstadion mit steilen überdachten Tribünen an einem windigen Tag mit Wolken und Sonnenlücken
Bild: KI-generiert

Holstein Kiel war schon vor dem Ersten Weltkrieg eine der besten Mannschaften Deutschlands und holte 1912 die Meisterschaft.[1] Bis zur ersten Saison in der Bundesliga dauerte es danach mehr als hundert Jahre: Erst 2024 stieg Kiel auf, ein Jahr später wieder ab.[1, 5] In der Saison 2026/27 spielt der Verein in der 2. Bundesliga.[3, 4]

Steckbrief

MerkmalAngabe
Offizieller NameKieler Sportvereinigung Holstein von 1900[1]
Gründung07.10.1900 laut DFB-Datencenter[3]
VereinsfarbenBlau, Weiß und Rot[3]
StadionHolstein-Stadion, 15.034 Plätze[2]
Deutscher Meister1912[1]
Bundesligaeine Saison, 2024/25[3]
Liga 2026/272. Bundesliga[4]
Stand der Angaben29.10.2026

Zwei Vereine, ein Name

Der heutige Verein geht auf zwei Kieler Clubs zurück. 1900 entstand der Kieler Fußball-Verein von 1900, 1902 der Kieler Fußball-Club Holstein.[1] Das erste Spiel der Vereinsgeschichte fand am 07.10.1900 auf dem Lübecker Burgfeld statt. Den Siegtreffer erzielte Georg Blaschke.[6]

Am 07.06.1917 schlossen sich beide Vereine im Zentral-Hotel, dem Vereinslokal des KFV, zur Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900 zusammen.[1] Das Gründungsjahr des älteren Partners steht deshalb bis heute im Namen.

Deutscher Meister 1912

Den ersten Anlauf auf den Titel unternahm Holstein 1910. Am 15.05.1910 verlor die Mannschaft das Endspiel in Köln nach Verlängerung mit 0:1 gegen den Karlsruher FV. Ein Jahr später war im Halbfinale gegen Viktoria Berlin Schluss.[6]

Alter Fußballplatz um 1912 mit Holzzaun und Zuschauern in langen Mänteln von hinten im Sepiaton
Bild: KI-generiert

1912 klappte es im zweiten Endspiel. Am 26.05.1912 schlug Holstein auf der Hamburger Hoheluft vor rund 8.000 Zuschauern wieder den Karlsruher FV, diesmal mit 1:0. Das Tor erzielte Ernst Möller per Elfmeter.[1] Möller fiel später im Ersten Weltkrieg.[6] Der Karlsruher FV ist ein anderer Verein als der heutige Karlsruher SC.

1930 stand Kiel zum dritten Mal im Finale. Im Düsseldorfer Rheinstadion unterlag die Mannschaft Hertha BSC mit 4:5.[1] 1943 wurde Holstein Dritter der Deutschen Meisterschaft. Auf dem Weg dorthin schlug Kiel im Viertelfinale den FC Schalke 04 vor 18.000 Zuschauern mit 4:1, im Spiel um Platz drei in Berlin gewann die Mannschaft 4:1 gegen Vienna Wien.[1, 6] Alle Meister seit 1903 stehen auf der Seite Deutsche Meister.

Oberliga Nord ohne Bundesliga

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Holstein zu den Gründungsmitgliedern der erstklassigen Oberliga Nord. Zu Spitzenspielen kamen bis zu 30.000 Zuschauer.[1] 1953 wurde Kiel Vizemeister der Oberliga und erreichte die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.[6] 1961 gewann die zweite Mannschaft in Hannover vor mehr als 80.000 Zuschauern die Deutsche Amateurmeisterschaft mit 5:1 gegen Siegburg 04.[6]

Bei der Gründung der Bundesliga 1963 ging Holstein leer aus. Die drei Plätze aus dem Norden bekamen der Hamburger SV, Werder Bremen und Eintracht Braunschweig.[1] 1965 scheiterte Kiel in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga an Borussia Mönchengladbach.[1]

Der lange Weg zurück

1978 stieg Holstein unter Trainer Gerd Koll in die 2. Liga Nord auf und spielte dort drei Spielzeiten.[6, 3] Danach folgten lange Jahre unterhalb des Profifußballs. 2009 wurde Kiel unter Falko Götz mit einem späten Tor von Tim Wulff zum 1:0 im letzten Heimspiel gegen den VfB Lübeck vor 9.300 Zuschauern Meister der Regionalliga Nord und spielte 2009/10 in der 3. Liga.[6, 3] Nach dem Abstieg verbrachte der Verein drei Spielzeiten in der viertklassigen Regionalliga Nord.[1]

Kleiner Fußballplatz mit niedriger Tribüne und Grashängen, einige Zuschauer von hinten am Geländer im Abendlicht
Bild: KI-generiert

2013 gewann Holstein die Relegation gegen Hessen Kassel mit 2:0 in Kiel und 2:1 in Kassel und kehrte in die 3. Liga zurück.[6] Der Verein selbst nennt das den Beginn des "Kieler Höhenflugs".[1] 2015 scheiterte Kiel in der Relegation zur 2. Bundesliga knapp am TSV 1860 München: Nach dem 0:0 in Kiel führte Holstein in München und verlor in der Schlussphase noch 1:2.[6] Am 13.05.2017 gelang in Großaspach der Aufstieg in die 2. Bundesliga, nach 36 Jahren.[6]

Relegation, Pokal und Bundesliga

Von 2017/18 bis 2023/24 spielte Kiel sieben Spielzeiten in Folge in der 2. Bundesliga.[3] Gleich in der ersten wurde Holstein unter Markus Anfang Dritter. In der Relegation verlor Kiel gegen den VfL Wolfsburg zuerst 1:3 in Wolfsburg vor 28.800 Zuschauern und danach 0:1 in Kiel.[6] Am 13.01.2021 schlug die Mannschaft im DFB-Pokal den FC Bayern München mit 8:7 nach Elfmeterschießen. Nach einem 3:0 bei Rot-Weiss Essen stand Kiel im Halbfinale.[6] In derselben Saison verlor Holstein auch die zweite Bundesliga-Relegation, gegen den 1. FC Köln.[1] Mehr zum Wettbewerb steht auf der Seite zum DFB-Pokal.

Am 11.05.2024 reichte ein 1:1 im Spitzenspiel gegen Fortuna Düsseldorf zum Aufstieg. Benedikt Pichler traf schon in der zweiten Minute nach einer Flanke von Tom Rothe.[6] Der Verein spricht von einem Aufstieg nach 61 Jahren.[1] Die Saison 2024/25 blieb die einzige. Am 11.05.2025 verlor Kiel zu Hause 1:2 gegen den SC Freiburg, weil der 1. FC Heidenheim zur gleichen Zeit 3:0 bei Union Berlin gewann, stand der Abstieg fest.[5]

Das Holstein-Stadion

Holstein spielt seit 1911 am selben Ort.[1] Der Platz wurde am 15.10.1911 als Holsteinplatz eröffnet, auf einem Gelände, das die Familie Witthöft an den FC Holstein verpachtet hatte. Das erste Spiel verlor Holstein 3:4 gegen Preußen Berlin.[2] Seit der Aufstiegsrunde von 1965 heißt die Anlage Holstein-Stadion.[2]

Alte Haupttribüne aus den 1950er Jahren mit Flachdach und Stahlstützen vor frisch gemähtem Rasen
Bild: KI-generiert

In den 1920er Jahren fasste der Platz etwa 15.000 Menschen. 1950 kam die Haupttribüne hinzu, deren Grundgerüst sich seitdem kaum verändert hat.[2] Den Zuschauerrekord stellten 30.000 Menschen am 23.03.1951 beim 3:3 gegen den Hamburger SV in der Oberliga Nord auf.[2] Heute haben 15.034 Zuschauer Platz.[2]

Das Stadion wird gerade umgebaut. Die Pläne wurden am 12.12.2025 vorgestellt, den Siegerentwurf lieferte das Büro HPP Architekten.[7] Nach dem Umbau sollen 22.087 Menschen Platz finden, etwa 56 Prozent auf Sitzplätzen und 44 Prozent auf Stehplätzen, dazu 64 Plätze für Rollstuhlfahrer und 60 für sehbehinderte Fans.[7] Der Finanzierungsrahmen liegt bei 75 Millionen Euro netto, getragen von Land, Stadt, Verein und privaten Geldgebern. Das neue Dach ist dem Schiffbau nachempfunden und bietet die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage zu integrieren. Gebaut wird in mehreren Abschnitten bei laufendem Spielbetrieb, das Bautagebuch des Vereins dokumentiert die Arbeiten im Herbst 2026.[7]

Mehr als Fußball

Holstein ist ein Sportverein mit mehreren Abteilungen, heute unter anderem Handball, Tennis und Cheerleading.[9] Einige Erfolge kamen aus diesen Sparten. Uwe Beyer gewann 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio Bronze im Hammerwurf. Die Handballerinnen wurden am 18.04.1971 in der Ostseehalle Deutscher Meister, mit 6:4 gegen den 1. FC Nürnberg.[6] Am 27.08.1972 entzündete Wulf Kock von Holstein in Kiel das olympische Feuer für die Segelwettbewerbe, einen Tag nach der Eröffnung der Spiele in München.[6]

Holstein Women

Die Frauenmannschaft entstand 2004. Damals löste der Wittenseer SV seine Frauenfußballabteilung auf, und die Spielerinnen des TSV Schilksee kamen unter das Dach von Holstein. Der Vorstand stimmte mit 4:3 zu, das Team begann als Projekt "Holstein Woman".[8] Unter Trainer Heinz Siebolds, der von 2004 bis 2009 im Amt war, spielte es ab der Saison 2005/06 in der 2. Bundesliga und blieb dort etwa sechs Jahre. Danach wechselte es mehrmals zwischen zweiter und dritter Liga, 2016 ging es in die Regionalliga.[8] 2018 wollte der Verein die Frauen ausgliedern, nahm den Plan nach öffentlichem Druck aber zurück. Ihre Heimspiele tragen die Holstein Women auf der Waldwiese aus. Aus Kiel schafften Nina Jokuschies, Laura Freigang, Selina Cerci und Michaela Brandenburg den Sprung in die Frauen-Bundesliga. Am längsten betreute Bernd Begunk das Team, von 2016 bis 2023. Seit 2025 ist Stefan Fischer Trainer.[8] Mehr zum Thema steht auf der Seite Frauenfußball in Deutschland.

Die Saison 2026/27

Kiel geht in die zweite Zweitliga-Saison nach dem Abstieg.[3] Trainer ist Tim Walter, dessen Vertrag im Mai 2026 um ein Jahr verlängert wurde.[10] In der Liga trifft Holstein auf die drei Absteiger aus der Bundesliga, den VfL Wolfsburg, den 1. FC Heidenheim und den FC St. Pauli, außerdem auf die Aufsteiger VfL Osnabrück und Energie Cottbus.[4] Alle 18 Vereine stehen auf der Seite 2. Bundesliga 2026/27.

  1. Organisation Vereinshistorie. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Stadiongeschichte. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Kieler SV Holstein von 1900 e. V.: Vereinsdaten, Spielzeiten und Kader. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Clubübersicht 2. Bundesliga Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Kiel unterliegt Freiburg und steigt ab (Julian-Luca Schäfer). ZDF, zdfheute. Stand 11.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Highlights der Vereinsgeschichte. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Stadionumbau Holstein-Stadion. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Holstein Women. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Traditionsclub und Abteilungen. Kieler SV Holstein von 1900. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Holstein Kiel und Tim Walter bleiben zusammen. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 30.05.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.