Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
SC Preußen Münster: Verein, Stadion und Geschichte
Der SC Preußen Münster wurde am 30.04.1906 gegründet und spielt in der Saison 2026/27 in der 3. Liga, nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga im Mai 2026. Der Verein war 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga und ist das einzige Gründungsmitglied, das danach nie wieder erstklassig spielte.
Preußen Münster spielt in der Saison 2026/27 in der 3. Liga. Nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga stieg der Verein im Mai 2026 zusammen mit Fortuna Düsseldorf ab.[1] Die größten Erfolge liegen lange zurück: 1951 stand Münster im Endspiel um die deutsche Meisterschaft, 1963 gehörte der Verein zu den 16 Gründungsmitgliedern der Bundesliga.[2] Gleichzeitig baut die Stadt das Stadion an der Hammer Straße Tribüne für Tribüne neu.[3]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gegründet | 30.04.1906 als FC Preußen Münster |
| Vereinsfarben | Schwarz, Weiß, Grün |
| Liga 2026/27 | 3. Liga |
| Stadion | LVM-Preußenstadion, derzeit rund 14.000 Plätze |
| Bundesliga | 1963/64 (eine Saison) |
| Mitglieder | 6.500 laut DFB-Datencenter (Stand 01.07.2026), laut Verein mehr als 15.000 in allen Abteilungen |
| Trainer | Thomas Wörle |
Gründungsdatum, Farben, Ligazugehörigkeit und Trainer stammen aus dem DFB-Datencenter, die Stadionzahl von der Stadt Münster.[3, 4, 8] Bei den Mitgliedern weichen die Angaben ab, der Verein zählt alle Abteilungen mit.[4, 7] Einen Kader nennt diese Seite nicht, weil er nach jeder Wechselperiode anders aussieht.
Gründung durch Schüler
Schüler des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums gründeten am 30.04.1906 den FC Preußen Münster. Gespielt wurde zunächst auf einem Exerzierplatz an der Loddenheide, den das Militär zur Verfügung stellte. Daher stammt der alte Beiname "Jungs von der Loddenheide". Am 08.08.1907 nahm der Westdeutsche Spielverband den Verein auf. In die höchste Klasse durfte er zunächst nicht, weil der FC Münster 04 Einspruch einlegte. Nach zwei Meisterschaften in unteren Klassen landete Preußen in der Saison 1907/08 erstmals in der A-Klasse und wurde mit sieben Punkten aus zwölf Spielen Letzter. Nur eine Neueinteilung der Spielbezirke verhinderte den Abstieg.[2] 1916 zog der Verein auf eine Kuhwiese an der Hammer Straße, 1920 nannte er sich in SC Preußen Münster um.[2]

Die erste Westfalenmeisterschaft gewann Preußen 1913/14 vor Arminia Bielefeld, 1920 folgte die zweite. Das Stadion an der Hammer Straße wurde am 13.06.1926 eröffnet. In den 1930er und frühen 1940er Jahren spielte der Verein insgesamt sechs Spielzeiten in der Gauliga Westfalen, Ende der 1940er Jahre wurde er in der Oberliga West heimisch.[2]
Vizemeister 1951
In der Saison 1950/51 wurde Münster in der Oberliga West Zweiter hinter Schalke 04 und vor Borussia Dortmund. In der Endrunde trafen die Preußen auf den 1. FC Nürnberg, den Hamburger SV und Tennis Borussia Berlin und gewannen ihre Gruppe knapp vor Nürnberg. Nach einem 2:1 in Nürnberg und einem 3:1 gegen den HSV folgten ein 2:3 gegen Tennis Borussia und ein 1:5 in Hamburg. Selbst das 2:8 im letzten Gruppenspiel in Berlin reichte, weil der Vorsprung auf Nürnberg hielt.[2]

Das Endspiel fand am 30.06.1951 im Berliner Olympiastadion statt. Laut Verein sahen fast 100.000 Menschen zu. Münster verlor 1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern, das Tor für die Preußen schoss Fiffi Gerritzen.[2] Die heutige Anschrift des Vereins trägt seinen Namen: Fiffi-Gerritzen-Weg 1.[4] Trotz der Niederlage empfingen die Münsteraner ihre Mannschaft nach der Rückkehr wie einen Sieger.[7] Alle Endspiele seit 1903 listet die Seite Deutsche Meister auf.
Eine Saison Bundesliga
Als die Bundesliga 1963 startete, war Preußen Münster einer der 16 Gründungsvereine. Die Zulassung verdankte der Verein auch seiner Saison 1962/63. Am ersten Spieltag, dem 24.08.1963, empfing Münster um 17 Uhr den Hamburger SV mit Uwe Seeler. Erlaubt waren 38.000 Zuschauer, laut Verein kamen mehr als 40.000. Falk Dörr brachte die Preußen in Führung, Charly Dörfel glich zum 1:1 aus. Trainer der Preußen war Richard Schneider. Ein Sitzplatz kostete 12 D-Mark, ein Stehplatz 3,50 D-Mark, Mitglieder zahlten 1 D-Mark.[5] Es folgten ein 0:1 in Braunschweig sowie Siege mit 4:2 gegen Meiderich und Stuttgart.[2]
Am Ende der Saison 1963/64 stand Münster auf dem vorletzten Platz, einen Punkt hinter Hertha BSC, und stieg ab. Münster ist das einzige Gründungsmitglied, das danach nie wieder erstklassig spielte.[2] Wie die ersten Jahre der Liga verliefen, steht auf der Seite Geschichte der Bundesliga.
Von der Regionalliga bis zur 2. Bundesliga
Seit 1948 hat Münster in fast allen Spielklassen zwischen der ersten und der vierten Liga gespielt:[2, 4]
| Zeitraum | Liga | Spielklasse |
|---|---|---|
| 1948/49 bis 1962/63 | Oberliga West | erste |
| 1963/64 | Bundesliga | erste |
| 1964/65 bis 1973/74 | Regionalliga West | zweite |
| 1974/75 bis 1980/81 | 2. Bundesliga Nord | zweite |
| 1981/82 bis 1988/89 | Oberliga Westfalen | dritte |
| 1989/90 bis 1990/91 | 2. Bundesliga | zweite |
| 1991/92 bis 2005/06 | Oberliga Westfalen, Regionalliga | dritte |
| 2006/07 bis 2010/11 | Oberliga Westfalen, Regionalliga West | vierte |
| 2011/12 bis 2019/20 | 3. Liga | dritte |
| 2020/21 bis 2022/23 | Regionalliga West | vierte |
| 2023/24 | 3. Liga | dritte |
| 2024/25 bis 2025/26 | 2. Bundesliga | zweite |
| 2026/27 | 3. Liga | dritte |
Nach dem Abstieg spielte Preußen bis 1974 in der Regionalliga West, danach bis 1981 in der 2. Bundesliga Nord. 1989 stieg der Verein unter Helmut Horsch noch einmal in die 2. Bundesliga auf, blieb dort aber nur zwei Jahre.[2, 4] 1994 gewann er die Deutsche Amateurmeisterschaft. In der Gruppenphase schlug Münster Alemannia Aachen 3:1, Union Berlin 4:1 und den VfL Osnabrück 3:0, dazu kam ein 3:3 bei Stahl Eisenhüttenstadt. Das Finale gegen die Offenbacher Kickers fand vor 6.000 Zuschauern in Offenbach statt. 2006 fiel Münster erstmals in die Viertklassigkeit.[2]
Am 06.05.2011 gelang mit einem 3:0 gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach der Aufstieg in die 3. Liga. 18.500 Zuschauer kamen, laut Verein ein Rekord für ein Regionalligaspiel. Neun Jahre blieb Münster drittklassig, 2020 ging es zurück in die Regionalliga West.[2] 2023 kehrte der Verein in die 3. Liga zurück und schaffte gleich den nächsten Sprung: Als Neuling wurde Münster 2023/24 mit 67 Punkten Zweiter und stieg direkt in die 2. Bundesliga auf.[6] Dort spielte er die Saisons 2024/25 und 2025/26.[4] Der DFB beschreibt Münster als Absteiger, der erst zwei Jahre zuvor aufgestiegen war.[1]
Das LVM-Preußenstadion wird umgebaut
Als das Stadion 1926 fertig wurde, galt es laut Verein als eine der modernsten Spielstätten Europas.[5] Heute heißt es LVM-Preußenstadion. Die Stadt Münster lässt es seit 2025 abschnittsweise neu bauen, der Spielbetrieb läuft weiter. Die Westtribüne entstand ab März 2025 und ist schon in Betrieb. Die neue Osttribüne mit rund 6.900 Stehplätzen wurde zum Saisonstart 2026/27 fertig, früher als geplant.[3]

Derzeit passen etwa 14.000 Menschen ins Stadion: rund 6.900 auf der Osttribüne, rund 2.800 auf der Haupttribüne und rund 4.600 auf der Westtribüne. Die alte Nordtribüne wird seit dem 18.05.2026 abgerissen und neu gebaut, sie soll zur Saison 2027/28 fertig sein. Anfang 2028 soll der gesamte Umbau abgeschlossen sein, dann fasst das Stadion mehr als 19.000 Zuschauer. Bis zum Sommer 2027 sollen eine Kita und die Geschäftsstelle des Vereins einziehen, an der Südtribüne laufen Arbeiten bis Februar 2028. Das Budget liegt bei 88,5 Millionen Euro, nachdem der Rat es im April 2024 von 65 Millionen Euro erhöht hatte.[3] Weitere Stadien stellt die Seite Die Fußballstadien in Deutschland vor.
2026 ist für den Verein ein Jubiläumsjahr: Er wird 120 Jahre alt, die Vizemeisterschaft liegt 75 Jahre zurück, und das Stadion an der Hammer Straße ist seit 100 Jahren seine Heimat. Der Verein beschreibt die neue Osttribüne als überdachte Stehtribüne für mehr als 8.000 Fans, das Stadion soll ökologisch nachhaltig und sozial inklusiv werden.[7] Zum Saisonstart 2026/27 standen dort laut Stadt rund 6.900 Plätze zur Verfügung.[3]
Spitznamen und Rivalen
Der Verein nennt sich selbst "Adlerträger" und "Adlerclub". Die Spieler hießen früher die "Jungs von der Loddenheide", später die "Jungs von der Hammer Straße".[2] Als Konkurrenten nennt die Vereinsgeschichte westfälische Vereine wie Borussia Dortmund und Arminia Bielefeld.[2]
Preußen Münster in der Saison 2026/27
In der 3. Liga trifft Münster 2026/27 unter anderem auf Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiss Essen, den MSV Duisburg, Alemannia Aachen und die vier Aufsteiger aus der Regionalliga.[1] Die Saison begann am 07.08.2026, die Hinrunde endet am 20.12.2026 und die letzte Runde ist für den 22.05.2027 angesetzt. MagentaSport zeigt alle 380 Spiele, 68 davon laufen zusätzlich in der ARD und den dritten Programmen.[1] Alle 20 Teilnehmer und den Modus findest du auf der Seite 3. Liga 2026/27. Wer Karten für ein Auswärtsspiel nicht beim Verein kauft, sollte die Hinweise zum Betrug mit Fußballtickets kennen.
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Historie. SC Preußen Münster. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde LVM-Preußenstadion: Umbau. Stadt Münster. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SC Preußen Münster, Vereinsprofil. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Geburtsstunde der Bundesliga mit 40.000 am Spielfeldrand. SC Preußen Münster. Stand 07.02.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Noch zwei Spiele: Gelingt MSV Duisburg siebter Durchmarsch?. Deutscher Fußball-Bund. Stand 04.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Unser größter Erfolg, unsere Heimat, unser schönster Fluch: ein besonderes Jubiläumsjahr für den SC Preußen. SC Preußen Münster. Stand 30.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SC Preußen Münster, 3. Liga 2026/27. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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