Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

SV Wehen Wiesbaden: vom Halberg in die Landeshauptstadt

Der SV Wehen wurde 1926 in Taunusstein gegründet und spielt seit 2007 als SV Wehen Wiesbaden in der BRITA-Arena in Wiesbaden. Der Verein war viermal in der 2. Bundesliga, zuletzt 2023/24. In der Saison 2026/27 spielt er in der 3. Liga.

Kompaktes modernes Fußballstadion mit roten und schwarzen Sitzen an einem sonnigen Herbstnachmittag
Bild: KI-generiert

Der SV Wehen Wiesbaden ist ein Verein mit zwei Orten. Gegründet wurde er 1926 im Taunussteiner Ortsteil Wehen, seit 2007 spielt die Profimannschaft in der hessischen Landeshauptstadt [1, 2]. Im Jahr 2026 feiert der Verein sein hundertjähriges Bestehen [7]. In der Saison 2026/27 spielt er in der 3. Liga [4, 5].

Steckbrief

MerkmalAngabe
Gründung01.01.1926 als SV Wehen [1, 4]
VereinsfarbenSchwarz und Rot [4]
StadionBRITA-Arena, Berliner Straße 9, Wiesbaden, eröffnet am 11.10.2007 [3, 6]
Liga 2026/273. Liga [5]
2. Bundesliga2007/08, 2008/09, 2019/20 und 2023/24 [1, 4, 9]
3. Liga2009 bis 2019, 2020 bis 2023 und seit 2024 [4]
Mitglieder1.200 (Stand 01.07.2026) [4]
Stand der Angaben29.10.2026

Gründung in Wehen und der Weg nach oben

Der SV Wehen entstand 1926 in Wehen, heute ein Ortsteil von Taunusstein im Rheingau-Taunus. Die Mannschaft begann in der C-Klasse Wiesbaden [1]. Lange blieb der Verein ein Dorfklub, gespielt wurde auf dem Halberg. 1965 wurde Wehen mit 54:0 Punkten Meister der B-Klasse, ohne einen einzigen Punkt abzugeben. Das ZDF drehte darüber einen Filmbeitrag [1].

Kleiner Dorffußballplatz auf einer bewaldeten Anhöhe im Taunus mit Vereinsheim und Morgennebel
Bild: KI-generiert

Den Aufstieg in höhere Ligen verdankt der Verein auch einem Förderer. Der Wasserfilterfabrikant Heinz Hankammer, der Mann hinter Brita, kam 1979 zum SV Wehen. 1982 übernahm er den Vorsitz und wurde zum Großsponsor [1]. Die Familie blieb dem Verein verbunden: Beim Aufstieg 2019 war Markus Hankammer Präsident [13]. Nach zehn Jahren in der Regionalliga gelang in der Saison 2006/07 der Aufstieg in die 2. Bundesliga [1].

Umzug nach Wiesbaden 2007

Für den Profifußball reichte die Anlage auf dem Halberg nicht aus [1]. Seit der Saison 2007/08 hat die Profiabteilung deshalb ihren Sitz in Wiesbaden und tritt als SV Wehen 1926 Wiesbaden GmbH auf. Aus dem Kürzel SVW wurde SVWW, und das Logo zeigt seitdem auch die drei Lilien, das Zeichen der Landeshauptstadt [1]. Die neue Spielstätte liegt rund 15 Kilometer vom Halberg entfernt am östlichen Stadtrand Wiesbadens [1].

Der Stammverein besteht weiter. Neben der SVWW GmbH für die Profis gibt es den eingetragenen Verein, den das Datencenter des DFB bis heute als SV Wehen 1926 Taunusstein e. V. führt [4]. Dort ist auch eine zweite Männermannschaft verzeichnet, die bis 2012 in der Regionalliga Süd spielte [4].

Die BRITA-Arena

Gebaut wurde die BRITA-Arena innerhalb von vier Monaten nach dem Aufstieg 2007. Eröffnet wurde sie am 11.10.2007 mit einem Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund [3]. Das Stadion ist ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn und liegt verkehrsgünstig nahe dem Wiesbadener Hauptbahnhof. Den Namen trägt es nach dem langjährigen Hauptsponsor des Vereins [3].

Baukran und Stahlgerüst einer neuen Stadiontribüne neben einem Fußballplatz in der Dämmerung
Bild: KI-generiert

Das Stadtlexikon der Stadt Wiesbaden nennt rund 12.000 Plätze und verzeichnet für 2014 den Beschluss, die Arena auf eine etwas größere Kapazität zu erweitern [3]. Als Wehen 2019 in die 2. Bundesliga zurückkehrte, waren es 12.500, der Ausbau auf 15.000 Plätze war damals bis Ende 2020 geplant [13]. Fertig wurde er später: 2021 wurde die Westtribüne bei laufendem Spielbetrieb komplett neu gebaut. Nach Angaben des Ausstatters HK Audio fasst das Stadion seitdem bis zu 15.000 Zuschauer und erfüllt damit die Vorgaben der DFL [8]. Betreiber ist die Stadion Berliner Straße GmbH & Co. KG. Im Stadion gibt es 14 Logen mit Blick aufs Spielfeld, dazu eine Lounge im Obergeschoss und Räume für Pressekonferenzen; die Kabinen der Mannschaften liegen im Untergeschoss [6]. Andere Spielstätten stellt die Seite Die Fußballstadien in Deutschland vor.

Zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga

Die ersten beiden Zweitligajahre endeten 2009 mit dem Abstieg in die neu gegründete 3. Liga [1]. Danach folgten zehn Jahre in der dritten Klasse, bis 2019 der Sprung zurück gelang [4, 13]. Wie knapp es zwischendurch war, zeigt das Jahr 2016: Damals rettete ein Tor von Alf Mintzel in der Nachspielzeit den Verein vor dem Abstieg in die Regionalliga [13]. Mintzel spielte neun Jahre für Wehen und beendete 2019, im Jahr des Aufstiegs, seine Profilaufbahn [13]. Zum Zeitpunkt des Aufstiegs 2019 führte Wehen die ewige Tabelle der 3. Liga an, kein anderer Verein hatte bis dahin mehr Punkte in dieser Liga gesammelt [13]. Auch sechs Jahre später lag Wehen dort noch vorn. Im Oktober 2025 hatte der Verein in 15 Drittligaspielzeiten 540 Spiele bestritten, davon 217 gewonnen, 146 unentschieden gespielt und 177 verloren [16]. Das ergab 797 Punkte und 75 Punkte Vorsprung auf den VfL Osnabrück, der 722 Punkte aus 76 Spielen weniger gesammelt hatte und mit 1,56 Punkten pro Spiel einen besseren Schnitt hatte als Wehen mit 1,48 [16]. Zum Stand vom 06.10.2025 fehlten Wehen noch drei Punkte bis zur Marke von 800 Punkten, die bis dahin kein Verein erreicht hatte [16].

Fußballspieler in roten Trikots jubeln gemeinsam auf nassem Rasen unter Flutlicht, von hinten gesehen
Bild: KI-generiert

Den Aufstieg 2019 holte Wehen über die Relegation gegen den FC Ingolstadt 04. Das Hinspiel verlor die Mannschaft 1:2, das Rückspiel in Ingolstadt am 28.05.2019 gewann sie mit 3:2, zur Pause hatte sie schon 3:1 geführt [10, 13]. Gefeiert wurde in der Rathaushalle, Hunderte Fans standen dazu auf dem Wiesbadener Schlossplatz [13]. Der Aufstieg brachte dem Verein nach damaligen Angaben mehr als sieben Millionen Euro an Fernsehgeld [13]. Die Saison 2019/20 unter Trainer Rüdiger Rehm blieb aber die einzige in der 2. Bundesliga, danach ging es zurück in die 3. Liga [4, 9].

2023 wiederholte sich das Muster. Am letzten Spieltag gewann Wehen 1:0 beim Halleschen FC, wurde aber noch vom VfL Osnabrück überholt, der in der Nachspielzeit zwei Tore gegen die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund erzielte [9]. In der Relegation gegen Arminia Bielefeld gewann die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski das Hinspiel in Wiesbaden 4:0 und das Rückspiel in Bielefeld 2:1. Den Siegtreffer in Bielefeld erzielte Benedict Hollerbach in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit [9]. Nach Angaben der DFL war es der dritte Aufstieg der Vereinsgeschichte in die 2. Bundesliga [9]. Auch diesmal blieb es bei einer Saison. 2024 musste Wehen als Drittletzter der 2. Bundesliga in die Relegation gegen den SSV Jahn Regensburg. Nach einem 2:2 in Regensburg verlor die Mannschaft das Rückspiel in der BRITA-Arena vor 11.008 Zuschauern mit 1:2 [14]. Es war nach 2009 und 2020 der dritte Abstieg in die 3. Liga [14].

Die Saison 2026/27

In der 3. Liga ist Wehen 2026/27 der einzige Verein aus Hessen, alle anderen 19 Mannschaften kommen aus anderen Bundesländern [5]. Ein klassisches Derby gibt es in dieser Liga daher nicht. Die übrigen Teilnehmer und den Modus findest du unter 3. Liga 2026/27: Vereine und Modus.

Am 24.10.2026 gelang ein deutlicher Heimsieg. Wehen schlug die SG Sonnenhof Großaspach mit 7:1, zur Pause hatte es 3:1 gestanden [11]. Raul Paula erzielte in der 66. Minute das 5:1 von der Mittellinie ins leere Tor, nachdem der Torwart der Gäste weit vor seinem Tor gestanden hatte [11]. Es war der höchste Drittligasieg des Vereins seit dem 7:0 gegen Fortuna Köln im Jahr 2018, Wehen kletterte damit auf Platz acht [11]. Zugesehen hatten 2.948 Zuschauer [11]. Danach stand das Auswärtsspiel beim SC Verl auf dem Programm [2].

Im DFB-Pokal bekam Wehen für die erste Runde ein Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen zugelost, gespielt wurde zwischen dem 21. und 24.08.2026 [15]. Wie der Wettbewerb aufgebaut ist und wann die weiteren Runden stattfinden, erklärt die Seite DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.

Verein und Nachwuchs

Mit 1.200 Mitgliedern ist Wehen einer der kleineren Vereine im Profifußball [4]. Der SV Waldhof Mannheim etwa meldet 5.500 Mitglieder [12]. Im Nachwuchs sind beim DFB unter anderem eine U 19 und eine U 17 gemeldet, die U 19 nimmt 2026/27 am DFB-Pokal der Junioren teil [4]. Wie Jugendmannschaften eingeteilt sind, erklärt der Ratgeber Jugendfußball: Altersklassen von G bis A.

Zum hundertjährigen Bestehen hat der Verein eine eigene Jubiläumsseite eingerichtet, dazu gehört eine Reihe mit dem Titel "26 Gesichter" [7]. Wie ein Verein vom Dorfplatz in den Profibereich kommt und welche Ligen dazwischen liegen, beschreibt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

  1. Behörde SV Wehen Wiesbaden (SVWW), Stadtlexikon (Achim Dreis). Landeshauptstadt Wiesbaden. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Startseite und Menü Verein. SV Wehen Wiesbaden. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Brita-Arena, Stadtlexikon (Jochen Fuhrmann). Landeshauptstadt Wiesbaden. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation SV Wehen 1926 Taunusstein e. V.: Vereinsdaten und Spielklassen. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation BRITA-Arena. Stadion Berliner Straße GmbH & Co. KG. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation 100 Jahre SV Wehen. SV Wehen Wiesbaden. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Referenz Brita-Arena Wiesbaden. HK Audio. Stand 2021. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Der SV Wehen Wiesbaden ist zurück in der 2. Bundesliga. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 07.06.2023. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation FC Ingolstadt 04 gegen SV Wehen Wiesbaden, Relegation Rückspiel. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 28.05.2019. abgerufen am 29.10.2026
  11. SVWW schießt Großaspach aus dem Stadion. hessenschau (Hessischer Rundfunk). Stand 24.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation SV Waldhof Mannheim 07 e. V.: Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation SV Wehen Wiesbaden feiert Zweitliga-Rückkehr. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 29.05.2019. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation Regensburg kehrt in die 2. Bundesliga zurück. Deutscher Fußball-Bund. Stand 28.05.2024. abgerufen am 29.10.2026
  15. Organisation Erste Pokalrunde: Osnabrück gegen Bayern, HEBC Hamburg gegen BVB. Deutscher Fußball-Bund. Stand 06.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  16. Organisation Ewige Tabelle: SV Wehen Wiesbaden kurz vor 800-Punkte-Marke. Deutscher Fußball-Bund. Stand 06.10.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.