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Techniktraining im Fußball: Grundtechniken und Übungen

Technik lernt man im Fußball vor allem durch viele Ballkontakte in kleinen Spielformen. Der DFB nennt Freude, Intensität und Wiederholung als Qualitätsmerkmale jedes Trainings. Beim Kopfball empfiehlt er für Kinder leichte Bälle, bei den Jüngeren angeworfene Bälle und kein Schwerpunkttraining mit vielen Wiederholungen.

Nahaufnahme eines Fußballschuhs, der den Ball mit der Innenseite auf nassem Rasen spielt, Tropfen im Gegenlicht
Bild: KI-generiert

Technik ist alles, was ein Spieler mit dem Ball macht: passen, den Ball annehmen und mitnehmen, dribbeln, schießen und köpfen. Wer sicher mit dem Ball umgeht, hat mehr Zeit für Entscheidungen, weil er nicht auf den Ball schauen muss. Deshalb steht Technik im Kinder- und Jugendtraining ganz oben, und auch Erwachsene in der Kreisliga werden mit gezieltem Üben noch besser.

Wie Technik heute trainiert wird

Der DFB hat für das Training in Deutschland drei verbindliche Qualitätsmerkmale festgelegt: Freude, Intensität und Wiederholung. Kinder sollen durch viele Ballkontakte Spaß haben, die Übungen sollen eine hohe Nettospielzeit haben, und Standzeiten sind grundsätzlich zu vermeiden. Kinder werden in dem besser, was sie regelmäßig tun, deshalb stehen sich wiederholende Aufgaben in kleinen Spielformen auf mehreren Feldern im Mittelpunkt.[1]

Als Richtwert nennt der DFB eine Nettospielzeit in kleinen Spielformen von mindestens 48 Minuten pro Spieler und Woche bis einschließlich U 16. Ab der U 17 gelten mindestens 32 Minuten als erstrebenswertes Ziel.[1] Für den Trainer heißt das: lieber vier kleine Felder mit je drei gegen drei als eine lange Schlange vor dem Tor.

Passen mit Innenseite und Spann

Der Pass mit der Innenseite ist die wichtigste Grundtechnik. Die große, flache Trefffläche macht ihn genau, deshalb eignet er sich für kurze und mittlere Zuspiele. Das Standbein steht neben dem Ball, die Fußspitze des Standbeins zeigt grob zum Ziel, das Fußgelenk des Spielbeins bleibt fest. Getroffen wird der Ball in der Mitte, damit er flach rollt. Für lange Bälle und Flanken nutzt du den Spann; je weiter du dich beim Schuss zurücklehnst, desto höher steigt der Ball.

Zwei erwachsene Spieler passen sich auf dem Trainingsplatz im Nachmittagslicht den Ball zu, Hütchen markieren ein Feld
Bild: KI-generiert

Im DFB-Übungsblatt zum 1 gegen 1 lautet ein Korrekturhinweis beim Passen, nur nach Blickkontakt zuzuspielen.[3] Eine Variation im DFB-Übungsblatt ist die Vorgabe, nur mit rechts oder nur mit links zu passen und zu schießen.[4]

Ballan- und -mitnahme

Der erste Kontakt entscheidet, wie viel Zeit du danach hast. Gute Spieler nehmen den Ball mit dem ersten Kontakt gleich in die Richtung mit, in die sie weiterspielen wollen. Dazu drehen sie sich vor der Annahme schon halb auf und sehen so Ball und Spielfeld gleichzeitig. Flache Bälle nimmst du mit der Innen- oder Außenseite mit, halbhohe mit dem Oberschenkel, hohe Bälle mit der Brust oder dem Spann.

Erwachsener Spieler nimmt einen hohen Ball mit der Brust an, im Hintergrund herbstliche Bäume
Bild: KI-generiert

Die DFB-Übungsformen zur schnellen Ballkontrolle verbinden die Annahme mit einer Folgeaktion, etwa einer Mitnahme um ein Hütchen und einem anschließenden Torschuss. Als Variation werfen die Zuspieler den Ball aus der Hand oder spielen ihn volley hoch zu, sodass die Annahme schwerer wird.[5] Auch wenn danach ein Zweikampf folgt, soll der Trainer auf eine korrekte Ballan- und -mitnahme achten und sie im Detail korrigieren.[3]

Dribbling und das 1 gegen 1

Beim Dribbling führst du den Ball eng am Fuß, im Tempo mit kleinen Kontakten, und hebst so oft wie möglich den Kopf. Finten wie der Übersteiger, bei dem du mit einem Bein über den Ball steigst, ohne ihn zu berühren, oder die Drehung hinter das Standbein, oft Cruyff-Drehung genannt, lernen Kinder am besten im freien Spiel. Ausprobieren sollten sie die Finten gegen einen echten Gegenspieler. Ein Slalom um Stangen trainiert die Ballführung, aber nicht die Entscheidung, wann sich eine Finte lohnt.

Eine DFB-Übungsform endet deshalb im 1 gegen 1. Wer zuerst aufs Tor schießt, wird zum Angreifer und bekommt ein neues Zuspiel, der andere verteidigt.[3] So bleibt die Technik unter Druck gefragt, und die Spieler zählen Tore, was die Motivation hoch hält.

Torschuss

Für den Abschluss nahe am Tor reicht oft die Innenseite, weil sie genau ist. Aus größerer Entfernung bringt der Vollspann mehr Kraft. Dabei steht das Standbein neben dem Ball, der Oberkörper ist leicht über dem Ball, und der Fuß ist gestreckt. Wer den Oberkörper zurücklehnt, schießt meist über das Tor.

In einer DFB-Übung zum Torabschluss endet ein Passrundlauf mit einem flachen Zuspiel vor das Tor, das der Spieler gezielt mit der Innenseite verwandelt. Der Abschluss liegt bewusst nah am Tor, damit möglichst viele Treffer fallen.[4]

Kopfball und die DFB-Empfehlungen

Beim Kopfball triffst du den Ball mit der Stirn, hältst die Augen möglichst offen und bewegst dich aktiv zum Ball, statt ihn auf dich fallen zu lassen. Die Kraft kommt aus dem Oberkörper und dem Absprung. Geköpft wird zum Klären vor dem eigenen Tor, zum Weiterleiten und beim Torabschluss nach Flanken oder Ecken.

Leichter Schaumstoffball und normaler Fußball liegen nebeneinander auf dem Rasen neben einem Hütchen
Bild: KI-generiert

Für Kinder und Jugendliche haben der DFB und seine 21 Landesverbände Empfehlungen umgesetzt, die die UEFA-Empfehlungen vom Frühjahr 2021 konkretisieren. Ein Verbot des Kopfballtrainings lehnt der DFB ab, er will die Zahl der Kopfbälle aber verringern. Kopfballeinheiten sollen langsam aufgebaut und bei ungünstigen Bedingungen wie nasskaltem Wetter gestrichen werden. Bei jüngeren Jahrgängen wird der Ball mit der Hand angeworfen, bei längeren Distanzen sinkt die Zahl der Wiederholungen, und ein Schwerpunkttraining mit vielen Wiederholungen soll es nicht geben.[2]

AltersklasseBall im Kopfballtraining laut DFB
G- und F-JuniorenUltralight-Ball Größe 3 mit 290 Gramm
E- und D-JuniorenUltralight-Bälle
C-JuniorenLight-Bälle
B- und A-Juniorennormaler Ball mit geringerem Luftdruck

Zum Einstieg nennt der DFB auch Schaumstoffbälle oder Luftballons.[2] Kopfverletzungen soll niemand im Verein kleinreden.[2]

Technik nach Alter

Im Kinderfußball geht es um viele Ballkontakte und Spaß am Spiel. Ab der Saison 2024/25 gelten im Kinderfußball die neuen Spielformen bundesweit verbindlich.[2] Sie setzen auf kleine Spielformen, wie sie auch die Trainingsphilosophie des DFB als Basis des Trainings beschreibt.[1] Welche Altersklassen es gibt, erklärt der Ratgeber Jugendfußball: Altersklassen von G bis A.

Bei älteren Jugendlichen kommen Zeit- und Gegnerdruck dazu. Die Übungen werden enger, die Kontakte begrenzt, und die Spieler sollen den Ball auch mit dem schwächeren Fuß sicher spielen. Im Erwachsenenbereich bleibt Technik Teil jeder Einheit, meist eingebaut in Spielformen, die auch Taktik und Ausdauer trainieren. Wie Technik mit Laufarbeit zusammenpasst, steht im Ratgeber Kondition und Athletik im Fußball, welche Anforderungen die einzelnen Positionen stellen, im Ratgeber Positionen im Fußball.

Eine Technikeinheit aufbauen

Eine Trainingseinheit lässt sich gut in vier Teile gliedern. Zum Aufwärmen bekommt jeder Spieler einen Ball und dribbelt, jongliert oder passt im Paar. Im ersten Hauptteil steht eine Übungsform zu einem Schwerpunkt, etwa Ballan- und -mitnahme mit anschließendem Torschuss. Im zweiten Hauptteil kommt ein Gegenspieler dazu, zum Beispiel im 1 gegen 1 oder 2 gegen 1. Zum Schluss wird auf kleinen Feldern gespielt, möglichst mit Regeln, die den Schwerpunkt belohnen. Die Übungsblätter des DFB folgen diesem Aufbau mit Hauptteil 1 und Hauptteil 2.[3, 5]

Halte die Gruppen klein und die Wege kurz. Wenn eine Übung nicht läuft, ändere eine Regel statt lange zu erklären: weniger Kontakte, größeres Feld, ein Joker mehr. Korrigiere einzelne Spieler kurz und konkret während der Übung, damit die anderen weiterspielen.

Allein üben

Technik lässt sich auch ohne Mannschaft verbessern. Eine Hauswand oder Bande reicht zum Passen und Annehmen: Spiele den Ball mit links und rechts gegen die Wand und nimm ihn mit dem ersten Kontakt zur Seite mit. Jonglieren schult das Ballgefühl, Ballrollen mit der Sohle die enge Ballführung. Kurze, regelmäßige Einheiten passen dabei zum Prinzip der Wiederholung, das der DFB auch für das Vereinstraining betont.[1]

Junger Erwachsener spielt abends auf einem leeren Schulhof einen Ball gegen eine Backsteinwand
Bild: KI-generiert

Wer als Trainer tiefer einsteigen will, findet die Methodik in den Lehrgängen der Landesverbände. Die C-Lizenz mit dem Profil Kinder, Jugend oder Erwachsene ist die Eingangsstufe.[6] Mehr dazu im Ratgeber Trainerlizenzen: C, B, A und Pro.

  1. Organisation Trainingsphilosophie Deutschland. Deutscher Fußball-Bund, DFB-Akademie. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Kopfballspiel: Alle Infos auf einen Blick. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Mein Fußball, Hauptteil 2: Ballan-/-mitnahme und 1 gegen 1 (Paul Schomann). Deutscher Fußball-Bund. Stand 15.11.2016. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Mein Fußball, Hauptteil 1: Zielstoß-Rundlauf I (Mario Vossen). Deutscher Fußball-Bund. Stand 06.09.2016. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Mein Fußball, Hauptteil 1: Schnelle Ballkontrolle I (Jörg Daniel). Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.11.2016. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Ausbildungsordnung (Heft 09), §§ 9 und 19. Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.07.2024. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.