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Bayer 04 Leverkusen: vom Werkssportverein zum Meister
Bayer 04 Leverkusen wurde am 01.07.1904 als Sportverein der Bayer-Farbenfabriken gegründet und spielt seit 1979 in der Bundesliga. Der Verein gewann 1988 den UEFA-Pokal, 1993 und 2024 den DFB-Pokal und wurde 2024 ohne eine Niederlage zum ersten Mal Deutscher Meister. Auch 2026/27 spielt Leverkusen in der Bundesliga.

Bayer 04 Leverkusen ist aus einem Sportverein für die Beschäftigten eines Chemiekonzerns hervorgegangen. Seit 1979 spielt die Mannschaft ohne Unterbrechung in der Bundesliga, 2024 gewann sie als erste Mannschaft der Bundesliga eine ganze Saison ohne Niederlage.[2, 7] Diese Seite fasst Gründung, Titel, Stadion und Rivalen zusammen. Die Angaben zur Liga und zum Trainer haben wir am 29.10.2026 geprüft.
Bayer 04 Leverkusen auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gegründet | 01.07.1904 in Leverkusen |
| Vereinsfarben | Schwarz und Rot |
| Stadion | BayArena, 30.210 Plätze seit dem Umbau 2009 |
| Bundesliga | seit 1979 |
| Deutscher Meister | 2024 |
| DFB-Pokal | 1993, 2024 |
| UEFA-Pokal | 1988 |
| Liga 2026/27 | Bundesliga |
| Trainer 2026/27 | Carles Martínez Novell |
Die Zahlen in der Tabelle stammen vom Verein, vom DFB und von der Deutschen Fußball Liga.[1, 2, 3, 13, 14]
Vom Werkssportverein zum Profiklub
Den Anstoß gaben zwei Turner aus dem Turnzentrum Elberfeld und Barmen. Wilhelm Hauschild und August Kuhlmann schrieben im Februar 1903 an die Werksleitung der Farbenfabriken und sammelten ab November Unterschriften. Am 01.07.1904 gründeten sie in der alten Kantine auf dem Werksgelände den "Turn- und Spielverein der Farbenfabriken vorm. Friedrich Bayer & Co.". Mitglied werden durften nur Werksangehörige, ihre Familien konnten sich als außerordentliche Mitglieder anschließen. Laut Satzung ging es um das Turnen als Mittel zur körperlichen und sittlichen Kräftigung.[1]

Fußball kam drei Jahre später dazu. Am 31.05.1907 trafen sich 16 junge Mitglieder im Wiesdorfer Hof und stellten eine Fußballmannschaft auf. Der Fußball wurde damit die erste eigene Abteilung des Vereins, der damals 176 Mitglieder hatte. 1908 folgte das Schwimmen, 1913 das Fechten.[1] Schon auf dem Mannschaftsfoto vom Oktober 1908 tragen die Spieler schwarze Trikots mit rotem Kragen. Nach Jahren in Rot und Weiß setzten die Fans 1994 die Rückkehr zu schwarz-roten Streifen durch, die bis heute die Vereinsfarben sind.[2] Die Mannschaft wird bis heute "Werkself" genannt.[1]
Auch das Vereinszeichen hat seinen Ursprung im Unternehmen. 1904 zeigte es den Löwen aus dem Firmenzeichen, der auf den bergischen Löwen im Elberfelder Stadtwappen zurückgeht.[1] Seit 1936 ist das Bayer-Kreuz das Vereinsabzeichen.[2]
Der Weg in die Bundesliga
Lange spielte Leverkusen in den westdeutschen Ober- und Regionalligen. Gegen den 1. FC Köln trat die Mannschaft am 04.11.1951 in der Oberliga West an und gewann 2:0, gegen Borussia Mönchengladbach am 19.10.1952 gab es ein 2:2.[12] 1979 gelang der Aufstieg in die Bundesliga, sieben Jahre später qualifizierte sich der Verein zum ersten Mal für einen europäischen Wettbewerb.[2] Seither ist Leverkusen nicht mehr abgestiegen und hat mehr als 40 Jahre in der höchsten Spielklasse verbracht.[2]
Ein Spieler prägt diese Jahrzehnte besonders: Torwart Rüdiger Vollborn hält mit 401 Bundesligaspielen den Vereinsrekord. Er ist der einzige Leverkusener, der sowohl den UEFA-Pokal 1988 als auch den DFB-Pokal 1993 gewonnen hat. Später war er neun Jahre Torwarttrainer, heute arbeitet er als Fanbeauftragter und Archivar des Vereins.[2]
UEFA-Pokal 1988 und Pokalsieg 1993
Den ersten Titel holte Leverkusen in Europa. Im Hinspiel des UEFA-Pokal-Finales 1988 verlor die Mannschaft bei Espanyol Barcelona 0:3. Im Rückspiel trafen Tita, Falko Götz und Cha Bum-kun in der zweiten Halbzeit innerhalb von 24 Minuten. Nach dem 3:0 ging es ins Elfmeterschießen, das Leverkusen mit 3:2 gewann. Für Leverkusen trafen Rolff, Waas und Täuber.[15]
Fünf Jahre später folgte der erste Pokalsieg. Im Finale 1993 in Berlin schlug Leverkusen die Amateure von Hertha BSC mit 1:0, das Tor schoss Ulf Kirsten.[2, 6] Kirsten war 2004 auch der erste Spieler, den der Verein zum Ehrenspielführer ernannte. Dafür verlangt Bayer 04 mindestens zehn Jahre im Verein und 300 Einsätze.[2]
Nach Kirsten bekamen Carsten Ramelow (2008), Bernd Schneider (2010), Simon Rolfes (2015), Stefan Kießling und Rüdiger Vollborn (2019) sowie Lars Bender (2021) diesen Titel. Neben der sportlichen Bilanz zählt für den Verein dabei auch die Persönlichkeit des Spielers.[2]
Die Endspiele von 2002
Im Frühjahr 2002 stand Leverkusen in zwei großen Endspielen. Das DFB-Pokalfinale verlor die Mannschaft mit 2:4 gegen Schalke 04.[2, 6] Am 15.05.2002 folgte im Hampden Park in Glasgow das Finale der Champions League gegen Real Madrid. Raúl brachte Madrid früh in Führung, Lúcio glich für Leverkusen aus. Kurz vor der Pause traf Zinédine Zidane mit einem Volleyschuss zum 2:1, dabei blieb es.[5]
Auch die Pokalendspiele 2009 und 2020 gingen verloren, 0:1 gegen Werder Bremen und 2:4 gegen den FC Bayern. Alle fünf Pokalfinals des Vereins fanden im Berliner Olympiastadion statt.[2] Wie der Wettbewerb funktioniert, steht auf der Seite DFB-Pokal.
Die Saison 2023/24 ohne Niederlage
Unter Trainer Xabi Alonso gewann Leverkusen 2023/24 von 34 Bundesligaspielen 28, sechsmal spielte die Mannschaft unentschieden. Mit 90 Punkten war sie die erste Mannschaft, die eine Bundesligasaison ohne Niederlage beendete. Mehr Punkte hatte nur der FC Bayern 2012/13 mit 91 geholt. Leverkusen traf in 33 von 34 Spielen und kassierte mit 24 Gegentoren die wenigsten der Liga. Am letzten Spieltag gab es ein 2:1 gegen den FC Augsburg.[7]
Es war die erste Meisterschaft des Vereins, 120 Jahre nach der Gründung. Leverkusen ist der 13. Verein, der die Bundesliga gewonnen hat.[1, 9] Im DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern sicherte ein Tor von Granit Xhaka den zweiten Pokalsieg.[2] Das Finale der Europa League am 22.05.2024 in Dublin verlor die Mannschaft gegen Atalanta Bergamo, Ademola Lookman traf dreimal.[8]
Die BayArena
Gespielt wurde zuerst am Ufer der Dhünn. Ab 1914 nutzte der Verein den Platz an der Dhünn, der oft überschwemmt wurde, 1932 kam das Stadion am Stadtpark dazu. Im April 1956 begann an der Bismarckstraße der Bau des Ulrich-Haberland-Stadions, das im August 1958 mit einem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf eröffnet wurde. Weil der Rasen schon im November bei einem Freundschaftsspiel litt, zog die Mannschaft erst zur Saison 1959/60 endgültig um. Flutlicht gibt es seit August 1963.[3]

Von 1986 bis 1997 entstanden nacheinander neue Tribünen im Osten, Westen, Norden und Süden, 1998 erhielt das Stadion den Namen BayArena. Im Dezember 2007 begann ein weiterer Umbau. In der Rückrunde 2008/09 spielte Leverkusen deshalb in der Düsseldorfer Arena. Seit August 2009 hat die BayArena ein neues Dach und 30.210 Plätze.[3] Andere Spielstätten vergleicht die Seite Die Fußballstadien in Deutschland.
Werksklub und 50+1-Regel
Nach der 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga muss der Mutterverein die Mehrheit der Stimmen an seiner ausgegliederten Profiabteilung behalten. Für Leverkusen und den VfL Wolfsburg gilt wegen der langen Förderung durch ihre Konzerne ein Bestandsschutz. Das Bundeskartellamt hat sein Verfahren zur Regel am 12.08.2026 abgeschlossen. Es hält die Regel grundsätzlich für zulässig, die bisherigen Vorschläge zum Bestandsschutz für Leverkusen und Wolfsburg aber für nicht ausreichend. Langfristig sollen die Muttervereine einen ähnlichen Einfluss auf ihre Profiabteilung haben wie bei den anderen Klubs. Fristen setzt die Behörde nicht, über Änderungen der Satzung entscheidet die DFL.[10]
Wie aus dem Werkssport des 19. Jahrhunderts solche Vereine entstanden, lässt sich vor dem Hintergrund der Industriellen Revolution verstehen, die unser Geschichtsportal erklärt.
Rivalen am Rhein
Das Derby gegen den 1. FC Köln ist jünger als das zwischen Köln und Mönchengladbach, weil Leverkusen erst 1979 in die Bundesliga kam. Das erste Bundesligaduell am 15.09.1979 endete 1:1. Bis Februar 2026 trafen sich beide Vereine 73-mal in der Bundesliga, Leverkusen gewann 30 Spiele, Köln 18, und 25 endeten unentschieden. Florian Wirtz spielte in der Jugend des 1. FC Köln, bevor er nach Leverkusen wechselte.[12] Mehr zum Nachbarn steht bei 1. FC Köln.

Gegen Borussia Mönchengladbach lautet die Bundesligabilanz nach 87 Spielen 36 Siege, 29 Unentschieden und 22 Niederlagen für Leverkusen. Bis Februar 2026 blieb Leverkusen zwölf Bundesligaspiele in Folge gegen die Borussia ungeschlagen.[12] Den Nachbarn stellt die Seite Borussia Mönchengladbach vor.
Bayer 04 in der Saison 2026/27
Leverkusen spielt auch 2026/27 in der Bundesliga.[13] Neuer Trainer ist seit dem 01.07.2026 der Spanier Carles Martínez Novell, der vorher beim FC Toulouse arbeitete. Sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2028. Er folgte auf Kasper Hjulmand, der nach einer Saison ging. In der Saison 2025/26 hatte Leverkusen das Halbfinale im DFB-Pokal und das Achtelfinale der Champions League erreicht.[11] Alle Vereine und Termine der Liga stehen auf der Seite Bundesliga 2026/27.
- Organisation 120 years of Bayer 04 Leverkusen: an eventful history. Bayer 04 Leverkusen. Stand 2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation The history of Bayer 04. Bayer 04 Leverkusen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadium history. Bayer 04 Leverkusen. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 1987/88: Resurgent Leverkusen hold their nerve. UEFA. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation History: Leverkusen 1-2 Real Madrid. UEFA. Stand 15.05.2002. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation DFB aktuell 1/2008: DFB-Pokalendspiele (Liste aller Endspiele). Deutscher Fußball-Bund. Stand 19.04.2008. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Legendary Bayer Leverkusen complete invincible Bundesliga season. DFL / bundesliga.com. Stand 18.05.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation UEFA Europa League, Saison 2023/24. UEFA. Stand 2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Alle Deutschen Meister der Bundesliga. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Bundeskartellamt schließt Verfahren zur kartellrechtlichen Bewertung der 50+1-Regel ab. Bundeskartellamt. Stand 12.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Neuer Trainer für Bayer 04 Leverkusen. DFL / bundesliga.com. Stand 04.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation The Rhine Derbies explained: Borussia Mönchengladbach, Cologne and Bayer Leverkusen. DFL / bundesliga.com. Stand 07.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bayer 04 Leverkusen, Clubseite Bundesliga 2026/27. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Rekordsieger und Doublesieger des DFB-Pokals der Männer. Deutscher Fußball-Bund. Stand 25.05.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 32 years ago today: Werkself win the UEFA Cup. Bayer 04 Leverkusen. Stand 2020. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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