Fußballwettbewerbe in Deutschland und EuropaRatgeber

Frauenfußball in Deutschland: Bundesliga, Pokal und Nationalmannschaft

Der DFB verbot Frauenfußball 1955 und nahm ihn erst am 31.10.1970 in seine Satzung auf. Heute spielen 14 Vereine in der Frauen-Bundesliga, Meister und Pokalsieger 2026 ist der FC Bayern München. Die Nationalmannschaft wurde 2003 und 2007 Weltmeisterin, achtmal Europameisterin und 2016 Olympiasiegerin.

Frauenfußballspiel an einem sonnigen Nachmittag, eine Stürmerin läuft mit dem Ball, Zuschauer auf den Rängen
Bild: KI-generiert

Der Deutsche Fußball-Bund hatte den Frauenfußball 1955 verboten und nahm ihn erst 1970 in seine Satzung auf [1]. Seitdem hat die Nationalmannschaft zwei Weltmeisterschaften, acht Europameisterschaften und olympisches Gold gewonnen [1, 6]. In der Saison 2026/27 läuft die 37. Spielzeit der Frauen-Bundesliga, mit 14 Vereinen und dem FC Bayern München als Titelverteidiger [2, 3].

Das Verbot von 1955 bis 1970

1955 verbot der DFB seinen Vereinen, Frauenfußball zu betreiben oder zu fördern [1]. Am 31.10.1970 nahm der DFB den Frauenfußball dann in seine Satzung auf [1]. Wie sich der Verband in dieser Zeit sonst entwickelte, erzählt der Ratgeber Geschichte des DFB.

Frauen in Sportkleidung der 1960er Jahre spielen auf einer Wiese am Dorfrand Fußball, im Hintergrund Pappeln
Bild: KI-generiert

Vier Jahre nach der Aufhebung gab es die erste deutsche Meisterschaft der Frauen. Der TuS Wörrstadt gewann 1974 das Finale gegen die DJK Eintracht Erle mit 4:0 [1]. Das erste offizielle Länderspiel folgte am 10.11.1982 in Koblenz, Deutschland schlug die Schweiz mit 5:1 [1]. Aufgebaut hatte die Nationalmannschaft Gero Bisanz, der sie bis nach den Olympischen Spielen 1996 betreute [6].

Von der Endrunde zur Frauen-Bundesliga

1989/90 beschloss der DFB-Bundestag eine zweigleisige Frauen-Bundesliga, erster Meister wurde 1990/91 der TSV Siegen [1]. Einen eigenen DFB-Pokal haben die Frauen schon länger: Das erste Finale gewann die SSG 09 Bergisch Gladbach am 02.05.1981 im Stuttgarter Neckarstadion mit 5:0 gegen den TuS Wörrstadt [4].

Heute heißt die Liga nach ihrem Namensgeber Google Pixel Frauen-Bundesliga. Zur Saison 2025/26 wurde sie von zwölf auf 14 Vereine aufgestockt [3]. Aus der 2. Frauen-Bundesliga kamen damals drei Aufsteiger, darunter der 1. FC Union Berlin und der Hamburger SV [3].

Die Frauen-Bundesliga 2026/27

Die Saison begann am 21.08.2026 mit dem Spiel des 1. FC Union Berlin gegen den FC Bayern [2]. Gespielt werden 26 Spieltage. Englische Wochen gibt es diesmal nicht, weil im Sommer 2026 kein großes Turnier der Frauen stattfand [2]. Neu in der Liga sind der VfB Stuttgart und der 1. FSV Mainz 05, die beide zum ersten Mal in der höchsten Spielklasse spielen [2].

Am Saisonende steigen die beiden Letzten in die 2. Frauen-Bundesliga ab, die beiden Besten der 2. Liga steigen auf. Zweite Mannschaften dürfen nur aufsteigen, wenn ihre erste Mannschaft absteigt [2]. Die ersten drei der Tabelle bekommen einen Startplatz in einem Europapokal der UEFA für 2027/28 [2].

Regelanstoßzeiten sind freitags um 18.30 Uhr, samstags um 12 und 14 Uhr und sonntags um 14, 16 und 18.30 Uhr, dazu kommt meist ein Montagsspiel ab 18 Uhr [2]. Alle Spiele laufen live bei MagentaSport und DAZN, das Montagsspiel zusätzlich frei empfangbar bei Sport1. ARD und ZDF zeigen pro Saison zehn Spiele live im Free-TV [2]. Eine Übersicht über alle Wettbewerbe gibt der Ratgeber Fußball im Fernsehen.

Meisterinnen, Zuschauer und Rekorde

Die Saison 2025/26 gewann der FC Bayern München ohne Niederlage. Es war seine vierte Meisterschaft in Folge [3]. Torschützenkönigin wurde Larissa Mühlhaus mit 17 Treffern [3]. Abgestiegen sind der FC Carl Zeiss Jena als Tabellenletzter und die SGS Essen [3].

Voll besetztes Stadion bei einem Spiel der Frauen, Blick von hinter dem Tor über den Rasen
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Der DFB spricht von einer Rekordsaison. 653.750 Menschen sahen die 182 Spiele, im Schnitt 3.592 pro Spiel [3]. Den Ligarekord stellte das Eröffnungsspiel auf: 57.762 Fans kamen in die Allianz Arena zum 2:0 des FC Bayern gegen Bayer 04 Leverkusen [3].

Seit Gründung der Bundesliga teilen sich vier Vereine die meisten Titel. Der DFB führt sieben Meisterschaften für den 1. FFC Frankfurt, sieben für den VfL Wolfsburg und sechs für Turbine Potsdam [12]. Der FC Bayern hatte bis 2025 sechs Bundesliga-Titel, mit der Meisterschaft 2025/26 sind es sieben [3, 12]. Der TSV Siegen gewann in den ersten sechs Jahren der Liga viermal [12].

VereinMeistertitel seit 1990/91
1. FFC Frankfurt7
VfL Wolfsburg7
FC Bayern München7
1. FFC Turbine Potsdam6
TSV Siegen4

In der Champions League der Frauen 2026/27 ist der FC Bayern direkt für die Ligaphase qualifiziert. Der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt mussten in die dritte Qualifikationsrunde, Wolfsburg gegen Inter Mailand, Frankfurt gegen Paris Saint-Germain [2]. Wer verlor, spielt im UEFA Women's Europa Cup weiter [2].

Deutsche Vereine haben die Champions League der Frauen, die bis 2009 UEFA Women's Cup hieß, neunmal gewonnen. Der 1. FFC Frankfurt siegte 2002, 2006, 2008 und 2015, Turbine Potsdam 2005 und 2010, der FCR Duisburg 2009 und der VfL Wolfsburg 2013 und 2014 [13]. Rekordsieger ist Olympique Lyon mit acht Titeln [13].

Der DFB-Pokal der Frauen

Rekordpokalsieger ist der VfL Wolfsburg mit elf Titeln, gefolgt vom 1. FFC Frankfurt mit neun. Den ersten seiner Titel holte Wolfsburg 1984, damals noch als VfR Eintracht Wolfsburg [4]. Von 2015 bis 2024 gewann Wolfsburg den Pokal zehnmal hintereinander [4, 5]. Dann übernahm der FC Bayern: Nach dem Pokalsieg 2025 gewannen die Münchnerinnen am 14.05.2026 in Köln das Finale gegen Wolfsburg mit 4:0 und holten damit das Double [5].

Vor 46.064 Zuschauern trafen Georgia Stanway per Elfmeter kurz vor der Pause, Pernille Harder in der 59., Momoko Tanikawa in der 77. und Arianna Caruso in der 84. Minute [5]. Für Wolfsburgs Kapitänin Alexandra Popp war es das letzte Spiel für den Verein, sie wechselte mit 35 Jahren zu Borussia Dortmund in die Regionalliga [5]. Wie der Pokal der Männer funktioniert, steht im Ratgeber DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.

Die Titel der Nationalmannschaft

Die erste Europameisterschaft der Frauen gewann Deutschland 1989 mit einem 4:1 gegen Norwegen [1]. Danach folgten sieben weitere EM-Titel, zuletzt 2013 [6].

Fußballerinnen in weißen Trikots jubeln gemeinsam auf dem Rasen bei Flutlicht, Konfetti in der Luft
Bild: KI-generiert
TurnierTitel und Medaillen
WeltmeisterschaftWeltmeisterin 2003 und 2007
EuropameisterschaftEuropameisterin 1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005, 2009 und 2013
Olympische SpieleGold 2016, Bronze 2000, 2004, 2008 und 2024

Den ersten WM-Titel holte die Mannschaft 2003 in den USA. Im Finale gegen Schweden in Los Angeles lag sie zur Pause zurück, Maren Meinert glich aus, und Nia Künzer köpfte in der Verlängerung das Golden Goal [1, 6]. Trainerin war damals Tina Theune. Sie hatte 1996 von Gero Bisanz übernommen und trat nach der EM 2005 zurück; ihre Nachfolgerin wurde Silvia Neid, seit 1996 ihre Assistentin [6]. 2007 in China gewann Deutschland das Finale gegen Brasilien mit 2:0. Birgit Prinz und Simone Laudehr trafen, Nadine Angerer hielt einen Elfmeter [1, 6]. Die Mannschaft von Silvia Neid wurde damit als erste Mannschaft überhaupt Weltmeister, ohne im Turnier ein Gegentor zu kassieren [6]. 2016 folgte in Rio de Janeiro das erste olympische Gold [6].

Rückschläge und Neuanfang

2011 war der DFB zum ersten Mal Gastgeber einer Frauen-WM [1]. Das Turnier endete für Deutschland nach drei Siegen in der Gruppe gegen Kanada, Frankreich und Nigeria im Viertelfinale, Japan gewann nach Verlängerung [6]. Bei der EM 2022 erreichte Deutschland das Finale und verlor in Wembley mit 1:2 nach Verlängerung gegen Gastgeber England. Ein Jahr später schied die Mannschaft bei der WM 2023 nach einem 6:0 gegen Marokko, einem 1:2 gegen Kolumbien und einem 1:1 gegen Südkorea zum ersten Mal in der Vorrunde aus [6].

Unter Horst Hrubesch gewann sie bei den Olympischen Spielen 2024 Bronze. Im Spiel um Platz drei in Lyon schlug sie Weltmeister Spanien mit 1:0, Giulia Gwinn traf per Foulelfmeter, und Torhüterin Ann-Katrin Berger hielt einen Strafstoß von Alexia Putellas [7]. Danach übernahm Christian Wück [6, 8]. Bei der EM 2025 in der Schweiz kam sein Team bis ins Halbfinale. Im Viertelfinale in Basel spielte es nach einer Roten Karte gegen Kathrin Hendrich in der 13. Minute mehr als 100 Minuten in Unterzahl, hielt gegen Frankreich ein 1:1 und gewann das Elfmeterschießen mit 6:5. Torhüterin Ann-Katrin Berger verwandelte selbst und hielt den entscheidenden Elfmeter [14]. Am 23.07.2025 verlor es in Zürich gegen Spanien mit 0:1 nach Verlängerung, Aitana Bonmatí traf in der 113. Minute [8].

Die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien schaffte Deutschland am 05.06.2026 mit einem 2:0 gegen Norwegen vor 33.425 Zuschauern in Köln. Marie Müller traf in der 18. und Carlotta Wamser in der 27. Minute [9]. Wie die Turniere der Männer ablaufen, erklärt der Ratgeber Weltmeisterschaft und Europameisterschaft, die Geschichte der Männer-Nationalmannschaft steht unter Die deutsche Nationalmannschaft.

Rekordspielerinnen

Birgit Prinz ist Rekordnationalspielerin und Rekordtorschützin zugleich. Zwischen dem 27.07.1994 und dem 30.06.2011 bestritt sie 214 Länderspiele und schoss 128 Tore [10, 11].

SpielerinLänderspieleTore
Birgit Prinz214128
Kerstin Stegemann1918
Ariane Hingst17410
Anja Mittag15850
Bettina Wiegmann15451

Die Tabelle zeigt den Stand des DFB-Datencenters vom 28.10.2026 [10].

  1. Organisation Historie. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation FAQ zur Google Pixel Frauen-Bundesliga: Alles Wichtige zur Saison 2026/2027. Deutscher Fußball-Bund. Stand 21.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Zahlen, Daten, Fakten: Rekordsaison setzt neue Maßstäbe. Deutscher Fußball-Bund. Stand 20.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation DFB-Pokal der Frauen: bisherige Pokalsiegerinnen. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. DFB-Pokal: Bayern-Frauen gewinnen Finale gegen Wolfsburg. ZDFheute. Stand 14.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Germany women's national football team. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation DFB-Frauen gewinnen Bronze. Deutscher Fußball-Bund. Stand 09.08.2024. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Aus nach Verlängerung: Deutschland scheitert an Spanien. Deutscher Fußball-Bund. Stand 23.07.2025. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation 2:0 gegen Norwegen: Deutschland löst das WM-Ticket. Deutscher Fußball-Bund. Stand 05.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Rekord-Spielerinnen von Deutschland. DFB-Datencenter. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Birgit Prinz: Spielerinnenprofil. DFB-Datencenter. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Google Pixel Frauen-Bundesliga: bisherige Meister. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  13. UEFA Women's Champions League. Wikipedia. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation Dramatischer Sieg im Elfmeterschießen: DFB-Frauen stehen im Halbfinale. Deutscher Fußball-Bund. Stand 20.07.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.