Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
SSV Ulm 1846: Bundesliga 2000, Durchmarsch 2024 und Neustart in der Regionalliga
Der SSV Ulm 1846 Fußball spielt in der Saison 2026/27 in der Regionalliga Südwest. Nach dem Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga 2023 und 2024 stieg der Verein 2025 und 2026 zweimal in Folge ab. In der Bundesliga spielte Ulm einmal, in der Saison 1999/2000.

Der SSV Ulm 1846 Fußball spielt 2026/27 in der Regionalliga Südwest und damit außerhalb der drei Profiligen.[1, 8] Wenige Jahre zuvor ging es für die Mannschaft steil nach oben: 2023 stieg sie aus der Regionalliga in die 3. Liga auf, 2024 als Meister weiter in die 2. Bundesliga.[2, 4] Danach folgten zwei Abstiege in Folge, 2025 aus der 2. Bundesliga und 2026 aus der 3. Liga.[5, 6] Ihre einzige Bundesliga-Saison hat der Verein 1999/2000 gespielt.[2]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Verein | SSV Ulm 1846 Fußball e.V., eigenständig seit 09.03.2009[1, 2] |
| Wurzeln | Fußball in Ulm seit 1894, Fusion zum SSV Ulm 1846 am 05.05.1970[2] |
| Vereinsfarben | Schwarz und Weiß[1] |
| Stadion | Donaustadion, gebaut 1925[2, 3] |
| Liga 2026/27 | Regionalliga Südwest[1] |
| Bundesliga | 1999/2000[2] |
| Erfolge | Meister der 3. Liga 2023/24, Meister der Regionalliga Südwest 2022/23, Rekordsieger im württembergischen Verbandspokal[2, 4] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Von 1894 bis zur Fusion 1970
Den Fußball brachte 1894 der Gymnasiallehrer Paul Sturm nach Ulm. Im Privatturnverein Ulm entstand eine Fußballabteilung, die sich 1909 als Ulmer FV 1894 selbstständig machte.[2] 1924 kam der SV Schwaben Ulm hinzu. Er ging 1930 mit anderen Vereinen im 1. SSV Ulm auf, der in die Gauliga aufstieg und dort bis 1943 zweimal Vizemeister wurde.[2]

1939 schlossen sich der Ulmer FV 1894, der TB Ulm 1846 und die SpVgg Ulm 1889 zur TSG Ulm 1846 zusammen. Daher stammt die Jahreszahl im heutigen Namen. Die TSG spielte in der Gauliga, bis sie 1945 aufgelöst wurde.[2] Wie Krieg und Kriegsende den Alltag in Deutschland prägten, beschreibt der Beitrag Der Zweite Weltkrieg auf geschichte.domain-root.de.
Nach dem Krieg wurde der 1. SSV Ulm 1955 württembergischer Meister und gewann zwei Jahre später den württembergischen Pokal. Die TSG Ulm 1846 qualifizierte sich 1963 für die neue Regionalliga, stieg zwei Jahre später ab und kehrte 1969 zurück.[2] Am 05.05.1970 fusionierten beide Vereine zum SSV Ulm 1846. Mit 8.300 Mitgliedern war er nach Angaben des Vereins damals der größte Sportverein Deutschlands. Die Fußballer blieben bis 2009 eine Abteilung dieses Gesamtvereins.[2]
Von der 2. Bundesliga in die Bundesliga
In den 1970er Jahren gewann der SSV viermal die 1. Amateurliga. 1979 wurde er Meister der Oberliga und stieg zum ersten Mal in die 2. Bundesliga Süd auf.[2] 1987/88 musste er wieder absteigen. 1993 und 1994 gewann Ulm jeweils die Oberliga.[2]
1998 führte Ralf Rangnick die Mannschaft zur Meisterschaft in der Regionalliga und damit in die 2. Bundesliga. 1999 wechselte Rangnick zum VfB Stuttgart.[2] Unter seinem Nachfolger Martin Andermatt wurde Ulm 1998/99 Dritter und stieg direkt in die Bundesliga auf, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte.[2] Die Saison 1999/2000 endete nach einer schwachen Schlussphase mit dem Abstieg. Bester Bundesliga-Torschütze des Vereins ist bis heute Hans van de Haar mit 10 Treffern.[2] Wie sich die Liga in diesen Jahren entwickelte, steht in der Geschichte der Bundesliga.
Insolvenzen und Neuanfang
2009 wurde die Fußballabteilung aus dem Gesamtverein ausgegliedert und als SSV Ulm 1846 Fußball e.V. selbstständig.[1, 2] Schon 2010 musste der neue Verein Insolvenz anmelden, die einen Zwangsabstieg nach sich zog. Nachdem die Gläubiger einem Insolvenzplan zugestimmt hatten, startete Ulm schuldenfrei in die Saison 2011/12. Paul Sauter wurde Präsident und zugleich Cheftrainer.[2]
2012 gewann Ulm erneut die Oberliga. In der Saison 2013/14 folgte ein dritter Insolvenzantrag, die Mannschaft beendete die Spielzeit außer Konkurrenz und begann 2014/15 wieder in der Oberliga.[2] Ihren bisher letzten Oberliga-Titel holte sie 2015/16.[2]
Pokalabende gegen Bundesligisten
Schon 2002 warf Ulm in der ersten Runde des DFB-Pokals den Bundesligisten 1. FC Nürnberg mit 2:1 aus dem Wettbewerb.[2] 2017/18 gewann der Verein zum achten Mal den Pokal des Württembergischen Fußballverbands, das ist Rekord. Damit war er für den DFB-Pokal 2018/19 qualifiziert.[2] Am 18.08.2018 schlug Ulm in der ersten Runde Eintracht Frankfurt 2:1.[2] In den drei folgenden Jahren gewann der SSV jeweils wieder den Verbandspokal und kam zweimal bis in die zweite Runde des DFB-Pokals.[2] Wie der Wettbewerb aufgebaut ist, erklärt die Seite zum DFB-Pokal.

Durchmarsch in die 2. Bundesliga
2021 übernahm Thomas Wörle das Traineramt, im ersten Jahr wurde Ulm Zweiter der Regionalliga Südwest.[2] 2023 machte ein 5:0 gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz die Meisterschaft perfekt. Nach 22 Jahren war der Verein damit zurück im Profifußball.[2]
In der 3. Liga ging es gleich weiter. 2023/24 wurde Ulm mit 77 Punkten Meister, drei Punkte mehr, als der SV Elversberg im Jahr zuvor für die Meisterschaft gereicht hatten. Zweiter wurde Preußen Münster mit 67 Punkten. Zusammen mit dem SC Preußen Münster stiegen damit zum ersten Mal zwei Aufsteiger aus der Regionalliga gemeinsam direkt weiter in die 2. Bundesliga auf.[4] Den Weg aus der Regionalliga in zwei Jahren bis in die 2. Bundesliga hatten laut DFB vorher vier Vereine geschafft: RB Leipzig mit dem Aufstieg 2014, die Würzburger Kickers 2016, der SSV Jahn Regensburg 2017 und die SV Elversberg 2023.[4] Die Übersicht der dritten Liga mit ihren Regeln für Auf- und Abstieg steht auf der Seite 3. Liga 2026/27: Vereine und Modus.
Zwei Abstiege in Folge
Nach einer Saison in der 2. Bundesliga stieg Ulm 2025 in die 3. Liga ab, wo es ebenfalls nicht lief.[5] Schon am 3. Spieltag der Saison 2025/26 verlor die Mannschaft gegen den MSV Duisburg mit 1:2, das entscheidende Tor fiel in der Nachspielzeit, obwohl der MSV in Unterzahl spielte.[4] Im März 2025 hatte sich der Verein von Thomas Wörle getrennt. Bis zum Frühjahr 2026 folgten mehrere Trainerwechsel, dazu Unruhe in Vorstand und Aufsichtsrat.[7] Sportlich gab es bittere Niederlagen, am 11.04.2026 ein 1:5 bei Hansa Rostock und kurz vor Saisonende ein 2:3 beim TSV 1860 München.[7] Drei Spieltage vor Schluss stand Ulm mit 32 Punkten auf Platz 18, acht Punkte hinter der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim auf dem ersten Nichtabstiegsplatz.[7] Am 36. Spieltag der Saison 2025/26 verlor Ulm zu Hause 0:2 gegen Viktoria Köln. Zwei Spieltage vor Schluss lag die Mannschaft damit acht Punkte hinter dem rettenden Platz, der Abstieg in die Regionalliga stand fest.[6]
Mit Ulm stiegen der 1. FC Schweinfurt 05, Erzgebirge Aue und der TSV Havelse ab.[6] Havelse bekam später doch einen Platz in der 3. Liga, weil der TSV 1860 München keine Zulassung erhielt.[8] Ulm steht nicht im Teilnehmerfeld der 3. Liga 2026/27.[8]
Das Donaustadion
Das Donaustadion wurde 1925 gebaut und zum Landesturnfest eröffnet. Nach Angaben des Vereins war es das erste Stadion dieser Art in Süddeutschland, und zur Einweihung kamen rund 40.000 Menschen.[2, 3] Die hölzerne Tribüne wurde im Krieg zerstört. Die überdachte Haupttribüne von 1952 steht bis heute. In den 1980er Jahren bekam sie Einzelsitze, außerdem wurde eine Flutlichtanlage installiert.[3]

1999 kam eine Gegentribüne mit 3.000 überdachten Sitzplätzen hinzu. Mit weiteren Tribünen hinter den Stehplätzen wuchs das Stadion damals von 19.500 auf 23.000 Plätze.[3] 2011 und 2019 wurden die Sitzschalen auf Haupt- und Gegentribüne erneuert.[3] Wie andere Traditionsstadien in Deutschland entstanden sind, zeigt die Seite über die Fußballstadien in Deutschland.
Die Saison 2026/27
Die erste Mannschaft spielt 2026/27 in der Regionalliga Südwest, der vierten Spielklasse.[1] Der Start verlief schwer. Nach neun Spieltagen stand Ulm Ende September 2026 ohne Sieg mit vier Punkten und 11:19 Toren auf dem letzten Platz. Nach einem 0:1 gegen Eintracht Trier trennte sich der Verein von Trainer Daniel Jungwirth und Sportdirektor Murat Isik.[9] Die U19 spielt in dieser Saison im DFB-Pokal der Junioren.[1] Wie die Ligen unterhalb der 3. Liga aufgebaut sind und wie Auf- und Abstieg dort funktionieren, erklärt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide. Alle Vereine der drei Profiligen stehen auf der Übersicht Fußballvereine der 1. bis 3. Liga. Den aktuellen Kader und den Spielplan veröffentlicht der Verein auf seiner Website.
- Organisation SSV Ulm 1846 Fußball: Vereinsdaten und Mannschaften. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Geschichte. SSV Ulm 1846 Fußball. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Donaustadion. SSV Ulm 1846 Fußball. Stand o. J.. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation MSV auf den Spuren von Ulm und Münster?. Deutscher Fußball-Bund. Stand 25.08.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Nach Abstieg: Fünf Klubs wurden durchgereicht. Deutscher Fußball-Bund. Stand 03.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Alle Absteiger der 3. Liga fix. SPORT1. Stand 02.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Der Absturz eines Traditionsklubs. SPORT1. Stand 01.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Regionalliga: SSV Ulm droht dritter Abstieg in Folge. ran.de (Joyn). Stand 29.09.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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