Fußballregeln einfach erklärtRatgeber

Fouls, Gelbe und Rote Karte

Gelb gibt es unter anderem für rücksichtslose Fouls, unsportliches Verhalten, Protestieren und Spielverzögerung. Rot gibt es für grobes Foulspiel, Tätlichkeiten, Spucken, Beleidigungen, die Notbremse und eine zweite Gelbe Karte im selben Spiel. In Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga ist ein Spieler nach fünf Gelben Karten für das nächste Pflichtspiel gesperrt.

Schiedsrichter in schwarzer Kleidung hält von hinten gesehen eine Gelbe Karte hoch, davor unscharf Spieler
Bild: KI-generiert

Welche Strafe ein Foul nach sich zieht, regelt Regel 12 "Fouls und sonstiges Fehlverhalten". Sie unterscheidet zwei Fragen: Wie geht das Spiel weiter, mit direktem Freistoß, indirektem Freistoß oder Strafstoß? Und braucht es eine persönliche Strafe, also Gelb oder Rot? [1] Was nach einer Karte im deutschen Spielbetrieb folgt, legen außerdem die Ordnungen von DFB und DFL fest.

Was als Foul gilt

Einen direkten Freistoß gibt es, wenn ein Spieler einen Gegner rempelt, anspringt, tritt oder zu treten versucht, stößt, schlägt oder zu schlagen versucht (auch mit dem Kopf), ihm ein Bein stellt oder ihn mit einem Tackling angreift. Der Schiedsrichter muss das Vorgehen dabei als fahrlässig, rücksichtslos oder übermäßig hart einschätzen [1]. Direkte Freistöße folgen auch auf Halten, Sperren mit Körperkontakt, Beißen, Spucken, das Werfen eines Gegenstands und ein Handspielvergehen [1]. Passiert das im eigenen Strafraum, gibt es Elfmeter. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Elfmeter und Strafraum.

Zwei Spielerbeine bei einer Grätsche auf nassem Rasen, Wasser spritzt vom Boden auf
Bild: KI-generiert

Die drei Stufen entscheiden über die Karte [1]:

  • Fahrlässig ist ein Einsteigen ohne Aufmerksamkeit oder Vorsicht. Es bleibt beim Freistoß, eine Karte ist nicht nötig.
  • Rücksichtslos handelt, wer die Gefahr oder die Folgen für den Gegner außer Acht lässt. Dafür gibt es Gelb.
  • Übermäßig hart ist ein Einsatz mit mehr Kraft als nötig oder einer, der die Gesundheit des Gegners gefährdet. Dafür gibt es Rot.

Vergehen mit indirektem Freistoß

Leichtere Vergehen ohne Körperkontakt bringen einen indirekten Freistoß. Dazu gehört gefährliches Spiel, etwa ein hohes Bein, vor dem ein Gegner aus Angst vor einer Verletzung zurückzieht. Ein Fallrückzieher oder Scherenschlag ist erlaubt, solange er niemanden gefährdet. Auch wer einem Gegner ohne Berührung in den Weg läuft, obwohl der Ball nicht in Spielnähe ist, verursacht einen indirekten Freistoß [1]. Den Ball abschirmen darf jeder Spieler, wenn der Ball in Spielnähe ist und er den Gegner nicht mit Armen oder Körper wegdrückt [1].

Indirekte Freistöße folgen außerdem auf Protestieren und andere verbale Vergehen, auf das Behindern des Torhüters beim Abwurf und auf den Versuch, die Rückpassregel mit einem Trick zu umgehen, etwa indem man sich den Ball auf den Kopf legt und ihn zum Torhüter köpft [1].

Wann es Gelb gibt

Die Gelbe Karte ist eine Verwarnung. Regel 12 nennt für Spieler diese Gründe [1]:

  • Verzögerung der Spielfortsetzung
  • Protestieren durch Worte oder Handlungen
  • Betreten, Wiederbetreten oder absichtliches Verlassen des Spielfelds ohne Erlaubnis
  • Missachten des Abstands bei Freistoß, Eckstoß, Einwurf oder Schiedsrichterball
  • wiederholte Regelverstöße, ohne dass eine feste Zahl dafür gilt
  • unsportliches Verhalten
  • Betreten der Review Area am Videobildschirm und übertriebenes Anzeigen des TV-Zeichens

Unsportlich ist zum Beispiel eine Schwalbe, also das Vortäuschen eines Fouls oder einer Verletzung. Gelb sieht auch, wer einen aussichtsreichen Angriff mit einem Foul oder Handspiel unterbindet, wer mit der Hand ein Tor erzielen will oder sich beim Jubel das Trikot auszieht oder über den Kopf zieht [1].

Für Spielverzögerung gibt es seit den Regeln 2026/27 nur noch bei übermäßigem Zeitspiel Gelb. Bei Einwurf und Abstoß zählt der Schiedsrichter jetzt sichtbar fünf Sekunden herunter. Dauert es länger, bekommt der Gegner den Einwurf oder einen Eckstoß [3, 4].

Gelb-Rot

Begeht ein bereits verwarnter Spieler ein zweites verwarnungswürdiges Vergehen, muss er vom Platz. Der Schiedsrichter zeigt dafür zuerst Gelb und gleich danach Rot [1]. Zwei getrennte Vergehen bringen zwei Verwarnungen, auch wenn sie direkt nacheinander geschehen. Ein Beispiel ist ein Spieler, der ohne Erlaubnis das Feld betritt und dann rücksichtslos foult [1].

In Bundesspielen des DFB ist ein Spieler nach Gelb-Rot automatisch für das nächste Spiel desselben Wettbewerbs gesperrt. Einspruch ist nur möglich, wenn ein offensichtlicher Irrtum des Schiedsrichters nachgewiesen wird [5]. Mit den Regeln 2026/27 darf der Video-Assistent auch eingreifen, wenn die zweite Gelbe Karte eindeutig falsch war oder den falschen Spieler getroffen hat [3, 7].

Wann es Rot gibt

Einen direkten Feldverweis gibt es nach Regel 12 für [1]:

Rote und Gelbe Karte liegen auf einem Notizbuch neben einer Pfeife auf einer Holzbank
Bild: KI-generiert
  • grobes Foulspiel
  • Tätlichkeit
  • Beißen oder Anspucken
  • anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen oder Gesten
  • das Verhindern eines Tors oder einer offensichtlichen Torchance mit einem absichtlichen Handspiel
  • das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance mit einem Foul, die sogenannte Notbremse
  • das Betreten des Video Operation Room

Grobes Foulspiel ist ein Tackling oder Zweikampf um den Ball, der die Gesundheit des Gegners gefährdet oder übermäßig hart oder brutal geführt wird. Wer mit einem oder beiden Beinen übermäßig hart in den Gegner springt, begeht ein grobes Foul. Eine Tätlichkeit liegt vor, wenn ein Spieler ohne Kampf um den Ball brutal gegen eine andere Person vorgeht, ganz gleich, ob er sie trifft. Ein Schlag mit Hand oder Arm an Kopf oder Gesicht zählt dazu, außer die Kraft war vernachlässigbar [1, 2].

Die Notbremse

Ob eine offensichtliche Torchance vorlag, beurteilt der Schiedsrichter nach der Entfernung zum Tor, der Richtung des Spiels, der Wahrscheinlichkeit, an den Ball zu kommen, und nach Stellung und Zahl der Verteidiger [1]. Seit 2026/27 zählen auch Zahl und Stellung der Angreifer [3].

Im eigenen Strafraum gilt eine Ausnahme. Wollte der Verteidiger den Ball spielen, gibt es Strafstoß und nur Gelb. Bei Halten, Ziehen oder Stoßen bleibt es bei Rot [1]. Lässt der Schiedsrichter nach der Notbremse Vorteil laufen und fällt ein Tor, gibt es nach den Regeln 2026/27 keine Verwarnung mehr [3, 4].

Vorteil und Karten

Der Schiedsrichter kann bei einem Foul weiterspielen lassen, wenn die gefoulte Mannschaft dadurch im Vorteil ist. Die fällige Karte zeigt er bei der nächsten Unterbrechung [1]. Bei grobem Foulspiel, einer Tätlichkeit oder einer zweiten Verwarnung soll er nur dann Vorteil geben, wenn eine offensichtliche Torchance entsteht. Greift der Spieler, der vom Platz muss, vor der Unterbrechung noch ins Spiel ein, pfeift der Schiedsrichter ab, verweist ihn des Feldes und setzt mit einem indirekten Freistoß fort [1].

Sperren nach Karten in Deutschland

Was nach dem Abpfiff folgt, steht in den Ordnungen der Verbände. Nach einer Roten Karte ist ein Spieler im DFB-Spielbetrieb gesperrt, bis das zuständige Sportgericht entschieden hat, ohne dass es dafür eines eigenen Verfahrens bedarf [5]. Für die Dauer gibt die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB in Bundesspielen einen Rahmen vor [5]:

VergehenSperre
unsportliches Verhaltenbis zu sechs Monate
rohes Spiel gegen den Gegnerzwei Wochen bis sechs Monate
Tätlichkeit gegen Gegner oder andere Anwesendesechs Wochen bis sechs Monate, in leichteren Fällen mindestens drei Wochen
Tätlichkeit gegen Schiedsrichter oder Assistentensechs Monate bis zwei Jahre, in leichteren Fällen mindestens acht Wochen
Beleidigung oder Bedrohung des Schiedsrichterszwei Wochen bis drei Monate, in leichteren Fällen mindestens eine Woche

Gelbe Karten werden über die Saison gezählt. Ein Spieler einer Lizenzmannschaft in Bundesliga oder 2. Bundesliga, der in fünf Meisterschaftsspielen verwarnt wurde, ist für das folgende Meisterschaftsspiel gesperrt. Nach fünf weiteren Verwarnungen folgt die nächste Sperre. Ins neue Spieljahr wird nichts übertragen [8]. Für die 3. Liga gilt dieselbe Regel nach der DFB-Spielordnung [6]. Trainer und andere Teamoffizielle dürfen schon nach vier Verwarnungen beim nächsten Pflichtspiel nicht in den Innenraum [6, 8]. Eine Gelbe Karte, die im selben Spiel wie ein Platzverweis gezeigt wurde, gilt als verbraucht und wird nicht mitgezählt [6, 8].

Karten für Trainer und Betreuer

Auch Teamoffizielle auf der Bank können Gelb und Rot sehen. Kleinere Vergehen wie das gelegentliche Verlassen der technischen Zone führen meist zu einer Ermahnung. Gelb gibt es zum Beispiel für das Werfen von Trinkflaschen, sarkastisches Applaudieren oder wiederholtes Fordern von Karten. Rot gibt es für das Betreten des Spielfelds, um einen Schiedsrichter zur Rede zu stellen, und für aggressives Verhalten. Lässt sich nicht feststellen, wer auf der Bank das Vergehen begangen hat, trifft die Strafe den ranghöchsten anwesenden Trainer [1].

Leere Auswechselbank am Spielfeldrand mit Wasserflaschen und Trainingsjacken, davor die Linien der technischen Zone
Bild: KI-generiert

Zeitstrafen im Amateurfußball

Unterhalb der fünften Spielklasse der Herren und unterhalb der dritten Spielklasse der Frauen dürfen die Landesverbände Zeitstrafen bei Verwarnungen zulassen [6]. Die Spielregeln lassen Zeitstrafen für einige oder alle Verwarnungen als Anpassung im Jugend-, Altherren- und Breitenfußball zu, wenn der nationale Verband zustimmt [1]. Wie die Ligen unterhalb der Profis aufgebaut sind, zeigt der Ratgeber Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

Verletzt sich ein Spieler im Hobbyfußball bei einem Foul schwer, stellt sich oft die Frage nach der Absicherung. Was eine private Unfallversicherung leistet, erklärt der Ratgeber Private Unfallversicherung. Wer die Karten zeigt und wie der Schiedsrichter sonst Zeichen gibt, steht im Ratgeber Der Schiedsrichter: Aufgaben und Zeichen.

  1. Organisation Fußball-Regeln 2025/2026, Regeln 5 und 12. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2025/26. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Laws of the Game, Law 12: Fouls and Misconduct. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Law changes 2026/27. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Das sind die Regeländerungen zur neuen Saison. Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Gesetz Rechts- und Verfahrensordnung, §§ 4, 8 und 11. Deutscher Fußball-Bund. Stand 19.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Gesetz Spielordnung, §§ 1 und 43. Deutscher Fußball-Bund. Stand 28.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Regeländerungen zur Saison 2026/27: Das sind die neuen Regeln. Bundesliga (DFL). Stand 02.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Gesetz Spielordnung (SpOL), § 15. DFL Deutsche Fußball Liga e.V.. Stand 07.08.2025. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.