Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

VfB Stuttgart: Meistertitel, Pokalsiege und MHPArena

Der VfB Stuttgart entstand am 02.04.1912 aus dem FV Stuttgart 1893 und dem Kronenklub Cannstatt. Der Verein wurde fünfmal Deutscher Meister (1950, 1952, 1984, 1992, 2007) und gewann viermal den DFB-Pokal, zuletzt 2025. 2026/27 spielt der VfB in der Bundesliga, die zweite Mannschaft in der 3. Liga.

Großes modernes Fußballstadion mit hell erleuchtetem Dach in der Abenddämmerung, im Vordergrund Weinberge
Bild: KI-generiert

Der VfB Stuttgart hat nach Angaben des DFB rund 110.000 Mitglieder und spielt in Bad Cannstatt am Neckar.[14] Auf dieser Seite stehen die Gründung, die fünf Meisterschaften, die Pokalsiege bis 2025, die beiden Europapokalfinals, das Stadion und die zweite Mannschaft. Liga und Trainer für 2026/27 haben wir am 29.10.2026 geprüft.

VfB Stuttgart auf einen Blick

MerkmalAngabe
Gegründet09.09.1893 (FV Stuttgart), heutiger Verein seit 02.04.1912
VereinsfarbenWeiß und Rot
Mitglieder110.000 (Stand 01.07.2026)
StadionMHPArena, mehr als 60.000 Plätze
Deutscher Meister1950, 1952, 1984, 1992, 2007
DFB-Pokal1954, 1958, 1997, 2025
EuropapokalfinalsUEFA-Pokal 1989, Europapokal der Pokalsieger 1998
Liga 2026/27Bundesliga
Trainer 2026/27Sebastian Hoeneß
VfB Stuttgart II 2026/273. Liga

Die Angaben stammen aus der Chronik des Vereins, aus dem Datencenter des DFB und von der Deutschen Fußball Liga.[1, 2, 3, 13, 14, 17, 18]

Vom Rugbyclub zum VfB

Am 09.09.1893 gründeten 20 Männer in der Gaststätte "Zum Becher" in der Kernerstraße 8 den FV Stuttgart 1893. Angestoßen hatte das der Mittelschullehrer Carl Kaufmann. Der Verein spielte zunächst Fußball, bald aber vor allem Rugby, und stand 1909 im Endspiel um die deutsche Rugbymeisterschaft, das er 3:6 gegen den FC 1897 Hannover verlor.[1] Eine Fußballabteilung gab es ab 1908 wieder.[2]

Im Sommer 1911 verhandelte der FV im Hotel Concordia in Bad Cannstatt mit dem Kronenklub Cannstatt, der einen eigenen Rasenplatz besaß. Am 02.04.1912 entstand daraus der "Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V.". Kurz darauf stieg der neue Verein in die Südkreisliga auf, damals die höchste Spielklasse. Bis Ende 1919 trug er seine Heimspiele auf dem Platz des Kronenklubs in Stuttgart-Münster aus. Die Farben Weiß und Rot sind auch die Farben von Bad Cannstatt.[2]

Meister 1950 und 1952

Den ersten Meistertitel gewann der VfB am 25.06.1950. Im Berliner Olympiastadion schlug er vor 95.000 Zuschauern die Offenbacher Kickers mit 2:1, die Tore schossen Erwin Läpple und Walter Bühler. Trainer war seit 1947 Georg Wurzer. Am Tag darauf säumten Hunderttausende die Straßen in Stuttgart. Am 28.06.1950 erhielt die Mannschaft in Bonn aus der Hand von Bundespräsident Theodor Heuss das Silberne Lorbeerblatt.[3]

Menschenmenge in einer Stadtstraße, die einem offenen Wagen zujubelt, im Stil einer Schwarzweißaufnahme aus den 1950er Jahren
Bild: KI-generiert

Zwei Jahre später folgte der zweite Titel. Am 22.06.1952 gewann der VfB im Südweststadion in Ludwigshafen vor 84.000 Menschen 3:2 gegen den 1. FC Saarbrücken. Robert Schlienz traf einmal, Otto Baitinger zweimal. Zuvor hatte der VfB die Oberliga Süd mit einem 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg am letzten Spieltag gewonnen und sich in der Endrunde gegen den VfL Osnabrück, Rot-Weiss Essen und Tennis Borussia Berlin durchgesetzt.[4]

Die ersten Pokalsiege 1954 und 1958

Am 17.04.1954 stand der VfB zum ersten Mal im Endspiel um den DFB-Pokal. In Ludwigshafen ging es vor 60.000 Zuschauern gegen den 1. FC Köln in die Verlängerung, nachdem Köln in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter verschossen hatte. Erwin Waldner erzielte in der 96. Minute das Siegtor.[5]

Der zweite Pokalsieg am 16.11.1958 in Kassel war ein wildes Spiel. Gegen Fortuna Düsseldorf wechselte die Führung mehrmals, nach 90 Minuten ging es wieder in die Verlängerung. In der 113. Minute schoss Lothar Weise das entscheidende Tor, 28.000 Menschen sahen zu.[6] Wie der Pokal heute ausgespielt wird, steht unter DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale.

Bundesliga, Abstieg und Rückkehr

Der VfB gehörte ab 1963 zur Bundesliga. Nach der Saison 1974/75 musste er erstmals in die 2. Bundesliga Süd.[7, 14] Unter Trainer Jürgen Sundermann kam die Mannschaft nach schwachem Start in Schwung, schoss in der Saison 1976/77 100 Tore und stieg am 21.05.1977 nach einem 0:0 gegen Eintracht Trier als Erster wieder auf.[7]

Am 26.05.1984 wurde der VfB zum dritten Mal Meister, zum ersten Mal seit 32 Jahren. Hermann Ohlicher schoss am vorletzten Spieltag in Bremen in der 82. Minute das 2:1. Der Hamburger SV hätte im direkten Duell in Stuttgart mit fünf Toren Unterschied gewinnen müssen und verlor 0:1. Trainer war Helmut Benthaus, Kapitän Karlheinz Förster hob die Meistertrophäe eine Woche später in die Höhe.[8]

Im Mai 1989 erreichte der VfB sein erstes Europapokalfinale. Im UEFA-Pokal verlor er in Neapel 1:2 und spielte im Neckarstadion 3:3 gegen den SSC Neapel mit Diego Maradona.[9]

Der vierte Titel 1992

Vor dem letzten Spieltag am 16.05.1992 lagen Eintracht Frankfurt, der VfB und Borussia Dortmund punktgleich an der Spitze. Frankfurt verlor 1:2 bei Hansa Rostock, Dortmund gewann in Duisburg. Der VfB lag in Leverkusen zurück und gewann noch 2:1, durch Tore von Fritz Walter in der 43. und Kapitän Guido Buchwald in der 86. Minute. Die bessere Tordifferenz gegenüber Dortmund brachte unter Trainer Christoph Daum den Titel. Fritz Walter kam in dieser Saison auf 22 Bundesligatore.[10] Mehr über die Liga steht auf der Seite Geschichte der Bundesliga.

Pokalsieg 1997 und Finale 1998

Am 14.06.1997 gewann der VfB unter Joachim Löw im Berliner Olympiastadion das Pokalfinale gegen Energie Cottbus. Giovane Elber traf zweimal. Auf dem Weg ins Endspiel hatte die Mannschaft dreimal ein Elfmeterschießen gewonnen. Am Tag danach kamen mehr als 20.000 Menschen auf den Stuttgarter Marktplatz.[11]

Ein Jahr später, am 13.05.1998, stand der VfB im Råsunda-Stadion in Stockholm im Finale des Europapokals der Pokalsieger. Gegen den FC Chelsea entschied Gianfranco Zola das Spiel in der 71. Minute, kurz nachdem er eingewechselt worden war.[12]

Meister 2007 unter Armin Veh

In der Saison 2006/07 lag die Mannschaft von Armin Veh nach dem 23. Spieltag noch vier Punkte hinter der Spitze. Eine Siegesserie bis zum 33. Spieltag, darunter ein 3:2 in Bochum nach zweimaligem Rückstand, brachte zwei Punkte Vorsprung. Am 19.05.2007 gewann der VfB das letzte Spiel gegen Energie Cottbus 2:1. Thomas Hitzlsperger glich per Volleyschuss aus, Sami Khedira köpfte das Siegtor. Rund 250.000 Menschen feierten in Stuttgart.[13] Eine Woche später verlor die Mannschaft das Pokalfinale 2:3 nach Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg.[13]

Große feiernde Menschenmenge auf einem Stadtplatz bei Nacht mit roten und weißen Papierschlangen und Konfetti
Bild: KI-generiert

Abstiege und der Weg zurück nach oben

Nach 2007 wurde es schwieriger. Der VfB spielte in den Spielzeiten 2016/17 und 2019/20 jeweils in der 2. Bundesliga und stieg beide Male direkt wieder auf.[14] Den Abstieg 2019 besiegelte die Relegation gegen den 1. FC Union Berlin, die mit 2:2 und 0:0 endete.[21]

Im April 2023 übernahm Sebastian Hoeneß die Mannschaft und rettete sie über die Relegation gegen den Hamburger SV, insgesamt 6:1.[16] In der Saison 2023/24 wurde der VfB Zweiter hinter Bayer Leverkusen und vor dem FC Bayern und spielte danach zum ersten Mal seit 2009/10 wieder in der Champions League.[16] Am 24.05.2025 gewann er in Berlin das Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld mit 4:2.[17] Das war der vierte Pokalsieg des Vereins.

Die MHPArena

Das Stadion wurde 1933 nach Plänen von Paul Bonatz als "Stuttgarter Kampfbahn" gebaut und fasste zunächst 35.000 Menschen, 1935 schon 70.000. Viele Fans sagen bis heute Neckarstadion. Später hieß es Gottlieb-Daimler-Stadion und Mercedes-Benz Arena, seit Juli 2023 MHPArena. Von 2009 bis 2011 wurde es zum reinen Fußballstadion umgebaut, für die Europameisterschaft 2024 entstand eine neue Haupttribüne. Heute passen mehr als 60.000 Menschen hinein.[15]

Leere Stadiontribüne mit roten Sitzen unter einem weißen Membrandach und frischem grünem Rasen in der Sonne
Bild: KI-generiert

Die Arena steht im Neckarpark in Bad Cannstatt, in der Nachbarschaft von Porsche-Arena, Hanns-Martin-Schleyer-Halle und Mercedes-Benz Museum.[15] Mehr über große Arenen findest du unter Die Fußballstadien in Deutschland.

Das Derby gegen den Karlsruher SC

Das Spiel gegen den Karlsruher SC heißt das baden-württembergische Derby. Zuletzt trafen beide Vereine in der 2. Bundesliga aufeinander. Im Juni 2020 gewann der KSC 2:1, Marvin Wanitzek und Lukas Fröde trafen für Karlsruhe, Nicolas González per Elfmeter für den VfB. Es war der erste Derbysieg der Karlsruher seit knapp 13 Jahren.[19] Mehr über den Rivalen steht bei Karlsruher SC.

Der VfB in der Saison 2026/27

Die Profimannschaft spielt 2026/27 in der Bundesliga, Trainer ist Sebastian Hoeneß.[18] Er hatte seinen Vertrag laut DFL bis Sommer 2028 verlängert.[16] Die Liga im Überblick steht auf der Seite Bundesliga 2026/27.

Die zweite Mannschaft, der VfB Stuttgart II, spielt 2026/27 wieder in der 3. Liga.[22] Dort war sie schon von 2008/09 bis 2015/16 und ist seit 2024/25 zurück.[14] Ihre Heimspiele trägt sie in der Arena der SG Sonnenhof Großaspach in Aspach aus, auch nachdem Großaspach 2026 selbst in die 3. Liga aufgestiegen ist.[20, 22] Zur Liga mehr unter 3. Liga 2026/27, zum Nachbarn bei SG Sonnenhof Großaspach.

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  1. Organisation Chronik: 09.09.1893. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Chronik: 02.04.1912. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Chronik: 25.06.1950. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Chronik: 22.06.1952. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Chronik: 17.04.1954. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Chronik: 16.11.1958. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Chronik: 21.05.1977. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Chronik: 26.05.1984. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Chronik: 03. bis 17.05.1989. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Chronik: 16.05.1992. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Chronik: 14.06.1997. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  12. Organisation Chronik: 13.05.1998. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  13. Organisation Chronik: 19.05.2007. VfB Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Organisation VfB Stuttgart 1893, Vereinsdaten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  15. Behörde MHPArena. Landeshauptstadt Stuttgart. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  16. Organisation The story of VfB Stuttgart's revival from relegation strugglers to the UEFA Champions League. DFL / bundesliga.com. Stand 11.04.2025. abgerufen am 29.10.2026
  17. Organisation Arminia Bielefeld gegen VfB Stuttgart 2:4, DFB-Pokal 2024/25, Finale. DFB-Datencenter. Stand 24.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
  18. Organisation VfB Stuttgart, Clubseite Bundesliga 2026/27. DFL / bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  19. Organisation Karlsruher SC gegen VfB Stuttgart 2:1, 31. Spieltag. DFL / bundesliga.com. Stand 14.06.2020. abgerufen am 29.10.2026
  20. Havelse bleibt Drittligist: Teilnehmerfeld der 3. Liga 2026/27. Die falsche 9. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  21. Organisation 1. FC Union Berlin gegen VfB Stuttgart, Relegation 2018/19, Rückspiel. DFL / bundesliga.com. Stand 27.05.2019. abgerufen am 29.10.2026
  22. Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.