Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
SV Waldhof Mannheim: von Herberger bis zur 3. Liga
Der SV Waldhof Mannheim wurde am 11.04.1907 gegründet und spielte von 1983 bis 1990 sieben Jahre in der Bundesliga. Nach Insolvenz und Jahren in der Oberliga stieg er 2019 in die 3. Liga auf, wo er auch 2026/27 spielt. Heimspielstätte ist das Carl-Benz-Stadion.

Der SV Waldhof Mannheim 07 stammt aus dem gleichnamigen Mannheimer Stadtteil und wurde 1907 in einer Gaststätte dort gegründet. Aus seiner Jugend kamen Spieler wie Sepp Herberger und Otto Siffling, in den 1980er Jahren spielte er sieben Jahre in der Bundesliga [1, 2]. Danach ging es bis in die Oberliga hinunter [1]. Seit 2019 ist der Verein wieder in der 3. Liga und gehört auch 2026/27 zum Teilnehmerfeld [2, 5].
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 11.04.1907 [1, 2] |
| Offizieller Name | SV Waldhof Mannheim 07 e. V. [2] |
| Vereinsfarben | Blau und Schwarz [2] |
| Stadion | Carl-Benz-Stadion, eröffnet am 25.02.1994, 24.302 Plätze [1, 4] |
| Liga 2026/27 | 3. Liga [5] |
| Bundesliga | 1983/84 bis 1989/90, sieben Spielzeiten [1, 2] |
| Größte Erfolge | Meister der 2. Bundesliga 1983, Gaumeister Baden 1934, 1936 und 1937, Pokalfinale 1940 [1] |
| Mitglieder | 5.500 (Stand 01.07.2026) [2] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Gründung 1907 im Tannenbaum
Am 11.04.1907 trafen sich 42 junge Männer in der Gaststätte "Zum Tannenbaum" im Mannheimer Stadtteil Waldhof und gründeten den Verein. Erster Vorsitzender wurde Emil Menton, erster Spielführer Fritz Streckfuß [1]. Gespielt wurde zunächst auf einem Platz an der Altrheinstraße, ab 1911 auf dem "Sandacker". 1925 zog der Verein an die Schießstände, das Gelände ist heute die Seppl-Herberger-Sportanlage am Alsenweg [1]. Dort trainiert der Verein bis heute. Die Anlage hat eine überdachte Sitzplatztribüne für gut 2.000 Zuschauer und wird auch "altes Waldhof-Stadion" genannt [3].
Der erste Erfolg kam schnell. 1914 gewann Waldhof mit einem 1:0 gegen Germania Frankfurt-Bockenheim die süddeutsche Meisterschaft der A-Klassen und stieg in die Liga-Klasse auf [1]. 1916 schlug die Mannschaft zum ersten Mal den Stadtrivalen VfR Mannheim, 1920 gewann sie das Entscheidungsspiel um die Odenwaldliga gegen den VfR mit 4:1 vor 12.000 Zuschauern [1]. 1921 wurde Karl Höger der erste Nationalspieler des Vereins [1].
Gaumeister und die Herberger-Jahre
In den 1930er Jahren gehörte Waldhof zu den stärksten Mannschaften im Süden. Der Verein gewann die Gauliga Baden 1934, 1936 und 1937 [1]. 1940 erreichte er das Finale des Tschammerpokals, des Vorläufers des DFB-Pokals, und verlor 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg [1]. Auch die Handballer des Vereins waren erfolgreich und wurden 1933 deutscher Meister [1].

Zu den bekanntesten Spielern der frühen Jahrzehnte zählt der Verein Sepp Herberger, Otto Siffling, Karl Höger und Willi Hutter [1]. Herberger trainierte 1954 die Weltmeistermannschaft in Bern [9]. Siffling erzielte 17 Tore in 31 Länderspielen und starb 1939 mit 27 Jahren, nach ihm ist heute eine Tribüne im Stadion benannt [1, 3]. Wie Herberger die Nationalmannschaft prägte, steht auf der Seite Deutschlands WM-Titel 1954, 1974, 1990 und 2014. Aus späteren Jahrzehnten nennt der Verein unter anderem Jürgen Kohler [1].
Nach dem Krieg spielte Waldhof in der Oberliga Süd und wurde 1947 Vizemeister hinter Nürnberg [1]. 1954 stieg der Verein nach 40 Jahren Erstklassigkeit ab, 1962 und 1970 folgten weitere Abstiege [1]. 1970 landete Waldhof sogar erstmals seit 1912/13 im Amateurbereich, kehrte aber 1972 in die Regionalliga Süd zurück [1]. Der Name wechselte in dieser Zeit mehrfach: 1972 Chio Waldhof 07, 1975 SV Chio Waldhof 07, seit dem 15.09.1978 SV Waldhof Mannheim 07 [1].
Die Bundesligajahre 1983 bis 1990
Von 1974 an spielte Waldhof in der 2. Bundesliga [2]. 1983 wurde der Verein dort Meister und stieg in die Bundesliga auf [1]. Die Begriffe "Waldhof-Buwe" und "Wunder Waldhof" wurden damals bundesweit bekannt [1]. Die Bundesliga-Premiere gewann Waldhof vor 42.000 Zuschauern im Südweststadion in Ludwigshafen mit 2:0 gegen den SV Werder Bremen [1].

Sieben Spielzeiten blieb Waldhof in der höchsten Klasse, von 1983/84 bis 1989/90 [2]. 1985 fehlte nur das Torverhältnis zur Teilnahme am UEFA-Pokal, der Hamburger SV lag knapp vorn [1]. Platz 14 im Jahr 1987 war die bis dahin schlechteste Platzierung, im selben Jahr verließ Trainer Klaus Schlappner den Verein [1]. 1988 rettete sich Waldhof in der Relegation gegen den SV Darmstadt 98 im Elfmeterschießen [1]. 1990 stieg Waldhof nach einer langen Verletzungsserie ab [1]. Wie sich die Liga in dieser Zeit entwickelte, beschreibt die Geschichte der Bundesliga.
Abstieg, Insolvenz und Oberliga
Nach dem Abstieg spielte Waldhof von 1990 bis 1997 in der 2. Bundesliga [2]. In diese Zeit fiel der Umzug ins neue Carl-Benz-Stadion im Jahr 1994 [1]. 1997 stieg der Verein als Tabellenfünfzehnter in die Regionalliga Süd ab, kam 1999 zurück und blieb bis 2003 zweitklassig [1, 2].
2003 kam der Absturz. Waldhof stieg als Tabellenletzter aus der 2. Bundesliga ab und musste Insolvenz anmelden. Die Mannschaft startete danach in der Oberliga Baden-Württemberg [1]. 2008 qualifizierte sich der Verein für die Regionalliga Süd. 2010 verweigerte ihm der DFB wegen fehlender finanzieller Voraussetzungen die Lizenz, wieder ging es in die Oberliga [1]. 2011 wurde Waldhof dort Meister, zum 6:0 gegen den FV Illertissen kamen 18.313 Zuschauer [1]. 2016 gliederte Waldhof die erste Mannschaft in eine Spielbetriebs GmbH aus [1].
Zurück im Profifußball
Der Weg zurück dauerte mehrere Anläufe. 2016 scheiterte Waldhof als Meister der Regionalliga Südwest in den Aufstiegsspielen an den Sportfreunden Lotte, 2017 im Elfmeterschießen am SV Meppen [1]. 2019 gewann Waldhof die Regionalliga Südwest erneut und stieg diesmal direkt in die 3. Liga auf [1]. Seitdem spielt der Verein dort ohne Unterbrechung, nach den Daten des DFB in jeder Saison von 2019/20 bis 2026/27 [2, 5]. Die erste Drittligasaison endete auf Platz 9, die beste bisher war 2021/22 mit Platz 5 und drei Punkten Abstand auf den Relegationsplatz [1]. Im Pokal meldete sich der Verein ebenfalls zurück: 2021 gewann er nach 21 Jahren wieder den badischen Verbandspokal, im DFB-Pokal 2022 schlug er Eintracht Frankfurt mit 2:0 [1]. Gegner und Modus der laufenden Saison stehen auf der Seite 3. Liga 2026/27: Vereine und Modus.
Im Herbst 2026 lief es durchwachsen. Beim FC Würzburger Kickers verlor Waldhof 0:2, gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim gewann er, nachdem ein eingewechselter Stürmer dreimal getroffen hatte [6, 7]. Am 12. Spieltag, dem 01.11.2026, stand das Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken an [7].
Auch der Nachwuchs hat eine Tradition. 1980 wurde die A-Jugend deutscher Meister, im Finale in Oberhausen schlug sie den FC Schalke 04 mit 2:1 vor rund 10.000 Zuschauern [1]. Beim DFB sind neben den Männern heute Mannschaften der U 19, U 18 und U 17 gemeldet [2]. Welche Altersklassen es gibt, erklärt die Seite Jugendfußball: Altersklassen von G bis A.
Das Carl-Benz-Stadion
Das Carl-Benz-Stadion wurde am 25.02.1994 mit einem 2:2 gegen Hertha BSC eingeweiht [1]. Alle vier Tribünen sind überdacht [3]. Die Walter-Spagerer-Tribüne im Norden, die Walter-Pradt-Tribüne im Süden und die Otto-Siffling-Tribüne im Osten bilden ein nach Westen offenes U [3]. Davor steht frei die Günter-Sebert-Tribüne, über die man in den Innenbereich gelangt [3].

Insgesamt fasst das Stadion 24.302 Zuschauer, davon 13.579 auf Sitzplätzen und 10.723 auf Stehplätzen [4]. Nord- und Südtribüne haben nur Sitzplätze. Auf der Otto-Siffling-Tribüne werden die Sitze als Stehplätze genutzt, die Blöcke in den Kurven am Ostende sind reine Stehblöcke [3]. Eine Eintrittskarte gilt auch als Fahrkarte im Verkehrsverbund Rhein-Neckar, für die Hin- und Rückfahrt [3]. Weitere Spielstätten stellt die Seite Die Fußballstadien in Deutschland vor.
Rivalen: Kaiserslautern und der VfR
Das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern heißt Südwest-Derby [10]. Am 21.08.2026 trafen beide Vereine in der ersten Runde des DFB-Pokals aufeinander, Kaiserslautern gewann 1:0 nach Verlängerung durch ein Tor von Ibrahim Kanaté in der 120. Minute [6, 10]. Nach Ausschreitungen in diesem Spiel verurteilte das DFB-Sportgericht Waldhof zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro, bis zu 40.000 Euro davon darf der Verein für eigene Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen ausgeben [6]. Dazu kamen zwei Heimspiele unter teilweisem Zuschauerausschluss. Das erste war die Partie gegen Hoffenheim II am 25.10.2026, das zweite ist bis zum 31.12.2028 zur Bewährung ausgesetzt [6]. Bis zum 30.06.2027 muss Waldhof außerdem nachweisen, dass 250 Ordner geschult sind [6].
In der eigenen Stadt ist der VfR Mannheim der Gegner. Die Vereinschronik erwähnt ein Ligaspiel zum hundertjährigen Bestehen 2007 und ein Halbfinale im badischen Pokal 2004 [1]. Der Kaiserslauterer Rivale spielt 2026/27 eine Klasse höher in der 2. Bundesliga, ein Ligaderby gibt es in dieser Saison daher nicht [8].
- Organisation Historie. SV Waldhof Mannheim 07. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation SV Waldhof Mannheim 07 e. V.: Vereinsdaten und Spielklassen. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadion. SV Waldhof Mannheim 07. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Diese fünf Fußballstadien in Baden-Württemberg sind die größten (Florian Wagner). echo24. Stand 19.07.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Geldstrafe und Zuschauerteilausschluss für Waldhof Mannheim. Deutscher Fußball-Bund. Stand 15.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Aktuelles (Startseite). SV Waldhof Mannheim 07. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 2. Bundesliga Tabelle, Saison 2026/27. Bundesliga (bundesliga.com). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation WM 1954: Das Wunder von Bern. Deutscher Fußball-Bund. Stand 22.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
- DFB-Pokal: Nach Rudelbildung und Platzsturm beim Südwest-Derby schaltet der FCK Waldhof aus. Stuttgarter Zeitung (dpa). Stand 21.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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