Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber

FC Würzburger Kickers: Rothosen vom Dallenberg zurück in der 3. Liga

Die Würzburger Kickers wurden am 17.11.1907 gegründet und spielen seit 1967 am Dallenberg. Sie stiegen 1977, 2016 und 2020 in die 2. Bundesliga auf und fielen 2021 und 2022 bis in die Regionalliga Bayern zurück. Über die Aufstiegsspiele gegen Lok Leipzig (1:0 und 2:1) kehrten sie 2026 in die 3. Liga zurück.

Kompaktes Fußballstadion an einem bewaldeten Hang über einer Stadt am Fluss in der Dämmerung, im Hintergrund Weinberge
Bild: KI-generiert

Die Würzburger Kickers, in Würzburg "Rothosen" genannt, stiegen zwischen 2015 und 2022 dreimal auf und dreimal ab. 2026 kehrten sie nach vier Jahren in der Regionalliga über die Aufstiegsspiele in die 3. Liga zurück.[1, 4, 8] Liga und Trainer haben wir am 29.10.2026 geprüft.

Würzburger Kickers auf einen Blick

MerkmalAngabe
Gegründet17.11.1907 in Würzburg
SpitznameRothosen
StadionAKON ARENA am Dallenberg, 13.090 Plätze
2. BundesligaAufstiege 1977, 2016 und 2020
3. Liga2015/16, 2017 bis 2020, 2021/22, wieder seit 2026
Aufstieg 2026Aufstiegsspiele gegen 1. FC Lok Leipzig, 1:0 und 2:1
Liga 2026/273. Liga
Trainer 2026/27Michael Schiele

Die Angaben stammen vom Verein, vom DFB und vom Bayerischen Fußball-Verband.[1, 2, 3, 4, 8]

Gründung 1907 und die ersten Derbys

Die Kickers wurden am 17.11.1907 gegründet. Erster Vorsitzender war Georg Beer, kurz darauf übernahm Alfred Günzburger die Führung.[1] Schon 1908 gewann die junge Mannschaft das erste Lokalderby gegen den 1. Würzburger Fußballverein von 1904 mit 5:0.[1, 2] 1909 zog der Verein an die Randersackerer Straße. Das erste Spiel dort gewannen die Kickers mit 5:3 gegen den 1. FC Nürnberg.[1]

Fußballspiel Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem einfachen Rasenplatz am Stadtrand, Zuschauer hinter einem Holzgeländer
Bild: KI-generiert

Bis 1918 stiegen die Kickers in die höchste Klasse auf und spielten gegen den FC Bayern, den TSV 1860 München und die SpVgg Fürth. Der Erste Weltkrieg kostete den Verein etwa ein Drittel seiner Mitglieder. Im Zweiten Weltkrieg brannte bei einem Bombenangriff die Tribüne an der Randersackerer Straße vollständig ab.[1] Wie der Krieg auch Städte wie Würzburg traf, erzählt unser Geschichtsportal auf der Seite zum Zweiten Weltkrieg.

Vom Dallenberg in die 2. Bundesliga Süd

1950 stiegen die Kickers in die höchste bayerische Spielklasse auf. 1967 zogen sie in das neue Stadion am Dallenberg, das dem Verein selbst gehört.[1, 2] Zehn Jahre später gelang 1977 der Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd, laut Verein der größte Erfolg der Herrenmannschaft.[1]

Danach ging es lange abwärts. 1983 stiegen die Kickers aus der Bayernliga in die Landesliga Nord ab. Erst 2005 kehrten sie nach zwei Aufstiegen in Folge in die Landesliga zurück, 2008 ging es in die Bayernliga und 2009 wieder hinunter.[1] 2009 gewannen die Kickers aber die Derbys gegen den Würzburger FV und den 1. FC Schweinfurt 05 vor jeweils mehr als 7.000 Zuschauern.[1] Den Nachbarn aus Unterfranken stellt die Seite 1. FC Schweinfurt 05 vor.

Zwei Aufstiege in zwei Jahren

Unter Trainer Dieter Wirsching wurden die Kickers 2012 Meister der Landesliga Nord und stiegen über die Relegation gleich zwei Klassen auf, über die Bayernliga hinweg in die neue Regionalliga Bayern. 2014 und 2015 gewannen sie den bayerischen Toto-Pokal, 2015 im Finale mit 6:2 gegen die SpVgg Unterhaching. 2014 schlugen sie im DFB-Pokal Fortuna Düsseldorf.[1]

Mit Bernd Hollerbach als Trainer gelang 2015 die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern. In der Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen des Rückspiels, das die Kickers mit 6:5 gewannen.[1] Ein Jahr später setzten sie sich in der Relegation gegen den MSV Duisburg durch und stiegen in die 2. Bundesliga auf.[1] Damit gehören die Kickers nach Angaben des DFB zu den bislang nur sechs Vereinen, die direkt nach dem Aufstieg in die 3. Liga auch den Sprung in die 2. Bundesliga schafften.[8] Den damaligen Gegner stellt die Seite MSV Duisburg vor.

Die erste Zweitligasaison begann mit einem 1:2 in Braunschweig, das Heimdebüt gegen den 1. FC Kaiserslautern endete 1:1. Den ersten Auswärtssieg holten die Kickers mit 2:1 in Heidenheim, der erste Heimsieg war ein 2:0 gegen den VfL Bochum, und gegen den VfB Stuttgart gewannen sie 3:0. Im DFB-Pokal schlugen sie Eintracht Braunschweig mit 1:0 nach Verlängerung. Am letzten Spieltag verloren die Kickers vor 60.000 Zuschauern in Stuttgart mit 1:4 und stiegen 2017 wieder ab.[1]

Auf und ab zwischen 2017 und 2022

Zurück in der 3. Liga wurden die Kickers 2017/18 Fünfter. Im Herbst 2017 hatte Michael Schiele das Traineramt übernommen. 2020 führte er die Mannschaft erneut in die 2. Bundesliga, und zwar in letzter Sekunde: Kapitän Sebastian Schuppan verwandelte am letzten Spieltag einen Handelfmeter.[1]

Die zweite Zweitligasaison endete früh. Am 08.05.2021 verloren die Kickers am 32. Spieltag 1:3 gegen den VfL Osnabrück und standen als Absteiger fest.[5] In der folgenden Saison in der 3. Liga ging es direkt weiter abwärts. Die Kickers stiegen 2022 in die Regionalliga Bayern ab und waren damit binnen zwölf Monaten durch zwei Ligen gereicht worden. Nach Angaben des DFB waren sie der fünfte Verein, dem das passiert ist.[6, 8]

Vier Jahre Regionalliga Bayern

Im Sommer 2024 waren die Kickers schon einmal kurz vor der Rückkehr. In den Aufstiegsspielen gegen die zweite Mannschaft von Hannover 96 gewannen sie ein Spiel mit 1:0, scheiterten aber im Elfmeterschießen.[4, 8] Kurz davor hatten sie den bayerischen Verbandspokal gewonnen und sich damit für den DFB-Pokal qualifiziert.[4]

Mitte März 2026 übernahm Michael Schiele den Verein zum zweiten Mal. In den 15 Pflichtspielen danach verlor die Mannschaft kein einziges.[8] Am Ende der Saison 2025/26 standen die Kickers mit 75 Punkten auf Platz zwei der Regionalliga Bayern, zwei Punkte hinter dem 1. FC Nürnberg II.[9] In die Aufstiegsspiele schickte der Bayerische Fußball-Verband die Kickers als Bayerischen Amateurmeister.[10]

Die Aufstiegsspiele gegen Lok Leipzig

2025/26 stiegen die Meister der Regionalligen Nord, West und Südwest direkt auf. Den vierten Aufsteiger spielten der Vertreter Bayerns und der Meister der Regionalliga Nordost, der 1. FC Lokomotive Leipzig, unter sich aus.[7] Wie der Aufstieg aus den fünf Regionalligen geregelt ist, erklärt die Seite Kreisliga, Bezirksliga und die Ligapyramide.

Ausverkauftes mittelgroßes Stadion unter Flutlicht an einem Sommerabend, Fans mit schlichten roten Schals jubeln auf den Rängen
Bild: KI-generiert

Das Hinspiel fand am 28.05.2026 im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig statt. Vor 10.787 Zuschauern köpfte Liam Omore in der 50. Minute das einzige Tor, nach einer Vorlage von Tarsis Bonga.[10] Auswärtstore zählten nicht, bei Gleichstand nach beiden Spielen wären Verlängerung und Elfmeterschießen gefolgt. Es war die 14. Aufstiegsserie über zwei Spiele, die mindestens einen Aufstieg entschied, und erst das zweite Duell zwischen einem bayerischen Vertreter und dem Nordost-Meister.[10]

Das Rückspiel am 01.06.2026 begann schon um 18.30 Uhr, weil rund um das Stadion am Dallenberg Lärmschutzregeln gelten.[7] Vor ausverkauftem Haus mit 10.717 Zuschauern brachte Jermain Nischalke die Kickers in der 30. Minute in Führung. Djamal Ziane glich in der 71. Minute für Leipzig aus. Nur eine Minute später traf der eingewechselte Cherif Cisse zum 2:1. Kapitän Peter Kurzweg beendete nach diesem Spiel seine Laufbahn als Profi. Lok Leipzig hatte schon 2019/20 gegen den SC Verl und 2024/25 gegen den TSV Havelse Aufstiegsspiele verloren.[4]

Die AKON ARENA am Dallenberg

Das Stadion liegt am Mittleren Dallenbergweg im Süden von Würzburg und bietet 13.090 Steh- und Sitzplätze. Die Straßenbahnlinien 3 und 5 halten an der Haltestelle Dallenbergbad, von dort sind es etwa 500 Meter zu Fuß. Mit dem Auto geht es über die B19 von den Autobahnen A3 und A7, am Dallenberg gibt es getrennte Parkplätze für Heim- und Gästefans, der Gästeparkplatz bietet etwa 345 Pkw- und 25 Busplätze.[3] 2006 nutzte die Nationalmannschaft Ghanas das Stadion während der Weltmeisterschaft in Deutschland.[1]

Straßenbahnhaltestelle an einem Parkweg, der einen sanften Hügel hinauf zu Flutlichtmasten zwischen Bäumen führt
Bild: KI-generiert

Mehr als Fußball

Die Kickers sind ein Verein mit mehreren Sportarten. 1924 kam eine Boxabteilung dazu, 1929 eine Handballabteilung.[1] Die Hockeydamen wurden 1941 zum ersten Mal Deutscher Meister und gewannen in den 1950er-Jahren vier weitere Meistertitel. Der Degenfechter Dieter Jung startete 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko.[1]

Die Kickers in der Saison 2026/27

Der DFB hat das Teilnehmerfeld der 3. Liga am 11.06.2026 bestätigt. Würzburg ist einer von vier ehemaligen Drittligisten, die aus der Regionalliga zurückkehren, zusammen mit dem SV Meppen, Fortuna Köln und der SG Sonnenhof Großaspach.[11] Am ersten Spieltag traten die Kickers beim FC Ingolstadt 04 an.[8]

Die Hinrunde endet am 20.12.2026, die Rückrunde beginnt am 15.01.2027. Länderspielpausen liegen vom 21.09. bis 06.10.2026 und vom 09. bis 17.11.2026, die Saison dauert bis zum 22.05.2027. MagentaSport zeigt alle 380 Spiele live, 68 Partien laufen zusätzlich in der ARD und den Dritten Programmen.[11] Den Mitaufsteiger stellt die Seite SV Meppen vor, alle Vereine der Liga stehen auf der Seite 3. Liga 2026/27.

  1. Organisation Geschichte des e.V.. FC Würzburger Kickers. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Verein. FC Würzburger Kickers. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation AKON ARENA. FC Würzburger Kickers. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Nach vier Jahren: Würzburger Kickers zurück in 3. Liga. Deutscher Fußball-Bund. Stand 01.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation 1:3 gegen Osnabrück: FWK steht als Absteiger fest. FC Würzburger Kickers. Stand 08.05.2021. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Nach Abstieg: Fünf Klubs wurden durchgereicht. Deutscher Fußball-Bund. Stand 03.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Anstoßzeiten für Aufstiegsspiele zur 3. Liga stehen fest. Deutscher Fußball-Bund. Stand 20.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Quartett meldet sich zurück: Das sind die Aufsteiger. Deutscher Fußball-Bund. Stand 28.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Regionalliga Bayern: Der 34. Spieltag. Bayerischer Fußball-Verband. Stand 16.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation Regionalliga Bayern: Die Aufstiegsspiele (Hinspiel). Bayerischer Fußball-Verband. Stand 28.05.2026. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Teilnehmerfeld der 3. Liga steht fest: Havelse rückt für 1860 nach. Deutscher Fußball-Bund. Stand 11.06.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.