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F.C. Hansa Rostock: letzter Meister des Ostens, heute in der 3. Liga
Der F.C. Hansa Rostock wurde am 28.12.1965 gegründet und gewann 1991 Meisterschaft und Pokal der letzten Ost-Saison. Danach spielte er zwölf Spielzeiten in der Bundesliga, zuletzt 2007/08. In der Saison 2026/27 tritt Hansa in der 3. Liga an, Heimspielstätte ist das Ostseestadion.

Hansa Rostock gewann 1991 die letzte Meisterschaft und den letzten Pokal des ostdeutschen Fußballs und zog damit in die Bundesliga ein.[1, 2] Insgesamt spielte der Verein zwölf Spielzeiten in der höchsten deutschen Liga.[2] Seit dem Abstieg 2024 ist Hansa in der 3. Liga, dort tritt er auch 2026/27 an.[1, 3]
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gründung | 28.12.1965 in Rostock[1, 3] |
| Vereinsfarben | Weiß und Blau[3] |
| Mitglieder | 28.500 (Stand 01.07.2026)[3] |
| Stadion | Ostseestadion, bis zu 29.000 Plätze[4] |
| Titel | Meister der NOFV-Oberliga und FDGB-Pokalsieger 1991[1] |
| Bundesliga | zwölf Spielzeiten: 1991/92, 1995/96 bis 2004/05, 2007/08[2, 3] |
| Liga 2026/27 | 3. Liga[3, 5] |
| Stand der Angaben | 29.10.2026 |
Von Empor Lauter zum F.C. Hansa
Die Vorgeschichte beginnt 1954. Die Staatsführung der DDR gründete in Rostock den Sportclub SC Empor Rostock, einen Club für sieben Sportarten.[2] Damit Rostock eine starke Fußballmannschaft bekam, zog der Großteil der Spieler von Empor Lauter an die Ostsee.[2] Wie die Sportführung damals Mannschaften verschob, beschreibt die Seite Fußball in der DDR: die Oberliga.

Im Dezember 1965 löste sich die Fußballabteilung vom SC Empor.[2] Am 28.12.1965 gründeten mehr als 100 Vertreter aus Sport, Wirtschaft und Politik im Kultursaal der Deutschen Post am Neuen Markt den F.C. Hansa Rostock. Die Gründungsurkunde wurde um 18:32 Uhr unterschrieben.[1] Den Namen schlugen Fans vor, er erinnert an Rostocks Geschichte als Hansestadt. Das Wappen zeigt eine Kogge, das Handelsschiff der Hanse.[2] Mehr über den Städtebund steht auf der Seite Die Hanse auf geschichte.domain-root.de.
Fahrstuhlmannschaft in der DDR-Oberliga
Das erste Pflichtspiel bestritt Hansa am 12.02.1966 im Ostseestadion und gewann vor rund 6.000 Zuschauern 2:0 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt.[1] In den 1960er Jahren wurde der Verein mehrmals Vizemeister.[2] 1969 schlug Hansa im Ostseestadion Inter Mailand mit 2:1, beide Tore fielen nach Freistößen. Die italienische Sportzeitung "Tuttosport" würdigte den Sieg.[1]
Danach wurde es unruhig. In der Saison 1974/75 stieg Hansa zum ersten Mal ab, weitere Abstiege folgten 1976/77 und 1978/79. Bis Mitte der 1980er Jahre wechselte der Verein immer wieder zwischen Oberliga und DDR-Liga. Daher stammt der Beiname "Fahrstuhlmannschaft".[1] In der ersten Europapokal-Teilnahme war gegen Baník Ostrava nach zwei Niederlagen schon in der ersten Runde Schluss. Auch ins Endspiel um den FDGB-Pokal kam Hansa in dieser Zeit, den Pokal gewann der Verein aber erst später.[1]
Das Double von 1991
Die Saison 1990/91 lief als NOFV-Oberliga und entschied darüber, welche Clubs aus dem Osten in die Bundesliga kamen.[1, 2] Unter Trainer Uwe Reinders wurde Hansa mit 35 Punkten Meister und gewann im selben Jahr zum ersten Mal den FDGB-Pokal.[1] Damit war der Verein der letzte Meister und der letzte Pokalsieger des ostdeutschen Fußballs.[2]

Zur Saison 1991/92 kamen Hansa Rostock und Dynamo Dresden in die 1. Bundesliga.[2, 3] Rostock begann mit einem 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg, stieg am Saisonende aber ab.[1] Im Europapokal traf Hansa auf den FC Barcelona. Nach dem 0:3 im Camp Nou gewann die Mannschaft das Rückspiel im Ostseestadion mit 1:0.[1, 2] Mehr zur Zeit der Wiedervereinigung steht auf der Seite Die Wiedervereinigung 1990.
Zehn Jahre Bundesliga
Nach dem Abstieg 1992 spielte Hansa drei Spielzeiten in der 2. Bundesliga, von 1992/93 bis 1994/95.[3] 1995 stieg der Verein wieder auf und blieb diesmal zehn Jahre in der Bundesliga. Gleich in der ersten Saison 1995/96 wurde der Verein Sechster, ein Punkt fehlte zum UEFA-Pokal.[1] Platz sechs erreichte Hansa in diesen Jahren zweimal, das ist seine beste Bundesliga-Platzierung.[2] 1999 hielt die Mannschaft am letzten Spieltag die Klasse, der Verein nennt das Spiel "Wunder von Bochum".[1]
2005 stieg Hansa ab. Aus den Bundesliga-Jahren stammen die Rekorde des Vereins: Timo Lange bestritt mit 165 die meisten Bundesliga-Spiele für den Verein, Magnus Arvidsson schoss mit 27 die meisten Tore. Jüngster Bundesliga-Spieler des Vereins ist Sven Oldenburg, er war 18 Jahre, 4 Monate und 3 Tage alt.[2] Nach zwei Zweitliga-Spielzeiten gelang 2007 noch einmal der Aufstieg, nach einer Saison ging es wieder hinunter. Die Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 verbrachte Hansa in der 2. Bundesliga.[1, 3]
Zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga
Nach der verlorenen Relegation gegen den FC Ingolstadt musste Hansa 2010 zum ersten Mal in die 3. Liga.[1, 3] Nach einer Saison kam der Verein zurück, stieg 2012 aber erneut ab und blieb danach neun Spielzeiten drittklassig.[3] Den Tiefpunkt nennt der Verein die Saison 2014/15: Die Klasse hielt die Mannschaft erst am letzten Spieltag, es war die schwächste Platzierung der Vereinsgeschichte.[1] In diese Jahre fällt auch ein Erfolg im Nachwuchs, die A-Junioren wurden 2010 Deutscher Meister.[1] Seit 2023 hat Hansa wieder eine Frauenmannschaft, zum ersten Mal seit 30 Jahren. Sie gewann in ihrer ersten Saison Meisterschaft und Landespokal.[1]
2021 stieg Hansa in die 2. Bundesliga auf und spielte dort drei Jahre.[1, 3] Im Mai 2024 verlor die Mannschaft am letzten Spieltag 1:2 gegen den SC Paderborn. Es war die sechste Niederlage in Folge und der dritte Abstieg in die 3. Liga.[6]
Das Ostseestadion
Das Ostseestadion entstand ab 1953. Weil wenig Geld da war, halfen Freiwillige mit, sie leisteten in drei Jahren 236.071 Arbeitsstunden. Offiziell eröffnet wurde es am 27.06.1954, fertig war es 1956.[4] Das erste Spiel vor vollem Haus bestritt noch der SC Empor Rostock am 14.11.1954, es endete 0:0 gegen die BSG Chemie Karl-Marx-Stadt.[4] Später kamen Tribünendach und Flutlicht hinzu. Nach der Qualifikation für die Bundesliga 1991 wurde die Tribüne renoviert und eine Anzeigetafel aufgestellt.[4] Neben Fußballspielen fanden im Stadion Konzerte, Leichtathletik und Etappenankünfte der Friedensfahrt statt.[4]
Von April 2000 bis Juni 2001 baute der Verein das Stadion zu einer reinen Fußballarena um.[4] Heute fasst es bis zu 29.000 Zuschauer, davon 20.000 auf Sitzplätzen und 9.000 auf Stehplätzen. Dazu kommen 26 Logen, auch die Geschäftsstelle des Vereins ist im Stadion untergebracht.[4]
Bekannt sind die vier Flutlichtmasten. Die alte Anlage wurde 1970 eingeweiht und gilt in Rostock als Wahrzeichen.[10] Nach einem Gutachten von 2018 stimmten die Mitglieder 2019 mit 72,1 Prozent für einen Nachbau im alten Stil. Die neuen Masten entstanden neben den alten, die Stadt erteilte die Genehmigung im September 2024. Die Kosten lagen bei rund 3,2 Millionen Euro.[10] Im August 2025 standen alle vier neuen Masten, für kurze Zeit hatte das Stadion damit acht. Im Herbst 2025 ging die neue Anlage in Betrieb, das erste Flutlichtspiel war gegen Energie Cottbus. Ab Oktober 2025 wurden die alten Masten abgebaut.[10]
Für Stadionbesucher, die sich bedrängt oder belästigt fühlen, gibt es das Angebot "Sicherer Hafen". Wer beim Ordnungsdienst oder in den Fan-Shops das Stichwort "Möwe Emma" nennt, bekommt einen Rückzugsort und Hilfe ohne Rückfragen.[11]
Gegner, Bilanzen und die Saison 2026/27
Eine lange gemeinsame Geschichte hat Hansa mit der SG Dynamo Dresden. Das DFB-Datencenter zählt 64 Pflichtspiele, Hansa gewann 17, 21 endeten unentschieden, 26 gingen verloren. Zu Hause ist die Bilanz positiv, in Dresden gelangen nur vier Siege.[12] In der gemeinsamen Bundesliga-Saison 1991/92 gewann Hansa das Heimspiel am 19.10.1991 mit 3:0 und verlor das Rückspiel am 16.04.1992 mit 1:2.[12]
Gegen den FC St. Pauli ist die Bilanz ausgeglichen. Das DFB-Datencenter zählt 24 Pflichtspiele, je zwölf gewann jede Seite. Die letzten drei Duelle in der 2. Bundesliga verlor Hansa.[7] Gegen den SSV Jahn Regensburg steht es nach 15 Spielen 6 Siege, 7 Unentschieden und 2 Niederlagen. Eine davon war das 2:5 im Ostseestadion am 25.04.2026.[8]
Der Verein zählt 28.500 Mitglieder (Stand 01.07.2026).[3] Seit dem 25.09.2026 trainiert André Breitenreiter die Mannschaft, er folgte auf Daniel Brinkmann.[5] In der Saison 2026/27 spielen Hansa und der Jahn zweimal gegeneinander, am 31.10.2026 in Regensburg und am 03.04.2027 im Ostseestadion.[9] Alle Vereine der Liga stehen auf der Seite 3. Liga 2026/27.
- Organisation 60 Jahre Hansa. F.C. Hansa Rostock. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hansa Rostock: Bundesliga club-by-club historical guide. DFL Deutsche Fußball Liga (bundesliga.com). Stand 10.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation FC Hansa Rostock e. V.: Vereinsdaten und Spielzeiten. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 70 Jahre Ostseestadion. F.C. Hansa Rostock. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Hansa Rostock: Kader und Spielplan 3. Liga 2026/27. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Nach dem Abstieg kündigt Hansa-Boss personelle Konsequenzen an (André Gericke). Nordkurier. Stand 20.05.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mannschaftsvergleich Hansa Rostock gegen FC St. Pauli. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mannschaftsvergleich Hansa Rostock gegen Jahn Regensburg. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Jahn Profis: 3. Liga, Spielplan. SSV Jahn Regensburg. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Bautagebuch Flutlichtmasten. F.C. Hansa Rostock. Stand 2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sicherer Hafen. F.C. Hansa Rostock. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Mannschaftsvergleich Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden. DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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