Fußballvereine der 1. bis 3. LigaRatgeber
1. FC Saarbrücken: Gründungsmitglied der Bundesliga, heute in der 3. Liga
Der 1. FC Saarbrücken führt seine Gründung auf den 18.04.1903 zurück und war 1963 Gründungsmitglied der Bundesliga. Insgesamt spielte er fünf Spielzeiten in der höchsten Liga. In der Saison 2026/27 spielt der FCS in der 3. Liga, seine Heimspiele trägt er im umgebauten Ludwigsparkstadion aus.

Der 1. FC Saarbrücken spielte nach dem Zweiten Weltkrieg eine Saison im französischen Ligasystem, später im Europapokal und 1963 in der ersten Bundesligasaison. In der Saison 2026/27 spielt der FCS in der 3. Liga.[2, 5] Stand der Angaben auf dieser Seite: 29.10.2026.
Steckbrief
| Angabe | 1. FC Saarbrücken |
|---|---|
| Gründung | 18.04.1903 (als Fußballabteilung des TV 1876 Malstatt)[1, 2] |
| Vereinsfarben | Blau und Schwarz[1, 4] |
| Anschrift | Berliner Promenade 12, 66111 Saarbrücken[1] |
| Mitglieder | 17.500 (Stand 01.07.2026)[1] |
| Stadion | Ludwigsparkstadion, 16.003 Plätze[8, 12] |
| Liga 2026/27 | 3. Liga[5] |
| Trainer (Stand 29.10.2026) | Argirios Giannikis[6] |
| Größte Erfolge | Deutscher Vizemeister 1943 und 1952, Gründungsmitglied der Bundesliga 1963 und der 2. Bundesliga 1974, DFB-Pokal-Halbfinale 2020[2, 4] |
Von Malstatt nach Saarbrücken
Die Geschichte beginnt am 18.04.1903 mit einer Fußballabteilung im Turnverein 1876 Malstatt. Am 08.10.1907 gründeten Spieler im Café Adams den Fußballverein Malstatt-Burbach. Nachdem sich Saarbrücken 1909 mit seinen Nachbarstädten zusammengeschlossen hatte, hieß der Verein FV Saarbrücken.[2] Der Verein selbst führt diese Namen auf: SpVgg Malstatt im TV Malstatt, FV Malstatt-Burbach, FV 03 Saarbrücken und in den letzten Kriegsjahren KSG Saarbrücken.[4]
In den 1920er Jahren gewann der FV die ersten Meisterschaften in der Region. Nach der Neuordnung der Ligen in den 1930er Jahren musste er zunächst in eine zweite Spielklasse. Ab 1940/41 wurde der Verein mehrfach Meister der Gauliga Westmark, zuletzt 1942/43 und 1943/44. 1942/43 stand er im Endspiel um die deutsche Meisterschaft und verlor in Berlin mit 0:3 gegen Dresden.[2]
Wie sich der FV Saarbrücken in der NS-Zeit verhielt, untersucht seit Anfang 2024 der Arbeitskreis "Blau-Schwarze Geschichte", den Leute aus dem Umfeld des Vereins und der aktiven Fanszene gegründet haben. Im Januar 2025 stellte er erste Ergebnisse vor, zum 90. Jahrestag der Saarabstimmung. Im April 2025 zeigte er die Wanderausstellung "Mehr als nur ein Spiel" über Fußball im Nationalsozialismus. Am 13.12.2025 erinnerte ein Legendenspieltag an die verstorbenen Vereinsgrößen Werner Otto, Roland Stegmayer und Luggi Denz.[11]
Neugründung und französische Liga
Am 25.11.1945 wurde der FV Saarbrücken aufgelöst und der 1. FC Saarbrücken gegründet. 1948 verließ der Verein das deutsche Ligasystem und schloss sich dem französischen an. Am 26.07.1948 richtete er eine Profiabteilung ein und spielte 1948/49 in der zweiten französischen Division mit, wo er inoffiziell Meister wurde.[2] Den politischen Rahmen der Nachkriegsjahre beschreibt die Seite DDR und Bundesrepublik: das geteilte Deutschland.

In den folgenden Jahren spielte der FCS internationale Turniere: 1949 den ersten Internationalen Saarland-Pokal, 1950 ein Turnier in Barcelona, bei dem er Zweiter wurde, und im Juli 1952 die Copa Rio in Brasilien.[2] 1951/52 kehrte er in die Oberliga Südwest zurück, gewann sie auf Anhieb und erreichte das Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Dort unterlag er dem VfB Stuttgart mit 2:3.[2]
Europapokal und Bundesliga
In der ersten Saison des Europapokals der Landesmeister trat Saarbrücken 1955/56 gegen den AC Mailand an. Das Hinspiel am 01.11.1955 in Mailand gewann der FCS mit 4:3, das Rückspiel am 23.11.1955 in Saarbrücken verlor er mit 1:4 und schied damit aus.[2, 13] Den heutigen Wettbewerb erklärt die Seite zur UEFA Champions League.
Als die Bundesliga 1963 startete, gehörte Saarbrücken zu den Gründungsmitgliedern, stieg aber nach einer Saison wieder ab.[2, 4] Wie die Liga zusammengestellt wurde, beschreibt die Geschichte der Bundesliga. 1964/65 wurde der FCS Meister der Regionalliga Süd. Am 19.07.1974 ließ ihn ein Urteil des DFB-Bundesgerichts in die neue 2. Bundesliga Süd, deren Gründungsmitglied er damit wurde. 1975/76 gewann er die Staffel und stieg auf.[2, 4] 1976/77 hielt er die Klasse als 14., 1977/78 stieg er als Vorletzter ab.[2]
Zwei weitere Aufstiege folgten, 1985 und 1992, jeweils blieb es bei einer Saison. Nach den Listen des DFB-Datencenters kommt der FCS auf fünf Spielzeiten in der Bundesliga: 1963/64, 1976/77, 1977/78, 1985/86 und 1992/93.[1]
Schulden, Lizenzentzug und der Weg zurück
Geld war oft knapp. 1980/81 lagen die Schulden bei 1,8 Millionen D-Mark, davon übernahm ein Sponsor 800.000 D-Mark. Später wuchsen sie auf 3,5 Millionen D-Mark. Im Mai 1995 entzog der DFB dem Verein wegen eines Fehlers bei einer Bescheinigung die Lizenz für die 2. Bundesliga, der FCS musste in die Regionalliga. Es folgte ein Vergleichsverfahren beim Amtsgericht Saarbrücken.[2]
1999/00 kehrte der Club als Meister der Regionalliga Südwest in die 2. Bundesliga zurück, stieg wieder ab und 2002/03 noch einmal auf. Nach dem nächsten Abstieg fiel er 2007 bis in die fünftklassige Oberliga. Von dort ging es schnell nach oben: 2008/09 Meister der Oberliga Südwest, 2009/10 Meister der Regionalliga West und damit Aufsteiger in die 3. Liga. Am 11.08.2010 gewann der FCS dort 7:0 gegen den FC Carl Zeiss Jena.[2] Wie die Ligen unterhalb der Bundesliga aufgebaut sind, erklärt die Seite über die Ligapyramide.
Diese erste Phase in der 3. Liga dauerte vier Spielzeiten, von 2010/11 bis 2013/14.[1] Nach dem Abstieg 2014 scheiterte Saarbrücken 2015 in der Aufstiegsrunde im Elfmeterschießen an den Würzburger Kickers. 2017/18 wurde es Meister der Regionalliga Südwest.[2]
Pokalhalbfinale 2020 und 3. Liga
Für Aufsehen sorgte der FCS im DFB-Pokal 2019/20. Als Viertligist erreichte er das Viertelfinale und besiegte dort am 03.03.2020 Fortuna Düsseldorf mit 7:6 im Elfmeterschießen. Im Halbfinale am 09.06.2020 verlor er 0:3 gegen Bayer Leverkusen. Der Verein nennt es das erste Halbfinale eines Viertligisten.[2] Mehr über den Wettbewerb steht auf der Seite zum DFB-Pokal.

Im selben Sommer stieg der Verein in die 3. Liga auf. Sein erstes Spiel dort bestritt er am 19.09.2020 mit einem 1:1 beim VfB Lübeck.[2] Seitdem spielt er ohne Unterbrechung in dieser Liga, 2026/27 ist es laut DFB-Datencenter die siebte Saison in Folge.[1, 5] Zum Auftakt der Saison 2026/27 schlug er Rot-Weiss Essen mit 5:2.[5] Die übrigen Vereine stellt die Seite 3. Liga 2026/27 vor.
Zum Stand 29.10.2026 ist Argirios Giannikis Cheftrainer.[6] Den Kader nennen wir hier nicht, weil er sich mit jeder Transferperiode ändert.
Das Ludwigsparkstadion
Gebaut wurde der Ludwigspark Anfang der 1950er Jahre auf Trümmerschutt als großes Mehrzweckstadion für über 50.000 Zuschauer. Eingeweiht wurde er am 02.08.1953 mit einem 3:1 gegen Rot-Weiß Essen, das erste Pflichtspiel folgte am 23.08.1953 mit einem 2:1 gegen den VfR 07 Kirn. 1976 entstand in rund 100 Tagen die heutige Gegentribüne. Danach lag die Kapazität bei knapp 39.000 Plätzen, davon rund 8.300 Sitzplätze.[3] Das letzte Spiel im alten Stadion fand am 05.12.2015 statt, ein 4:0 gegen den TSV Steinbach vor 3.800 Zuschauern.[3]

Danach wurde das Stadion zu einer reinen Fußballarena umgebaut. Die Laufbahn fiel weg, damit die Zuschauer näher am Spielfeld sitzen. Die Tribüne von 1976 und die Flutlichtmasten blieben als Erkennungszeichen erhalten, die übrigen Tribünen entstanden neu. Die Osttribüne hat nur Stehplätze, auf der Westtribüne gibt es Steh- und Sitzplätze und den Gästeblock. Alle vier Tribünen tragen ein Dach aus Stahl und Textilmembran.[7] Der Abriss der alten Ränge begann am 18.02.2016, der Grundstein für das neue Stadion wurde am 22.08.2018 gelegt.[8] Die Kosten stiegen von geplanten 16 Millionen auf 46,5 Millionen Euro. Das erste Pflichtspiel im neuen Stadion gewann der FCS am 26.09.2020 mit 2:0 gegen Hansa Rostock. Heute fasst es 16.003 Zuschauer, eine spätere Erweiterung auf 18.017 Plätze ist möglich.[8, 12] Weitere Stadien im Vergleich zeigt die Seite über die Fußballstadien in Deutschland.
Fans und der Nachbar Elversberg
Der eingetragene Verein heißt mit vollem Namen 1. Fußball-Club Saarbrücken e.V. Er hat nach eigenen Angaben 109 offizielle Fanclubs, neben Fußball gibt es eine Handballabteilung. Zu jedem Heimspiel der Profis erscheint das FCS Magazin in digitaler Form.[4] Der nächste Rivale ist die SV Elversberg, ebenfalls aus dem Saarland. Das DFB-Datencenter zählt 29 Pflichtspiele zwischen beiden in der 3. Liga und mehreren Regionalligen: 12 Siege für Saarbrücken, 10 für Elversberg, 7 Unentschieden.[9] Während der FCS 2026/27 in der 3. Liga spielt, ist Elversberg in der Bundesliga angekommen.[10] Mehr über den Nachbarn steht auf der Seite über die SV Elversberg.
- Organisation 1. FC Saarbrücken: Vereinsprofil und Ligazugehörigkeit. Deutscher Fußball-Bund, DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Chronik. 1. FC Saarbrücken. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Stadion: Historie. 1. FC Saarbrücken. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Portrait. 1. FC Saarbrücken. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation 3. Liga: Vereine. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Trainerteam. 1. FC Saarbrücken. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Ludwigspark Stadium in Saarbrücken: conversion and refurbishment by gmp and sbp. gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Stand 14.09.2022. abgerufen am 29.10.2026
- Ludwigsparkstadion. Structurae. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Vereinsvergleich 1. FC Saarbrücken und SV Elversberg. Deutscher Fußball-Bund, DFB-Datencenter. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Clubübersicht Saison 2026-2027. DFL Deutsche Fußball Liga, bundesliga.com. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Arbeitskreis Blau-Schwarze Geschichte. 1. FC Saarbrücken. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Ludwigspark Stadion. Tourismus Zentrale Saarland GmbH. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
- European Champions Cup 1955/56: Milan AC gegen 1. FC Saarbrücken. RSSSF. Stand 2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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