Fußballregeln einfach erklärtRatgeber

Spielzeit, Nachspielzeit und Verlängerung

Ein Fußballspiel dauert zwei Halbzeiten von je 45 Minuten mit einer Pause von höchstens 15 Minuten. Am Ende jeder Halbzeit kommt Nachspielzeit für Auswechslungen, Verletzungen, Zeitspiel, Videoüberprüfungen und Torjubel dazu. Muss es einen Sieger geben, folgt je nach Wettbewerb eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten und danach ein Elfmeterschießen.

Ein Schiedsrichter in dunkler Kleidung blickt in der Abenddämmerung unter Flutlicht auf seine Armbanduhr
Bild: KI-generiert

Ein Fußballspiel hat zwei Halbzeiten von je 45 Minuten. Dazu kommen die Pause und die Nachspielzeit, die der Schiedsrichter am Ende jeder Halbzeit festlegt. In Pokalspielen und in der K.-o.-Runde großer Turniere kann eine Verlängerung folgen und danach ein Elfmeterschießen. Geregelt ist das in Regel 7 (Dauer des Spiels) und Regel 10 (Bestimmung des Spielausgangs) der Fußballregeln [1, 2].

Einen Überblick über alle 17 Regeln findest du auf der Seite Fußballregeln einfach erklärt.

Die reguläre Spielzeit

Die beiden Halbzeiten dürfen nur kürzer sein, wenn Schiedsrichter und beide Teams das vor dem Anpfiff vereinbaren und die Bestimmungen des Wettbewerbs es erlauben [1]. Zwischen den Halbzeiten steht den Spielern eine Pause von höchstens 15 Minuten zu. Wie lang sie genau ist, müssen die Wettbewerbsbestimmungen festlegen, ändern darf sie nur der Schiedsrichter [2].

Der DFB ergänzt in seinem Regelheft, dass die Pause vom Abpfiff der ersten bis zum Anpfiff der zweiten Halbzeit gerechnet wird. Kürzer darf sie mit Zustimmung des Schiedsrichters sein [2].

Die Uhr läuft im Fußball auch bei Unterbrechungen weiter. Zeit, die durch ein Gewitter oder eine andere Verzögerung verloren geht, wird am Ende der jeweiligen Halbzeit nachgespielt [2]. Mit der Festlegung der Spielzeit trifft der Schiedsrichter eine Tatsachenentscheidung [2].

Was nachgespielt wird

Regel 7 zählt genau auf, wofür der Schiedsrichter in jeder Halbzeit Zeit anhängt, auch in der Verlängerung [1, 2]:

Zwei Betreuer knien auf dem Rasen neben einem Spieler, der sich den Knöchel hält, ein Schiedsrichter wartet
Bild: KI-generiert
  • Auswechslungen
  • Untersuchung und Abtransport verletzter Spieler
  • Zeitschinden
  • Disziplinarmaßnahmen, also Verwarnungen und Feldverweise
  • medizinische Pausen, die der Wettbewerb erlaubt: Trinkpausen von höchstens einer Minute und Kühlpausen von 90 Sekunden bis drei Minuten
  • Videosichtungen und Videoüberprüfungen
  • Torjubel
  • alle sonstigen Gründe, etwa eine Verzögerung, weil ein Zuschauer oder ein Gegenstand auf dem Feld ist

Am Ende der letzten Minute jeder Halbzeit zeigt der Vierte Offizielle an, wie viele Minuten mindestens nachgespielt werden. Der Schiedsrichter darf diese Zeit verlängern, kürzen darf er sie nicht [1, 2]. Gibt es keinen Vierten Offiziellen, zeigt der Schiedsrichter die Nachspielzeit in der letzten Minute selbst deutlich an [2].

Einen Fehler bei der Zeitmessung in der ersten Halbzeit darf der Schiedsrichter nicht ausgleichen, indem er die zweite Halbzeit länger oder kürzer macht [1]. Muss am Ende einer Halbzeit noch ein Strafstoß ausgeführt oder wiederholt werden, läuft die Halbzeit weiter, bis der Strafstoß abgeschlossen ist. Der DFB versteht darunter den Moment, in dem der Schiedsrichter entschieden hat, ob ein Tor gefallen ist [1, 2]. Für einen Eckstoß wird die Spielzeit dagegen nicht verlängert [2].

Warum die Nachspielzeit länger geworden ist

Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar stieg die durchschnittliche Nachspielzeit pro Partie auf zehn Minuten. Pierluigi Collina, Vorsitzender der FIFA-Schiedsrichterkommission, erklärte dazu, man habe die Schiedsrichter gebeten, die verlorene Zeit genauer zu berechnen, etwa für Verletzungen und Torjubel. In Russland 2018 hatte die Nachspielzeit im Schnitt bei 6,5 Minuten gelegen. Bis Ende November 2022 kamen die Spiele in Katar laut Collina im Schnitt auf fast 59 Minuten effektive Spielzeit, die Partie Frankreich gegen Australien auf 67,5 Minuten [6].

Spieler in schlichten Trikots trinken bei Sonnenschein an der Seitenlinie Wasser aus unbeschrifteten Flaschen
Bild: KI-generiert

Effektive Spielzeit meint die Minuten, in denen der Ball tatsächlich im Spiel ist. Von den 90 Minuten auf der Uhr bleibt also ein guter Teil für Unterbrechungen, Einwürfe, Freistöße und Wechsel.

Bei der Weltmeisterschaft 2026 kamen feste Trinkpausen hinzu. Die FIFA kündigte an, jedes Spiel in jeder Halbzeit nach 22 Minuten für drei Minuten zu unterbrechen, unabhängig von Wetter und Temperatur [7]. Regel 7 nennt Trinkpausen und Kühlpausen, die der Wettbewerb erlaubt, ausdrücklich als Grund für Nachspielzeit [1].

Spielzeiten im Jugendfußball

Bei Spielen von unter 16-Jährigen, Frauen, über 35-Jährigen und Menschen mit Behinderung darf die Spieldauer von den 90 Minuten abweichen. Für den Nachwuchs nennt das DFB-Regelheft diese Zeiten [2]:

AltersklasseSpielzeitVerlängerung höchstens
A-Junioren (U 19/U 18)2 x 45 Minuten2 x 15 Minuten
B-Junioren und B-Juniorinnen (U 17/U 16)2 x 40 Minuten2 x 10 Minuten
C-Junioren und C-Juniorinnen (U 15/U 14)2 x 35 Minuten2 x 5 Minuten
D-Junioren und D-Juniorinnen (U 13/U 12)2 x 30 Minuten2 x 5 Minuten
E-Junioren und E-Juniorinnen (U 11/U 10)2 x 25 Minuten2 x 5 Minuten
F-Junioren und F-Juniorinnen (U 9/U 8)2 x 20 Minuten2 x 5 Minuten
G-Junioren und G-Juniorinnen, Bambini (U 7)höchstens 2 x 20 Minuten2 x 5 Minuten

Für den Spielbetrieb vor Ort gelten zusätzlich die Bestimmungen des jeweiligen Wettbewerbs. Wie die Altersklassen eingeteilt sind und auf welchen Feldern gespielt wird, erklärt der Ratgeber Jugendfußball: Altersklassen von G bis A.

Verlängerung und Elfmeterschießen

Ein Spiel darf unentschieden enden. Verlangen die Wettbewerbsbestimmungen trotzdem einen Sieger, nach einem einzelnen Spiel oder nach Hin- und Rückspiel, erlaubt Regel 10 nur drei Verfahren: die Auswärtstorregel, eine Verlängerung mit zwei gleich langen Halbzeiten von höchstens je 15 Minuten und das Elfmeterschießen. Sie dürfen auch kombiniert werden [2].

Spieler stehen Arm in Arm an der Mittellinie und schauen unter Flutlicht zum entfernten Strafraum
Bild: KI-generiert

Der DFB beschreibt den Ablauf so: Zwischen dem Ende der regulären Spielzeit und der Verlängerung dürfen die Mannschaften das Feld nicht verlassen. Die Verlängerung beginnt nach fünf Minuten Pause und einer neuen Seitenwahl, zur Halbzeit der Verlängerung werden die Seiten gewechselt. Sie wird immer voll ausgespielt [2]. In ihrer Halbzeit ist eine kurze Trinkpause von höchstens einer Minute erlaubt [1]. Steht es danach immer noch unentschieden, endet das Spiel so, außer der Wettbewerb schreibt ein Elfmeterschießen vor [2].

Im DFB-Pokal wird bei Gleichstand nach 90 Minuten um zweimal 15 Minuten verlängert. Ist dann noch keine Entscheidung gefallen, folgt das Elfmeterschießen [4]. In den Europapokalen hat die UEFA die Auswärtstorregel am 24.06.2021 abgeschafft, gültig ab der Saison 2021/22. Steht es nach Hin- und Rückspiel insgesamt gleich, wird am Ende des Rückspiels zweimal 15 Minuten verlängert und danach, falls nötig, ein Elfmeterschießen ausgetragen [5]. Mehr zu den Wettbewerben steht in den Ratgebern DFB-Pokal: Modus, Rekordsieger und Finale und UEFA Champions League.

Das Golden Goal

Früher gab es eine Verlängerung, die mit dem ersten Tor sofort endete. Das bekannteste Beispiel aus deutscher Sicht ist das EM-Finale 1996 im Wembley-Stadion: Deutschland gewann gegen Tschechien 2:1, Oliver Bierhoff traf in der Verlängerung zum Golden Goal [8]. Die heutige Regel 10 sieht nur noch zwei gleich lange Halbzeiten vor, die voll ausgespielt werden [2].

Wie ein Elfmeterschießen abläuft und wer daran teilnehmen darf, steht im Ratgeber Elfmeter und Strafraum: die Regeln.

Spielabbruch

Ein abgebrochenes Spiel wird wiederholt, wenn die Bestimmungen des Wettbewerbs oder der Veranstalter nichts anderes vorsehen [1, 2]. Mit den Regeln 2026/27 kam eine Ergänzung dazu: Ein Spiel darf nicht beginnen und nicht weiterlaufen, wenn ein Team weniger als sieben Spieler hat. Ist ein Team deshalb für den Abbruch verantwortlich, verliert es das Spiel grundsätzlich am grünen Tisch [1, 3].

Neue Zeitregeln gegen das Verzögern

Der IFAB hat in den letzten Jahren mehrere Regeln eingeführt, die Zeitspiel teurer machen. Seit den Regeln 2025/26 bekommt der Gegner einen Eckstoß, wenn der Torhüter den Ball länger als acht Sekunden mit den Händen kontrolliert. Der Schiedsrichter zeigt die letzten fünf Sekunden mit erhobener Hand an [2].

Zur Saison 2026/27 kam ein ähnlicher Countdown für Einwurf und Abstoß hinzu. Verzögert ein Team einen davon unfair, pfeift der Schiedsrichter und zählt sichtbar fünf Sekunden herunter. Wird der Einwurf nicht rechtzeitig ausgeführt, bekommt ihn der Gegner. Beim Abstoß erhält der Gegner einen Eckstoß. Außerdem muss ein Spieler bei einer Auswechslung das Feld innerhalb von zehn Sekunden verlassen, sonst darf sein Ersatzmann erst nach einer Minute Spielzeit an der nächsten Unterbrechung hinein. Ein Spieler, der auf dem Feld behandelt wurde, muss nach dem Wiederanpfiff eine Minute draußen bleiben. Für Torhüter und einige Verletzungen nach Fouls gibt es Ausnahmen [3]. Wie Einwurf und Abstoß sonst geregelt sind, erklärt der Ratgeber Ecke, Freistoß, Einwurf.

  1. Organisation Laws of the Game, Law 7: The Duration of the Match. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Fußball-Regeln 2025/2026, Regel 7 Dauer des Spiels, Regel 10 Bestimmung des Spielausgangs, Regel 12 und 17. Deutscher Fußball-Bund. Stand 2025/26. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Law changes 2026/27. The International Football Association Board (IFAB). Stand 2026/27. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation DFB-Pokal: Modus. Deutscher Fußball-Bund. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Abolition of the away goals rule in all UEFA club competitions. UEFA. Stand 24.06.2021. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Collina: Haben die Schiedsrichter gebeten, die Nachspielzeit genauer zu berechnen. FIFA. Stand 30.11.2022. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Trinkpausen bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026. FIFA. Stand 07.12.2025. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation EURO classics: Czech Republic 1-2 Germany (1996 final). UEFA. Stand 08.06.2020. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.